Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 126 V 461 KI-generiert

Vocational Training Delay Due to Past Health Impairment and Invalidity Insurance Entitlement

Geschäftsnummer BGE 126 V 461
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a claimant seeking compensation from the Swiss Invalidity Insurance due to an alleged disability that interrupted the completion of her initial vocational training. The claimant had to abandon her apprenticeship in October 1991 due to psychological reasons and only resumed a job in January 1996 after being discharged from a drug rehabilitation program. She is arguing that her delayed vocational training was due to her disability, which prevented her from completing it within the usual timeframe, thus causing a loss of earnings that should be compensated as an invalidity-related earning loss. The central question is whether her situation qualifies as a specific disability under the law, impacting her earning capacity and justifying compensation by the insurance. The decision revolves around the causal relationship rather than the contemporaneity between the health impairment and the inability to work.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 4 und 16 IVG: Invaliditätsbedingt verzögerte erstmalige berufliche Ausbildung. Das Gesetz verlangt nicht Kontemporalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit.

Schlagwörter

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Anspruch auf Versicherungsleistungen gesundheitliche Beeinträchtigung Ausbildungszulage Invalidenversicherung Taggeld berufliche Massnahmen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 126 V 242
Das IVG beruht somit auf dem Konzept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles ( BGE 126 V 242 Erw.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 16 Abs. 1 IVG

Cited in the reasoning as the basis for entitlement to contributions for initial vocational training, which is the subject matter analyzed.

Art. 22 Abs. 1 Satz 2 IVG

Cited in the reasoning as the provision determining daily benefits for loss of earnings during delayed initial vocational training due to disability.

Art. 4 Abs. 1 IVG

Cited in the reasoning as the basis for defining disability, which is central to the case, although not explicitly in the dispositive (which is implied by the context of the full decision, given the extract).

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (129)

