Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 112 III 17 KI-generiert

Creditor Challenge to Minimum Garnishment Amount for Self-Employed Debtor

Geschäftsnummer BGE 112 III 17
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Creditor Challenge to Minimum Garnishment Amount for Self-Employed Debtor A creditor (Swiss Firefighters Association) challenged a debt enforcement office's decision to garnish only CHF 255 per month from the earnings of a self-employed ballet school operator, arguing for a higher amount to be garnished from the debtor's income. The Federal Supreme Court confirmed the lower garnishment amount, reasoning that, under the relevant debt enforcement law (Art. 93 SchKG), certain creditors—such as those providing essential goods (food, professional necessities) or landlords for necessary business/living premises—are privileged. This privilege allows the debtor to fully meet these elemental obligations, even during earnings attachment, ensuring the debtor retains the absolute minimum necessary for living and professional practice, and this does not violate federal law.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 93 SchKG (Einkommenspfändung). Gewisse Gläubiger sind in dem Sinne privilegiert, dass der Schuldner auch bei einer Lohn- bzw. Verdienstpfändung seinen Verpflichtungen ihnen gegenüber in vollem Umfange nachkommen darf (E. 4).

Schlagwörter

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Schuldbetreibung Gläubigerversammlung Mindesteinkommen Lohnpfändung Obligationenrecht Konkursforderung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 93 SchKG

The provision is cited in the legal headnote regarding income attachment, which forms the subject of the dispute.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (6)

15.2002.8 (2002-03-14) · ti
Debtor v. Enforcement Office (Calculation of Garnishable Income)
«…pensabili per lo svolgimento dell’attività professionale. Questi creditori godono quindi di un – legittimo (cfr **DTF** 112 III 17 ss.) – privilegio. L’ufficio di esecuzione deve determinare il reddito netto sulla base della contabilità o di altre re…»
15.1999.113 (2000-06-26) · ti
Income Seizure Surplus Calculation Appeal Dismissed
«…ndispensabili per lo svolgimento dell’attività professionale. Questi creditori godono quindi di un – legittimo (cfr DTF 112 III 17 ss.) – privilegio. L’ufficio di esecuzione deve determinare il reddito netto sulla base della contabilità o di altre re…»
ASLP.2000.1 (2000-05-12) · ne
Wage Attachment Recalculation and Business Expense Deduction in Debtor Proceedings
«…chen 1998, art.93 no 28; **Gilliéron**, Poursuite pour dettes, faillite et concordat, 3e éd., Lausanne 1993, p.187; ATF 112 III 17 cons.4, JT 1989 II 7). Or, un débiteur ne peut pas prétendre continuer une activité manifestement déficitaire et ceci a…»
VPB 87-021 (1986-12-31)
«…tiers qui fournissent les servi¬ ces indispensables ont le droit d'être intégralement payés pour leurs prestations (ATF 112 III 17 et 19) . La saisie ou le séquestre d'un compte joint porte sur la créance en rem¬ boursement total du compte qui appa…»
15.2002.8 · ti
Debtor Income Recalculation and Verification of Cohabitant's Financial Status for Attachment Purposes
«…pensabili per lo svolgimento dell’attività professionale. Questi creditori godono quindi di un – legittimo (cfr **DTF** 112 III 17 ss.) – privilegio. L’ufficio di esecuzione deve determinare il reddito netto sulla base della contabilità o di altre re…»
1----------- · vd
Independent Contractor Subsistence Seizure Appeal Dismissed Over Undocumented Funds
«…a différence entre ce revenu net et le minimum vital du débiteur donne le montant qui peut être saisi ou séquestré (ATF 112 III 17, JdT 1989 II 7 et note de Gilliéron; ATF 112 III 19 consid. 2b in initio, JdT 1988 II 118 et les références citées; Von…»

Volltext

Urteilskopf

112 III 17

6. Auszug aus dem Entscheid der Schuldbetreibungs- und Konkurskammer vom 8. Januar 1986 i.S. Schweizerischer Feuerwehrverband (Rekurs)

Regeste

Art. 93 SchKG (Einkommenspfändung).

Gewisse Gläubiger sind in dem Sinne privilegiert, dass der Schuldner auch bei einer Lohn- bzw. Verdienstpfändung seinen Verpflichtungen ihnen gegenüber in vollem Umfange nachkommen darf (E. 4).

Sachverhalt ab Seite 18

BGE 112 III 17 S. 18

Das Betreibungsamt verfügte gegen die Schuldnerin A.G., die eine Ballettschule auf eigene Rechnung betreibt, eine Verdienstpfändung von Fr. 255.-- im Monat. Der Schweizerische Feuerwehrverband als Gläubiger reichte dagegen bei der unteren Aufsichtsbehörde in SchKG-Sachen Beschwerde ein. Mit Entscheid vom 25. November 1985 wies die Aufsichtsbehörde das Betreibungsamt an, festzustellen, ob in der Ballettschule allfällige pfändbare Gegenstände vorhanden seien und wenn ja, diese zu pfänden. Sollten keine oder nicht ausreichende pfändbare Gegenstände vorhanden sein, sei die verfügte Verdienstpfändung von Fr. 255.-- pro Monat zu vollziehen.

Der Schweizerische Feuerwehrverband zog diesen Entscheid an die Aufsichtsbehörde in Betreibungs- und Konkurssachen für den Kanton Bern weiter, welche den Rekurs am 13. Dezember 1985 abwies.

Hiegegen führt der Schweizerische Feuerwehrverband Rekurs an die Schuldbetreibungs- und Konkurskammer des Bundesgerichts mit dem Begehren, das Betreibungsamt sei anzuweisen, zu Lasten der Schuldnerin eine Verdienstpfändung von mindestens Fr. 630.-- (Fr. 255.-- + Fr. 375.--) pro Monat zu verfügen.

Das Bundesgericht weist den Rekurs ab, soweit darauf einzutreten ist.

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

4. Dem Rekurrenten ist beizupflichten, dass sowohl bei der Verdienst- wie auch bei der Lohnpfändung gewisse Gläubiger in dem Sinne privilegiert sein können, dass der Schuldner seinen Verpflichtungen ihnen gegenüber in vollem Umfange nachkommen darf. Dies gilt einmal für die Verkäufer von Lebensmitteln, ohne deren Leistungen der Schuldner sein Leben nicht fristen könnte. Es trifft aber auch auf diejenigen Gläubiger zu, die dem Schuldner Güter geliefert haben, die zum Leben oder für die Berufsausübung unerlässlich sind, und schliesslich gilt es auch für den Vermieter von Wohnung und Geschäftsräumlichkeiten, soweit der Mietzins bei der Berechnung des Existenzminimums berücksichtigt wird und die Geschäftslokalitäten für die Berufsausübung unumgänglich sind. Diese Privilegierung gewisser Gläubiger

BGE 112 III 17 S. 19

ist eine Folgerung aus der Absicht des Gesetzgebers, dem Schuldner und seiner Familie das zum Leben und für die Berufsausübung absolut Notwendige zu belassen (Art. 92 ff. SchKG). Dieser könnte seine elementarsten Bedürfnisse nicht befriedigen, wenn er nicht in der Lage wäre, die ihm dadurch entstehenden Auslagen zu begleichen. Die Bevorzugung dieser Gläubiger verstösst daher nicht gegen Bundesrecht. Der Rekurs erweist sich damit als unbegründet.