Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 81 II 82 KI-generiert

Arrestaufhebungsprozesse (Art

Geschäftsnummer BGE 81 II 82
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)

Legislator-Zusammenfassung

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Creditors' Appeal on Attachment Annulment Inadmissible Under Federal Judicature Act Creditors successfully obtained an attachment (Arrest Nr. 2) for debts totaling over CHF 250,000, but the debtor filed suit under Art. 279 SchKG (Federal Law on Debt Enforcement and Bankruptcy), leading cantonal courts to lift the arrest due to lack of proper legal grounds. The creditors appealed to the Federal Supreme Court, arguing that attachment annulment proceedings should be considered civil disputes under the Federal Judicature Act (OG) to ensure uniform application of attachment grounds (Art. 271 SchKG). The Federal Supreme Court ruled the appeal inadmissible, holding that attachment annulment proceedings under Art. 279 SchKG are procedures of a purely procedural nature concerning the admissibility of a security measure and do not aim for the final, permanent regulation of civil law relations or the substance of civil claims, thus confirming prior jurisprudence that they are not "civil disputes" in the sense of Art. 44 ff. OG, irrespective of the desired need for uniform legal application across cantons.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Arrestaufhebungsprozesse (Art. 279 Abs. 2 SchKG) sind keine Zivilrechtsstreitigkeiten im Sinne von Art. 44 ff. OG und unterliegen daher nicht der Berufung an das Bundesgericht.

Schlagwörter

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Arrestverfahren Betreibungshandlung zivilrechtliche Nichtigkeitserklärung Konkursforderung Vollstreckungsverfahren Arrestgrund