200 2025 164 (2025-08-08) · be
Depressive Disorder Disability Benefit Denial Upheld
«…ist (massgebend ist vielmehr der Eintritt der leistungsspezifischen Invalidität [BGE 137 V 417 E. 2.2.3 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461]). Die entsprechen- den Voraussetzungen sind hier nach dem oben Erwähnten nicht erfüllt. 4.5 Die Besch…»
IV.2024.00557 (2025-06-04) · zh
Denial of Disability Benefits Upheld: Work Capacity Insufficient, Wheelchair Unwarranted
«…ie Gleichzeitigkeit (Kontemporalität), sondern auf die Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit an (BGE 126 V 461 E. 2 in fine, AHI 2003 S. 158 E. 2). 1.5 Liegen Beiträge an berufliche Ausbildungsschritte nach Art. 16 IVG im Stre…»
200 2023 748 (2025-04-08) · be
Disability Allowance Calculation for Second Vocational Training Amidst Health Impairment
«…at. Das IVG beruht somit auf dem Kon- zept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 137 V 417 E. 2.2.3 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Ein Gesundheitsschaden kann somit be- züglich verschiedener Leistungsarten der Invalidenversicherung mehr…»
IV.2024.00374 (2025-03-17) · zh
Disability Pension Calculation Appeal - Insurance Event Date.
«…rhalb der Eingliederungsmassnahmen je einen eigenen Versicherungsfall (BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 137 V 417 E. 2.2.3, 126 V 461 E. 1 mit Hinweis). 4.3 Der Zeitpunkt des Eintritts der rentenspezifischen Invalidität beurteilt sich nach Art. 28 A…»
200 2024 658 (2025-02-24) · be
Child's Access to Disability Insurance Benefits Based on Parents' Unlawful Residence
«…at. Das IVG beruht somit auf dem Kon- zept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 137 V 417 E. 2.2.3 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Nach der Gerichtspraxis ist dieser Zeit- punkt objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes der versicherte…»
200 2023 590 (2024-11-25) · be
Foreign National's Reapplication for Invalidity Insurance Denied Based on Res Judicata and Lack of New Impairment
«…at. Das IVG beruht somit auf dem Kon- zept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 137 V 417 E. 2.2.3 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Nach der Gerichtspraxis ist dieser Zeit- punkt objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes der versicherte…»
200 2024 545 (2024-11-25) · be
Claimant Denied Enhanced Disability Pension Due to Age at Entitlement Commencement
«…V 417 E. 2.2.3 Urteil des Verwaltungsgerichts des Kantons Bern vom 25. Nov. 2024, IV/24/545, Seite 5 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Nach der Gerichtspraxis ist dieser Zeit- punkt objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes der versicherte…»
200 2022 508 (2024-05-30) · be
Refugee Invalidity Pension Claim Denied Due to Pre-Recognition Contribution Period Deficiency
«…at. Das IVG beruht somit auf dem Kon- zept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 137 V 417 E. 2.2.3 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Nach der Gerichtspraxis ist dieser Zeit- punkt objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes der versicherte…»
8C_492/2023 (2024-04-08)
«…ten Verzögerung in wesentlichem Umfang zusätzliche Kosten entstehen ( Art. 16 Abs. 1 IVG und Art. 5 Abs. 2 IVV ; BGE 126 V 461 E. 1). 4.2. 4.2.1. Geht es um psychische Erkrankungen wie eine anhaltende somatoforme Schmerzstörung, ein damit vergl…»
200 2023 687 (2024-04-05) · be
Non-Resident Claimant Denied Invalidity Pension for Pre-Immigration War Injury
«…5. April 2024, IV/23/687, Seite 6 zept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles (BGE 137 V 417 E. 2.2.3 S. 422, 126 V 461 E. 1 S. 461). Nach der Gerichtspraxis ist dieser Zeit- punkt objektiv aufgrund des Gesundheitszustandes der versicherte…»
IV.2023.00195 (2024-03-15) · zh
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«…rhalb der Eingliederungsmassnahmen je einen eigenen Versicherungsfall (BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 137 V 417 E. 2.2.3, 126 V 461 E. 1 mit Hinweis). 1.5 Schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose haben gemäss Art. 6 IVG A…»
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«…e entschädigt, sondern die aus solchen ungeachtet ihrer Ätiologie folgende Einschränkung der Erwerbsfähigkeit (vgl. BGE 126 V 461 E. 2 in fine, AHI 2003 S. 158 E. 2). Notwendige medizinische Abklärungen zielen daher auf die Leistungsvoraussetzung, w…»
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«…des frais supplémentaires importants (art. 5bis al. 4 RAI) pour suivre une formation correspondant à ses capacités (ATF 126 V 461 consid. 1). Par conséquent, le cas d’invalidité spécifique aux prestations selon l’art. 16 LAI survient au moment où l’…»
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«…rhalb der Eingliederungsmassnahmen je einen eigenen Versicherungsfall (BGE 112 V 275; vgl. auch BGE 137 V 417 E. 2.2.3, 126 V 461 E. 1 mit Hinweis). 1.5 Schweizerische und ausländische Staatsangehörige sowie Staatenlose haben gemäss Art. 6 IVG A…»
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«…g während längerer Zeit (Art. 4 Abs. 1 IVG i.V.m. Art. 8 ATSG) erhebliche Mehrkosten (Art. 5 Abs. 2 IVV) entstehen (BGE 126 V 461 E. 1). Infolgedessen tritt der leistungsspezifische Invaliditätsfall nach Art. 16 IVG in jenem Zeit- punkt ein, in welc…»

Volltext

Urteilskopf

126 V 461

77. Auszug aus dem Urteil vom 22. Dezember 2000 i. S. N. gegen IV-Stelle des Kantons Zürich und Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich

Regeste

Art. 4 und 16 IVG : Invaliditätsbedingt verzögerte erstmalige berufliche Ausbildung.

Das Gesetz verlangt nicht Kontemporalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit.

