Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 83 IV 191 KI-generiert

Solothurn v. Defendant: Cumulative Sentencing for Bodily Harm and Participation in a Brawl

Geschäftsnummer BGE 83 IV 191
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Solothurn v. Defendant: Cumulative Sentencing for Bodily Harm and Participation in a Brawl The defendant, having injured two opponents with stabs during a brawl, was convicted by the Solothurn jury court for both simple and severe bodily harm and for participation in a brawl (Art. 133 SCC). The defendant appealed, arguing that conviction for the bodily harm offenses should preclude punishment for participation in the brawl, as he was identified as the perpetrator of the injuries. The Federal Supreme Court dismissed the appeal and upheld the cumulative sentencing, reasoning that the offense of participation in a brawl (Art. 133 SCC) is a distinct endangerment offense intended to address the overall danger to life and limb posed by the fight for all participants, regardless of whether the causal perpetrator is identified, and therefore, it survives alongside the subsequent prosecution for the specific injury offenses (Arts. 122 and 123 SCC).

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Verhältnis von Art. 133 StGB zu den Bestimmungen über einfache und schwere Körperverletzung.

Schlagwörter

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Körperverletzung Raufhandel Strafzumessung Notwehrexzess Tötung Straftaten gegen die Ehre

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 71 IV 180
Soweit aus den Erwägungen in BGE 71 IV 180 ff.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 122 StGB

Cited in the dispositive context concerning concurrent application with Art. 133 StGB for bodily harm.

Art. 123 StGB

Cited in the dispositive context concerning concurrent application with Art. 133 StGB for bodily harm.

Art. 133 StGB

Cited in the dispositive context concerning concurrent application with Articles 122 and 123 StGB for affray (Raufhandel).

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (6)

6B_87/2024 (2026-01-27)
Conviction for affray and legal qualification of a dynamic multi-person physical altercation under Article 133 StGB
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«…n 2010, § 4 N 35 S. 92 f.; Donatsch, Strafrecht III, 11. Auflage, Zürich 2018, § 4 Ziff. 5.4, S. 88 mit Hinweis auf BGE 83 IV 191; Schubarth, Kommentar StGB, Band 1, Bern 1982, Art. 133 N 19, S. 255). So hat das Bundesgericht in BGE 106 IV 246 eine…»
SB.2018.2 (2020-08-26) · bs
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«…n 2010, § 4 N 35 S. 92 f.; Donatsch, Strafrecht III, 11. Auflage, Zürich 2018, § 4 Ziff. 5.4, S. 88 mit Hinweis auf BGE 83 IV 191; Schubarth, Kommentar StGB, Band 1, Bern 1982, Art. 133 N 19, S. 255). So hat das Bundesgericht in BGE 106 IV 246 eine…»
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«…d punissable celui qui participe, indépendamment du fait qu'il a causé d'une manière ou d'une autre la lésion (cf. ATF 83 IV 191 p. 192). La jurisprudence admet d'ailleurs que celui qui prend une part active à une altercation avant l'intervention…»
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«…d punissable celui qui participe, indépendamment du fait qu'il a causé d'une manière ou d'une autre la lésion (cf. ATF 83 IV 191 p. 192). La jurisprudence admet d'ailleurs que celui qui prend une part active à une altercation avant l'intervention…»
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Volltext

Urteilskopf

83 IV 191

55. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 31. Oktober 1957 i.S. Varone gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn.

Regeste

Verhältnis von Art. 133 StGB zu den Bestimmungen über einfache und schwere Körperverletzung.

Sachverhalt ab Seite 191

BGE 83 IV 191 S. 191

Michele Varone, der im Verlaufe einer Schlägerei zwei Gegner durch Messerstiche verletzt hatte, wurde vom

BGE 83 IV 191 S. 192

Schwurgericht des Kantons Solothurn am 28. März 1957 wegen einfacher und schwerer Körperverletzung und wegen Beteiligung an einem Raufhandel zu einer bedingt aufgeschobenen Freiheitsstrafe von zehn Monaten Gefängnis verurteilt.

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

Michele Varone macht geltend, das Schwurgericht habe Art. 133 StGB verletzt. Nachdem er als Urheber der Körperverletzungen festgestellt und dafür zur Rechenschaft gezogen worden sei, könne er nicht auch noch wegen Beteiligung an einem Raufhandel bestraft werden.

Durch die Bestrafung wegen Körperverletzung wird die Beteiligung an einem Raufhandel nicht abgegolten. Zwar wurde Art. 133 StGB erlassen, weil es oft schwierig oder gar unmöglich ist, festzustellen, wer für den Tod oder die Körperverletzungen, welche im Raufhandel verursacht werden, verantwortlich ist. Das kann jedoch keineswegs zum Schluss führen, dass bei Feststellung des Verletzers die Anwendung von Art. 133 StGB entfalle. Soweit aus den Erwägungen in BGE 71 IV 180 ff. etwas anderes abzuleiten sein sollte, kann daran nicht festgehalten werden. Art. 133 StGB bedroht mit Rücksicht auf die in der Körperverletzung oder Tötung hervorgetretene Gefährlichkeit der Schlägerei für Leib und Leben aller am Raufhandel Beteiligter jeden von ihnen wegen seiner blossen Teilnahme daran, gleichgültig, ob die schwere Folge der Tat von ihm irgendwie verschuldet wurde oder nicht. Damit aber greift der Tatbestand des Raufhandels als eines Gefährdungsdeliktes über denjenigen des Verletzungsdeliktes insofern hinaus, als die Gefährlichkeit einer solchen Schlägerei für sämtliche daran Beteiligten durch das Gelingen des Nachweises, wer die daraus hervorgegangene Körperverletzung oder Tötung begangen hat, nicht beseitigt wird.

Lässt aber nach dem Gesagten die Verurteilung des Beschwerdeführers wegen Körperverletzung für eine gleichzeitige

BGE 83 IV 191 S. 193

Anwendung von Art. 133 StGB Raum, so hat die Vorinstanz richtigerweise Konkurrenz zwischen dieser Bestimmung und Art. 122 und 123 StGB angenommen.