Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG; Anstalten treffen. Aufnahme eines Darlehens zum Zweck der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäftes.
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertLoan Acquisition for Drug Financing as Preparatory Act A defendant was charged with taking out a loan explicitly for the purpose of financing a drug deal, raising the question of whether this constitutes "preparatory acts" (**Anstalten treffen**) under Article 19 section 1 paragraph 6 of the Swiss Narcotics Act (BetmG). The court ruled that the phrase "preparatory acts" is broad, criminalizing any clearly discernible preparation aimed at drug offenses, and determined that securing a loan explicitly for the purpose of executing a narcotics transaction constitutes a punishable preparatory act, regardless of whether the borrower had already secured concrete supply contacts. The court reasoned that a restrictive interpretation would lead to the contradictory outcome where a borrower, who could not be proven to have taken further steps, would be acquitted, while the lender or intermediary would be convicted under paragraph 7, contradicting the clear legislative intent.
Legislator-Regeste
AmtlichRegeste Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG; Anstalten treffen. Aufnahme eines Darlehens zum Zweck der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäftes.
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Volltext
Urteilskopf
112 IV 47
14. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 8. April 1986 i.S. L. gegen Generalprokurator des Kantons Bern (Nichtigkeitsbeschwerde)
Regeste
Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG; Anstalten treffen.
Aufnahme eines Darlehens zum Zweck der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäftes.
Erwägungen ab Seite 47
BGE 112 IV 47 S. 47
Aus den Erwägungen:
4. Die unbestimmte Wendung "wer hiezu Anstalten trifft" in Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG macht sinngemäss jede klar erkennbare, auf Drogendelikte ausgerichtete Vorbereitungshandlung zur strafbaren Tat. Die Aufnahme eines Darlehens, welche ausdrücklich zum Zwecke der Abwicklung eines Rauschgiftgeschäftes erfolgt, ist ein tatbestandsmässiges Anstaltentreffen. Ob sich der
BGE 112 IV 47 S. 48
Darlehensnehmer auch nachweisbar bereits um konkrete Bezugsmöglichkeiten bemühte, was beim Beschwerdeführer zutreffen dürfte, ist für die grundsätzliche Strafbarkeit der auf Drogenhandel ausgerichteten Finanzierungsbemühungen ohne Bedeutung.
Die in der Nichtigkeitsbeschwerde vertretene restriktivere Interpretation hätte übrigens die merkwürdige Folge, dass ein Darlehensnehmer, dem man weitere Bemühungen im Betäubungsmittelsektor nicht nachweisen könnte, straflos bliebe, während der Geldgeber oder Vermittler gemäss Art. 19 Ziff. 1 Abs. 7 BetmG zu bestrafen wäre. Eine solche widersprüchliche Lösung wird dem klaren Sinn des Gesetzes nicht gerecht. Die Rüge einer Verletzung von Art. 19 Ziff. 1 Abs. 6 BetmG ist unbegründet.