Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 111 IB 50 KI-generiert

Bank Opposition to Document Transfer and Sealing Dispute

Geschäftsnummer BGE 111 IB 50
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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Bank Opposition to Document Transfer and Sealing Dispute In a legal assistance request from Bremen prosecutors concerning a German national, a bank submitted photocopies of the demanded business records with a request for sealing and storage, opposing their transmission to Germany. The local prosecuting authority ordered the seizure but indicated the documents would be forwarded to Bremen, which the cantonal court upheld. The Federal Supreme Court dismissed the appeal regarding the alleged failure to seal the documents, reasoning that the petitioners had not raised the sealing issue at the appellate canton level, thus lacking a final cantonal decision. Furthermore, even on the merits, the court found the sealing request unfounded because the bank, as the possessor, had ample time to compile the documents itself and redact third-party names, differentiating this case from situations where immediate seizure necessitates sealing to protect the possessor's right to participate in the sorting process and segregate irrelevant documents.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 9 IRSG, Art. 69 Abs. 2 und 3 BStP. Siegelung im Verfahren betreffend Rechtshilfe in Strafsachen.

Schlagwörter

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Edition von Bankunterlagen Dokumente Dritter Lokalbank Geschützte Namen Reihenfolge der Pfändung Unterdrückung von Urkunden

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 9 IRSG
This provision, cited in the context of the sealing requirement, is mentioned alongside Art. 69 BStP regarding the sealing of seized documents.
Art. 69 Abs. 3 BStP
Die Versiegelung könnte höchstens vom Besitzer der Papiere verlangt werden und nicht auch vom Angeschuldigten, der nicht gleichzeitig Besitzer ist (Art. 69 Abs. 3 BStP).
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 9 IRSG

This provision, cited in the context of the sealing requirement, is mentioned alongside Art. 69 BStP regarding the sealing of seized documents.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (15)

