Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 133 IV 134 KI-generiert

Extradition to Turkey: Finality of Federal Criminal Court Decision on Assurances

Geschäftsnummer BGE 133 IV 134
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a legal dispute concerning the extradition of an individual, referred to as X, from Switzerland to Turkey to face charges related to a homicide offense. On August 29, 2006, the Swiss Federal Office of Justice agreed to extradite X to Turkey, subject to specific conditions ensuring procedural safeguards, such as the right of Swiss embassy representatives in Ankara to visit the individual freely and attend all court proceedings. X contested the extradition and associated guarantees in a series of appeals, arguing the case as an extradition involving a substantial legal issue. The Swiss Federal Criminal Court partially upheld X's appeal, mandating that the Federal Office of Justice confirm the formal guarantees by Turkey within a strict timeframe. Despite this, X continued to challenge the court's decision, seeking a review under the framework of public law jurisdiction.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 84 BGG, Art. 80p Abs. 4 IRSG; Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen; Auslieferung unter annahmebedürftigen Auflagen. Gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichtes darüber, ob die Antwort des ersuchenden Staates den verlangten Auflagen genügt, ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig (E. 1).

Schlagwörter

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Auslieferung gegenseitige Unterstützung Tötung Strafanzeige E-Justice Besuchsrecht

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 al. 1 LTF

Applied to impose court costs on the appellant due to the inadmissibility of the appeal.

Art. 84 BGG

The appeal was declared inadmissible based on the rules governing appeals in public law matters, although the specific inadmissibility was ultimately based on the Lex Specialis.

Art. 80p Abs. 4 IRSG

This provision mandates that the decision of the Federal Criminal Court regarding the adequacy of the requested assurance is final, leading to the inadmissibility of the appeal in public law matters.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (12)

1C_62/2026 (2026-03-19)
Inadmissibility of Supreme Court appeal against Federal Criminal Court judgment on diplomatic guarantees in international mutual assistance under IMAC article 80p.
«…nal fédéral est ainsi irrecevable en vertu de la disposition spéciale expresse de l'art. 80p al. 4 2e phrase EIMP ([ATF 133 IV 134](https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_d…»
RR.2020.246 (2020-12-21)
Federal Criminal Court Upholds Extradition, Denies Legal Aid in Italian Case
«…simplifiée et précise que l’arrêt du Tribunal pénal fédéral sur ce point est définitif (art. 80p al. 4 EIMP; ATF 133 IV 134; arrêt du Tribunal fédéral 1C_633/2017 du 12 février 2018 consid. 2.4) 3.2 En l’occurrence, l’argument du reco…»
1C_633/2017 (2018-02-12)
«…décision peut faire l'objet d'un recours dans les dix jours auprès du TPF, dont la décision est définitive (al. 4; ATF 133 IV 134 consid. 1). Selon la jurisprudence, le rôle de l'OFJ se limite en principe à communiquer les exigences imposées aux au…»
1C_192/2012 (2012-05-03)
«…décision peut faire l'objet d'un recours dans les dix jours auprès du TPF, dont la décision est définitive (al. 4; ATF 133 IV 134 consid. 1). 2.1 Selon la jurisprudence, la procédure d'octroi des garanties est également applicable en matière d'ext…»
1C_146/2012 (2012-03-23)
«…décision peut faire l'objet d'un recours dans les dix jours auprès du TPF, dont la décision est définitive (al. 4; ATF 133 IV 134 consid. 1). Cette procédure est également applicable lorsque les conditions ont été posées par l'autorité de recours (…»
1C_71/2010 (2010-02-15)
«…ria del ricorrente, si può nondimeno rinunciare a prelevare spese giudiziarie (art. 66 cpv. 1 secondo periodo LTF; DTF 133 IV 134 consid. 2 inedito). Per questi motivi, il Tribunale federale pronuncia: 1. Il ricorso è inammissibile. 2. La domanda d…»
RR.2008.116 (2009-06-01)
Macedonia Extradition for Forged Passport Upheld
«…förmlichen Garantieerklärung bezüglich der Einhaltung der Grund- und Menschenrech- te abhängig gemacht (BGE 133 IV 134 E. 136; BGE 1C.205/2007 vom 18. Dezember 2007, E. 6.2 und 6.3). Bei Ländern mit bewährter Rechtsstaatskult…»
1F_6/2008 (2008-04-22)
«…d des Bundesstrafgerichtes erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Erkenntnis 1C_107/2007 vom 21. Mai 2007 ( BGE 133 IV 134 ) nicht ein. Mit Verfügung vom 24. Mai 2007 stellte das BJ fest, die Note der türkischen Botschaft vom 16. Mai 2007 erb…»
BGE 134 IV 156
«…angefochten werden. Die Beschwerde dagegen an das Bundesgericht ist ausgeschlossen ( Art. 80p Abs. 4 Satz 2 IRSG ; BGE 133 IV 134 ). 6.16 Das Bundesamt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sicherzust…»
1C_205/2007 (2007-12-18)
«…angefochten werden. Die Beschwerde dagegen an das Bundesgericht ist ausgeschlossen ( Art. 80p Abs. 4 Satz 2 IRSG ; BGE 133 IV 134 ). 6.16 Das Bundesamt wird in enger Zusammenarbeit mit dem Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) sicherzust…»
1F_10/2007 (2007-10-02)
«…d des Bundesstrafgerichtes erhobene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Erkenntnis 1C_107/2007 vom 21. Mai 2007 ( BGE 133 IV 134 ) nicht ein. Mit Verfügung vom 24. Mai 2007 stellte das BJ fest, die Note der türkischen Botschaft vom 16. Mai 2007 erb…»
RR.2007.124 (2007-08-30)
Turkish Citizen's Extradition and Asylum Case
«…bene Beschwerde trat das Bundesgericht mit Urteil vom 21. Mai 2007 (Verfahren 1C_107/2007, publiziert in: BGE 133 IV 134) nicht ein und wies das Ge- such um unentgeltliche Rechtspflege und Verbeiständung wegen Aus- sichtslosigkeit…»

