Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 114 IA 207 KI-generiert

Procedural Misuse in Merging Civil Appeal and Constitutional Complaint Submissions

Geschäftsnummer BGE 114 IA 207
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

Procedural Misuse in Merging Civil Appeal and Constitutional Complaint Submissions The Supreme Court addressed the procedural misuse when a party submits a civil law appeal (Berufung) and a constitutional complaint (staatsrechtliche Beschwerde) with largely identical reasoning, violating the rule that these remedies must be distinct in their external form and content (Art. 55 para. 1 lit. c and Art. 90 para. 1 lit. b OG). While the court noted that such an approach, particularly by legal professionals, resembles an abuse of remedies by persistently mixing permissible and impermissible arguments, leading to uncertainty about non-admissibility, it ultimately decided to provisionally overlook the merging of arguments in this specific case because the submissions sufficiently distinguished between grievances under federal law and violations of constitutional rights. However, the court limited admissibility, emphasizing that the constitutional complaint could only be heard to the extent that it complied with the specific grievance requirement for constitutional rights and did not raise issues of direct law application, which are reserved for the civil law appeal (Art. 84 para. 2 OG).

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 90 Abs. 1 lit. b OG. Missbrauch von Rechtsmitteln, deren Begründung äusserlich zwar auseinandergehalten, inhaltlich aber vermengt wird und sich weithin deckt. Offengelassen, ob deswegen auf eine staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten ist.

Schlagwörter

KI-generiert
Rechtsmissbrauch verfassungsrechtliche Rügen verfahrensrechtliche Fragen Anspruch auf rechtliches Gehör Verletzung von Parteirechten Justizielle Zusammenarbeit in Zivilsachen

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert
Art. 90 Abs. 1 lit. b OG
c und Art. 90 Abs. 1 lit. b OG.
Art. 43 Abs. 1 OG
Vorliegend kann über die Vermischung indes noch hinweggesehen werden, da die Eingaben des Beschwerdeführers trotz ihrer weitgehenden Übereinstimmung erkennen lassen, was er als Verletzung von Bundesrecht (Art. 43 Abs. 1 OG) und was als Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art.
Art. 84 Abs. 2 OG
Ausgeschlossen ist der Beschwerdeführer ferner mit Rügen, die sich unmittelbar gegen die Rechtsanwendung richten; sie können dem Bundesgericht mit der Berufung unterbreitet werden und daher nicht Gegenstand der staatsrechtlichen Beschwerde bilden (Art. 84 Abs. 2 OG).

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
BGE 111 II 360
Eine Ausnahme rechtfertigt sich nur, wenn die beiden Rechtsmittel äusserlich klar auseinandergehalten und auch inhaltlich nicht vermengt werden (BGE 111 II 360, BGE 103 II 218 mit Hinweisen).
BGE 103 II 218
Combination of Appeal and Constitutional Complaint Requirements
BGE 113 IV 46
BStP erhebt; ein solches Vorgehen erweise sich als eine unzulässige Umgehung des Verbotes, die Begründung zweier Rechtsmittel zu vermengen, weshalb weder auf das eine noch auf das andere einzutreten sei (BGE 113 IV 46 f.).
BGE 110 Ia 3
Auf die Beschwerde ist aber nur insoweit einzutreten, als ihre Vorbringen dem Rügeprinzip genügen (BGE 110 Ia 3 E.
BGE 101 Ia 454
2a, BGE 101 Ia 454, BGE 99 Ia 692).
BGE 99 Ia 692
2a, BGE 101 Ia 454, BGE 99 Ia 692).
KI-generiert

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (12)

5A_505/2008 (2009-10-15)
«…sid. 2 p. 746 ss), étant rappelé qu'il se justifie de se montrer plus sévère lorsque ce procédé émane d'un avocat ( ATF 114 Ia 207 consid. 2 p. 208; en général: ATF 113 Ia 84 consid. 3d p. 90). Ces principes s'appliquent mutatis mutandis aux recou…»
1P.255/2006 (2006-06-26)
«…t zu erheben. Indessen muss die Rechtsschrift den formellen Anforderungen des je zulässigen Rechtsmittels genügen ( BGE 114 Ia 207 E. 2 S. 207; 118 Ia 8 E. 1c S. 11; 123 II 359 E. 6b/bb S. 369; ferner Bundesgerichtsurteil 1P.824/2005 vom 20. Mär…»
6P.43/2006 (2006-06-02)
«…a refusé d'entrer en matière sur les deux recours ( ATF 116 II 92 consid. 1 p. 93 et les arrêts cités; cf. aussi: ATF 114 Ia 207 ). Toutefois, cette jurisprudence a été précisée en ce sens que le motif d'irrecevabilité des deux recours ne réside pa…»
4C.326/2005 (2005-10-21)
«…nt pas aux mêmes règles procédurales et diffèrent nettement quant aux griefs admissibles ( ATF 115 II 396 consid. 2a; 114 Ia 207 ). En l'espèce, la valeur litigieuse est supérieure au seuil de 8'000 fr. fixé à l' art. 46 OJ pour la recevabilité du…»
5C.50/2005 (2005-07-28)
«…a refusé d'entrer en matière sur les deux recours ( ATF 116 II 92 consid. 1 p. 93 et les arrêts cités; cf. aussi: ATF 114 Ia 207 ). Plus récemment, cette jurisprudence a été précisée en ce sens que le motif d'irrecevabilité des deux recours ne rési…»
5P.50/2005 (2005-07-28)
«…a refusé d'entrer en matière sur les deux recours ( ATF 116 II 92 consid. 1 p. 93 et les arrêts cités; cf. aussi: ATF 114 Ia 207 ). Plus récemment, cette jurisprudence a été précisée en ce sens que le motif d'irrecevabilité des deux recours ne rési…»
2P.181/2002 (2003-02-04)
«…nistration, des dispositions qu'il ne saurait modifier sans subir de préjudice (cf. ATF 121 V 65 consid. 2a p. 66/67, 114 Ia 207 consid. 3a p. 213 sv.; Häfelin/Müller, loc. cit., nos 556 ss; Knapp, loc. cit., nos 509 et 527). 3.2 En l'espèce, à auc…»
BGE 129 II 361
«…ation, des dispositions qu'il ne saurait modifier sans subir de préjudice (cf. ATF 121 V 65 consid. 2a p. 66/67; ATF 114 Ia 207 consid. 3a p. 213 s.; HÄFELIN/MÜLLER, op. cit., n. 686 ss; KNAPP, op. cit., n. 509 et 527). 7.2 En l'espèce, il est c…»
4P.80/2001 (2001-06-28)
«…s Bundesgericht einen Verstoss gegen diese Grundsätze für eine missbräuchliche Prozessführung ( BGE 115 II 396 E. 2b; 114 Ia 207 E. 2). Auf Grund der an dieser Rechtsprechung geübten Kritik präzisierte das Bundesgericht, das Gericht habe für jede…»
BGE 118 IV 293
«…ngereicht werden. Diese Rechtsprechung, von den Zivilabteilungen im BGE 118 IV 293 S. 295 Grundsatz übernommen ([BGE 114 Ia 207](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»
BGE 116 II 92
«…Ade&number_of_ranks=0&azaclir=clir#page46) f.; unveröffentlichtes Urteil vom 20. September 1989 i.S. W.; vgl. auch [BGE 114 Ia 207](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_date…»
BGE 115 II 396
«…ll der Einreichung von identisch begründeter Berufung und staatsrechtlicher Beschwerde zu übertragen sei, wurde in [BGE 114 Ia 207](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»

Volltext

Urteilskopf

114 Ia 207

33. Auszug aus dem Urteil der I. Zivilabteilung vom 3. März 1988 i.S. B. gegen D. (staatsrechtliche Beschwerde)

Regeste

Art. 55 Abs. 1 lit. c und Art. 90 Abs. 1 lit. b OG.

Missbrauch von Rechtsmitteln, deren Begründung äusserlich zwar auseinandergehalten, inhaltlich aber vermengt wird und sich weithin deckt. Offengelassen, ob deswegen auf eine staatsrechtliche Beschwerde nicht einzutreten ist.

Erwägungen ab Seite 207

BGE 114 Ia 207 S. 207

Erwägungen:

2. Nach Auffassung des Beschwerdegegners ist auf die Beschwerde nicht einzutreten, weil darin weitgehend die gleichen Rügen erhoben würden wie in der Berufung. Beschwerde- und Berufungsschrift stimmen in der Tat in weiten Teilen überein.

Die staatsrechtliche Beschwerde darf nach ständiger Rechtsprechung nicht mit der Berufung in einer einzigen Eingabe verbunden werden, weil beide Rechtsmittel verschiedenen Verfahrensregeln unterstehen und sich auch nach der Begründung, die das Gesetz für sie zulässt, deutlich unterscheiden (Art. 43 Abs. 1 und 84 ff. OG). Eine Ausnahme rechtfertigt sich nur, wenn die beiden Rechtsmittel äusserlich klar auseinandergehalten und auch inhaltlich nicht vermengt werden (BGE 111 II 360, BGE 103 II 218 mit Hinweisen). Nach einem neuen Entscheid des Kassationshofes gilt dies auch für den Fall, dass ein Beschwerdeführer zwar in getrennten Eingaben, aber mit inhaltlich gleicher Begründung staatsrechtliche Beschwerde und Nichtigkeitsbeschwerde gemäss Art. 268 ff. BStP erhebt; ein solches Vorgehen erweise sich als eine unzulässige Umgehung des Verbotes, die Begründung zweier Rechtsmittel zu vermengen, weshalb weder auf das eine noch auf das andere einzutreten sei (BGE 113 IV 46 f.). Ob sich das ohne Vorbehalte auch auf den Fall übertragen lässt, in dem mit gleichlautender Begründung Berufung und staatsrechtliche Beschwerde eingelegt wird, hat das Bundesgericht bisher nicht entschieden; eine Übertragung

BGE 114 Ia 207 S. 208

liegt jedenfalls nahe, läuft doch eine solche Begründung im einen wie im andern Fall auf einen Missbrauch von Rechtsmitteln hinaus, wenn zulässige und unzulässige Rügen beharrlich vermischt werden. Von rechtskundigen Vertretern insbesondere darf erwartet werden, dass sie von verschiedenen Rechtsmitteln in der vom Gesetzgeber verstandenen Art Gebrauch machen.

Vorliegend kann über die Vermischung indes noch hinweggesehen werden, da die Eingaben des Beschwerdeführers trotz ihrer weitgehenden Übereinstimmung erkennen lassen, was er als Verletzung von Bundesrecht (Art. 43 Abs. 1 OG) und was als Verletzung verfassungsmässiger Rechte (Art. 90 Abs. 1 lit. b OG) gerügt wissen will. Auf die Beschwerde ist aber nur insoweit einzutreten, als ihre Vorbringen dem Rügeprinzip genügen (BGE 110 Ia 3 E. 2a, BGE 101 Ia 454, BGE 99 Ia 692). Ausgeschlossen ist der Beschwerdeführer ferner mit Rügen, die sich unmittelbar gegen die Rechtsanwendung richten; sie können dem Bundesgericht mit der Berufung unterbreitet werden und daher nicht Gegenstand der staatsrechtlichen Beschwerde bilden (Art. 84 Abs. 2 OG).