Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 111 IV 31 KI-generiert

State v. [Defendant's Last Name] (Narcotics Act Violation and Sentencing Classification)

Geschäftsnummer BGE 111 IV 31
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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State v. [Defendant's Last Name] (Narcotics Act Violation and Sentencing Classification) The case concerns an appeal against a criminal conviction for repeated and sustained violations of the Narcotics Act (BetmG) due to the sale of approximately 8 kg of hashish. The perpetrator argued that it was not a "serious case" under Article 19 section 2 letter a BetmG because, despite the large quantity, the drugs were only delivered to one buyer, and the perpetrator knew they were intended for onward distribution to a limited circle of only 5 or 6 people, meaning the safety of many people was not endangered. The court rejected the appeal, holding that a serious case under the provision is met if the quantity of narcotics is objectively capable of endangering the health of many people, regardless of the perpetrator's knowledge of the specific, smaller number of end-users; the offense is classified as an abstract danger offense, making proof that the danger materialized or was intended by the perpetrator unnecessary.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG. Nach dieser Bestimmung macht sich beim Nachweis einer entsprechenden Menge auch derjenige strafbar, der lediglich einem Abnehmer Betäubungsmittel abgibt und weiss, dass dieser seinerseits wiederum nur einen bestimmten, kleineren Personenkreis beliefert.

Schlagwörter

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Betäubungsmittelstrafzumessung strafbare Handlung Beschränkungen unterliegende Stoffe Gefahr von Drogenhandel Betäubungsmittelgesetz unrechtmässiger Betäubungsmittelbesitz

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 109 IV 143
Federal Court Upholds Severe Penalty for Large-Scale Drug Trafficking Based on New Minimum Thresholds
BGE 104 IV 212
3 mit Verweisungen) und subjektiver Hinsicht (BGE 104 IV 212 ff.) als "schweren Fall" im Sinne von Art.
BGE 104 IV 213
BGE 108 IV 65
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 19 Ziff. 1 BetmG

Cited in conjunction with Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG as the basis for the conviction upheld by the Federal Tribunal.

Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG

This provision defines the qualified offense (schwerer Fall) which was the subject of the appeal and the Tribunal's affirmation of the lower court's decision.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (126)

