Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 97 I 55 KI-generiert

Cantonal revocation of stock exchange agent license upheld as federal jurisdiction-abgrenzung complaint requires a distinct statutory jurisdictional trigger, not a merits determination.

Geschäftsnummer BGE 97 I 55
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

The complainants' request for relief was denied; the challenged decision revoking a stock exchange agent license was upheld, as the Federal Supreme Court found no violation of federal jurisdictional rules. The dispute concerned a cantonal administrative decision withdrawing the license, which the complainant argued was made by an incompetent authority. The Court held that the claim of lack of jurisdiction under Article 84(1)(d) OG was unfounded because the invoked federal provisions did not establish a specific jurisdictional threshold (e.g., subject matter, value in dispute, or location) that would allow competence to be determined without first resolving the substantive merits of the case; thus, the cantonal authorities' assumption of jurisdiction was not a reviewable "abgrenzung" issue under federal law.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 84 Abs. 1 lit. d OG (und 73 Abs. 2 lit. b VwG). Begriff der "Vorschriften über die Abgrenzung der sachlichen Zuständigkeit der Behörden".

Schlagwörter

KI-generiert
Bankenrecht institutionelle Zuständigkeit Grundstücksabgrenzung Kognitionsbefugnis Verwaltungsbehörde Begründung in der Sache

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 84 Abs. 1 lit. d OG
Art. 84 Abs. 1 lit. d OG (und 73 Abs.
Art. 84 Abs. 1 lit. a OG
auch nicht nur auf Art. 84 Abs. 1 lit. a OG, sondern auch auf Art.
Art. 73 Abs. 2 lit. b VwG
Aus Art. 73 Abs. 2 lit. b VwG (früher: Art.
Art. 125 Abs. 2 OG
b VwG (früher: Art. 125 Abs. 2 OG) ergibt sich, dass das Bundesgericht auch dann zur Entscheidung berufen ist, wenn es um die Abgrenzung der sachlichen oder örtlichen Zuständigkeit der Behörden auf dem Gebiete des Bundesverwaltungsrechtes geht.
Art. 84 Abs. 2 OG
Vorbehalten bleibt jedoch nach Art. 84 Abs. 2 OG in jedem Falle, dass die Verletzung der Vorschriften über die Abgrenzung der sachlichen oder örtlichen Zuständigkeit nicht mit einem andern Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer andern Bundesbehörde gerügt werden kann (vgl.

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
BGE 86 I 331
BGE 77 I 67
Er fügte zu diesem Behufe das Wort "Abgrenzung" ein, das die Tragweite der nachfolgenden Wortgruppe "sachliche oder örtliche Zuständigkeit der Behörden" verdeutlicht (Botschaft des Bundesrates, a.a.O.; BGE 77 I 67).
KI-generiert

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (9)

5A_95/2008 (2008-08-20)
«…esrechts (Bundesgesetz über den Gerichtsstand in Zivilsachen; GestG, SR 272) über die örtliche Zuständigkeit (vgl. BGE 97 I 55 E. 2 S. 56), welche im konkreten Fall verneint worden ist. Der als "Weiterführung der Sistierung" bezeichnete Entschei…»
5A_472/2007 (2007-11-12)
«…, die sich sinngemäss aus einer einzelnen Norm oder aus der Gesamtheit der bundesrechtlichen Ordnung ergeben (vgl. BGE 97 I 55 E. 2 S. 56). Damit liegt kein Zwischenentscheid über die Zuständigkeit im Sinn von Art. 92 Abs. 1 BGG vor. Gegen sel…»
5A_93/2007 (2007-07-09)
«…, die sich sinngemäss aus einer einzelnen Norm oder aus der Gesamtheit der bundesrechtlichen Ordnung ergeben (vgl. BGE 97 I 55 E. 2 S. 56). Damit liegt kein Zwischenentscheid über die Zuständigkeit im Sinne von Art. 92 Abs. 1 BGG vor. Gegen se…»
6P.150/2006 (2006-10-21)
Swiss Criminal Jurisdiction over Belgian-Hosted eDonkey Server Administrator; Competence Under Articles 3-7 CP and Admissibility of Nullity Appeal Against Incidental Instruction Ruling.
«…ensemble de l'ordre juridique fédéral ou de certaines de ses prescriptions ( ATF 116 II 722 consid. 3 p. 723 in medio, 97 I 55 consid. 2, spéc. p. 56 in medio). La compétence des autorités suisses de répression est délimitée indirectement, au tra…»
1P.657/2003 (2004-04-13)
«…Kriterium im Konfliktfall die Kompetenzen zweier Behörden voneinander abzugrenzen sind ( BGE 116 II 721 E. 3 S. 723 ; 97 I 55 E. 2 S. 56 f., mit Hinweisen; Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S.…»
1P.337/2002 (2003-03-06)
«…Kriterium im Konfliktfall die Kompetenzen zweier Behörden voneinander abzugrenzen sind ( BGE 116 II 721 E. 3 S. 723 ; 97 I 55 E. 2 S. 56 f., mit Hinweisen; Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrechtlichen Beschwerde, 2. Auflage, Bern 1994, S.…»
1P.494/2001 (2002-08-14)
«…h. bestimmen, nach welchem Kriterium im Konfliktfall die Kompetenzen zweier Behörden voneinander abzugrenzen sind ( BGE 97 I 55 E. 2 S. 56 f.; Walter Kälin, Staatsrechtliche Beschwerde, 2. Aufl., S. 95). Art. 25 Abs. 2 RPG bestimmt, dass "die zu…»
TA.1998.142 (1998-06-24) · ne
Provisional Employee Termination and Violation of Right to Be Heard
«…ticle 336 CO (al.3). Il résulte de l'article 12 al.3 LSt ainsi que de la jurispru- dence (ATF 108 Ib 209, 97 I 55; ATA du 18.06.1997 en la cause J., du 19.12.1990 en la cause G., avec la doctrine citée) que même si l'adminis- trati…»
TA.1997.111 (1997-06-18) · ne
Provisional Employee Termination Without Stated Cause Upheld Against Breach of Trust Claim
«…l'es- sai, il convient de laisser à l'administration une grande latitude de ju- gement sur ce point (ATF 108 Ib 209, 97 I 55; ATA du 16.5.1997 dans la cause B., ATA du 19.12.1990 en la cause G., avec la doctrine citée). Il résulte de…»

