Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 115 II 321 KI-generiert

Reduction of Marriage Contract Infringing Forced Heirship Rights

Geschäftsnummer BGE 115 II 321
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Reduction of Marriage Contract Infringing Forced Heirship Rights The case concerns the reduction of a marriage contract, established under the former matrimonial property law (Art. 214 para. 3 old CC), which assigned the entire accrued gains ("Vorschlag") to the surviving spouse, thereby infringing the forced heirship rights of a non-joint child. The court reaffirmed its precedent that such contractual assignments are subject to reduction to the extent that they violate the mandatory share of descendants, treating them similarly to dispositions upon death. This position is supported by the explicit provision in the new matrimonial property law (Art. 216 para. 2 CC) and the transitional provision (Art. 10 para. 3 Final Title CC), which safeguards the compulsory portions of non-joint children even for contracts concluded under the old law, leading the court to conclude that the appellate court's decision to reduce the contract was not contrary to federal law.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Ehevertragliche Zuweisung des ganzen Vorschlags an den überlebenden Ehegatten (Art. 214 Abs. 3 aZGB; Art. 10 Abs. 3 SchlTZGB). Eine unter der Herrschaft des alten Eherechts durch Ehevertrag begründete Zuweisung des ganzen Vorschlags an den überlebenden Ehegatten, die Pflichtteilsansprüche eines nichtgemeinsamen Kindes verletzt, unterliegt der Herabsetzung.

Schlagwörter

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Eherecht Vertragsübernahme Zwangsheirat Erbverzichtsvertrag Nachkomme Tod des Ehegatten

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 214 Abs. 3 aZGB
Ehevertragliche Zuweisung des ganzen Vorschlags an den überlebenden Ehegatten (Art. 214 Abs. 3 aZGB; Art.
Art. 10 Abs. 3 SchlTZGB
3 aZGB; Art. 10 Abs. 3 SchlTZGB).
Art. 216 Abs. 2 ZGB
Januar 1988 in Kraft steht, sieht in Art. 216 Abs. 2 ZGB ausdrücklich vor, dass Vereinbarungen zwischen Ehegatten über eine von der gesetzlichen Regelung (Art.
Art. 215 ZGB
2 ZGB ausdrücklich vor, dass Vereinbarungen zwischen Ehegatten über eine von der gesetzlichen Regelung (Art. 215 ZGB) abweichende Beteiligung am Vorschlag die Pflichtteilsansprüche der nichtgemeinsamen Kinder und deren Nachkommen nicht beeinträchtigen dürfen.
Art. 10 Abs. 1 SchlTZGB
Eheverträge, die wie der vorliegende noch unter der Herrschaft des früheren Rechts abgeschlossen worden sind, behalten zwar grundsätzlich ihre Gültigkeit (Art. 10 Abs. 1 SchlTZGB), gemäss Art.

Zitierte Rechtsprechung

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (4)

BGE 137 III 113
Marriage Contract Allocation of Matrimonial Gain Upheld Over Hereditary Pact Challenge
«…art. 245 al. 2 CO sujette à réduction en cas d'atteinte à la réserve des descendants ( ATF 116 II 243 consid. 3; ATF 115 II 321 consid. 3; ATF 106 II 276 consid. 2). Modifiant cela, le nouveau droit de la famille, entré en vigueur le 1 er janv…»
C/24576/2013 (2018-12-11) · ge
Estate Partition Appeal: Matrimonial Pact Validity and Undue Gifts to Second Spouse
«…ve des descendants (ATF [116 II 243](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=116%20II%20243) consid. 3; [115 II 321](https://justice.ge.ch/apps/decis/fr/decis/search?query=115%20II%20321) consid. 3; [106 II 276](https://justice.ge.…»
5A_662/2010 (2011-02-15)
Estate Dispute: Validity of 1973 Marriage Contract and Will Provisions Favoring Surviving Spouse
«…l' art. 245 al. 2 CO sujette à réduction en cas d'atteinte à la réserve des descendants ( ATF 116 II 243 consid. 3; 115 II 321 consid. 3; 106 II 276 consid. 2). Modifiant cela, le nouveau droit de la famille, entré en vigueur le 1er janvier 19…»
11.1996.154 (1998-02-28) · ti
Spousal Estate Division Dispute Based on Prenuptial Agreement Regarding Marital Asset Increase
«…dire che simili convenzioni possono essere soggette a riduzione se pregiudicano la quota legittima dei discendenti (DTF 115 II 321 consid. 3; 116 II 243), ma a prescindere dal fatto che per discendenti non devono intendersi necessariamente i discende…»

Volltext

Urteilskopf

115 II 321

59. Auszug aus dem Urteil der II. Zivilabteilung vom 3. November 1989 i.S. X. gegen X. (Berufung).

Regeste

Ehevertragliche Zuweisung des ganzen Vorschlags an den überlebenden Ehegatten (Art. 214 Abs. 3 aZGB; Art. 10 Abs. 3 SchlTZGB).

Eine unter der Herrschaft des alten Eherechts durch Ehevertrag begründete Zuweisung des ganzen Vorschlags an den überlebenden Ehegatten, die Pflichtteilsansprüche eines nichtgemeinsamen Kindes verletzt, unterliegt der Herabsetzung.

Erwägungen ab Seite 322

BGE 115 II 321 S. 322

Aus den Erwägungen:

3. Das Bundesgericht hat in BGE 102 II 313 ff. festgehalten, dass die ehevertragliche Zuweisung des ganzen Vorschlags an den überlebenden Ehegatten wie eine Verfügung von Todes wegen insoweit der Herabsetzung unterliege, als Pflichtteilsrechte der Nachkommen verletzt seien. Diese Rechtsprechung wurde trotz der in der Lehre erhobenen Einwände einige Jahre später bestätigt (BGE 106 II 272 ff., insbes. S. 277 f.). In beiden Fällen war es - wie hier - um den Erbanspruch einer Person gegangen, die das Kind nur eines der am Ehevertrag beteiligten Gatten war. Das neue Eherecht, das seit 1. Januar 1988 in Kraft steht, sieht in Art. 216 Abs. 2 ZGB ausdrücklich vor, dass Vereinbarungen zwischen Ehegatten über eine von der gesetzlichen Regelung (Art. 215 ZGB) abweichende Beteiligung am Vorschlag die Pflichtteilsansprüche der nichtgemeinsamen Kinder und deren Nachkommen nicht beeinträchtigen dürfen. Eheverträge, die wie der vorliegende noch unter der Herrschaft des früheren Rechts abgeschlossen worden sind, behalten zwar grundsätzlich ihre Gültigkeit (Art. 10 Abs. 1 SchlTZGB), gemäss Art. 10 Abs. 3 SchlTZGB jedoch ebenfalls nur unter dem Vorbehalt der Pflichtteilsansprüche der nichtgemeinsamen Kinder und ihrer Nachkommen (zu Bedeutung und Tragweite dieser Bestimmung DRUEY, Das neue Erbrecht und seine Übergangsordnung, in: Hausheer (Hrsg.), Vom alten zum neuen Eherecht, Bern 1986, S. 176). Art. 10 Abs. 3 SchlTZGB soll nach Auffassung des Parlaments auch auf Fälle wie den vorliegenden, wo der Todesfall nach Verabschiedung des neuen Rechts, aber noch vor dessen Inkraftsetzung eingetreten ist, Anwendung finden (DRUEY, a.a.O. S. 176/177). Unter diesen

BGE 115 II 321 S. 323

Umständen erscheint die Auffassung des Obergerichts, der strittige Ehevertrag unterliege der Herabsetzung, jedenfalls dem Ergebnis nach in keiner Weise als bundesrechtswidrig...