Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 95 III 81 KI-generiert

Seizure of Tools versus Enterprise Assets under Debt Collection Law

Geschäftsnummer BGE 95 III 81
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Seizure of Tools versus Enterprise Assets under Debt Collection Law The debtor, who operated an industrial spray-painting business, challenged the seizure of a compressor, a baking oven, and a car, claiming they were essential, non-seizable tools for his self-employed profession under Article 92 No. 3 of the Debt Collection and Bankruptcy Act (SchKG). The court had to determine whether the operation constituted a "profession" protected by the provision or an "enterprise" not covered by the exemption, noting that the compressor and oven were indispensable for the business. The Federal Court held that the operation was an unprotected enterprise, not a profession, because the capital investment—valued at over CHF 50,000 for equipment and machinery, alongside significant monthly electricity costs—was deemed to outweigh the debtor's personal labor. The court reasoned that in cases where the required costly apparatus and mechanical resources significantly exceed the importance of personal skill, particularly when no substantial training is necessary (unlike, e.g., a dentist), the operation’s means resemble an enterprise, excluding the seized items from the protected category of "tools of the trade" under the exemption.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Unpfändbarkeit von Berufswerkzeugen (Art. 92 Ziff. 3 SchKG). Handelt es sich beim Betrieb, für den die als unpfändbar beanspruchten Geräte benötigt werden, um die Ausübung eines Berufs im Sinne von Art. 92 Ziff. 3 SchKG oder um ein Unternehmen, das den Schutz dieser Bestimmung nicht geniesst? Unterscheidungsmerkmale. Fall eines Industriespritzwerks.

Schlagwörter

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Inkasso beschlagnahmte Vermögenswerte Betriebsrecht Konkursforderung Fremdkapital Ausrüstungskosten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 82 III 108
Unseizability of Small Commercial Vehicle under DEBA
BGE 85 III 22
zu diesen Begriffen BGE 82 III 108 mit Hinweisen, BGE 85 III 22, BGE 88 III 52, BGE 91 III 55).
BGE 88 III 52
zu diesen Begriffen BGE 82 III 108 mit Hinweisen, BGE 85 III 22, BGE 88 III 52, BGE 91 III 55).
BGE 91 III 55
zu diesen Begriffen BGE 82 III 108 mit Hinweisen, BGE 85 III 22, BGE 88 III 52, BGE 91 III 55).
BGE 82 III 109
BGE 88 III 52 unten, BGE 82 III 109).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 92 SchKG

The article is cited regarding the inapplicability of the exemption for the seized car for private use.

Art. 92 Ziff. 3 SchKG

This article defines the exemption from seizure for professional tools, which the Tribunal ruled was inapplicable because the activity constituted an 'enterprise' and not a 'profession'.

Art. 92 Ziff. 1 SchKG

This specific section of the seizure exemption statute is cited to exclude the seized car from being considered unseizable property.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (11)

A/603/2025 (2025-07-18) · ge
Debtor's Challenge to Seizure of Unlisted Shares Rejected in Favor of Creditors' Interest
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BK 2019 88 (2019-06-05) · be
Assets Seizure Challenge in Fraud Case
«…ehmung verwendet, besitzen keinen Kompetenzcha- rakter, auch wenn sie für seinen Betrieb unentbehrlich sind (BGE 95 III 81 S. 83). Bei der Unternehmung spielt der Kapitaleinsatz (zur Beanspruchung der Arbeits- kraft von Drittper…»
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Creditor Appeal Regarding Unsuccessful Share Sequestration Due to Lack of Realization Value
«…. 3 LP. En effet, l’exploitation d’une entreprise n’est pas protégée par cette disposition (ATF 106 III 108 consid. 2 ; 95 III 81, JdT 1971 II 39 ; Ochsner, op. cit., n. 89 ad art. 92 LP). En l’occurrence, toutefois, le premier juge ne s’est pas fon…»
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Tax Seizure Appeal Over Professional Assets and Revoked Payment Deferral
«…l'exercice d'une profession, l'exploitation d'une entreprise n'est pas protégée par la disposition susvisée (ATF 95 III 81, JdT 1971 II 39; OCHSNER, in Poursuite et faillite, Commentaire romand, DALLEVES et al. [éd.], Bâle 2005, ad art.…»
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Bern Administrative Court Denies Tax Remission for Failure to Prove Extreme Hardship
«…edizinischen Behandlungen oder zur Aufrechterhaltung von sozialen Kontakten (BVR 2013 S. 506 E. 4.5.4; BGE 106 III 104, 95 III 81 a.E.; Georges Vonder Mühll, in Basler Kommentar, 2. Aufl. 2010, Art. 92 SchKG N. 11 sowie Art. 93 SchKG N. 28 zur Bemes…»
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«…men einer Unternehmung verwendet, haben keine Kompetenznatur, auch wenn sie für seinen Betrieb unentbehrlich sind ( BGE 95 III 81 S. 83). Bei der Unternehmung spielt der Kapitaleinsatz (zur Beanspruchung der Arbeitskraft Dritter, zur maschinellen E…»
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«…Gilliéron, op. cit. ad art. 92 no 87 ss et les jurisprudences citées notamment ATF 91 III 52, JdT 1966 II 2 ; ATF 95 III 81, JdT 1971 II 39 ; Georges Vonder Mühll, Kommentar zum Bundesgesetz über Schuldbetreibung und Konkurs, ad art.…»
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«…sonnes physiques, la (Pierre-Robert Gilliéron, op. cit. ad art. 92 no 87 ss et les jurisprudences citées notamment ATF [95 III 81](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=95%20III%2081), JdT 1971 II 39 ; ATF [91 III 52](https://justic…»
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Volltext

Urteilskopf

95 III 81

13. Entscheid vom 10. Dezember 1969 i.S. Sturzenegger.

Regeste

Unpfändbarkeit von Berufswerkzeugen (Art. 92 Ziff. 3 SchKG).

Handelt es sich beim Betrieb, für den die als unpfändbar beanspruchten Geräte benötigt werden, um die Ausübung eines Berufs im Sinne von Art. 92 Ziff. 3 SchKG oder um ein Unternehmen, das den Schutz dieser Bestimmung nicht geniesst? Unterscheidungsmerkmale.

Fall eines Industriespritzwerks.

Sachverhalt ab Seite 81

BGE 95 III 81 S. 81

Sturzenegger betreibt auf eigene Rechnung ein Industriespritzwerk. Früher beschäftigte er zwei Arbeiter. Heute steht nur ein Jüngling halbtagsweise in seinem Dienst. In Betrei bungen gegen ihn wurden u.a. ein Personenwagen "Plymouth-

BGE 95 III 81 S. 82

Valiant", ein Kompressor und ein Einbrennofen gepfändet. Die Beschwerden, mit denen er geltend machte, diese Gegenstände seien für die selbständige Ausübung seines Berufes unentbehrlich und daher unpfändbar, wurden von der untern und am 17. Oktober 1969 auch von der obern kantonalen Aufsichtsbehörde abgewiesen.

Den Entscheid der obern kantonalen Aufsichtsbehörde hat Sturzenegger an das Bundesgericht weitergezogen mit dem Antrag, die erwähnten Gegenstände seien als Kompetenzstücke aus der Pfändung zu entlassen. Die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer weist den Rekurs ab.

Erwägungen

Erwägungen:

Auf Grund der tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz ist anzunehmen, dass der Kompressor und der Einbrennofen für den Betrieb des Rekurrenten unentbehrlich sind. Sie sind daher nach Art. 92 Ziff. 3 SchKG grundsätzlich unpfändbar, wenn es sich bei der Tätigkeit des Rekurrenten um einen Beruf im Sinne dieser Bestimmung und nicht um ein Unternehmen handelt (vgl. zu diesen Begriffen BGE 82 III 108 mit Hinweisen, BGE 85 III 22, BGE 88 III 52, BGE 91 III 55).

Dass der Rekurrent mit seiner Tätigkeit einen Beruf ausübe, lässt sich, wie die Vorinstanz mit Recht angenommen hat, nicht schon deswegen verneinen, weil diese Tätigkeit keine erhebliche Ausbildung voraussetzt. Die Vorinstanz ist dagegen der Auffassung, es handle sich deshalb nicht um einen Beruf, sondern um ein Unternehmen, weil der kapitalmässige Einsatz gegenüber der persönlichen Arbeit des Rekurrenten überwiege; der Rekurrent verwende Gerätschaften und Maschinen im Anschaffungswerte von mehr als Fr. 50'000.-- und brauche monatlich für ungefähr Fr. 400.-- elektrischen Strom. Angesichts dieser Umstände ist der Auffassung der Vorinstanz beizustimmen. Bei einer maschinellen Einrichtung, deren Anschaffung und Inbetriebsetzung so viel kosten und deren Bedienung keine besondern Anforderungen stellt, lässt sich nicht mehr von Berufswerkzeugen im Sinne von Art. 92 Ziff. 3 SchKG sprechen. Vielmehr übertrifft der Einsatz maschineller Mittel die persönliche Arbeitsleistung des Rekurrenten an Bedeutung (vgl. BGE 88 III 52 unten, BGE 82 III 109). Der vom Rekurrenten hervorgehobene Umstand, dass er ohne die

BGE 95 III 81 S. 83

streitigen technischen Mittel seine Arbeiten nicht mehr ausführen könnte, ist in diesem Zusammenhang ohne Belang. Die meisten Unternehmen brauchen zu ihrem Betrieb technische Hilfsmittel. Erreichen diese Mittel einen bedeutenden Umfang, so ist das ein Indiz für das Vorliegen eines Unternehmens. Wie die untere Aufsichtsbehörde mit Recht bemerkt hat, besteht die Tätigkeit des Farbspritzens im wesentlichen im Ausnützen vorhandener teuerer Apparaturen. Sie unterscheidet sich hierin z.B. von der Tätigkeit eines Zahnarztes, die zwar auch eine solche Apparatur fordert, für die aber die durch eine höhere Ausbildung erworbenen persönlichen Fähigkeiten entscheidend sind.

Betreibt der Rekurrent ein Unternehmen, so kann er die gepfändeten Gegenstände nicht auf Grund von Art. 92 Ziff. 3 SchKG als Kompetenzstücke beanspruchen, auch wenn sie für seinen Betrieb unentbehrlich sind. Der Betrieb eines Unternehmens ist durch Art. 92 Ziff. 3 SchKG nicht geschützt. Unter diesen Umständen kann offen bleiben, ob der Rekurrent für seinen Betrieb auf den gepfändeten Personenwagen angewiesen sei.

Für den privaten Gebrauch (Verbringung eines gehbehinderten Kindes in eine Klinik zur ambulanten Behandlung) kann dieser Wagen nach Art. 92 SchKG nicht aus der Pfändung entlassen werden. Er gehört insbesondere nicht zu den nach Art. 92 Ziff. 1 SchKG unpfändbaren Gegenständen.