Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
P 45/98 KI-generiert

Recalculation of Supplementary Benefits Based on Actual Rental Costs

Geschäftsnummer P 45/98
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual born in 1924 who applied for supplementary benefits to the old-age pension scheme in July 1997. The local compensation office granted him monthly benefits starting from July 1997, but the amount was disputed. After an initial rejection of his appeal by the administrative court, the individual contested the decision, seeking a reassessment of the benefits entitled to him. The central issue in the dispute was the appropriate calculation of the supplementary benefits based on his reported income and allowable deductions, including housing costs. Subsequent evaluations and submissions led to differing conclusions about his eligibility and the amount of benefits due, which prompted a legal review by the federal tribunal.

Legislator-Regeste

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Art. 2 Abs. 1 ELG, Art. 5 Abs. 1 Satz, Art. 2 Abs. 1 lit. b ELG, Art. 3 Abs. 4 lit. e ELG, Art. 19 ELV, Art. 4 Abs. 1 lit. b ELG; Recalculation of Supplementary Benefits Based on Actual Rental Costs: The local compensation office granted him monthly benefits starting from July 1997, but the amount was disputed. After an initial rejection of his appeal by the administrative court, the individual contested the decision, seeking a reassessment of the benefits entitled to him. The central issue in the dispute was the appropriate calculation of the supplementary benefits based on his reported income and allowable deductions, including housing costs. Subsequent evaluations and submissions led to differing conclusions about his eligibility and the amount of benefits due, which prompted a legal review by the federal tribunal.

Schlagwörter

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Neuberechnung der Ergänzungsleistungen Einkommensberechnung Mietzinszahlung Wohnkosten Leistungsanspruch Subvention

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 al. 1 let. a LTF

The document is an older one from the Eidg. Versicherungsgericht (abbreviated as BGE/BSGE/AS/TF), using the old designation 'Verwaltungsgerichtsbeschwerde' and citing provisions likely from the federal procedural law applicable at the time (e.g., EinsG, which governed these decisions before the LTF). As the strict instruction focuses only on explicitly cited articles in the dispositive, and item II only mentions costs without citing a specific procedural/cost provision from the *LTF* (or its predecessor), only the grounds leading to the substantive decision in I are confirmed.

Art. 64 LTF

Although the decision is from the Eidgenössisches Versicherungsgericht (EinsG), the structure implies adherence to Federal Supreme Court practice, and typically cost provisions are cited in the final order; however, since the dispositive only orders 'Es werden keine Gerichtskosten erhoben' without explicitly citing Art. 64 LTF or Art. 66 LTF, only the procedural/substantive grounds leading to the main decision (I) are relevant based on the strict instruction to only include provisions cited *actually used in its final orders* (the numbered dispositive items).

Art. 2 Abs. 1 lit. b ELG

Cited in the reasoning regarding the calculation of the income threshold.

Art. 2 Abs. 1 ELG

Cited in the reasoning to establish the basis for the right to supplementary benefits.

Art. 3 ff. ELG

Cited in the reasoning as the basis for determining the creditable annual income.

Art. 3 Abs. 4 lit. e ELG

Cited in the reasoning concerning the allowance for documented annual illness costs.

Art. 3 Abs. 1 lit. c ELG

Cited in the reasoning to confirm the crediting of AHV, accident insurance, and pension fund pensions as income.

Art. 4 Abs. 1 lit. b ELG

Cited in the reasoning regarding the canton's authorization to allow a deduction for rent exceeding a minimum amount.

Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG

Cited in the reasoning regarding the canton's authorization to include a lump-sum deduction for ancillary costs in the rent deduction.

Art. 5 Abs. 1 Satz 1 ELG

Cited in the reasoning to determine the calculation of the annual supplementary benefit.

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Volltext

P 45/98 Gi

II. Kammer

Präsident Lustenberger, Bundesrichter Meyer und Ferrari;

Gerichtsschreiberin Fleischanderl

Urteil vom 25. Januar 2000

in Sachen

S.________, 1924, Beschwerdeführer,

gegen

Ausgleichskasse des Kantons Bern, Chutzenstrasse 10, Bern,

Beschwerdegegnerin,

und

Verwaltungsgericht des Kantons Bern, Bern

A.- Der 1924 geborene S.________ ersuchte am 8. Juli

1997 um Ergänzungsleistungen zur AHV. Mit Verfügung vom

18. November 1997 sprach ihm die Ausgleichskasse des Kan-

tons Bern ab 1. Juli 1997 monatliche Ergänzungsleistungen

in der Höhe von Fr. 414.- zu.

B.- Die hiegegen erhobene Beschwerde wies das Verwal-

tungsgericht des Kantons Bern ab (Entscheid vom 19. Juni

1998).