Volltext

Urteilskopf

133 IV 134

20. Auszug aus dem Urteil der I. öffentlich-rechtlichen Abteilung i.S. X. gegen Bundesamt für Justiz sowie Bundesstrafgericht (Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten)

1C_107/2007 vom 21. Mai 2007

Regeste

Art. 84 BGG , Art. 80p Abs. 4 IRSG ; Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten im Bereich der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen; Auslieferung unter annahmebedürftigen Auflagen.

Gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichtes darüber, ob die Antwort des ersuchenden Staates den verlangten Auflagen genügt, ist die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten unzulässig (E. 1).

Sachverhalt ab Seite 135

BGE 133 IV 134 S. 135

Am 29. August 2006 bewilligte das Bundesamt für Justiz die Auslieferung von X. an die Türkei zur Verfolgung eines Tötungsdelikts.

Mit Urteil vom 23. Januar 2007 wies das Bundesgericht die von X. dagegen erhobene Verwaltungsgerichtsbeschwerde sowie die Einrede des politischen Delikts ab ( BGE 133 IV 76 ). Es ergänzte den Entscheid des Bundesamtes wie folgt:

Der Vollzug der Auslieferung wird von der zusätzlichen Bedingung abhängig gemacht, dass die ersuchende Behörde folgende förmliche Garantieerklärung abgibt:

Der schweizerischen Botschaft in Ankara wird das Recht zugesichert, Vertreter zu bezeichnen, die den Verfolgten nach dessen Auslieferung ohne Überwachungsmassnahmen jederzeit besuchen können. Ebenso dürfen diese Vertreter sich jederzeit über den Verfahrensstand erkundigen sowie an sämtlichen Gerichtsverhandlungen teilnehmen. Der Verfolgte hat jederzeit das Recht, sich an diese Vertreter zu wenden."

Mit Verfügung vom 15. März 2007 stellte das Bundesamt für Justiz fest, dass die von der türkischen Botschaft in Bern mit Note vom 2. März 2007 übermittelte zusätzliche Zusicherung vollständig sei und mit dem Wortlaut der vom Bundesgericht verlangten Garantie übereinstimme.

