Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 112 III 65 KI-generiert

Employee Bidder Award Annulment in Foreclosure

Geschäftsnummer BGE 112 III 65
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

KI-generiert

Employee Bidder Award Annulment in Foreclosure A borrower's collateral enforcement saw two mortgage notes ("Schuldbriefe") auctioned off and awarded to an employee of the enforcement office, despite the officials being aware of the employment, which the cantonal supervisory authority later deemed a prohibited legal act under Art. 11 DEBA and annulled. The bidder appealed, arguing that the foreclosure proceedings were already concluded—the auction finalized, price paid, proceeds distributed, and the borrower subsequently declared bankrupt—meaning the supervisory authority's power to annul the award was extinguished. The Federal Court affirmed the annulment, reasoning that an action violating Art. 11 DEBA, which bans enforcement and bankruptcy officials from dealing in assets being enforced or liquidated by their office, is void *ab initio* and cannot be cured by the subsequent conclusion of the enforcement proceedings, thus the non-existence of the legal act (the award) can be established irrespective of the procedural status.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 11 SchKG; Ersteigerung von Schuldbriefen durch einen Mitarbeiter des Betreibungsamtes. Dass das betreffende Pfandverwertungsverfahren abgeschlossen ist, steht der Feststellung der Nichtigkeit des Steigerungszuschlages nicht entgegen.

Schlagwörter

KI-generiert
Betreibung auf Grundpfandverwertung Bieter bei einer Versteigerung Nichtigkeitsklage Betreibung auf Konkurs Escrow Agreement Vollstreckung des Schiedsspruchs

Zitierte Gesetzesbestimmungen

KI-generiert

Zitierte Rechtsprechung

KI-generiert
BGE 106 III 83
allein zuständige vollstreckungsrechtliche Aufsichtsbehörde (dazu BGE 106 III 83 E.
BGE 44 I 60
4; BGE 44 I 60; BGE 41 III 44; AMONN, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 3.
BGE 41 III 44
4; BGE 44 I 60; BGE 41 III 44; AMONN, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 3.
BGE 106 III 23
KI-generiert

Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

KI-generiert
Art. 11 SchKG

The decision addresses the nullity of the auction award due to a violation of this provision.

Fragen Sie sich, wie dieser Entscheid auf Ihren Fall anwendbar ist?

Prüfen Sie diesen Entscheid zusammen mit Bundesrecht, kantonalen Erlassen, Kommentaren und Folgeentscheiden in Legislator AI.

Fall in Legislator öffnen →

Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (13)

