Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
VD.2022.52 • APG BS VD.2022.52 KI-generiert

Appeal Dismissed Due to Untimely Filing of Conditional Release Denial Challenge

Geschäftsnummer VD.2022.52
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Kanton Basel-Stadt (CH-BS)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage keine Kosten erhoben

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The appellant filed an appeal against a decision from the penal and measures execution department that denied conditional release and transfer to a residential and work externship, but the administrative court dismissed the appeal because it was filed too late. The court reasoned that the ten-day appeal period began to run on February 13, 2022, the day after the decision was properly served to the appellant's legal representative on February 12, 2022, making the appeal, which was posted on February 24, 2022, untimely, for which the appellant must be held responsible, thus leading to a dismissal of the appeal and the associated request for free legal aid due to the lack of prospect of success.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 62d StGB, Art. 20 Abs. 1 VwVG, Art. 21 Abs. 1 VwVG, Art. 42 BGG, Art. 113 BGG, Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG; Appeal Dismissed Due to Untimely Filing of Conditional Release Denial Challenge: The court reasoned that the ten-day appeal period began to run on February 13, 2022, the day after the decision was properly served to the appellant's legal representative on February 12, 2022, making the appeal, which was posted on February 24, 2022, untimely, for which the appellant must be held responsible, thus leading to a dismissal of the appeal and the associated request for free legal aid due to the lack of prospect of success.

Schlagwörter

KI-generiert
**Rekurs** gegen einen Entscheid des Straf- und Massnahmenvollzugs bedingte Entlassung verspätete Einreichung administrative Entlassung Verwaltungskosten Kosten der unentgeltlichen Rechtspflege Widerruf des bedingten Strafvollzugs

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG)

Cited in the legal remedies section, governing the possibility to file an appeal (Beschwerde in Strafsachen) against this decision.

Art. 42 BGG

Cited in the legal remedies section, referring to the requirements for the content of the appeal brief.

Art. 113 BGG

Cited in the legal remedies section as a potential alternative remedy (subsidiary constitutional appeal).

§ 30 Abs. 1 VRPG

Cited in conjunction with § 23 and § 34 GGR to establish the general rule for charging costs to the appellant.

§ 23 [...] des Gerichtsgebührenreglements [GGR, SG 154.810]

Cited in conjunction with § 30 Abs. 1 VRPG and § 34 GGR regarding the basis for calculating costs.

§ 34 des Gerichtsgebührenreglements [GGR, SG 154.810]

Cited in conjunction with § 30 Abs. 1 VRPG and § 23 GGR regarding the basis for calculating costs.

§ 16 Abs. 1 des VRPG

Cited to establish the deadline for filing the appeal (though the appeal was ultimately not admitted due to lateness).

§ 21 Abs. 1 VRPG

Cited in connection with Art. 21 Abs. 1 VwVG regarding the deadline for filing the appeal.

Art. 20 Abs. 1 VwVG

Cited in conjunction with § 21 Abs. 1 VRPG to determine the running of the deadline for the appeal.

Art. 21 Abs. 1 VwVG

Cited in connection with § 21 Abs. 1 VRPG regarding the deadline for filing the appeal.

§ 44 Abs. 1 GOG

Applied because the appeal could not be processed due to lateness, granting jurisdiction to the single judge for the decision and cost assessment.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt als Verwaltungsgericht Einzelgericht

VD.2022.52

URTEIL

vom 17. Juni 2022

Mitwirkende

lic. iur. Marc Oser

und Gerichtsschreiber lic. iur. Christian Lindner

Beteiligte

A____ Rekurrent

c/o ABES MC 3, Rheinsprung 18, 4051 Basel

c/o Gefängnis Bässlergut,

Freiburgerstrasse 48, 4057 Basel

vertreten durch [...], Rechtsanwalt,

[...]

gegen

Abteilung Strafund Massnahmenvollzug

Amt für Justizvollzug

Spiegelgasse 12, 4001 Basel

Gegenstand

Rekurs gegen einen Entscheid des Strafund Massnahmenvollzugs

vom 11. Februar 2022

betreffend Prüfung der bedingten Entlassung und der Aufhebung der Massnahme nach Art. 62d StGB sowie Gesuch um Versetzung in ein Wohnund Arbeitsexternat

Sachverhalt

Mit Entscheid vom 11. Februar 2022 verweigerte der Strafund Massnahmenvollzug (SMV) A____ die bedingte Entlassung aus dem Vollzug der stationären therapeutischen Massnahme und lehnte dessen Antrag um Versetzung in ein Wohnund Arbeitsexternat ab. Dieser Entscheid wurde seinem Rechtsbeistand am 12. Februar 2022 via Postfach zugestellt. Mit Schreiben seines Rechtsbeistands vom 23. Februar 2022 (Postaufgabe am 24. Februar 2022) hat A____ Rekurs gegen diesen Entscheid angezeigt und diesen mit Eingabe vom 16. März 2022 begründen lassen. Mit der Rekursbegründung wurde um unentgeltliche Rechtspflege unter Verbeiständung durch den aktuellen Rechtsvertreter ersucht.

Es wurden die digitalen Vorakten des SMV beigezogen.

Erwägungen

1.

1.1 Da der Rekurrent vom angefochtenen Entscheid berührt ist und ein schutzwürdiges Interesse an dessen Änderung hat, ist er gemäss § 13 Abs. 1 VRPG zum Rekurs legitimiert.

