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BGE 116 II 91 KI-generiert

Art. 48 Abs. 1 OG; Berufungsfähigkeit von Revisionsentscheiden. Der Entscheid, mit dem ein Revisionsgesuch abgewiesen wird, ist nicht berufungsfähig.

Geschäftsnummer BGE 116 II 91
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)

Legislator-Zusammenfassung

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Husband's Appeal on Spousal Support Revision Decision Inadmissible A divorced husband sought revision of a divorce judgment that obligated him to pay monthly spousal support of 300 francs, initially succeeding in having the amount reduced to 150 francs by the lower Cantonal Court, but subsequently seeing his revision request entirely dismissed by the Higher Cantonal Court following an appeal by the ex-wife. The husband filed an appeal (Berufung) to the Federal Supreme Court against the Higher Cantonal Court's dismissal of his revision request, seeking the reversal of that decision and the confirmation of the initial reduction. The Federal Supreme Court ruled the appeal inadmissible, affirming that decisions on requests for judicial revision based on extraordinary cantonal remedies are not appealable final decisions under Article 48(1) of the Federal Judiciary Act (OG), unless the appellate instance decides the case *de novo* on its merits, which was not the case here, as the court merely determined the lack of relevance of the newly presented evidence under cantonal revision provisions.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 48 Abs. 1 OG; Berufungsfähigkeit von Revisionsentscheiden. Der Entscheid, mit dem ein Revisionsgesuch abgewiesen wird, ist nicht berufungsfähig.

Schlagwörter

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Revision eines Entscheids Scheidungsurteil Dauer des nachehelichen Unterhalts Abänderung von Kindesunterhalt Widerstand gegen die Scheidung Rückschlag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 48 Abs. 1 OG
Art. 48 Abs. 1 OG; Berufungsfähigkeit von Revisionsentscheiden.
Art. 151 ZGB
eingegangene Ehe, wobei es den damaligen Beklagten unter anderem verpflichtete, seiner geschiedenen Ehefrau eine monatliche Rente gemäss Art. 151 ZGB von Fr.
Art. 90 Abs. 1 lit. b OG
Als staatsrechtliche Beschwerde kann die Berufungseingabe nicht entgegengenommen werden, da die Begründung den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht genügt.

Zitierte Rechtsprechung

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BGE 112 II 96
1 OG zu betrachten, es sei denn, die Rechtsmittelinstanz urteile neu in der Sache selbst (BGE 112 II 96, mit Hinweisen, und 287).
BGE 93 II 153
BGE 89 II 212
BGE 88 II 279
3 und 271, BGE 88 II 279, BGE 83 II 355 /356, BGE 81 II 303 /304).
BGE 83 II 355
3 und 271, BGE 88 II 279, BGE 83 II 355 /356, BGE 81 II 303 /304).
BGE 81 II 303
3 und 271, BGE 88 II 279, BGE 83 II 355 /356, BGE 81 II 303 /304).
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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (10)

4C.233/2005 (2005-11-02)
«…le, es sei denn, die Rechtsmittelinstanz entscheide neu in der Sache selbst ( BGE 112 II 95 E. 2 S. 96; vgl. auch BGE 116 II 91 ; 119 II 297 E. 2a S. 299, je mit Verweisen). Da das Kassationsgericht im vorliegenden Fall nicht neu entschieden hat…»
4P.9/2002 (2002-03-19)
«…nsid. 8b p. 126). Dans ces conditions, le recours en réforme est exclu ( art. 43 al. 1 OJ ; ATF 119 Ie 297 consid. 3c; 116 II 91 ), de sorte que le principe de la subsidiarité absolue du recours de droit public est respecté ( art. 84 al. 2 OJ ). La…»
4C.296/2001 (2002-01-07)
«…me si le droit cantonal incorpore des notions de droit fédéral ( ATF 127 III 248 consid. 1b; 126 III 370 consid. 5; 116 II 91 ), renvoie au droit fédéral en tant que droit cantonal supplétif ( ATF 127 III 248 ibidem; 126 III 370 consid. 5; 1…»
BGE 128 III 76
«…droit cantonal incorpore des notions de droit fédéral ( ATF 127 III 248 consid. 1b; ATF 126 III 370 consid. 5; ATF 116 II 91 ), renvoie au droit fédéral en tant que droit cantonal supplétif ( ATF 127 III 248 ibidem; ATF 126 III 370 consid. 5…»
5P.86/2001 (2001-04-19)
«…cht und kantonalem Verfahrensrecht, wenn über ein Revisionsbegehren entschieden worden ist (vgl. BGE 119 II 297 ff.; 116 II 91 f.; 112 II 95 f.; 93 II 151 E. 2 S. 153; 63 II 181 ff.; 62 II 48 f.; 54 II 472 f.). Den (ersten) Beschluss d…»
5C.188/2000 (2000-10-24)
«…die Anwendung von Bundesrecht als kantonalem Ersatzrecht, dessen Verletzung mit Berufung nicht gerügt werden darf ( BGE 116 II 91 S. 92, einen Revisionsentscheid betreffend; allgemein zuletzt: BGE 120 Ia 377 E. 2b S. 380; 126 III 370 E. 5 S. 37…»
4C.12/2000 (2000-05-09)
«…orpore des notions de droit fédéral ou s'il renvoie au droit fédéral et que ce droit s'applique à titre supplétif ( ATF 116 II 91 ; 119 II 297 consid. 3c; RJB 100/1964 p. 282-284; Poudret, op. cit., n° 1.4.1 ad art. 43). Le demandeur fait valoir que…»
BGE 126 III 370
«…orpore des notions de droit fédéral ou s'il renvoie au droit fédéral et que ce droit s'applique à titre supplétif ( ATF 116 II 91 ; ATF 119 II 297 consid. 3c; RJB 100/1964 p. 282-284; POUDRET, op. cit., no 1.4.1 ad art. 43). Le demandeur fait val…»
BGE 119 II 297
«…n nicht materiell über den streitigen Anspruch befunden, sondern nur über eine prozessuale Frage entschieden wird ([BGE 116 II 91](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=fr&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»
BGE 117 II 218
«…grundsätzlich nicht als berufungsfähige Endentscheide im Sinne von Art. 48 Abs. 1 OG zu betrachten sind (vgl. dazu [BGE 116 II 91](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»

Volltext

Urteilskopf

116 II 91

15. Urteil der II. Zivilabteilung vom 16. Januar 1990 i.S. S. gegen S. (Berufung)

Regeste

Art. 48 Abs. 1 OG; Berufungsfähigkeit von Revisionsentscheiden.

Der Entscheid, mit dem ein Revisionsgesuch abgewiesen wird, ist nicht berufungsfähig.

Sachverhalt ab Seite 91

BGE 116 II 91 S. 91

Mit Urteil vom 13. Juli/11. August 1988 schied das Bezirksgericht Arbon die von P. S. und R. I. eingegangene Ehe, wobei es den damaligen Beklagten unter anderem verpflichtete, seiner geschiedenen Ehefrau eine monatliche Rente gemäss Art. 151 ZGB von Fr. 300.-- zu bezahlen. Am 1. November 1988 stellte P. S. ein Revisionsgesuch, mit dem er die Aufhebung der ihm auferlegten Rente verlangte. Mit Urteil vom 11. Januar/31. März 1989 hiess das Bezirksgericht Arbon das Gesuch teilweise gut und kürzte die Rente um die Hälfte auf Fr. 150.-- pro Monat. Demgegenüber wies das Obergericht des Kantons Thurgau mit Urteil vom 28. November 1989 in Gutheissung einer Berufung der Gesuchsgegnerin das Revisionsgesuch ab. Gegen dieses Urteil hat der Gesuchsteller Berufung an das Bundesgericht erhoben, mit dem Antrag, es sei aufzuheben und das Revisionsurteil des Bezirksgerichts Arbon sei zu bestätigen. Eine Berufungsantwort ist nicht eingeholt worden.

Erwägungen

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

Nach ständiger Rechtsprechung sind Entscheide, die aufgrund eines ausserordentlichen kantonalen Rechtsmittels ergangen sind, nicht als berufungsfähige Endentscheide im Sinne von Art. 48 Abs. 1 OG zu betrachten, es sei denn, die Rechtsmittelinstanz urteile neu in der Sache selbst (BGE 112 II 96, mit Hinweisen, und 287). Das gilt namentlich auch für kantonale Revisionsurteile, mit denen nicht materiell über den streitigen Anspruch befunden, sondern nur über eine prozessuale Frage entschieden wird

BGE 116 II 91 S. 92

(BGE 93 II 153 E. 2 und 436 E. 2, mit Hinweisen; BIRCHMEIER, Bundesrechtspflege, S. 163; WURZBURGER, Les conditions objectives du recours en réforme au Tribunal fédéral, S. 187/188). In BGE 93 II 153 ist das Bundesgericht freilich auf eine Berufung gegen einen kantonalen Entscheid eingetreten, der ein Revisionsgesuch aufgrund der Beurteilung einer bundesrechtlichen Vorfrage als unzulässig erklärt hatte. Man kann sich fragen, ob an dieser Rechtsprechung festzuhalten sei, da das Vorliegen einer bundesrechtlichen Vorfrage an sich nichts am Fehlen eines Endentscheids ändert. Wie es sich damit verhält, kann indessen dahingestellt bleiben, denn im vorliegenden Fall hat die Vorinstanz das vom Berufungskläger gestellte Revisionsgesuch nicht wegen einer vom Bundesrecht beherrschten Vorfrage abgewiesen, sondern weil sie der Auffassung war, die neu vorgelegten Beweismittel seien nicht erheblich im Sinne der kantonalen Bestimmungen über die Revision. Es ist denn auch ausschliesslich Sache des kantonalen Prozessrechts, die Voraussetzungen des ausserordentlichen Rechtsmittels der Revision zu umschreiben. Soweit die Vorinstanz die Frage der Erheblichkeit der neuen Beweismittel sinngemäss nach bundesrechtlichen Gesichtspunkten beurteilte, indem sie das Verschulden der Gesuchsgegnerin am Scheitern der Ehe weiterhin als minim betrachtete, wandte sie somit Bundesrecht als kantonales Ersatzrecht an, dessen Verletzung mit der Berufung nicht gerügt werden darf (BGE 89 II 212 E. 3 und 271, BGE 88 II 279, BGE 83 II 355 /356, BGE 81 II 303 /304). Auf die Berufung kann demzufolge nicht eingetreten werden. Als staatsrechtliche Beschwerde kann die Berufungseingabe nicht entgegengenommen werden, da die Begründung den Anforderungen von Art. 90 Abs. 1 lit. b OG nicht genügt.