Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
I 812/02 KI-generiert

Federal Insurance Court Grants Free Legal Aid Despite Late Appeal Due to Lower Court Error

Geschäftsnummer I 812/02
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The case involves an individual who filed a complaint against a decision made by the cantonal disability insurance office regarding the denial of free legal assistance. After initially requesting this assistance and receiving a negative response, the individual later contested the decision, claiming that inaccuracies in the assessment of their financial situation, specifically related to rental costs, indicated their need for support. The review process revealed that the previous evaluation underestimated expenses, leading to a ruling that granted the individual free legal representation and ordered compensation for legal costs to be paid by the cantonal authority.

Legislator-Regeste

KI-generiert

Art. 106 Abs. 1 OG, Art. 132 OG, Art. 107 Abs. 3 OG, Art. 135 OG, Art. 64 LTF; Federal Insurance Court Grants Free Legal Aid Despite Late Appeal Due to Lower Court Error: After initially requesting this assistance and receiving a negative response, the individual later contested the decision, claiming that inaccuracies in the assessment of their financial situation, specifically related to rental costs, indicated their need for support. The review process revealed that the previous evaluation underestimated expenses, leading to a ruling that granted the individual free legal representation and ordered compensation for legal costs to be paid by the cantonal authority.

Schlagwörter

KI-generiert
unentgeltliche Rechtspflege Amtshilfe Entschädigung für Justizirrtümer bisheriger Rechtsstatus Versicherungsleistungsbegehren Gegenanwalt

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 106 Abs. 1 OG
dass die Beschwerdefrist gemäss Art. 106 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art.
Art. 132 OG
1 OG in Verbindung mit Art. 132 OG zehn Tage beträgt,
Art. 107 Abs. 3 OG
dass der Beschwerdeführerin aus der unrichtigen Rechtsmittelbelehrung indessen keine Nachteile erwachsen dürfen ( Art. 107 Abs. 3 OG ) und selbst von einem Anwalt nicht verlangt werden kann, dass er neben dem Gesetzestext Literatur oder Rechtsprechung nachschlage ( BGE 117 Ia 422 Erw.
Art. 135 OG
152 in Verbindung mit Art. 135 OG ) gegeben sind,
Art. 64 LTF
Although not explicitly cited in the dispositive, the concept of granting legal aid is covered by Art. 152 in conjunction with Art. 135 OG, which is cited. Since this is an old decision under the old procedural law (OG) and the orders explicitly reference the relevant OG articles for granting legal aid (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), I will prioritize those cited articles. The modern equivalent Art. 64 LTF is not cited.

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
BGE 117 Ia 422
3 OG ) und selbst von einem Anwalt nicht verlangt werden kann, dass er neben dem Gesetzestext Literatur oder Rechtsprechung nachschlage ( BGE 117 Ia 422 Erw.
BGE 109 Ia 11
dass die Parteientschädigung zu Lasten des Kantons Thurgau geht, da der Gegenpartei im Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege keine Parteistellung zukommt ( BGE 109 Ia 11 Erw.
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 64 LTF

Although not explicitly cited in the dispositive, the concept of granting legal aid is covered by Art. 152 in conjunction with Art. 135 OG, which is cited. Since this is an old decision under the old procedural law (OG) and the orders explicitly reference the relevant OG articles for granting legal aid (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG), I will prioritize those cited articles. The modern equivalent Art. 64 LTF is not cited.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Volltext

Eidgenössisches Versicherungsgericht

Tribunale federale delle assicurazioni

Tribunal federal d'assicuranzas

Sozialversicherungsabteilung

des Bundesgerichts

Prozess

{T 7}

I 812/02

Urteil vom 12. September 2003

II. Kammer

Besetzung

Präsident Schön, Bundesrichter Ursprung und Frésard; Gerichtsschreiber Renggli

Parteien

S.________, 1958, Beschwerdeführerin, vertreten durch Rechtsanwalt lic. iur. Marcel Epper, Dorfstrasse 21, 8356 Ettenhausen,

gegen

IV-Stelle des Kantons Thurgau, St. Gallerstrasse 13, 8500 Frauenfeld, Beschwerdegegnerin