KSK 2021 89 (2022-04-01) · gr
Appeal Upheld: Void Provisional Judicial Authorization Due to Insufficient Service Due Diligence
«…ides und der nicht erfolgten Zustellung des Rechtsöffnungsgesuchs versetzt (vgl. BGE 128 III 104 E. 5; 117 III 39 E. 5; 112 III 65 E. 3). Ebenso wenig kann die erkennende Kammer das Verwer- tungsbegehren der Gläubigerin aufheben, da Handlungen Dritte…»
Plainte.2020.17 (2020-05-12) · vd
Debtor's Challenge to Salary Attachment Calculation Upheld
«…i est inhérent ne pouvant être réparé par des circonstances ultérieures (ATF 117 III 39 consid. 5, JdT 1994 II 12 ; ATF 112 III 65 consid. 3, JdT 1989 II 35). Toutefois, la levée d’une mesure nulle est exclue si des actes irrévocables ont été accompl…»
Plainte.2019.5 (2019-03-11) · vd
Debt Collection Proceeding Abuse of Right Appeal
«…cun moment déployer d’effet, le vice qui lui est inhérent ne pouvant être réparé par des circonstances ultérieures (ATF 112 III 65, JdT 1989 II 35; ATF 117 III 39, JdT 1994 II 12). A teneur de l’art. 2 al. 2 CC (Code civil du 10 déc…»
Plainte.2018.28 (2018-10-10) · vd
Debtor's Appeal Challenging Receivable Auction Dismissed Due to Untimely Objections
«…cun moment déployer d’effet, le vice qui lui est inhérent ne pouvant être réparé par des circonstances ultérieures (ATF 112 III 65, JdT 1989 II 35 ; ATF 117 III 39, JdT 1994 II 12). Les « mesures » dont la nullité peut être constaté…»
Plainte.2016.40 (2016-12-28) · vd
Appeal Against Inadmissible Challenge to Debt Enforcement Proceedings Based on Spousal Liability
«…cun moment déployer d’effet, le vice qui lui est inhérent ne pouvant être réparé par des circonstances ultérieures (ATF 112 III 65, JdT 1989 II 35 ; ATF 117 III 39, JdT 1994 II 12). Les « mesures » dont la nullité peut être constaté…»
AbR.2012.13.Nr.15 (2016-06-16) · ow
Liquidator's Powers and Creditors' Committee Resolutions Case
«…115 III 11, E. 1c, 114 III 62, E. 1) oder Betreibungshandlungen unter Missachtung des Selbstkontrahierungsverbotes (BGE 112 III 65, E. 3). Bloss anfechtbar sind hingegen von einem örtlich nicht zuständigem Amt erlassene Zahlungsbefehle (BGE 96 III 89…»
Plainte.2016.11 (2016-03-03) · vd
Creditor Enforcement Against Debtor with Spouse's Opposition Under Foreign Community Property Regime
«…cun moment déployer d’effet, le vice qui lui est inhérent ne pouvant être réparé par des circonstances ultérieures (ATF 112 III 65, JdT 1989 II 35 ; ATF 117 III 39, JdT 1994 II 12). Les « mesures » dont la nullité peut être constaté…»
Plainte.2015.35 (2015-10-18) · vd
Appeal Against Revocation of Assigned Bankruptcy Claims Dismissed for Untimely Complaint and Procedural Deficiencies
«…cun moment déployer d’effet, le vice qui lui est inhérent ne pouvant être réparé par des circonstances ultérieures (ATF 112 III 65, JdT 1989 II 35 ; ATF 17 III 39, JdT 1994 II 12 ; Erard, op. cit., n. 9 ad art. 22 LP). Les « mesures…»
Plainte.2015.36 (2015-10-13) · vd
Creditor's Missed Deadline for Assigned Claim Revocation Upheld
«…cun moment déployer d’effet, le vice qui lui est inhérent ne pouvant être réparé par des circonstances ultérieures (ATF 112 III 65, JdT 1989 II 35 ; ATF 17 III 39, JdT 1994 II 12 ; Erard, Commentaire romand LP, n. 9 ad art. 22 LP).…»
Plainte.2014.55 (2014-12-09) · vd
Appeal Challenging Distribution Table Following Property Sale Rejected Due to Untimely Objections
«…CPF 13 mars 2009/7 précité). Tel est par exemple le cas d’une adjudication prononcée en violation de l’art. 11 LP (ATF 112 III 65, JT 1989 II 35). En revanche, une adjudication prononcée en violation du principe de la couverture n’est pas nulle mais…»
7B.283/2001 (2002-03-19)
«…ch gegen Personen immer nur in ihrer Eigenschaft als Träger und Ausübende staatlicher Funktionen (vgl. BGE 44 III 147; 112 III 65 E. 2 S. 66). Dass das strittige Angebot vom 11. Juni 2001 von einer Person in amtlicher Funktion eingereicht worden is…»
7B.50/2001 (2001-04-30)
«…gegen Art. 11 SchKG wurde etwa die Ersteigerung von Schuldbriefen durch einen Mitarbeiter des Betreibungsamtes ( BGE 112 III 65 ff.), aber auch die Ersteigerung eines Grundstücks durch ein Mitglied des Gläubigerausschusses im Rahmen des Vollzugs…»
BGE 127 III 229
«…gegen Art. 11 SchKG wurde etwa die Ersteigerung von Schuldbriefen durch einen Mitarbeiter des Betreibungsamtes ( BGE 112 III 65 ff.), aber auch die Ersteigerung eines Grundstücks durch ein Mitglied des Gläubigerausschusses im Rahmen des Vollzugs…»

Volltext

Urteilskopf

112 III 65

16. Auszug aus dem Entscheid der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer vom 9. September 1986 i.S. X. (Rekurs)

Regeste

Art. 11 SchKG; Ersteigerung von Schuldbriefen durch einen Mitarbeiter des Betreibungsamtes.

Dass das betreffende Pfandverwertungsverfahren abgeschlossen ist, steht der Feststellung der Nichtigkeit des Steigerungszuschlages nicht entgegen.

Sachverhalt ab Seite 65

BGE 112 III 65 S. 65

In der von der Bank A. gegen B. eingeleiteten Faustpfandbetreibung schritt das Betreibungsamt am 29. August 1985 zur Versteigerung dreier Schuldbriefe. Zwei davon wurden X. zugeschlagen. Nachdem sich B. später zahlungsunfähig erklärt hatte, wurde über ihn am 23. September 1985 der Konkurs eröffnet. Den dritten der erwähnten Schuldbriefe übergab das Betreibungsamt hierauf dem Konkursamt. Am 25. September 1985 stellte das Betreibungsamt der Bank A. einen Pfandausfallschein aus.