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 56 II 211
BGE 78 II 180
Man versteht darunter ein kontradiktorisches Verfahren, das auf die endgültige, dauernde Regelung zivilrechtlicher Verhältnisse durch behördlichen Entscheid abzielt (BGE 78 II 180 /1).
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5A_357/2008 (2008-11-05)
«…écision finale ( art. 90 LTF ) rendue en matière civile ( art. 72 al. 2 let. a LTF ; ATF 93 II 436 consid. 1 p. 437; 81 II 82 consid. 1 in fine p. 84; arrêt 5C.234/1991 du 30 avril 1992 consid. 1, non publié in ATF 118 II 150 ) par l'autorité…»
5C.3/2007 (2007-08-09)
«…er Anfechtungsprozess nach Art. 285 ff. SchKG wird praxisgemäss wie eine zivilrechtliche Streitigkeit behandelt ( BGE 81 II 82 E. 1 S. 83 f.; 93 II 436 E. 1 S. 437; 130 III 235 E. 1). Die Berufung ist rechtzeitig eingelegt worden ( Art. 54 A…»
5C.169/2005 (2005-12-07)
«…imilée à une contestation civile pouvant en principe faire l'objet d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 1; 81 II 82 consid. 1 in fine; 118 II 150 , consid. 1 non publié). Interjeté en temps utile ( art. 54 al. 1 OJ ) contre une décis…»
5C.170/2005 (2005-12-07)
«…imilée à une contestation civile pouvant en principe faire l'objet d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 1; 81 II 82 consid. 1 in fine; 118 II 150 , consid. 1 non publié). Interjeté en temps utile ( art. 54 al. 1 OJ ) contre une décis…»
5C.206/2004 (2004-12-17)
«…nt en principe faire l'objet d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 1 p. 437; 86 III 134 consid. 1 p. 137; 81 II 82 consid. 1 in fine p. 83/84). Cependant, contrairement aux affirmations de la recourante, les droits contestés dans la…»
5C.143/2004 (2004-12-15)
«…8'000 fr., est assimilée aux contestations civiles ( ATF 130 III 235 consid. 1 p. 236; 93 II 436 consid. 1 p. 437; 81 II 82 consid. 1 p. 83) et que le recourant reproche à la cour cantonale d'avoir méconnu les règles de compétence internation…»
5C.67/2004 (2004-11-19)
Disclaiming heirs’ liability for lifetime gifts after testamentary dispensation from inheritance equalization in insolvent estate.
«…ner vollstreckungsrechtlichen Streitigkeit, in der über den Bestand zivilrechtlicher Ansprüche zu entscheiden ist ( BGE 81 II 82 E. 1 S. 83/84 und die seitherige Rechtsprechung) und deren Wert die gesetzlich geforderte Berufungssumme übersteigt (…»
5C.35/2004 (2004-04-14)
«…imilée à une contestation civile pouvant en principe faire l'objet d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 1; 81 II 82 consid. 1 in fine). Interjeté en temps utile ( art. 54 al. 1 OJ ) contre une décision finale prise par le tribunal sup…»
5C.176/2003 (2004-02-05)
«…1. Der Anfechtungsprozess nach Art. 285 ff. SchKG wird praxisgemäss wie eine Zivilrechtsstreitigkeit behandelt ( BGE 81 II 82 E. 1 S. 83 f.; 93 II 436 E. 1 S. 437). Die Berufung ist rechtzeitig erhoben worden und richtet sich gegen einen Ende…»
BGE 130 III 235
«…1. Der Anfechtungsprozess nach Art. 285 ff. SchKG wird praxisgemäss wie eine Zivilrechtsstreitigkeit behandelt ( BGE 81 II 82 E. 1 S. 83 f.; BGE 93 II 436 E. 1 S. 437). Die Berufung ist rechtzeitig erhoben worden und richtet sich gegen einen…»
5C.261/2002 (2003-09-15)
«…simile à une contestation civile pouvant en principe faire l'objet d'un recours en réforme ( ATF 93 II 436 consid. 1; 81 II 82 consid. 1). Les droits contestés dans la dernière instance cantonale dépassent largement la valeur d'au moins 8'000 fr…»
5C.261/2001 (2001-12-04)
«…ll' art. 242 LEF sono contestazioni civili e come tali soggiacciono al ricorso per riforma ( DTF 93 II 436 consid. 1, 81 II 82 consid. 1; Poudret, Commentaire de la loi fédérale d'organisation judiciaire, vol. II, Titolo II n. 2.3.58.7, pag. 56).…»
5C.94/2001 (2001-07-26)
«…: 1.- Exercé à temps contre une décision finale rendue dans une contestation civile ( ATF 93 II 436 consid. 1 p. 437; 81 II 82 consid. 1 in fine p. 83/84) par le tribunal suprême du canton, le présent recours est recevable sous l'angle des art.…»
5C.171/2000 (2000-10-06)
«…4 SchKG um eine betreibungsrechtliche Vorkehr mit Reflexwirkung auf das Zivilrecht handelt ( BGE 93 II 436 E. 1 a.E., 81 II 82 E. 1 S. 84, 32 II 752 E. 2 f.; Amonn/Gasser, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 6. Aufl. , 1997, § 4 N…»

Volltext

Urteilskopf

81 II 82

13. Urteil der II. Zivilabteilung vom 11. Februar 1955 i. S. Kanton Zürich und Streitgen. gegen Simon.

Regeste

Arrestaufhebungsprozesse (Art. 279 Abs. 2 SchKG) sind keine Zivilrechtsstreitigkeiten im Sinne von Art. 44 ff. OG und unterliegen daher nicht der Berufung an das Bundesgericht.

Sachverhalt ab Seite 82

BGE 81 II 82 S. 82

A.- Die Berufungskläger erwirkten am 6. Juli 1954 für Forderungen von Fr. 219'844.10 und Fr. 30'367.35, je nebst Zins, den Arrest Nr. 2 des Betreibungsamtes Erlenbach. Auf Klage des Schuldners gemäss Art. 279 SchKG hoben die kantonalen Gerichte diesen Arrest mangels Arrestgrundes auf.

B.- Gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Zürich vom 26. Oktober 1954 haben die Beklagten Berufung an das Bundesgericht eingelegt mit dem Antrag, der Arrest sei gestützt auf Art. 271 Abs. 1 Ziff. 1, 2 und 4 SchKG zu schützen.