Vorinstanz

AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau, Weinfelden

(Entscheid vom 23. Oktober 2002)

In Erwägung,

dass S.________ gegen eine Verfügung der IV-Stelle des Kantons Thurgau vom 12. August 2002 am 12. September 2002 bei der AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau Beschwerde erheben und gleichzeitig ein Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung stellen liess,

dass die AHV/IV-Rekurskommission dieses Gesuch mit Entscheid vom 23. Oktober 2002 abwies,

dass die Rechtsmittelbelehrung dieses Entscheides eine Rechtsmittelfrist von 30 Tagen enthielt,

dass die Beschwerdefrist gemäss Art. 106 Abs. 1 OG in Verbindung mit Art. 132 OG zehn Tage beträgt,

dass die am 27. November 2002 erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde daher grundsätzlich verspätet ist,

dass der Beschwerdeführerin aus der unrichtigen Rechtsmittelbelehrung indessen keine Nachteile erwachsen dürfen ( Art. 107 Abs. 3 OG ) und selbst von einem Anwalt nicht verlangt werden kann, dass er neben dem Gesetzestext Literatur oder Rechtsprechung nachschlage ( BGE 117 Ia 422 Erw. 2a),

dass demzufolge auf die Verwaltungsgerichtsbeschwerde einzutreten ist,

dass die Vorinstanz die Bedürftigkeit von S.________ nicht als gegeben erachtete, weil die Gegenüberstellung der massgeblichen Einnahmen und Ausgaben zu einem Überschuss von Fr. 235.- pro Monat führte,

dass indessen dieser Berechnung Mietkosten von Fr. 1200.- anstelle der tatsächlich geschuldeten Fr. 1400.- zugrunde lagen,

dass demzufolge die Bedürftigkeit gegeben ist,

dass die übrigen Voraussetzungen für die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege (Art. 152 in Verbindung mit Art. 135 OG ) gegeben sind,

dass in Verfahren, welche die Frage die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege für das kantonale Gerichtsverfahren zum Gegenstand haben, keine Gerichtskosten erhoben werden (RKUV 2000 KV Nr. 119 S. 157 Erw. 4 mit Hinweis),

dass hingegen der obsiegenden Partei eine Parteientschädigung zusteht (Art. 159 Abs. 2 in Verbindung mit Art. 135 OG ),

dass das Gesuch um unentgeltliche Verbeiständung im letztinstanzlichen Verfahren damit gegenstandslos wird,

dass die Parteientschädigung zu Lasten des Kantons Thurgau geht, da der Gegenpartei im Verfahren um die Bewilligung oder Verweigerung der unentgeltlichen Rechtspflege keine Parteistellung zukommt ( BGE 109 Ia 11 Erw. 5; SVR 1996 UV Nr. 40 S. 124 Erw. 4 mit Hinweis),

erkennt das Eidg. Versicherungsgericht:

1. In Gutheissung der Verwaltungsgerichtsbeschwerde wird der Entscheid der AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau vom 23. Oktober 2002 aufgehoben und der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dieser Instanz die unentgeltliche Verbeiständung gewährt.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Kanton Thurgau hat der Beschwerdeführerin für das Verfahren vor dem Eidgenössischen Versicherungsgericht eine Parteientschädigung von Fr. 1000.- zu bezahlen.

4. Dieses Urteil wird den Parteien, der AHV/IV-Rekurskommission des Kantons Thurgau, dem Bundesamt für Sozialversicherung und der Ausgleichskasse des Kantons Thurgau zugestellt.

Luzern, 12. September 2003

Im Namen des Eidgenössischen Versicherungsgerichts

Der Präsident der II. Kammer: Der Gerichtsschreiber: