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BGE 112 IV 77 KI-generiert

Art. 144 StGB; Hehlerei. Hehlerei setzt weder voraus, dass zwischen dem Hehler und dem Vortäter eine persönliche Beziehung besteht, noch ist erforderlich, dass die Sache unmittelbar vom Vortäter auf den Hehler überging.

Geschäftsnummer BGE 112 IV 77
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)

Legislator-Zusammenfassung

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Federal Court on Attempted Handling of Stolen Goods: Economic Exploitation Sufficient A defendant, approached via an intermediary (K.) after stolen oriental carpets were obtained during a burglary (by Z.), offered the goods for sale to two parties, facilitated contact between the intermediary and a potential buyer, and communicated the readiness to sell, though the transaction ultimately failed. The Federal Court affirmed the conviction for attempted handling of stolen goods, holding that the offense under Art. 144 SCC does not require a personal relationship between the handler and the principal offender, nor the direct transfer of the goods from the offender to the handler; it is sufficient that the handler contributed to the sale (economic exploitation) of the assets, which the defendant did by actively assisting in the marketing and attempted placement of the carpets.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 144 StGB; Hehlerei. Hehlerei setzt weder voraus, dass zwischen dem Hehler und dem Vortäter eine persönliche Beziehung besteht, noch ist erforderlich, dass die Sache unmittelbar vom Vortäter auf den Hehler überging.

Schlagwörter

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Hehlerei Versuch im Strafrecht Käufer Vermögensübertragung Wirtschaftsdelikte Schutz gegen unerlaubte Handelspraktiken

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (9)

SST.2024.20 (2025-01-10) · ag
Qualified Drug Trafficking and Fencing Conviction Upheld, Sentence Increased
«…trafbar (Art. 160 Ziff. 1 Satz 1 StGB; BGE 148 IV 393; BGE 127 IV 79; BGE 117 IV 445 E. 1b; BGE 116 IV 193 E. 3 f.; BGE 112 IV 77; Urteil des Bundesgerichts 6B_292/2019 vom 25. Juni 2019 E. 2.1.3; zum geringfügigen Vermögensdelikt: BGE 123 IV 113 E.…»
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«…Hilfe zur Veräusserung gilt die Förderung der wirtschaftlichen Verwertung, insbesondere das Vermitteln von Käufern (BGE 112 IV 77 E. 1). Ein Veräusserungserfolg wird dabei vorausgesetzt (Urteil des Bundesgerichts 6S.249/2005 vom 12. Oktober 2006 E.…»
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72.2007.17 · ti
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«…costanze del primo reato (DTF 119 IV 242) e neppure che conosca e/o abbia avuto una relazione diretta con l’autore (DTF 112 IV 77). L’art. 160 CP postula unicamente che il reato a monte riunisca tutti gli elementi previsti da questa infrazione, non…»
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«…e" (DTF 119 IV 247) e neppure che conosca e/o abbia avuto una relazione "diretta" con l'autore del reato "a monte" (DTF 112 IV 77). Pertanto, la richiesta di "*atti giudiziari cresciuti in giudicato che comprovino la condanna penale di qualsivoglia…»

Volltext

Urteilskopf

112 IV 77

23. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofs vom 23. Oktober 1986 i.S. R. gegen Generalprokurator des Kantons Bern (Nichtigkeitsbeschwerde)

Regeste

Art. 144 StGB; Hehlerei.

Hehlerei setzt weder voraus, dass zwischen dem Hehler und dem Vortäter eine persönliche Beziehung besteht, noch ist erforderlich, dass die Sache unmittelbar vom Vortäter auf den Hehler überging.

Sachverhalt ab Seite 77

BGE 112 IV 77 S. 77

Z. erbeutete bei einem Einbruchdiebstahl mehrere Orientteppiche. Der von ihm angegangene K. wandte sich an den Beschwerdeführer R., welcher sich mit B. in Verbindung setzte, der seinerseits mit einem unbekannten Kaufsinteressenten Kontakt aufnahm. In der Folge kam der Handel nicht zustande. Das Bundesgericht bestätigt den vorinstanzlichen Schuldspruch wegen Versuchs der Hehlerei.

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

1. Der Beschwerdeführer wendet ein, durch seine Handlungsweise habe er die gestohlenen Orientteppiche nicht absetzen helfen, wie das Obergericht annehme; denn zwischen ihm und dem Vortäter Z. habe keinerlei Beziehung bestanden.

Hehlerei setzt gemäss Art. 144 StGB weder voraus, dass zwischen dem Hehler und dem Vortäter irgendeine persönliche Beziehung bestehe, noch ist erforderlich, dass die Sache unmittelbar vom Vortäter auf den Hehler überging (LOGOZ, I, S. 136; WAIBLINGER, ZStR 61, S. 261). Es genügt, wenn der Hehler am Absatz, d.h. der wirtschaftlichen Verwertung der Sache mitgewirkt hat (THORMANN/VON OVERBECK, N. 7 zu Art. 144 StGB; STRATENWERTH, BT I, S. 290 N. 16 und 17; WAIBLINGER, a.a.O., S. 261; NOLL, BT S. 235; WALDER, ZStR 103, S. 262). Eine derartige Mitwirkung des Beschwerdeführers aber ist fraglos zu bejahen, wenn er, durch K. nach einem möglichen Abnehmer der Orientteppiche gefragt, diese sowohl B. wie dem Unbekannten zum Kauf anbot, ihm ihre Übergabe für einen späteren als dem vereinbarten Zeitpunkt zusicherte, B. die Bereitschaft zum Verkauf bestätigte, und K. veranlasste, Z. die Telefonnummer von B. zu übermitteln, damit die beiden direkt miteinander verhandeln konnten. Die Absatzhilfe leistete der Beschwerdeführer aufgrund der tatsächlichen Feststellungen des Obergerichts offensichtlich im Interesse und mit dem Einverständnis des Vortäters (STRATENWERTH, a.a.O., N. 17; NOLL, S. 234/35; WALDER, a.a.O., S. 260), auch wenn damit ein eigenes Interesse an der in Aussicht gestellten Provision konkurrierte (vgl. WAIBLINGER, a.a.O., S. 272).