Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP. Neue Einrede.
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertFederal Criminal Procedure Act Interpretation Regarding New Objections in Appeal of Cantonal Decision A defendant appealed a cantonal court decision, arguing that the criminal proceedings against him should have been extended to include the instigator, claiming the omission violated the principle of the indivisibility of the criminal complaint under Art. 30 of the Swiss Penal Code (StGB). The lower court refused to consider this objection because it was raised belatedly during the second-instance main hearing, rendering it inadmissible under Cantonal Civil Procedure Law. The Federal Court held that an objection raised in the cantonal proceedings but disregarded for procedural reasons is legally equivalent to an objection not being raised at all, concluding that the renewed argument concerning the violation of Art. 30 StGB constitutes a "new objection" within the meaning of Art. 273(1)(b) of the Federal Criminal Procedure Act (BStP) and is therefore inadmissible in the appeal.
Legislator-Regeste
AmtlichRegeste Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP. Neue Einrede.
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Volltext
Urteilskopf
84 IV 88
26. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 9. Mai 1958 i.S. Kürzi gegen Bueler.
Regeste
Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP.
Neue Einrede.
Erwägungen ab Seite 88
BGE 84 IV 88 S. 88
Der Beschwerdeführer wendete vor Kantonsgericht ein, das gegen ihn angehobene Strafverfahren hätte auch gegen Sprenger als Anstifter ausgedehnt werden müssen; die Unterlassung verletze den Grundsatz der Unteilbarkeit des Strafantrages nach Art. 30 StGB. Die Vorinstanz ist auf den Einwand nicht eingetreten, weil er erst in der zweitinstanzlichen Hauptverhandlung und damit nach der schwyzerischen Zivilprozessordnung verspätet erhoben wurde. Ein im kantonalen Verfahren geltend gemachter, aus prozessualen Gründen aber unbeachtlicher Einwand bedeutet rechtlich gleichviel, wie wenn er nicht erhoben worden wäre. Die mit der Nichtigkeitsbeschwerde wieder aufgenommene Einrede, Art. 30 StGB sei verletzt, ist infolgedessen neu im Sinne des Art. 273 Abs. 1 lit. b BStP und daher unzulässig.