C.- Mit Verwaltungsgerichtsbeschwerde beantragt

S.________ die Aufhebung des angefochtenen Entscheides

sowie die Rückweisung der Sache an die Vorinstanz oder Ver-

waltung zur Neuberechnung der Ergänzungsleistungen. Er

reicht ein Schreiben der Liegenschaftsverwaltung der Stadt

Bern, Wohnungsamt, vom 10. März 1997 sowie diverse Post-

quittungen zu den Akten.

Während die Ausgleichskasse auf Abweisung der Verwal-

tungsgerichtsbeschwerde schliesst, hat sich das Bundesamt

für Sozialversicherung nicht vernehmen lassen.

Das Eidg. Versicherungsgericht zieht in Erwägung:

1.- Streitig und zu prüfen ist die Höhe der dem Be-

schwerdeführer ab 1. Juli 1997 zustehenden Ergänzungsleis-

tungen. Anzuwenden sind somit das ELG sowie die entspre-

chenden bundesrechtlichen Verordnungen und kantonalen Er-

lasse in den bis Ende 1997 gültig gewesenen Fassungen.

2.- a) In der Schweiz wohnhafte Schweizer Bürger, de-

nen eine Rente der AHV oder Invalidenversicherung zusteht,

haben gemäss Art. 2 Abs. 1 ELG Anspruch auf Ergänzungsleis-

tungen, soweit ihr jährliches Einkommen einen bestimmten

Grenzbetrag nicht erreicht. Die jährliche Ergänzungsleis-

tung entspricht dem Unterschied zwischen der massgebenden

Einkommensgrenze und dem anrechenbaren Jahreseinkommen

( Art. 5 Abs. 1 Satz 1 ELG ).

b) Das im Sinne von Art. 2 Abs. 1 ELG anrechenbare

Jahreseinkommen ist nach Massgabe der Art. 3 ff. ELG zu

bestimmen.

Unbestrittenermassen beträgt die Einkommensgrenze für

Ehepaare seit 1. Januar 1997 Fr. 25'635.- ( Art. 2 Abs. 1

lit. b ELG in Verbindung mit Art. 1 lit. b der Verordnung

97 vom 16. September 1996 über Anpassungen bei den Ergän-

zungsleistungen zur AHV/IV [SR 831.306] und Art. 1 Abs. 1

der bernischen Verordnung vom 20. Dezember 1989 über Ergän-

zungsleistungen zur Alters-, Hinterlassenen- und Invaliden-

versicherung [ELVK; BSG 841.311] gemäss Änderung vom 23.

Oktober 1996). Ebenfalls grundsätzlich nicht mehr strittig

ist, dass die Einkommensgrenze um den Betrag der kantonalen

Durchschnittsprämie für die obligatorische Krankenpflege-

versicherung erhöht wird (Art. 1 Abs. 1 der Verordnung vom

17. Juni 1996 über die Erhöhung der Einkommensgrenzen in-

folge Einführung der Prämienverbilligung im KVG [SR

831.309]). Diese betrug im Jahre 1997 im Kanton Bern für

Erwachsene Fr. 2'483.-, d.h. Fr. 4'966.- - und nicht wie

vom Beschwerdeführer geltend gemacht Fr. 4'968.- - für ein

Ehepaar (Art. 1 der Verordnung vom 21. November 1996 über

die kantonalen Durchschnittsprämien 1997 der Krankenpflege-

versicherung für die Berechnung der Ergänzungsleistungen

[SR 831.309.1]). Vom Beschwerdeführer anerkannt ist zudem

der Einkommensabzug in Form eines Pauschalbetrags für die

ausgewiesenen jährlichen Krankheitskosten (Diätkosten) in

Höhe von Fr. 2'100.- ( Art. 3 Abs. 4 lit. e ELG in Verbin-

dung mit Art. 19 ELV und Art. 8 der Verordnung vom 20. Ja-

nuar 1971 über den Abzug von Krankheits- und Behinderungs-

kosten bei den Ergänzungsleistungen (ELKV; SR 831.301.1).

c) Nach Art. 4 Abs. 1 lit. b ELG sind die Kantone er-

mächtigt, einen Abzug vom Einkommen für den Mietzins bis zu

einem Höchstbetrag zuzulassen, soweit dieser einen jährli-

chen Mindestbetrag (Fr. 1'200.- bei Ehepaaren) übersteigt.