Erwägungen ab Seite 461

BGE 126 V 461 S. 461

Aus den Erwägungen:

1. Nach Art. 4 Abs. 1 IVG gilt als Invalidität im Sinne dieses Gesetzes die durch einen körperlichen oder geistigen Gesundheitsschaden als Folge von Geburtsgebrechen, Krankheit oder Unfall verursachte, voraussichtlich bleibende oder längere Zeit dauernde Erwerbsunfähigkeit. Nach Abs. 2 dieser Bestimmung gilt die Invalidität als eingetreten, sobald sie die für die Begründung des Anspruchs auf die jeweilige Leistung erforderliche Art und Schwere erreicht hat. Das IVG beruht somit auf dem Konzept des leistungsspezifischen Invaliditätsfalles ( BGE 126 V 242 Erw. 4). Dies bedeutet im Bereich der beruflichen Eingliederungsmassnahmen ( Art. 15 ff. IVG ) u.a., dass ein Anspruch auf Beiträge an die erstmalige berufliche Ausbildung besteht, wenn dem Versicherten aus Gründen eines bleibenden oder längere Zeit dauernden Gesundheitsschadens, somit invaliditätsbedingt, in wesentlichem Umfange zusätzliche Kosten entstehen ( Art. 16 Abs. 1 IVG in Verbindung mit Art. 5 Abs. 2 IVV ). Dabei gilt es in Bezug auf den Erwerbsausfall, der mit der Absolvierung

BGE 126 V 461 S. 462

einer erstmaligen beruflichen Ausbildung verbunden sein kann, Art. 22 IVG zu beachten. Nach dessen Absatz 1 Satz 2 wird u.a. Versicherten in der erstmaligen beruflichen Ausbildung ein Taggeld ausgerichtet, wenn sie eine invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse erleiden.

2. Prozessthema bildet die Frage, ob bei der Beschwerdeführerin eine leistungsspezifische Invalidität in dem Sinne vorliegt, dass sie in der Zeit von Ende Oktober 1991, als sie die Lehre abbrach, bis im Januar 1996, als sie nach der Entlassung aus der Drogenrehabilitation die Tätigkeit als Aushilfe in der Firma X aufnahm, aus psychischen Gründen daran gehindert worden ist, im üblichen Rahmen die erstmalige berufliche Ausbildung zu absolvieren. Wird diese Frage verneint, liegt keine Invalidität vor, und die Beschwerdeführerin kann folglich für die berufliche Ausbildung, der sie sich nunmehr unterziehen will, keine Ansprüche gegen die Invalidenversicherung erheben. Wird die Frage bejaht, hätte dies zur Folge, dass die nunmehr nachzuholende erstmalige berufliche Ausbildung als invaliditätsbedingt verspätet zu qualifizieren und der damit verbundene Erwerbsausfall als invaliditätsbedingte Erwerbseinbusse gestützt auf Art. 22 Abs. 1 Satz 2 IVG von der Invalidenversicherung taggeldmässig zu entschädigen ist. Hingegen ist es, entgegen der offenbaren Auffassung des kantonalen Gerichts, unerheblich, ob die Beschwerdeführerin noch bei Erlass der angefochtenen Verwaltungsverfügung am 17. Januar 1997 an einem invalidisierenden psychischen Gesundheitsschaden litt, weshalb in dieser Richtung von vornherein kein Abklärungsbedarf besteht. Denn es kommt im Rahmen von Art. 4 Abs. 1 IVG , von seinem ausdrücklichen Wortlaut wie von der Systematik der Invalidenversicherung als final konzipierter Erwerbsausfallversicherung (AHI 1999 S. 79) her, nicht auf die Gleichzeitigkeit (Kontemporalität), sondern auf die Kausalität von Gesundheitsschaden und Erwerbsunfähigkeit (ALFRED BÜHLER, Zur rechtlichen Bedeutung der invaliditätsfremden Gründe der Erwerbsunfähigkeit für die Invaliditätsbemessung, in: SZS 1993 S. 249 ff.) an, wie in der Verwaltungsgerichtsbeschwerde richtig bemerkt wird.