1B_232/2009 (2010-02-25)
«…ur dem jeweiligen Inhaber der Papiere bzw. Dateien zu ( BGE 127 II 151 E. 4c/aa S. 155; 116 Ib 106 E. 2a/aa S. 110; 111 Ib 50 E. 3b S. 51; Urteile 1S.13/2006 vom 27. September 2006 E. 1.4.1; 1S.28/2005 vom 27. September 2005 E. 2.4.2-2.4.3; 1A.…»
1B_233/2009 (2010-02-25)
«…ur dem jeweiligen Inhaber der Papiere bzw. Dateien zu ( BGE 127 II 151 E. 4c/aa S. 155; 116 Ib 106 E. 2a/aa S. 110; 111 Ib 50 E. 3b S. 51; Urteile 1S.13/2006 vom 27. September 2006 E. 1.4.1; 1S.28/2005 vom 27. September 2005 E. 2.4.2-2.4.3; 1A.…»
1B_101/2008 (2008-10-28)
«…d Rückgabe jener Papiere bzw. Datenträger zu beantragen, die für die Untersuchung nicht von Bedeutung sein können ( BGE 111 Ib 50 E. 3b S. 51 f.). Für die Bewilligung der Durchsuchung genügt es, dass auch nach Anhörung der Betroffenen die Vermutung…»
1S.13/2006 (2006-09-27)
«…to non sono per contro legittimati a farlo ( DTF 127 II 151 consid. 4c/aa pag. 155, 116 Ib 106 consid. 2a/aa pag. 110, 111 Ib 50 consid. 3b). È pacifico che di regola, trattandosi di documenti bancari, questa facoltà spetti alla banca. 1.4.2 Il cas…»
1S.31/2005 (2006-02-06)
«…in tutto o in parte alla stessa, le carte vengono suggellate ( art. 50 cpv. 3 DPA ; cfr. DTF 130 II 302 consid. 3.1, 111 Ib 50 consid. 3b; Robert Hauser/ Erhard Schweri/Karl Hartmann, Schweizerisches Strafprozessrecht, 6a ed., Basilea 2005, § 70…»
1S.28/2005 (2005-09-27)
«…e oder der Kontoinhaber, sind hierzu nicht berechtigt ( BGE 127 II 151 E. 4c/aa S. 155; 116 Ib 106 E. 2a/aa S. 110; 111 Ib 50 E. 3b S. 51). Es gibt keinen Grund, Art. 50 Abs. 3 VStrR weiter auszulegen als Art. 69 Abs. 3 BStP . Dies hat die B…»
1A.281/2003 (2004-11-18)
«…ita né al titolare del conto né all'avente diritto economico ( DTF 127 II 151 consid. 4c/aa, 116 Ib 106 consid. 2a/aa, 111 Ib 50 consid. 3b). 1.4 Il Tribunale federale ha d'altra parte stabilito che i clienti di un avvocato non sono legittimati a r…»
1A.283/2003 (2004-11-18)
«…pone, in tutto o in parte, alla stessa, le carte vengono suggellate ( art. 69 cpv. 3 PP ; DTF 130 II 302 consid. 3.1, 111 Ib 50 consid. 3b; Robert Hauser/Erhard Schweri, Schweizerisches Strafprozessrecht, 5a ed., Basilea 2002, § 70 n. 21, pag. 325…»
1A.278/2003 (2004-04-20)
«…s documents ou supports visés renferment un secret à protéger, ceux-ci sont mis sous scellés ( art. 69 al. 3 PPF ; ATF 111 Ib 50 consid. 3b p. 51/52; Gérard Piquerez, Procédure pénale suisse, Zurich 2000, p. 545/546; Robert Hauser/ Erhard Schweri,…»
BGE 130 II 302
«…s documents ou supports visés renferment un secret à protéger, ceux-ci sont mis sous scellés ( art. 69 al. 3 PPF ; ATF 111 Ib 50 consid. 3b p. 51/52; GÉRARD PIQUEREZ, Procédure pénale suisse, Zurich 2000, p. 545/546; ROBERT HAUSER/ERHARD SCHWERI,…»
1A.3/2001 (2001-03-13)
«…és s'il estime que les documents ou supports en question renferment un secret à protéger (cf. art. 69 al. 3 PPF ; ATF 111 Ib 50 consid. 3b p. 51/52; Gérard Piquerez, Procédure pénale suisse, Zurich 2000, p. 545/546; Robert Hauser/Erhard Schweri,…»
BGE 127 II 151
«…és s'il estime que les documents ou supports en question renferment un secret à protéger (cf. art. 69 al. 3 PPF ; ATF 111 Ib 50 consid. 3b p. 51/52; GÉRARD PIQUEREZ, Procédure pénale suisse, Zurich 2000, p. 545/546; ROBERT HAUSER/ERHARD SCHWERI,…»
1A.207/2000 (2000-11-17)
«…r Anwalt in der Regel Akten über andere als die vom Rechtshilfeersuchen betroffenen Klienten aussondern (vgl. auch BGE 111 Ib 50 E. 3b S. 52 und 102 Ia 516 E. 5c S. 527 mit Hinweis). Im Übrigen untersteht die durchsuchende Bezirksanwaltschaft dem…»
BGE 126 II 495
«…r Anwalt in der Regel Akten über andere als die vom Rechtshilfeersuchen betroffenen Klienten aussondern (vgl. auch BGE 111 Ib 50 E. 3b S. 52 und BGE 102 Ia 516 E. 5c S. 527 mit Hinweis). Im Übrigen untersteht die durchsuchende Bezirksanwaltschaf…»
BGE 119 IB 74
«…10 Tagen seit dessen Eröffnung mit Beschwerde bei der Anklagekammer des Bundesgerichts anfechten (Änderung der in [BGE 111 Ib 50](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»

Volltext

Urteilskopf

111 Ib 50

11. Auszug aus dem Urteil der I. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 8. Juli 1985 i.S. Bank X und Y gegen Obergericht des Kantons Luzern (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)

Regeste

Art. 9 IRSG, Art. 69 Abs. 2 und 3 BStP.