Sie können überdies bis zu einem Höchstbetrag einen Pau-

schalbetrag für Nebenkosten wie Heizkosten, Warmwasser usw.

in den Mietzinsabzug einschliessen ( Art. 4 Abs. 1 lit. c

ELG ). Von dieser Ermächtigung hat der Kanton Bern Gebrauch

gemacht und in Art. 3 ELVK bestimmt, dass die tatsächlichen

Mietzinse einschliesslich Nebenkosten bis zu den jeweiligen

Höchstbeträgen abgezogen werden können. Der Mietzinsabzug

beträgt seit 1. Januar 1997 für Ehepaare höchstens

Fr. 12'600.- ( Art. 4 Abs. 1 lit. b ELG in Verbindung mit

Art. 2 lit. b der Verordnung 93 vom 31. August 1992 über

Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen zur AHV/IV [SR

831.305]) und Art. 3 Abs. 3 ELVK gemäss Änderung vom

11. November 1992). Der in den Mietzinsabzug einzuschlies-

sende Pauschalbetrag für Nebenkosten beläuft es sich für

Ehepaare auf höchstens Fr. 800.- ( Art. 4 Abs. 1 lit. c ELG

in Verbindung mit Art. 3 lit. b der Verordnung 90 vom

12. Juni 1989 über Anpassungen bei den Ergänzungsleistungen

zur AHV/IV [SR 831.302] und Art. 3 Abs. 2 ELVK).

In der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird sinngemäss

gerügt, der im Rahmen des Mietzinsabzuges zu berechnende

jährliche Nettomietzins sei mit Fr. 10'620.- und nicht wie

in der Kassenverfügung vom 18. November 1997 - mit

Fr. 6'552.- zu beziffern. Diesem Einwand ist zuzustimmen.

Auf Grund des letztinstanzlich eingereichten, der Verwal-

tung und Vorinstanz nicht bekannten Schreibens der Liegen-

schaftsverwaltung der Stadt Bern, Wohnungsamt, vom 10. März

1997 ist davon auszugehen, dass dem Beschwerdeführer entge-

gen dem Inhalt des Nachtrags zum Mietvertrag 1422 42 100 02

vom 27. November 1996 kein Anspruch auf Zusatzverbilligun-

gen des Mietzinses in Höhe von monatlich Fr. 339.- durch

die Invalidenversicherung sowie die Stadt Bern zugestanden

wurde. Diesen Umstand belegen auch die eingereichten Post-

quittungen, welche die Einzahlung eines Monatsmietzinses

von je Fr. 1'000.- (Fr. 885.- Nettomietzins sowie Fr. 115.-

Nebenkosten) für das Jahr 1997 ausweisen. Somit beträgt der

abzugsfähige Nettomietzins Fr. 885.- pro Monat oder

Fr. 10'620.- pro Jahr. Wie hievor bereits dargelegt, ist

ein derartiger Abzug indes lediglich für den Fr. 1'200.-

übersteigenden Betrag vorzunehmen, sodass die Statuierung

eines entsprechenden Selbstbehaltes durch die Ausgleichs-

kasse zu Recht erfolgte. Wiederum unbestritten ist der Ein-

kommenspauschalabzug für die Nebenkosten im Betrag von

Fr. 800.-.

d) Nicht zu beanstanden sind auch in masslicher Hin-

sicht die von der Verwaltung gemäss Art. 3 Abs. 1 lit. c

ELG als Einkommen angerechneten Renten der AHV (ausbezahlt

Fr. 1'494.- monatlich oder Fr. 17'928.- jährlich), der Un-

fallversicherung (Fr. 341.- monatlich oder Fr. 4'092.-

jährlich) sowie der Pensionskasse (Fr. 1'144.90 monatlich

oder Fr. 13'738.- jährlich) von insgesamt Fr. 35'758.- im

Jahr.

3.- Nach dem Gesagten ist für die Zeit ab 1. Juli 1997

von folgender Berechnung auszugehen:

Ausgaben:

Einkommensgrenze Fr. 25'635.-

Krankenkassenprämien Fr. 4'966.-

Netto-Mietzins (ohne Nebenkosten) Fr. 10'620.-

Nebenkostenpauschale Fr. 800.-

abzügl. Selbstbehalt./.

Fr. 1'200.- Fr. 10'220.-

Total Ausgaben Fr. 40'821.-

Einnahmen:

AHV-Renten Fr. 17'928.-

Andere Renten

Fr. 17'830.-

Total Einnahmen Fr. 35'758.-

Differenz pro Monat (Fr. 5'063.- : 12) Fr. 422.-

zuzügl. Krank-

heitskosten pro Monat (Fr. 2'100.- : 12)

Fr. 175.-

Monatl. Ergänzungsleistungen

Fr. 597.-

Demnach erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

I. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wer-

den der Entscheid des Verwaltungsgerichts des Kantons

Bern vom 19. Juni 1998 und die Verfügung der Aus-

gleichskasse des Kantons Bern vom 18. November 1997

aufgehoben, und es wird festgestellt, dass der Be-

schwerdeführer ab 1. Juli 1997 Anspruch auf Ergän-

zungsleistungen von monatlich Fr. 597.- hat.

II. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

III. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Verwaltungsge-

richt des Kantons Bern, Sozialversicherungsrechtliche

Abteilung, und dem Bundesamt für Sozialversicherung

zugestellt.

Luzern, 25. Januar 2000

Im Namen des

Eidgenössischen Versicherungsgerichts

Der Präsident der II. Kammer:

Die Gerichtsschreiberin: