Appellant v. Public Prosecutor's Office (Delay in Criminal Proceedings)
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertAn appellant filed a complaint against the public prosecutor's office for failing to process a criminal complaint regarding traffic violations stemming from construction site signage for nearly a year, constituting a delay in legal proceedings under the Criminal Procedure Code. The court reasoned that the prosecutor's justification of heavy caseload and prioritization of more serious offenses did not override the constitutional right to a decision within a reasonable time, thus establishing that a delay occurred; however, because the underlying complaint did not involve a severe infringement of personal rights, no compensation was awarded, and the violation was considered remedied by the court's finding.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 48 Abs. 1 BGG, Art. 42 BGG, Art. 393 Abs. 2 lit. a StPO, Art. 29 Abs. 1 BV, Art. 66 BGG; Appellant v. Public Prosecutor's Office (Delay in Criminal Proceedings): The court reasoned that the prosecutor's justification of heavy caseload and prioritization of more serious offenses did not override the constitutional right to a decision within a reasonable time, thus establishing that a delay occurred; however, because the underlying complaint did not involve a severe infringement of personal rights, no compensation was awarded, and the violation was considered remedied by the court's finding.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
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KI-generiertThis provision forms the basis for granting the appeal by establishing the existence of a delay in legal proceedings (Rechtsverzögerung).
Cited in the reasoning to support the right to a decision within a reasonable time, which justifies the finding of a delay.
This provision (implied by the order not to raise costs, which typically refers to the rule governing cost imposition) is referenced because the dispositive explicitly states that no procedural costs are levied.
Volltext
Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt Einzelgericht
BES.2019.176
ENTSCHEID
vom 30. August 2019
Mitwirkende
lic. iur. Gabriella Matefi
und a.o. Gerichtsschreiber M.A. HSG Nick Mezger
Beteiligte
A____, [...] Beschwerdeführer
[...]
gegen
Staatsanwaltschaft Basel-Stadt Beschwerdegegnerin
Binningerstrasse 21, 4001 Basel
Gegenstand
Beschwerde
betreffend Rechtsverzögerung
Sachverhalt und Erwägungen
A____ (Beschwerdeführer) reichte am 28. August 2018 Strafanzeige gegen B____ wegen "wissentlicher vorsätzlicher Missachtung der Signalisationsverordnung und der fehlenden Rechtsgrundlagen bei Baustellenbedingter Veloführung auf dem Trottoir" bei der Staatsanwaltschaft Basel-Stadt ein. Am 29. Juli 2019 hat der Beschwerdeführer ein als "Klage gegen Staatsanwaltschaft Basel-Stadt" bezeichnetes Schreiben beim Appellationsgericht eingereicht, in welchem er rügt, die Staatsanwaltschaft habe seine Strafanzeige bis zu jenem Tag noch nicht bearbeitet. Er macht somit eine Rechtsverzögerung im Sinne von Art. 393 Abs. 2 lit. a der Schweizerischen Strafprozessordnung (StPO, SR 312.0) geltend.
In ihrer Stellungnahme vom 12. August 2019 stellt sich die Staatsanwaltschaft auf den Standpunkt, die Fallbelastung bei der Staatanwaltschaft sei schon seit längerem prekär, weshalb eine Prioritätensetzung zugunsten der schwereren Delikte erfolge. Dieses Argument hält nicht stand. Jede Person hat gemäss Art. 29 Abs. 1 der Bundesverfassung der Schweizerischen Eidgenossenschaft (BV, SR 101) in Verfahren vor Gerichtsund Verwaltungsinstanzen Anspruch auf Beurteilung innert angemessener Frist. Indem die Staatsanwaltschaft die Strafanzeige des Beschwerdeführers fast ein Jahr lang unbearbeitet liess, hat sie eine Rechtsverzögerung begangen. Diese ist allerdings nicht gravierend, da es bei der Strafanzeige des Beschwerdeführers nicht um einen schweren Eingriff in seine Persönlichkeitsrechte geht. Mit der Feststellung der Rechtsverletzung ist der beanstandete Mangel somit geheilt. Dem Beschwerdeführer wird deshalb keine Genugtuung zugesprochen.
Demgemäss erkennt das Appellationsgericht (Einzelgericht):
://: Die Beschwerde wird gutgeheissen und es wird festgestellt, dass die Staatsanwaltschaft Basel-Stadt eine Rechtsverzögerung begangen hat.
Dem Beschwerdeführer wird keine Genugtuung zugesprochen.
Es werden keine Verfahrenskosten erhoben.
Mitteilung an:
- Beschwerdeführer
- Staatsanwaltschaft Basel-Stadt
APPELLATIONSGERICHT BASEL-STADT
Die Präsidentin Der a.o. Gerichtsschreiber
lic. iur. Gabriella Matefi M.A. HSG Nick Mezger
Rechtsmittelbelehrung
Gegen diesen Entscheid kann unter den Voraussetzungen von Art. 78 ff. des Bundesgerichtsgesetzes (BGG) innert 30 Tagen seit schriftlicher Eröffnung Beschwerde in Strafsachen erhoben werden. Die Beschwerdeschrift muss spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht (1000 Lausanne 14) eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer diplomatischen oder konsularischen Vertretung der Schweiz im Ausland übergeben werden (Art. 48 Abs. 1 BGG). Für die Anforderungen an den Inhalt der Beschwerdeschrift wird auf Art. 42 BGG verwiesen. Über die Zulässigkeit des Rechtsmittels entscheidet das Bundesgericht.