Mit Schreiben vom 28. Mai 1986 orientierte das Betreibungsamt die kantonale Aufsichtsbehörde in Schuldbetreibungs- und Konkurssachen über die Faustpfandverwertung vom 29. August 1985. Dabei vertrat es die Ansicht, dass die beiden Beamten, welche die Steigerung durchgeführt hätten, den Zuschlag der beiden Schuldbriefe an X. hätten verweigern müssen, da sie gewusst hätten, dass dieser für das Betreibungsamt gearbeitet habe. Nachdem sie X. Gelegenheit eingeräumt hatte, sich zur betreibungsamtlichen Eingabe vernehmen zu lassen, und dieser sich gegen eine Aufhebung

BGE 112 III 65 S. 66

des Zuschlags ausgesprochen hatte, entschied die kantonale Aufsichtsbehörde am 7. August 1986, dass der Zuschlag der beiden Schuldbriefe als verbotene Rechtshandlung im Sinne von Art. 11 SchKG aufgehoben werde.

Hiergegen hat X. an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts rekurriert.

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

2. Gemäss Art. 11 SchKG ist den Beamten und Angestellten des Betreibungs- und Konkursamtes untersagt, für ihre Rechnung bezüglich einer vom Amte einzutreibenden Forderung oder eines von ihm zu verwertenden Gegenstandes mit irgend jemand Rechtsgeschäfte abzuschliessen; Rechtshandlungen, die dieser Vorschrift zuwiderlaufen, sind ungültig.

Dass er im Zeitpunkt des strittigen Steigerungszuschlages noch für das Betreibungsamt tätig gewesen sei, stellt der Rekurrent nicht in Abrede, und die Ansicht, von Art. 11 SchKG nicht erfasst gewesen zu sein, hat er nunmehr fallenlassen. Nach wie vor wendet er jedoch ein, dass die vollstreckungsrechtliche Aufsichtsbehörde ein in Missachtung von Art. 11 SchKG zustande gekommenes Rechtsgeschäft nur so lange aufheben könne, als die Betreibung noch hängig sei. Die hier in Frage stehende Faustpfandbetreibung sei aber abgeschlossen, zumal die Versteigerung durchgeführt und der Zuschlagspreis bezahlt worden sei und ferner das Betreibungsamt auch die Kosten der Verwertung und Verteilung abgerechnet und der Gläubigerin den Erlös ausbezahlt habe. Die am 23. September 1985 angeordnete Eröffnung des Konkurses über den Schuldner habe die Faustpfandbetreibung nicht mehr im Sinne von Art. 206 SchKG aufheben können, und dass das Betreibungsamt noch am 25. September 1985, d.h. nach der Konkurseröffnung, einen Pfandausfallschein ausgestellt habe, sei ohne Belang, da das Betreibungsamt von jener noch nichts gewusst habe und im übrigen Pfandausfallscheine auch noch nach Eröffnung eines Konkurses ausgestellt werden könnten.

3. Ein nichtiger Akt, wie ihn der gegen Art. 11 SchKG verstossende Steigerungszuschlag auch nach Auffassung des Rekurrenten darstellt, kann zu keinem Zeitpunkt Wirkungen entfalten; der ihm anhaftende Mangel kann durch nachträglich eintretende Umstände nicht geheilt werden. Daran ändert die Tatsache nichts, dass die für die Aufhebung bzw. Nichtigerklärung

BGE 112 III 65 S. 67

allein zuständige vollstreckungsrechtliche Aufsichtsbehörde (dazu BGE 106 III 83 E. 4; BGE 44 I 60; BGE 41 III 44; AMONN, Grundriss des Schuldbetreibungs- und Konkursrechts, 3. A., § 26 Rz. 21; GILLIÉRON, Poursuite pour dettes, faillite et concordat, S. 209) unter den vorliegend gegebenen Verhältnissen nicht in der Lage ist, das Betreibungsamt in Anwendung von Art. 21 SchKG anzuweisen, die Steigerung zu wiederholen. Dass das Pfandverwertungsverfahren abgeschlossen ist, hat andererseits auch nicht etwa zur Folge, dass die Nichtigkeit des Zuschlags überhaupt nicht mehr festgestellt werden könnte. Der angefochtene Entscheid steht ferner auch nicht im Widerspruch zur Rechtsprechung, wonach wegen eines fehlerhaften Verfahrens, für das der Ersteigerer nicht verantwortlich ist, der Zuschlag nach Ablauf eines Jahres grundsätzlich nicht mehr angefochten und aufgehoben werden kann (vgl. BGE 106 III 23 E. 2a mit Hinweisen): Die Nichtigerklärung bzw. Aufhebung des strittigen Zuschlags durch die Vorinstanz datiert vom 7. August 1986 (Zustellung des Entscheids am 19. August 1986), während die Steigerung am 29. August 1985 durchgeführt worden war. Auf die Frage der Verantwortlichkeit des Rekurrenten braucht demnach gar nicht erst eingegangen zu werden. Ebensowenig ist im vorliegenden Verfahren alsdann darüber zu befinden, ob und allenfalls unter welchen Bedingungen der Rekurrent die aufgrund eines nichtigen Zuschlags in seinen Besitz gelangten Schuldbriefe rechtsgültig habe auf einen Dritten übertragen können.

...