Siegelung im Verfahren betreffend Rechtshilfe in Strafsachen.

Sachverhalt ab Seite 51

BGE 111 Ib 50 S. 51

Die Staatsanwaltschaft Bremen ersuchte die schweizerischen Behörden in einem Strafverfahren gegen den deutschen Staatsangehörigen Y um Rechtshilfe, vor allem durch Beschlagnahme von Unterlagen über seinen Geschäftsverkehr mit der Bank X, Niederlassung Luzern. Die Bank stellte dem Amtsstatthalteramt Luzern-Land Fotokopien der verlangten Akten zu mit der Bemerkung, sie seien zu versiegeln und aufzubewahren, da die Weiterleitung nach Deutschland nicht gewünscht werde. Daraufhin erliess das Amtsstatthalteramt eine Verfügung betreffend Beschlagnahme der ihm von der Bank übergebenen Akten, in der darauf hingewiesen wurde, dass diese Akten den Strafbehörden von Bremen übergeben werden müssten. Die Bank und Y erhoben Rekurs beim Obergericht, das ihn abwies. Dagegen führen sie Verwaltungsgerichtsbeschwerde.

Erwägungen

Aus den Erwägungen:

3. Die Beschwerdeführer beanstanden weiter, dass die beschlagnahmten Papiere entgegen ihrem Antrag nicht versiegelt worden seien. Sie berufen sich auf Art. 9 IRSG in Verbindung mit dem dort angeführten Art. 69 des Bundesgesetzes über die Bundesstrafrechtspflege (BStP).

a) Die Frage der Versiegelung der beschlagnahmten Akten haben die Beschwerdeführer im kantonalen Rekursverfahren nicht aufgeworfen. Es fehlt somit in diesem Punkt an einem letztinstanzlichen Entscheid, weshalb insoweit auf die Beschwerde nicht eingetreten werden kann. Hieran ändert nichts, dass der Vertreter der Beschwerdeführer erst während des Laufs der Frist für die Anrufung des Bundesgerichts bemerkt haben will, dass die Akten entgegen dem vor erster Instanz gestellten Antrag nicht versiegelt wurden. Er hätte die Akten durchaus schon vor der Einreichung des Rekurses an das Obergericht konsultieren können.

b) Der Einwand wäre im übrigen auch der Sache nach unbegründet. Die Versiegelung könnte höchstens vom Besitzer der Papiere verlangt werden und nicht auch vom Angeschuldigten, der nicht gleichzeitig Besitzer ist (Art. 69 Abs. 3 BStP). Der Antrag hätte daher nur von der Bank gestellt werden können. Die Versiegelung bezweckt, dem Besitzer zu ermöglichen, bei der Sichtung der Papiere durch die Behörde mitzuwirken und gegebenenfalls die Aussonderung und Rückgabe von Akten zu beantragen, die für die

BGE 111 Ib 50 S. 52

Untersuchung nicht von Bedeutung sein können (Art. 69 Abs. 2 und 3 BStP). Sie ist demnach immer dann geboten, wenn die Beschlagnahme von Papieren ohne Vorankündigung erfolgt und der Besitzer ausserstande ist, sich an Ort und Stelle darüber zu äussern, was für die Untersuchung wesentlich sein könnte und was nicht. Im vorliegenden Fall verhält es sich anders. Der Bank wurde ausreichend Zeit eingeräumt, um die mit den Konten des Angeschuldigten zusammenhängenden Unterlagen selbst zusammenzustellen, und es wurde ihr sogar ermöglicht, Namen von Drittpersonen abzudecken, die nach ihrem Dafürhalten für die Untersuchung belanglos sind. Es ist daher unerfindlich, welche Rechte sie nach Versiegelung in einem Entsiegelungsverfahren noch ausüben möchte. Sie legt dies denn auch nicht dar und hat es namentlich unterlassen, konkret zu sagen, welche der ihr bestens bekannten Papiere allenfalls von der Übermittlung an die deutschen Behörden ausgenommen werden sollten.