Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 87 III 104 KI-generiert

Creditor's Right to Salary Attachment Review Despite Initial Rejection and Late Escalation

Geschäftsnummer BGE 87 III 104
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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Creditor's Right to Salary Attachment Review Despite Initial Rejection and Late Escalation A creditor initially contested the debt enforcement office's rejection of salary attachment, seeking only seizure of assets, after the office summarily determined no attachable income existed due to the debtor's irregular earnings and high alimony payments. However, after the lower supervisory authority's decision obliquely mentioned the debtor's income based on subsequently detailed submissions by the office, the creditor properly escalated the claim for salary attachment to the upper supervisory authority. The court ruled that the upper authority must admit this belated request and carry out a thorough investigation into the debtor's actual income (which was vaguely estimated) and necessary living expenses, criticizing prior incomplete information regarding income calculation and necessary deductions (e.g., auto costs, insurance), because the office is obliged ex officio to precisely determine both attachable earnings and the minimum necessary subsistence level (Art. 93 SchKG).

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Lohn- (bezw. Verdienst-)pfändung (Art. 93 SchKG). Nachdem das Betreibungsamt einen pfändbaren Verdienst verneint, der Gläubiger deshalb mit Beschwerde nur eine Sachpfändung verlangt, die untere Aufsichtsbehörde in ihrem Entscheide jedoch beiläufig einen Verdienst erwähnt hat, kann der Gläubiger vor der obern Aufsichtsbehörde noch Verdienstpfändung verlangen, und sie muss die bezüglichen Verhältnisse abklären.

Schlagwörter

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Betreibungsbegehren Verzugskosten Betreibung auf Pfändung Lohnberechnung Mindesteinkommen Vermögensertrag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 81 III 149
Das Betreibungsamt hat einerseits das Einkommen, anderseits den Notbedarf des Schuldners soweit wie möglich von Amtes wegen genau abzuklären (BGE 70 III 22ff., BGE 81 III 149).
BGE 81 III 151
Es ist, anders als im Falle BGE 81 III 151 ff., nicht ersichtlich, dass er von vornherein jene Feststellung des Betreibungsamtes als unrichtig hätte erkennen können.
BGE 81 III 145
genau festzustellen und die Zahlungen für nicht obligatorische "private" Versicherungen zu streichen (BGE 81 III 145).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 93 SchKG

The case concerns a wage/earnings attachment governed by this provision, which was implicitly the subject of the review.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (9)

OG AB 19 2 (2019-05-14) · ar
Debtor Appeal Against Seizure of Disability Pension and Agricultural Subsidies Due to Insufficient Income Investigation
«…e- stellt hat (JOLANTA KREN KOSTKIEWICZ, SchKG, 19. Aufl. 2016, N. 50 zu Art. 93 SchKG; BGE 127 III 572 E. 3; 87 III 104 E. 2). Der Betreibungsbeamte hat die tatsächlichen Ver- hältnisse, die zur Ermittlung des pfändbaren Einkommens nö…»
7B.189/2001 (2001-10-15)
«…ertigen, auf welche es bei der Festlegung des pfändbaren Einkommens bzw. des Existenzminimums abgestellt hat (vgl. BGE 87 III 104 E. 2 S. 105; Gilliéron, Commentaire de la LP, N. 176 zu Art. 93 SchKG ). Entgegen der Auffassung der Vorinstanz lässt…»
BGE 127 III 572
«…ertigen, auf welche es bei der Festlegung des pfändbaren Einkommens bzw. des Existenzminimums abgestellt hat (vgl. BGE 87 III 104 E. 2 S. 105; GILLIÉRON, Commentaire de la loi fédérale sur la poursuite pour dettes et la faillite, N. 176 zu Art. 93…»
BGE 107 III 1
«…r=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-III-7%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page11) /12, [BGE 87 III 104](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»
BGE 106 III 11
«…r=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-III-7%3Ait&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page11) /12, [BGE 87 III 104](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=it&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»
BGE 105 III 50
«…&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F93-III-33%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page37) E. 2, [BGE 87 III 104](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»
BGE 102 III 10
«…r=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F97-III-7%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page11) /12; [BGE 87 III 104](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»
BGE 97 III 7
«…office aux investigations nécessaires pour déterminer la part saisissable du salaire du débiteur (RO 81 III 149 et 152, 87 III 104). L'autorité cantonale aurait dû également examiner si le loyer de 165 fr. par mois que le débiteur paie pour un appart…»
BGE 94 III 8
«…fr=&orig=&translation=&rank=0&highlight_docid=atf%3A%2F%2F81-III-147%3Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page149), [BGE 87 III 104](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»

Volltext

Urteilskopf

87 III 104

19. Auszug aus dem Entscheid vom 29. November 1961 i.S. Heim

Regeste

Lohn- (bezw. Verdienst-)pfändung (Art. 93 SchKG).

Nachdem das Betreibungsamt einen pfändbaren Verdienst verneint, der Gläubiger deshalb mit Beschwerde nur eine Sachpfändung verlangt, die untere Aufsichtsbehörde in ihrem Entscheide jedoch beiläufig einen Verdienst erwähnt hat, kann der Gläubiger vor der obern Aufsichtsbehörde noch Verdienstpfändung verlangen, und sie muss die bezüglichen Verhältnisse abklären.

Erwägungen ab Seite 104

BGE 87 III 104 S. 104

2. Dagegen hat der Rekurrent Anspruch darauf, dass die Frage einer Lohn- bzw. Verdienstpfändung neu geprüft werde. Das Betreibungsamt hat einerseits das Einkommen, anderseits den Notbedarf des Schuldners soweit wie möglich von Amtes wegen genau abzuklären (BGE 70 III 22ff., BGE 81 III 149). Das ist vorliegend anlässlich der Pfändungshandlung nicht geschehen; das Vollzugsprotokoll enthält nur die ganz summarischen Angaben, der Schuldner habe

BGE 87 III 104 S. 105

für 9 Kinder Fr. 400.-- Alimente zu zahlen und habe nur einen ganz unregelmässigen Verdienst. Erst in der Vernehmlassung an die untere Aufsichtsbehörde (vom 18. August 1961) nannte das Betreibungsamt bestimmte Zahlen betr. Verdienst und Notbedarf, und die Aufsichtsbehörde erwähnte in ihrem Entscheid wenigstens die ersteren, sodass der Gläubiger in seinem Rekurs an die obere Aufsichtsbehörde dazu Stellung nehmen konnte. Diese hätte daher auf sein nun unter Hinweis auf jene Vernehmlassung gestelltes Begehren um Anordnung einer Verdienstpfändung eintreten sollen. Wenn auch der Gläubiger Grund gehabt hätte, schon in seiner Beschwerde gegen die Pfändungsurkunde auch eine Verdienstpfändung zu verlangen, so kann man ihn doch nicht dafür bestrafen, dass er die dortige Angabe des Betreibungsamtes, es sei kein pfändbarer Verdienst vorhanden, zuerst hingenommen hat, bis er durch den erstinstanzlichen Entscheid eines andern belehrt wurde. Es ist, anders als im Falle BGE 81 III 151 ff., nicht ersichtlich, dass er von vornherein jene Feststellung des Betreibungsamtes als unrichtig hätte erkennen können.

Auch die in den beiden Vernehmlassungen des Betreibungsamtes (vom 18. August und vom 3. Oktober 1961) gemachten Detailangaben entsprechen den gesetzlichenVorschriften nicht. Es ist näher anzugeben, wie das monatliche Bruttoeinkommen von "ca. Fr. 1300.-- bis Fr. 1500.--" errechnet wurde und wie sich (nach der Buchhaltung des Schuldners oder nach seinen glaubwürdigen Angaben) die Autounterhaltskosten von Fr. 500.-- zusammensetzen. Beim Notbedarf sind die obligatorischen Ausgaben für AHV etc. genau festzustellen und die Zahlungen für nicht obligatorische "private" Versicherungen zu streichen (BGE 81 III 145). Die Vorinstanz hat diese Lücken der Instruktion noch schliessen zu lassen und dann die Frage einer Verdienstpfändung neu zu prüfen.