Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 119 IV 175 KI-generiert

Federal Tax Administration v. Bank (Precious Metals Tax Evasion)

Geschäftsnummer BGE 119 IV 175
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Federal Tax Administration v. Bank (Precious Metals Tax Evasion) The Federal Tax Administration (FTA) initiated an administrative criminal procedure and ordered the seizure of documents from a bank acting as a wholesaler of precious metals, after discovering sales to various domestic and Liechtenstein-based companies that were later smuggled into a neighboring country without paying the turnover tax. The bank, which had conducted an internal inquiry regarding its relationship with a non-registered wholesaler implicated in the scheme, refused to hand over the documentation, including the internal inquiry results, citing banking secrecy. The court dismissed the bank's objection, reasoning that banking secrecy does not grant an absolute right to refuse to testify or produce documents to investigating authorities in an administrative criminal procedure, and the obligation on banks is less protective than professional secrecy provisions for doctors or lawyers. Furthermore, the court held that the relationship between the bank as a precious metals wholesaler and the buyer was a simple business relationship, not a banking relationship in the strict sense, thus affording no ground to invoke banking secrecy, and confirmed that the selection of relevant documents must be left to the investigating authority bound by official secrecy, not the concerned bank.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Beschlagnahme und Durchsuchung von Papieren (Art. 46 und 50 VStrR). Bankgeheimnis. 1. Das Bankgeheimnis verleiht keinen absoluten Anspruch auf Verweigerung der Aussage und der Herausgabe von Akten gegenüber den Untersuchungsbehörden. Die im Rahmen eines Verwaltungsstrafverfahrens durch die Eidg. Steuerverwaltung als Untersuchungsbehörde verlangten Auskünfte können nicht unter Berufung auf das Bankgeheimnis verweigert werden. Denn letzteres geht weniger weit als das gesetzlich geschützte Berufsgeheimnis der Ärzte, Anwälte und Geistlichen. 2. Der Umstand, dass sich unter den beschlagnahmten Papieren auch solche befinden könnten, die sich im nachhinein als für die Untersuchung unerheblich erweisen, steht der Beschlagnahme nicht entgegen, sondern liegt vielmehr in der Natur dieser Zwangsmassnahme. Es steht der (an das Amtsgeheimnis gebundenen) Untersuchungsbehörde und nicht der betroffenen Bank zu, die Auswahl zu treffen. Für die Durchsuchung von Papieren bleibt Art. 50 Abs. 3 VStrR vorbehalten. 3. Zwischen einer Bank, die als Grossistin im Sinne des Warenumsatzsteuerbeschlusses Edelmetalle verkauft, und dem Käufer besteht keine bankengeschäftliche Beziehung im eigentlichen Sinne, sondern eine Geschäftsbeziehung, für die das Bankgeheimnis nicht angerufen werden kann.

Schlagwörter

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Hinterziehung im Verwaltungsstrafrecht Geschäftsbeziehung Bankgeheimnis Steuerverfahren Steuerbehörde Schriftstückbeschlagnahme

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (48)

EDÖB 2024-12-16 (2024-12-16)
Federal Data Protection Commissioner's Report on Swiss Data Protection Landscape
«…etwa das Bankgeheimnis nicht in Fällen, wo es darum geht zu prüfen, ob ein Umsatz der Steuer unterliegt oder nicht (BGE 119 IV 175). Nichts anderes gilt ferner auch für die Träger des gesetzlich geschützten Berufsgeheimnisses. So muss z.B. auch der R…»
P/8341/2019 (2022-02-21) · ge
Complainants v. Bank re: Extortion and Breach of Banking Secrecy Dismissed
«…16](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=142%20III%20116) consid. 3.1.1 s. p. 120 s.; ainsi déjà ATF [119 IV 175](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=119%20IV%20175) consid. 3 p. 177 s. ; [113 Ib 157](https://just…»
6B_247/2019 (2020-06-22)
«…als Zeugen auszusagen und Dokumente zur Verfügung zu stellen ( BGE 142 III 116 E. 3.1.1 f. S. 120 f.; so bereits BGE 119 IV 175 E. 3 S. 177 f.; 113 Ib 157 E. 7a S. 168 f.; GÜNTER STRATENWERTH, in: Basler Kommentar, Bankengesetz, 2. Aufl. 2013,…»
BE.2018.13 (2019-04-02)
Drug Regulatory Agency v. Unsealing of Seized Documents
«…/Hansjakob/Lieber, Kommentar zur Schweizerischen Strafprozessordnung, 2. Aufl. 2014, Art. 173 N. 10–15; BGE 119 IV 175 E. 3; 123 IV 157 E. 5d). Art. 162 StGB stellt die Verletzung von Fabrikations- oder Geschäftsgeheimnissen unter S…»
BP.2018.67 (2018-12-17)
Bank Denied Stay to Seal Regulatory Decisions
«…nale (Message relatif à l'uni- fication du droit de la procédure pénale du 21 décembre 2005, FF 2006 1057, p. 1185; ATF 119 IV 175; HARARI, Procédure pénale: la banque comme déten- trice d'informations et de valeurs patrimoniales appartenant à son cl…»
BB.2015.120 (2016-06-08)
Appeals Against Seizure of Bank Accounts Dismissed
«…n du droit de la procédure pénale du 21 décembre 2005, FF 2006 1057 [ci-après: Message CPP], FF 2006 p. 1185; ATF 119 IV 175; KELLER, op.cit., n° 22 ad art. 248 CPP; HARARI, Procédure pénale: la banque comme détentrice d'information…»
P1 14 12 (2016-06-06) · vs
Cantonal Court Upholds Acquittal in Banking Secrecy Violation Case
«…qui les achetait ; il n’existait entre eux qu’un rapport d’affaires, auquel le secret bancaire ne s’appliquait pas (ATF 119 IV 175 consid. 3). A titre illustratif, ne concernent pas davantage des relations bancaires proprement dites – et ne tombent d…»
BB.2015.121 (2016-05-25)
Companies' Appeal Against Asset Freeze Denied Due to Evidence of Money Laundering and Fraud
«…océdure pénale (décision du Tribunal pénal fédéral BB.2014.147-149 du 22 décembre 2014; Message CPP, p. 1185; ATF 119 IV 175; KELLER, op.cit., n° 22 ad art. 248 CPP; HARARI, Procédure pénale: la banque comme détentrice d'information…»
BB.2014.163 (2015-06-29)
Trade Secret Theft and Disproportionate Seizure of Laptop
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105 2015 32 (2015-05-28) · fr
Auditor Document Disclosure to Bankruptcy Administrator
«…kunfts-, Anzeige- und Schweigepflicht – Aktuelle Fragen des Revisionsgeheimnisses, in Reprax 2/2010 p. 1, p. 13 ss; ATF 119 IV 175 consid. 3). Dans ces conditions, c'est plutôt la jurisprudence rendue en lien avec le secret bancaire plus que celle se…»
BE.2014.19 (2015-04-09)
Federal Tax Administration v. Seized Documents (Prostitution Tax Evasion)
«…der Folge als für die Untersuchung bedeutungslos erweisen werden (BGE 108 IV 75 mit Hinweis; vgl. auch BGE 119 IV 175 E. 3 S. 178). Ein konkreter Sachzusammenhang zwischen den Ermittlungen und einzelnen noch versie- gelten Do…»
BB.2014.147 (2015-02-04)
Sealing Banking Documents After Prosecutor Review Denied
«…us scellés, puis- qu'il n'est pas, comme tel, opposable à la procédure pénale (le Message, FF 2006 p. 1185; ATF 119 IV 175; KELLER, op. cit., n° 22 ad art. 248 CPP; HARARI, Procédure pénale: la banque comme détentrice d'informations et…»
BE.2014.8 (2014-06-30)
Swissmedic v. Unsubstantiated Medical Device Claims
«…der Folge als für die Untersuchung bedeutungslos erweisen werden (BGE 108 IV 75 mit Hinweis; vgl. auch BGE 119 IV 175 E. 3 S. 178). Sinn der Versiegelung ist es, dem Inhaber der Gegenstände zu ermöglichen, bei der Sichtung der…»
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Federal Criminal Court Orders Partial Unsealing of Documents in Construction Cartel Investigation
«…der Folge als für die Untersuchung bedeutungslos erweisen werden (BGE 108 IV 75 mit Hinweis; vgl. auch BGE 119 IV 175 E. 3 S. 178). Sinn der Versiegelung ist es, dem Inhaber der Gegenstände zu ermöglichen, bei der Sichtung der…»
BE.2012.5 (2012-07-11)
Customs Authority v. Bank: Unsealing Documents in Tax Evasion Investigation
«…ie Heraus- gabe der verlangten Dokumente (act. 3, S. 6). Gemäss der Rechtsprechung des Bundesgerichts (BGE 119 IV 175) und des Bundesstrafgerichts (Entscheide des Bundesstrafgerichts BV.2008.1 vom 21. Mai 2008, E. 3; BK_B 162…»

Volltext

Urteilskopf

119 IV 175

30. Estratto della sentenza del 16 agosto 1993 della Camera d'accusa nella causa Banca X c. Amministrazione federale delle contribuzioni (reclamo)

Regeste

Beschlagnahme und Durchsuchung von Papieren (Art. 46 und 50 VStrR). Bankgeheimnis.

1. Das Bankgeheimnis verleiht keinen absoluten Anspruch auf Verweigerung der Aussage und der Herausgabe von Akten gegenüber den Untersuchungsbehörden. Die im Rahmen eines Verwaltungsstrafverfahrens durch die Eidg. Steuerverwaltung als Untersuchungsbehörde verlangten Auskünfte können nicht unter Berufung auf das Bankgeheimnis verweigert werden. Denn letzteres geht weniger weit als das gesetzlich geschützte Berufsgeheimnis der Ärzte, Anwälte und Geistlichen.

2. Der Umstand, dass sich unter den beschlagnahmten Papieren auch solche befinden könnten, die sich im nachhinein als für die Untersuchung unerheblich erweisen, steht der Beschlagnahme nicht entgegen, sondern liegt vielmehr in der Natur dieser Zwangsmassnahme. Es steht der (an das Amtsgeheimnis gebundenen) Untersuchungsbehörde und nicht der betroffenen Bank zu, die Auswahl zu treffen. Für die Durchsuchung von Papieren bleibt Art. 50 Abs. 3 VStrR vorbehalten.

3. Zwischen einer Bank, die als Grossistin im Sinne des Warenumsatzsteuerbeschlusses Edelmetalle verkauft, und dem Käufer besteht keine bankengeschäftliche Beziehung im eigentlichen Sinne, sondern eine Geschäftsbeziehung, für die das Bankgeheimnis nicht angerufen werden kann.

Sachverhalt ab Seite 176

BGE 119 IV 175 S. 176

L'Amministrazione federale delle contribuzioni (AFC) aveva rilevato che partite di metalli preziosi vendute in Svizzera dalla Banca X a diverse ditte con sede in Svizzera o nel Liechtenstein erano poi contrabbandate in un paese confinante, senza passare attraverso il controllo doganale svizzero e senza assolvere quindi la dovuta imposta sulla cifra d'affari. Accertato che durante più di sei mesi la Banca X aveva venduto, come grossista, metalli preziosi poi esportati all'estero a una società non più iscritta nel registro dei grossisti, l'AFC esigeva dalla Banca X il pagamento dell'imposta sulla cifra d'affari elusa e apriva un procedimento penale amministrativo destinato, tra l'altro, a determinare eventuali responsabilità penali degli organi della banca, nel cui seno aveva avuto luogo nel frattempo

BGE 119 IV 175 S. 177

un'inchiesta interna concernente le relazioni tra la banca stessa e la società di cui trattasi. Invitata dall'AFC a farle pervenire tutta la documentazione riguardante tali relazioni, e in particolare quella avente per oggetto l'inchiesta interna, la Banca X si rifiutava, di guisa che l'AFC ne ordinava il sequestro. La Banca X si è opposta al sequestro con reclamo alla Camera d'accusa del Tribunale federale, facendo valere, tra l'altro, il segreto bancario.

Erwägungen

Considerando in diritto:

3. La reclamante si limita a contestare, in modo generale, la legittimità del sequestro. A ragione essa non sostiene che il sequestro litigioso lederebbe concretamente interessi meritevoli di tutela di terzi non implicati. Come ricordato giustamente dall'AFC nelle proprie circostanziate osservazioni, che menzionano la dottrina e la giurisprudenza univoche al proposito, il segreto bancario non garantisce un diritto assoluto di rifiutarsi di testimoniare e di produrre atti richiesti da un'autorità inquirente (v. AUBERT/KERNEN/SCHÖNLE, Le secret bancaire suisse, 2a ediz. Berna 1982, pag. 162 con richiami; BODMER/KLEINER/LUTZ, Kommentar zum Bundesgesetz über die Banken und Sparkassen, 2o supplemento 1982, n. 50 ad art. 47 LBCR). La dottrina citata si fonda, in particolare, sull'art. 41 cpv. 2 DPA in relazione con gli art. 74 PP segg. (specialmente con l'art. 77 PP). Ne discende che le informazioni richieste dall'AFC quale autorità inquirente nel quadro di un procedimento di diritto penale amministrativo devono essere fornite, senza che possa essere invocato il segreto bancario. Lo stesso vale per le interrogazioni orali degli organi della banca, che l'AFC si propone di effettuare. L'AFC rammenta d'altronde che la stessa Associazione dei Banchieri Svizzeri aveva rilevato già nel proprio rapporto di gestione del 1978/79 che in Svizzera le banche sono tenute, in virtù delle leggi di procedura penale della Confederazione e di tutti i Cantoni, a prestare testimonianza e a produrre atti, e che l'obbligo di testimoniare, di fornire informazioni e di produrre atti, posto a carico del banchiere, va oltre quello dei titolari di un diritto al segreto professionale stabilito a favore dei medici, degli avvocati o degli ecclesiastici. La decisione di sequestro delimita chiaramente ciò che è richiesto, ossia la documentazione relativa a quanto accaduto nell'interno della Banca X con riferimento alle relazioni con la Y. S.A., in particolare la documentazione concernente l'inchiesta interna della Banca X per

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determinare le responsabilità di chi, nel suo seno, aveva a che fare con la Y. S.A. In questo senso è privo di pertinenza il rimprovero mosso dalla reclamante all'AFC di perseguire una ricerca indiscriminata di informazioni più che una mirata azione di sequestro. L'AFC riconosce nelle proprie osservazioni la possibilità che tra i documenti sequestrati vengano a trovarsi anche documenti che in prosieguo si rivelino irrilevanti ai fini dell'inchiesta; è da convenire con l'AFC che tale circostanza non comporta l'illegittimità del provvedimento, poiché essa è inerente nella sua natura (DTF 108 IV 76). Va al riguardo richiamata anche la sentenza inedita del Tribunale federale del 25 novembre 1974 nella causa Banca X c. Giudice istruttore della giurisdizione sottocenerina, in cui, con riferimento ad un sequestro bancario ordinato da un magistrato penale, è detto espressamente (consid. 3) che "certo, può accadere che attraverso l'esame degli atti sequestrati giungano a conoscenza del magistrato inquirente altre circostanze, non strettamente attinenti al caso penale, e coperte di per sé dal segreto bancario. Un simile inconveniente è nella natura delle cose e pertanto inevitabile. Ciò che è determinante è che tanto il magistrato inquirente quanto gli altri organi della giustizia penale sono vincolati al segreto d'ufficio, che comporta doveri non minori di quelli incombenti alla banca"; nello stesso considerando si afferma inoltre che "è manifesto che non può essere lasciato all'unilaterale giudizio della banca di decidere quali elementi dell'inchiesta interna debbano essere rivelati al magistrato inquirente, e quali gli possono essere celati o sottaciuti. Non solo perché un simile modo di procedere renderebbe illusorie le disposizioni sull'obbligo di testimoniare, ma anche perché il giudizio sulla rilevanza probatoria di determinati fatti compete al magistrato". Questi rilievi sono applicabili anche all'AFC in veste di autorità inquirente (in un procedimento penale amministrativo).

Va ancora rilevato che l'AFC a ragione fa valere nelle proprie osservazioni che la "relazione bancaria" intrattenuta dalla Banca X con la Y. S.A. non era in realtà affatto una relazione bancaria in senso proprio, bensì una semplice relazione di affari; la Banca X agiva come grossista e trattava con la Y. S.A., anch'essa grossista fino alla sua cancellazione dal relativo registro: il segreto bancario nulla ha a che vedere con questa relazione d'affari, in merito alla quale la reclamante è quindi tenuta a fornire le più ampie informazioni, comprese quelle circa la diligenza osservata dal proprio personale nello svolgimento delle operazioni concernenti il traffico di argento granulato intervenute tra di essa e la Y. S.A.