Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 99 V 110 KI-generiert

Anrechenbares Einkommen (Art

Geschäftsnummer BGE 99 V 110
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

ELG Recipient's Inability to Exercise Right of Habitation vs. Imputed Income Calculation A recipient of supplementary benefits (ELG) could no longer exercise the right of habitation (Wohnrecht) granted in a partition agreement due to health reasons, leading the equalization fund to argue that the imputed value of the easily rentable property should be counted as income for benefit calculation. The court ruled that the value of the right of habitation cannot be imputed as income because, according to Art. 776 para. 2 of the Swiss Civil Code, the right is non-transferable (neither in substance nor in use) and restricted to the personal use of the beneficiary, thus preventing its conversion into transferable economic value when the beneficiary cannot personally occupy the dwelling.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Anrechenbares Einkommen (Art. 3 Abs. 1 ELG). Weil das Wohnrecht weder der Substanz noch der Ausübung nach übertragbar ist (Art. 776 Abs. 2 ZGB), darf dessen Gegenwert dem Berechtigten, deres aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, bei der Bemessung der Ergänzungsleistung nicht als Einkommen angerechnet werden.

Schlagwörter

KI-generiert
Wohnrecht hypothetisches Einkommen Leistungsberechnung Bezug von Ergänzungsleistungen Mobiliarvermögen Recht auf Gesundheit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
BGE 52 II 136
KI-generiert

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (31)

8C_456/2023 (2024-07-15)
«…doit pas être prise en compte comme revenu lorsque son titulaire ne peut plus l'exercer pour des raisons de santé ( ATF 99 V 110 ). Il ne se justifie donc pas de se référer - pour fixer la contre-valeur de la renonciation au droit d'habitation - au…»
VBE.2022.287 (2023-06-19) · ag
Supplementary Benefits and Waived Right to Reside
«…rt als Einkommen aus unbeweglichem Vermögen anzurechnen (Urteil des Bundesgerichts P 43/06 vom 11. April 2007 E. 4; BGE 99 V 110 S. 110; Rz. 3433.05 Wegleitung über die Ergänzungsleistungen zur AHV und IV [WEL]). 2.2.3. Bei Ehegatten sind die aner…»
33.2021.11 (2022-01-17) · ti
Cantonal Compensation Fund Appeal Regarding Imputed Usufruct Income and Deductible Payments
«…er il calcolo delle prestazioni complementari il controvalore di questo diritto nei suoi redditi non è considerato (DTF 99 V 110 consid. 3 = RCC 1974 pag. 195; N. 3433.05 DPC). La costituzione di un usufrutto rispettivamente di un diritto d'abitazi…»
A/3740/2020 (2021-09-23) · ge
Right of Habitation vs. Ownership in Complementary Benefits Calculation
«…é, dès lors que le droit d'habitation est incessible quant à sa substance et son exercice (art. 776 al. 2 CC ; ATF 99 V 110 consid. 3). Cette hypothèse n’est pas réalisée dans le cas d’espèce. 8. En l'occurrence, la valeur locative du d…»
33.2021.6 (2021-08-16) · ti
Supplementary Benefits Denial Based on Capitalized Right of Habitation Waiver
«…il calcolo delle prestazioni complementari *non* va considerato il controvalore di questo diritto nei suoi redditi (DTF 99 V 110 consid. 3 = RCC 1974 pag. 195; N. 3433.05 DPC). Le cause di cessazione dell'usufrutto e del diritto di abitazione sono…»
200 2020 744 (2021-07-28) · be
Claimant v. Ausgleichskasse des Kantons Bern (Usufruct Forfeiture and Supplementary Benefits)
«…ndheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, bei der Bemessung der EL nicht als Einkommen angerechnet werden darf (BGE 99 V 110). Der Eintritt ins Altersheim steht Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 28. Juli 2021, EL/20/744, Seite…»
A/3817/2020 (2021-07-22) · ge
Disability Benefits Appeal: Deductibility of Mortgage Interest under Right of Habitation
«…santé, dès lors que le droit d'habitation est incessible quant à sa substance et son exercice (art. 776 al. 2 CC ; ATF [99 V 110](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=99%20V%20110) consid. 3). 5. a. En l'espèce, la valeur…»
42.2020.21 (2021-05-26) · ti
Social Assistance Denial for Housing Costs Based on Partner's Right of Habitation
«…lute. L’Alta Corte ha precisato che del resto il tenore della direttiva DPC 3433.05 riprende quanto stabilito nella DTF 99 V 110, e meglio che, siccome il diritto di abitazione è incedibile sia per quanto riguarda la sostanza che l’esercizio, il su…»
200 2020 481 (2020-11-03) · be
Supplementary Benefits Imputation for Waived Usufruct Income
«…ndheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, bei der Bemessung der EL nicht als Einkommen angerechnet werden darf (BGE 99 V 110). Die Beschwerdeführerin macht vorliegend nicht geltend und es ist auch nicht ersichtlich, dass es in rechtli- cher Hin…»
A/399/2019 (2020-09-28) · ge
Beneficiary Appeal Regarding Imputed Rental Value of Habitation Right Inclusion in Benefit Calculation
«…e la recourante peut exercer son droit d'habitation et qu'elle ne se trouve donc pas dans la situation, visée par l'ATF 99 V 110 (traduit en français in RCC 1974 p. 195 s.), où le Tribunal fédéral des assurances avait jugé que la contre-valeur d'un…»
200 2020 330 (2020-08-04) · be
Benefit Recipient Son vs. Equalisation Fund: Imputed Income from Waived Usufruct
«…hts) zwar nicht übertragbar und nicht vererblich ist, jedoch deren Ausübung – im Gegensatz etwa zum Wohnrecht (vgl. BGE 99 V 110) – grundsätzlich übertragen werden kann (Art. 758 ZGB; vgl. auch ROLAND M. MÜLLER, Basler Kommentar, 2019, N. 2 f. zu A…»
ZL.2015.00128 (2017-06-26) · zh
Lifelong Right of Residence Treated as Income for Supplementary Benefits
«…ch nur die Konstellation, dass eine Person das Wohnrecht aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann (vgl. BGE 99 V 110). Dem Wohnberechtigten ist es aber von Seiten der zivilrechtlichen Regelung in Art. 776 Abs. 2 auch nicht möglich, die…»
EL.2015.4 (2016-09-21) · sg
Supplementary Benefit Calculation Regarding Unutilized Right of Residence
«…en werden dürfe. Dies ergebe sich aus den BGE 121 III „Zoff“ und 112 II 22 ff. Dem Schreiben lag ein Auszug aus dem BGE 99 V 110 bei, laut dem ein aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nutzbares Wohnrecht bei der Berechnung der Ergänzungsleistung…»
EL.2015.4 (2016-09-21) · sg
Benefit Recalculation Based on Unexercised Right of Residence
«…en werden dürfe. Dies ergebe sich aus den BGE 121 III „Zoff“ und 112 II 22 ff. Dem Schreiben lag ein Auszug aus dem BGE 99 V 110 bei, laut dem ein aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr nutzbares Wohnrecht bei der Berechnung der Ergänzungsleistung…»
AbR.1996.97.Nr.46 (2015-11-26) · ow
Property Transfer for Lifelong Care Does Not Bar Nursing Home Benefits
«…gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, bei der Bemessung der EL nicht als Einkommen angerechnet werden (BGE 99 V 110). Somit ist Art. 3 Abs. 1 Bst. f ELG nicht anwendbar, wonach Einkünfte und Vermögenswerte, auf die verzichtet worden is…»