Die von X. hiergegen erhobene Beschwerde hiess das Bundesstrafgericht am 2. Mai 2007 teilweise gut. Es verfügte, das Bundesamt habe dem ersuchenden Staat nach Erhalt des bundesstrafgerichtlichen Entscheids umgehend eine letztmalige und nicht erstreckbare Frist von maximal 14 Tagen für den Nachweis anzusetzen, dass die förmliche Garantieerklärung gemäss dem Urteil des Bundesgerichtes vom 23. Januar 2007 von der zuständigen Behörde abgegeben wurde. Im Übrigen wies das Bundesstrafgericht die Beschwerde ab, soweit es darauf eintrat.

X. führt mit Eingabe vom 14. Mai 2007 Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Antrag, diese sei im Sinne von Art. 84 BGG zuzulassen und das Urteil des Bundesstrafgerichts aufzuheben.

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

1. Gemäss Art. 84 des Bundesgesetzes vom 17. Juni 2005 über das Bundesgericht (Bundesgerichtsgesetz, BGG; SR 173.110) ist die Beschwerde gegen einen Entscheid auf dem Gebiet der internationalen Rechtshilfe in Strafsachen nur zulässig, wenn er unter anderem eine

BGE 133 IV 134 S. 136

Auslieferung betrifft und es sich um einen besonders bedeutenden Fall handelt (Abs. 1). Ein besonders bedeutender Fall liegt insbesondere vor, wenn Gründe für die Annahme bestehen, dass elementare Verfahrensgrundsätze verletzt worden sind oder das Verfahren im Ausland schwere Mängel aufweist (Abs. 2).

Der Beschwerdeführer beruft sich auf diese Bestimmung. Er macht geltend, es gehe um eine Auslieferung und es liege ein besonders bedeutender Fall vor. Wie es sich mit Letzterem verhält, kann aus den folgenden Erwägungen offenbleiben.

Gemäss Art. 80p des Bundesgesetzes vom 20. März 1981 über internationale Rechtshilfe in Strafsachen (Rechtshilfegesetz, IRSG; SR 351.1) - der auch im Bereich der Auslieferung anwendbar ist ( BGE 123 II 511 E. 4a S. 515) - kann unter anderem die Rechtsmittelinstanz die Gewährung der Rechtshilfe an Auflagen knüpfen (Abs. 1). Das Bundesamt prüft, ob die Antwort des ersuchenden Staates den verlangten Auflagen genügt (Abs. 3). Die Verfügung des Bundesamtes kann innert zehn Tagen ab der schriftlichen Mitteilung mit Beschwerde bei der Beschwerdekammer des Bundesstrafgerichtes angefochten werden. Der Entscheid der Beschwerdekammer ist endgültig (Abs. 4).

Im vorliegenden Fall hat das Bundesamt in Anwendung von Art. 80p Abs. 3 IRSG geprüft, ob die Antwort des ersuchenden Staates ausreicht. Die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten gegen den Entscheid des Bundesstrafgerichts ist damit nach der ausdrücklichen Sonderbestimmung von Art. 80p Abs. 4 Satz 2 IRSG unzulässig (vgl. HEINZ AEMISEGGER, Der Beschwerdegang in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten, in: Ehrenzeller/Schweizer [Hrsg.], Die Reorganisation der Bundesrechtspflege - Neuerungen und Auswirkungen in der Praxis, St. Gallen 2006, S. 185; RUDOLF WYSS, Strafrechtshilfe - wie weiter?, in: Aus der Werkstatt des Rechts, Festschrift für Heinrich Koller, Basel 2006, S. 298). Diese Bestimmung - die der Beschwerdeführer übergeht, obwohl das Bundesstrafgericht in der Rechtsmittelbelehrung ausdrücklich darauf hingewiesen hat - ist am gleichen Tag erlassen worden wie das Bundesgerichtsgesetz und gleichzeitig mit diesem, am 1. Januar 2007, in Kraft gesetzt worden. Sie geht als Sonderbestimmung Art. 84 BGG vor und ist somit auch dann anwendbar, wenn es um eine Auslieferung geht und ein besonders bedeutender Fall vorliegen sollte.

Auf die Beschwerde kann danach nicht eingetreten werden.