7B_1064/2023 (2026-03-05)
Narcotics Act: Qualified Cocaine Offenses, Arbitrary Fact-Finding, and Sentencing Discretion
«…eingetreten ist oder vom Täter gewollt war, ist bei einem abstrakten Gefährdungsdelikt gerade nicht erforderlich ([BGE 111 IV 31](https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_d…»
SB240211 (2025-01-13) · zh
State v. Accused (Appellate Review of Drug Offense and Immigration Convictions)
«…aus- gestaltet, bei welchem kein Nachweis erforderlich ist, dass die Gefahr eingetreten oder vom Täter gewollt war (BGE 111 IV 31 E. 2; BGE 118 IV 200 E. 3 f.; OGer ZH SB200116 vom 3. Juli 2020 E. III.). 2. Subsumtion 2.1. Wie bereits fest…»
SB230315 (2024-04-26) · zh
State v. Defendant: Narcotics, Violence, Pornography, and Driving Convictions and Sentence Review
«…Der Nachweis, dass die Gefahr tatsächlich einge- treten oder vom Täter gewollt gewesen sei, sei nicht erforderlich (BGE 111 IV 31 E. 2 mit Hinweisen; 117 IV 58 E. 2; 118 IV 200 E. 3 f.). Unter objektiven Gesichts- punkten ist sodann unerheblich, ob…»
6B_17/2022 (2024-03-18)
«…ur von Art. 19 Abs. 2 lit. a BetmG als abstraktes Gefährdungsdelikt (vgl. BGE 118 IV 200 E. 3f mit Hinweis auf BGE 111 IV 31 E. 2). Auch dieses ergänzende Vorbringen vermag ihm daher nicht zu helfen. Die Beschwerde erweist sich damit als begrü…»
SK 2022 407 (2023-08-09) · be
Swiss High Court Upholds Conviction for Large-Scale Cocaine Trafficking
«…eingetreten oder vom Täter gewollt war, ist nicht erforderlich (BGE 120 IV 334 E. 2a; 118 IV 200 E. 3f; 117 IV 58 E. 2; 111 IV 31 E. 2). Die Auffassung der Vorinstanz, die mengenmäs- sige Qualifikation falle vorliegend – trotz Überschreitung des Gre…»
SB220405 (2023-06-30) · zh
State v. Drug Trafficking Felony Qualification
«…tatsächlich faktisch manifestiert bzw. realisiert oder vom Täter gewollt war, ist demzufolge nicht ausschlaggebend (BGE 111 IV 31 E. 2; Urteil des Obergerichts Zürich vom 5. Juli 2021, SB200491, E. 2.2). Im Sinne ei- ner Ausnahme vom diesem Grundsat…»
SB220433 (2023-06-20) · zh
Drug Trafficking, Money Laundering, and Deportation Upheld, Sentence Modified
«…s die Gefahr tatsächlich eingetreten ist oder vom Täter gewollt war, ist nicht erforderlich (BGE 120 IV 334 E. 2.a; BGE 111 IV 31 E. 2; BGE 117 IV 58 E. 2; BGE 118 IV 200 E. 3 f.). Eine Ausnahme von dieser Rechtsprechung besteht gemäss Bun- desgeric…»
SB.2022.28 (2023-01-17) · bs
State v. [Appellant Name/Identifier] (Drug Trafficking and Commercial Theft Appeal)
«…tsächlich eingetreten oder vom Täter gewollt gewesen ist, ist nicht erforderlich (BGE 118 IV 200 E. 3f, 117 IV 58 E. 2, 111 IV 31 E. 2 mit Hinweisen; vgl. auch Albrecht, Die Strafbestimmungen des Betäubungsmittelgesetzes [Art. 19-28l BetmG], 3. Aufl…»
SB220002 (2022-12-06) · zh
Qualified Narcotics Possession and Deportation Appeal
«…gestaltet, bei welchem kein Nachweis erforderlich ist, dass die Gefahr eingetreten oder vom Täter gewollt war (vgl. BGE 111 IV 31 E. 2, S. 32; BGE 118 IV 200 E. 3, S. 199 ff.; OGer ZH, II. StrK. SB200116 vom 3. Juli 2020, E. III, S. 19). 3. Der Bes…»
SB200445 (2022-09-06) · zh
Drug Offenses, DUI, and Social Benefit Fraud Appeal Outcome
«…ngsdelikt, bei welchem der Nachweis nicht erforderlich ist, dass die Gefahr eingetreten oder vom Täter gewollt war (BGE 111 IV 31). Das Bundesgericht verneinte zwar einen schweren Fall bei einem Täter, der einen kleinen Anteil der (im Sinne von Art.…»
SK 2021 141 (2022-07-26) · be
Swiss Court Affirms Conviction for Prolonged Cocaine Trafficking and Related Offenses
«…eingetreten oder vom Täter gewollt war, ist nicht erforderlich (BGE 120 IV 334 E. 2a; 118 IV 200 E. 3f; 117 IV 58 E. 2; 111 IV 31 E. 2). Die Auffassung der Vorinstanz, die mengenmässige Qualifikation falle vorliegend – trotz Überschreitung des Grenz…»
SB210225 (2022-02-15) · zh
Conviction Upheld, Sentence Modified
«…Der Nachweis, dass die Gefahr tatsächlich einge- treten oder vom Täter gewollt gewesen sei, sei nicht erforderlich (BGE 111 IV 31 E. 2 mit Hinweisen, BGE 117 IV 58 E. 2, BGE 118 IV 200 E. 3 f.). Unter objektiven Gesichtspunkten ist sodann unerheblic…»
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Appeal Against Qualified Narcotics Violation Conviction Based on Volume and Number of Recipients
«…ngsdelikt, bei welchem der Nachweis nicht erforderlich ist, dass die Gefahr eingetreten oder vom Täter gewollt war (BGE 111 IV 31). Das Bundesgericht verneinte zwar einen schweren Fall bei einem Täter, der einen kleinen Anteil der (im Sinne von Art.…»
72.2020.194 (2020-11-27) · ti
Aggravated Narcotics Violation, Expulsion Violation, Acquittal on Money Laundering
«…he l'infrazione da lui commessa possa, direttamente o indirettamente, mettere in pericolo la vita di molte persone (DTF 111 IV 31; Bernard Corboz, op. cit., n. 91 ad art. 19 LStup). Affinché ciò sia realizzato, è sufficiente che egli sia cosciente d…»
72.2020.172 (2020-11-02) · ti
State v. [Defendant's Name]: Aggravated Drug Offenses and Expulsion
«…he l'infrazione da lui commessa possa, direttamente o indirettamente, mettere in pericolo la vita di molte persone (DTF 111 IV 31; Bernard Corboz, op. cit., n. 91 ad art. 19 LStup). Affinché ciò sia realizzato, è sufficiente che egli sia cosciente d…»