Volltext

Urteilskopf

99 V 110

36. Auszug aus dem Urteil vom 11. Juli 1973 i.S. Zumstein gegen Ausgleichskasse des Kantons Obwalden und Kantonale Rekurskommission für Sozialversicherung des Kantons Obwalden

Regeste

Anrechenbares Einkommen (Art. 3 Abs. 1 ELG).

Weil das Wohnrecht weder der Substanz noch der Ausübung nach übertragbar ist (Art. 776 Abs. 2 ZGB), darf dessen Gegenwert dem Berechtigten, deres aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben kann, bei der Bemessung der Ergänzungsleistung nicht als Einkommen angerechnet werden.

Erwägungen ab Seite 110

BGE 99 V 110 S. 110

Aus den Erwägungen:

Wie der Sohn der Beschwerdeführerin in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde ausführt, steht seiner Mutter auch heute noch das im Teilungsvertrag vereinbarte Wohnrecht in seinem Hause zu. Sie kann esjedoch aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben. Die Ausgleichskasse ist der Meinung, dass die Wohnung ohne grosse Schwierigkeiten an einen Dauerinteressenten oder an Feriengäste vermietet werden könnte, wobei ein jährlicher Erlös von mindestens Fr. 1200.-- resultieren dürfte. Dieser Auffassung kann indessen nicht beigepflichtet werden.

Gemäss Art. 776 Abs. 2 ZGB ist das Wohnrecht unübertragbar und unvererblich. Es ist weder der Substanz noch der Ausübung nach übertragbar. Vielmehr steht es dem Berechtigten grundsätzlich bloss für seine Person zu (TUOR, Das Schweizerische Zivilgesetzbuch, 8. Aufl., Zürich 1968, S. 576). Das Wohnrecht erschöpft sich somit in der Benützung der Wohnung durch eigenes Wohnen des Berechtigten und allfällig seiner Familienangehörigen und Hausgenossen (vgl. Art. 777 ZGB;BGE 52 II 136). Kann die Beschwerdeführerin das Wohnrecht gezwungenermassen nicht mehr ausüben und nach Gesetz auch nicht übertragen, so darf der Gegenwert dieses Rechts bei der Bemessung der ihr zustehenden Ergänzungsleistung nicht als Einkommen angerechnet werden.