Volltext

Urteilskopf

97 I 55

8. Auszug aus dem Urteil vom 3. Februar 1971 i.S. Investment Bank Zürich gegen Regierungsrat und Verwaltungsgericht des Kantons Zürich.

Regeste

Art. 84 Abs. 1 lit. d OG (und 73 Abs. 2 lit. b VwG).

Begriff der "Vorschriften über die Abgrenzung der sachlichen Zuständigkeit der Behörden".

Erwägungen ab Seite 55

BGE 97 I 55 S. 55

Aus den Erwägungen:

2. Die Beschwerdeführerin erklärt ausdrücklich, sie wolle mit ihrer Beschwerde einzig die Frage vor das Bundesgericht bringen, ob die zürcherischen Behörden zuständig seien, Entscheide von der Art des angefochtenen (Entzug der Börsenagentenbewilligung) zu fällen.

Die Unzuständigkeitseinrede ist dann begründet, wenn das Gericht, dessen Urteil angefochten ist, bei seiner Entscheidung bundesrechtliche Vorschriften über die Abgrenzung der sachlichen oder örtlichen Zuständigkeit der Behörden verletzt hat, indem es sich für zuständig erachtete, obwohl die Voraussetzungen für diese Zuständigkeit nach diesen bundesrechtlichen Vorschriften nicht erfüllt sind. Die Beschwerde beruft sich denn

BGE 97 I 55 S. 56

auch nicht nur auf Art. 84 Abs. 1 lit. a OG, sondern auch auf Art. 84 Abs. 1 lit. d OG.

Nach der letztgenannten Bestimmung kann wegen Verletzung bundesrechtlicher Vorschriften über die Abgrenzung der sachlichen oder örtlichen Zuständigkeit der Behörden beim Bundesgericht staatsrechtliche Beschwerde erhoben werden. Aus Art. 73 Abs. 2 lit. b VwG (früher: Art. 125 Abs. 2 OG) ergibt sich, dass das Bundesgericht auch dann zur Entscheidung berufen ist, wenn es um die Abgrenzung der sachlichen oder örtlichen Zuständigkeit der Behörden auf dem Gebiete des Bundesverwaltungsrechtes geht. Vorbehalten bleibt jedoch nach Art. 84 Abs. 2 OG in jedem Falle, dass die Verletzung der Vorschriften über die Abgrenzung der sachlichen oder örtlichen Zuständigkeit nicht mit einem andern Rechtsmittel beim Bundesgericht oder einer andern Bundesbehörde gerügt werden kann (vgl. BGE 86 I 331).

Als "bundesrechtliche Vorschriften" im Sinne von Art. 84 Abs. 1 lit. d OG gelten nicht nur die Rechtssätze des Bundes, die sich ausdrücklich mit der Abgrenzung der sachlichen oder örtlichen Zuständigkeit der Behörden befassen, sondern auch die Zuständigkeitsregeln, die sich sinngemäss aus einer einzelnen Norm oder aus der Gesamtheit einer bundesrechtlichen Ordnung ergeben (BIRCHMEIER, Handbuch S. 326 Ziff. 5 a). Dieser Ausdehnung steht eine Einschränkung gegenüber: Beim Erlass des Art. 84 Abs. 1 lit. d OG war der Gesetzgeber sich bewusst, dass insbesondere bei Verwaltungsentscheidungen "in der Regel sogar die materielle Frage, ob die Verfügung richtig sei, als eine Frage der sachlichen Zuständigkeit konstruiert" werden kann (Botschaft des Bundesrates, BBl 1943 S. 138). Der Gesetzgeber wollte indessen vermeiden, dass Art. 84 Abs. 1 lit. d OG zu einer Generalklausel werde, durch die fast jede kantonale Verwaltungsentscheidung, die angeblich bundesrechtliche Bestimmungen verletzt, beim Bundesgericht angefochten werden könnte. Er fügte zu diesem Behufe das Wort "Abgrenzung" ein, das die Tragweite der nachfolgenden Wortgruppe "sachliche oder örtliche Zuständigkeit der Behörden" verdeutlicht (Botschaft des Bundesrates, a.a.O.; BGE 77 I 67). Eine derartige "Abgrenzung" liegt nur vor, wenn das Gesetz einen kompetenzbegründenden Teiltatbestand (z.B. Anfechtungsobjekt, Streitwert, Ort der gelegenen Sache oder der begangenen Tat) ausgeschieden hat, von dem die Zuständigkeit

BGE 97 I 55 S. 57

einer Behörde abhängig ist, so dass im Einzelfall über die Kompetenz dieser Behörde entschieden werden kann, ohne dass vorfrageweise die materielle Streitfrage beurteilt werden muss (Meinungsaustausch i.S. Scherer und Wildisen, Stellungnahme des Bundesrates vom 28. Oktober 1966).