Volltext

Urteilskopf

111 IV 31

8. Auszug aus dem Urteil des Kassationshofes vom 21. Februar 1985 i.S. X. gegen Staatsanwaltschaft des Kantons Zürich (Nichtigkeitsbeschwerde)

Regeste

Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG.

Nach dieser Bestimmung macht sich beim Nachweis einer entsprechenden Menge auch derjenige strafbar, der lediglich einem Abnehmer Betäubungsmittel abgibt und weiss, dass dieser seinerseits wiederum nur einen bestimmten, kleineren Personenkreis beliefert.

Sachverhalt ab Seite 31

BGE 111 IV 31 S. 31

X. verkaufte insgesamt ca. 8 kg Haschisch an Y. Deswegen wurde er im Berufungsverfahren durch die erste Strafkammer des Obergerichts des Kantons Zürich am 22. November 1983 schuldig erklärt der wiederholten und fortgesetzten Widerhandlungen gegen Art. 19 Ziff. 1 in Verbindung mit Ziff. 2 lit. a BetmG und mit 10 Monaten Gefängnis bestraft. Die gegen diesen Entscheid geführte Nichtigkeitsbeschwerde weist der Kassationshof ab u.a. mit folgender

Erwägungen

Erwägung:

2. Nachdem die Vorinstanz mit zutreffender Begründung das Verhalten des Beschwerdeführers unter Berücksichtigung der neuesten Rechtsprechung des Bundesgerichts in objektiver (BGE 109 IV 143 E. 3 mit Verweisungen) und subjektiver Hinsicht (BGE 104 IV 212 ff.) als "schweren Fall" im Sinne von Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG qualifiziert hatte, wurde anschliessend in den Urteilserwägungen festgehalten, es sei nicht relevant, "ob der Angeklagte lediglich einem Abnehmer Stoff lieferte und wusste, dass dieser Abnehmer selber wiederum nur einen bestimmten, kleineren Personenkreis belieferte".

Nach Ansicht des Beschwerdeführers hat die Vorinstanz mit der eben zitierten Feststellung insoweit Bundesrecht verletzt, als die

BGE 111 IV 31 S. 32

von ihm vermittelten, insgesamt 8 kg Haschisch sich zum vornherein nicht zur Gefährdung vieler Menschen geeignet hätten, weil es nach seinem Wissen nur für einen kleinen Kreis von 5 oder 6 Personen bestimmt war.

Diese Darstellung lässt den eindeutigen Wortlaut des Gesetzes ausser Betracht. Ein schwerer Fall nach Art. 19 Ziff. 2 lit. a BetmG liegt schon dann vor, wenn sich die Widerhandlung auf eine Menge von Betäubungsmitteln bezieht, welche die Gesundheit vieler Menschen in Gefahr bringen kann. In objektiver Hinsicht setzt die Bestimmung also nur voraus, dass die Widerhandlung mit einer Menge eines bestimmten Betäubungsmittels begangen wird, die geeignet ist, eine gesundheitliche Gefahr für viele herbeizuführen; in subjektiver Beziehung verlangt das Gesetz, dass der Täter um diese objektiven Umstände weiss oder darauf schliessen muss (BGE 104 IV 213 E. 2). Indem der Beschwerdeführer geltend macht, dass die 8 kg Haschisch nur einem Abnehmer geliefert und damit nur wenige Personen versorgt wurden, übersieht er das Wesen des zu beurteilenden Deliktes als eines abstrakten Gefährdungsdeliktes, bei welchem der Nachweis nicht erforderlich ist, dass die Gefahr eingetreten oder vom Täter gewollt war (BGE 108 IV 65 E. 2 mit Hinweisen; ALFRED SCHÜTZ, Die Strafbestimmungen des Bundesgesetzes über die Betäubungsmittel vom 3. Oktober 1951 in der Fassung vom 20. März 1975, Diss. Zürich, 1980, S. 156).