BGE 81 II 82 S. 83

Erwägungen

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1. Dass Arrestaufhebungsprozesse gemäss Art. 279 SchKG keine Zivilrechtsstreitigkeiten "im engern Sinne" sind, geben die Berufungskläger zu. Sie halten jedoch eine weitere Auslegung dieses Begriffes für zulässig und angezeigt. Um jenes darzutun, weisen sie auf die Kollokationsprozesse (Art. 148, 250 SchKG) hin, die, wiewohl sie an eine. Verfügung des Betreibungs- oder Konkursamtes anknüpfen, seit jeher als Zivilrechtsstreitigkeiten gelten. Es erscheine als wünschbar, auch die Arrestaufhebungssachen diesem Begriffe und damit (bei genügendem Streitwerte) der Berufung an das Bundesgericht zu unterstellen, um eine verschiedene Anwendung des Art. 271 SchKG von Kanton zu Kanton zu vermeiden.

Indessen ist der Gegenstand der Arrestaufhebungsklage kein zivilrechtlicher, auch wenn man diesen Begriff nicht im engsten Sinne anwendet. Es geht in solchen Prozessen nur um die Zulässigkeit des Arrestes als einer an besondere Voraussetzungen ("Arrestgründe") gemäss Art. 271 SchKG geknüpften Sicherungsmassnahme. Die darüber zu fällende Entscheidung ist rein verfahrensrechtlicher Natur und hat keinen Einfluss auf die zivilrechtlichen Ansprüche des Gläubigers. Schon unter der Herrschaft des alten Gesetzes über die Bundesrechtspflege wurde denn auch den Arrestaufhebungssachen der Charakter einer Zivilrechtsstreitigkeit nicht zuerkannt (BGE 22 S. 887, BGE 56 II 211; vgl. auch WEISS, Berufung, S. 10 und 11). Es besteht kein Grund, von dieser Praxis abzugehen. Der Begriff der Zivilrechtsstreitigkeiten ist im geltenden OG der gleiche geblieben. Man versteht darunter ein kontradiktorisches Verfahren, das auf die endgültige, dauernde Regelung zivilrechtlicher Verhältnisse durch behördlichen Entscheid abzielt (BGE 78 II 180 /1). Dies ist freilich in den vom Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz vorgesehenen Prozessen dahin zu verstehen, dass auch die bloss für das betreffende Vollstreckungsverfahren geltenden Entscheidungen in Betracht

BGE 81 II 82 S. 84

fallen. Gegenstand der Entscheidung muss jedoch der Bestand zivilrechtlicher Ansprüche oder eine Beschränkung ihrer Geltendmachung oder endlich ein Eingriff in solche Ansprüche sein (was abgesehen von den Kollokationsklagen auch bei den im ordentlichen Verfahren zu erledigenden Widerspruchs-, Aussonderungs- und Admassierungs- sowie Anfechtungsprozessen zutrifft, Art. 106 ff., 240, 242, 285 ff. SchKG).

2. Daraus, dass Art. 63 Abs. 2 aoG unter den im beschleunigten Verfahren zu erledigenden Streitigkeiten des Schuldbetreibungs- und Konkursrechtes die Arrestaufhebungssachen nicht miterwähnte, schloss die Rechtsprechung überdies, der Gesetzgeber habe diese Fälle bewusst und eindeutig von der Berufung ausgeschlossen (vgl. die bereits erwähnten Urteile: BGE 22 S. 887, 56 II 211/2). Hätte der Gesetzgeber dies nicht oder nicht mehr gelten lassen wollen, so hätte bei der Revision des OG Veranlassung bestanden, die betreffende Vorschrift zu ändern. Art. 51 Abs. 2 des geltenden OG erwähnt aber wiederum nur die Fälle der Art. 148, 250 und 284 SchKG.

3. Das von den Berufungsklägern geltend gemachte Bedürfnis nach gleicher Rechtsanwendung ist ein gesetzgeberisches Postulat. In der geltenden Rechtsordnung ist es für die Arrestaufhebungssachen nicht in dem von ihnen als wünschbar bezeichneten Sinne verwirklicht, sowenig wie für andere Fälle (wie z.B. Rechtsöffnung und Konkurseröffnung).

Dispositiv

Demnach erkennt das Bundesgericht:

Auf die Berufung wird nicht eingetreten.