1.2 Die Zuständigkeit des Verwaltungsgerichts für die Beurteilung des vorliegenden Rekurses ergibt sich aus § 33 Abs. 2 des Justizvollzugsgesetzes (JVG, SG 258.200). Nach § 92 Abs. 1 Ziff. 11 des Gerichtsorganisationsgesetzes (GOG, SG 154.100) wäre grundsätzlich das Dreiergericht zum Entscheid berufen, da jedoch infolge Säumnis nicht auf den Rekurs eingetreten werden kann, ist der Einzelrichter bzw. der Verfahrensleiter für die Behandlung sowie den Kostenentscheid zuständig (§ 44 Abs. 1 GOG).

2.

2.1 Bezüglich der Beförderung und Zustellung von Verfügungen stellt das Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren (VwVG, SR 172.021) keine Vorschriften auf. Demnach können Verfügungen grundsätzlich auf postalischem Weg (sei es per Einschreiben, A-Post Plus, A- oder B-Post) eröffnet werden (Uhlmann/Schilling-Schwank, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar

Verwaltungsverfahrensgesetz, 2. Auflage, Zürich/Basel/Genf 2016, Art. 34 N 10; Kneubühler, in: Auer/Müller/Schindler

[Hrsg.], Kommentar zum Bundesgesetz über das Verwaltungsverfahren, 2. Auflage, Zürich/St. Gallen 2019, Art. 34 N 3).

Rechtsmittelfristen beginnen nicht erst mit tatsächlicher Kenntnisnahme der Verfügung zu laufen, sondern bereits im Zeitpunkt der ordnungsgemässen Zustellung. Es genügt nach allgemeinem Rechtsgrundsatz, «wenn die Verfügung in den Machtbereich der betreffenden Person gelangt, so dass diese sie zur Kenntnis nehmen kann. Nicht erforderlich ist die tatsächliche Empfangsoder Kenntnisnahme» (BVGer, Urteil A-3474/2013 vom 7. Oktober 2013 E. 3.1; Uhlmann/Schilling-Schwank, a.a.O., Art. 34 N 5, mit Hinweisen).

Vorliegend gelangte der angefochtene Entscheid am 12. Februar 2022 via Postfach in den Machtbereich des Rechtsvertreters des Rekurrenten (Sendungsverfolgung: Beilage

zur Rekursanmeldung) und gilt ab diesem Datum als zugestellt. Die zehn­tägige Frist für die Rekursanmeldung begann

am 13. Februar 2022 zu laufen und endete demzufolge am Dienstag, den 22. Februar 2022 (vgl. Art. 20 Abs. 1 VwVG in Verbindung mit § 21 Abs. 1 des Gesetzes über die Verfassungsund Verwaltungsrechtspflege (VRPG, SG 270.100).

2.2 Der Rekurs ist gemäss § 16 Abs. 1 des VRPG binnen zehn Tagen nach Zustellung der Verfügung schriftlich beim Verwaltungsgericht einzureichen. Für die Berechnung der Fristen sowie deren Einhaltung verweist § 21 Abs. 1 VRPG auf die entsprechenden Bestimmungen des VwVG. Die Parteieingabe muss am letzten Tag der Frist der Behörde spätestens während der Geschäftszeit oder zu deren Handen der schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben werden (§ 21 Abs. 1 VRPG in Verbindung mit Art. 21 Abs. 1 VwVG; vgl. Rhinow et al., Öffentliches Prozessrecht, 3. Auflage, 2014, Rz. 910; Stamm, Die Verwaltungsgerichtbarkeit, in: Buser [Hrsg.], Neues Handbuch des Staatsund Verwaltungsrechts des Kantons Basel-Stadt, 2008, S. 477, 502).

Mit Postaufgabe am 24. Februar 2022 (Elektronische SMV-Akten Teil 2, S. 14) wurde die Rekursanmeldung durch den Rechtsvertreter des Rekurrenten nicht innert Frist eingereicht. Der Rekurrent muss sich das Verhalten seines Vertreters zurechnen lassen (Egli, in: Waldmann/Weissenberger [Hrsg.], Praxiskommentar VwVG, 2. Auf­lage, Zürich 2016, Art. 24 N 16 f.; Vogel, in: Auer et al. [Hrsg.], VwVG Kommentar, 2. Auflage, Zürich 2019, Art. 24 N 17). Auf den Rekurs kann somit zufolge Verspätung nicht eingetreten werden.

3.

3.1 Bei diesem Verfahrensausgang trägt der Rekurrent grundsätzlich dessen Kosten (§ 30 Abs. 1 VRPG in

Verbindung mit § 23 und § 34 des Gerichtsgebührenreglements [GGR, SG 154.810]), es wird aber umständehalber auf die Erhebung einer Gebühr verzichtet.

3.2 Der Rekurs erweist sich zufolge Verspätung als von vornherein aussichtslos, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege abzuweisen ist.

Demgemäss erkennt das Verwaltungsgericht (Einzelgericht):

://: Auf den Rekurs wird zufolge Verspätung nicht eingetreten.

Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird zufolge Aussichtslosigkeit abgewiesen.

Umständehalber wird auf die Erhebung einer Gebühr verzichtet.

Mitteilung an:

- Rekurrent

- Strafund Massnahmenvollzug

APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT

Der Gerichtsschreiber

lic. iur. Christian Lindner

Rechtsmittelbelehrung

Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerdeschrift ist fristgerecht dem Bundesgericht (1000 Lausanne 14) einzureichen. Für die Anforderungen an deren Inhalt wird auf Art.

42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.

Ob an Stelle der Beschwerde in Strafsachen ein anderes Rechtsmittel in Frage kommt (z.B. die subsidiäre Verfassungsbeschwerde an das Bundesgericht gemäss Art. 113 BGG), ergibt sich aus den anwendbaren gesetzlichen Bestimmungen. Wird sowohl Beschwerde in Strafsachen als auch Verfassungsbeschwerde erhoben, sind beide Rechtsmittel in der gleichen Rechtsschrift einzureichen.