Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 110 IB 266 KI-generiert

Municipality Zoning Challenge Regarding "Other Municipal Area" Designation

Geschäftsnummer BGE 110 IB 266
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Municipality Zoning Challenge Regarding "Other Municipal Area" Designation A municipality challenged the zoning plan of another municipality, arguing that the designation of the majority of its property as "other municipal area" ("übriges Gemeindegebiet") lacked a clear legal basis and violated federal planning law, specifically concerning the mandatory distinction between building, agricultural, and protection zones. The Swiss Federal Supreme Court dismissed the constitutional complaint, reasoning that the Cantonal Planning Law's provision allowing the designation of "other municipal area" (Art. 31 KRG) is compatible with federal law (Art. 14 para. 2 and Art. 18 para. 2 RPG) as it permits cantons and municipalities to fulfill their planning obligations in several stages, prioritizing the immediate demarcation of building areas. While this provisional designation does not fulfill the final requirement to establish precisely defined agricultural zones, the court found that federal law explicitly allows for regulations concerning areas whose use is not yet determined, provided that this provisional designation is applied in a manner consistent with the federal mandate to eventually define the definitive zones.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 14 Abs. 2 RPG, Art. 31 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden. Übriges Gemeindegebiet. Vereinbarkeit der bündnerischen Vorschriften über das übrige Gemeindegebiet mit Bundesrecht (E. 4).

Schlagwörter

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Bau- und Zonenordnung kommunale Baubewilligung Gemeindeaufgabe Bauzone Agrargebiet Zonenplanänderung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 108 Ia 35
Ob dies zutrifft, prüft das Bundesgericht nur dann frei, wenn es um einen besonders schweren Eingriff geht (BGE 108 Ia 35 E.
BGE 109 Ib 126
BGE 109 Ib 127
31 KRG ist als solche Vorschrift zu verstehen (BGE 109 Ib 127 E.
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 14 Abs. 2 RPG

Cited in the reasoning as a standard distinction for use plans, but the core assessment against Art. 31 KRG relies on Art. 18 Abs. 2 RPG.

Art. 18 Abs. 2 RPG

Cited to affirm that cantonal law can contain provisions regarding areas whose use is not yet determined, thereby validating Art. 31 KRG.

Art. 31 KRG

The primary cantonal provision under review, whose compatibility with federal law was assessed.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (7)

1C_492/2022 (2023-09-12)
«…terminazione di una zona agricola delimitata in modo preciso e comprendente i terreni definiti dall' art. 16 LPT ( DTF 110 Ib 266 consid. 4). In concreto, non si tratta quindi di esaminare se il prospettato impianto di essiccazione sia conforme o m…»
1P.259/2002 (2002-12-16)
«…di divergenza, può essere modificato e adattato alla nuova situazione (cfr. DTF 119 Ia 362 consid. 4a pag. 368 e 4c, 110 Ib 266; sentenza 1P.355/2000 consid. 3d, apparsa in RDAT I-2001 n. 49). 3.7 I ricorrenti rilevano che l'asserita inidoneità ag…»
1P.611/2001 (2002-01-25)
«…enfalls als unvollständig bezeichnet werden (vgl. BGE 115 Ia 333 E. 6a S. 341; 112 Ia 315 E. 3b; 111 Ib 85 E. 2; 110 Ib 266 ). Wenn sich aus der nachträglich durchgeführten Kulturlandplanung ergibt, dass die Bedürfnisse der Landwirtschaft, die…»
1P.559/2000 (2001-02-01)
«…costituzionale della proprietà, salvo nei casi in cui la restrizione sia particolarmente grave (sulla nozione cfr. DTF 110 Ib 266 consid. 4 e rinvii, 109 Ia 189 consid. 2, 95 I 372 consid. 4, 523 consid. 4; Walter Kälin, Das Verfahren der staatsrec…»
1P.178/1999 (2000-09-01)
«…stituzionale della proprietà, salvo nei casi in cui la restrizione sia parti- colarmente grave (sulla nozione cfr. DTF 110 Ib 266 consid. 4 e rinvii, 109 Ia 189 consid. 2, 95 I 372 consid. 4, 523 consid. 4). Di regola, in materia di raggruppamento…»
1P.668/1998 (2000-05-29)
«…costituzionale della proprietà, salvo nei casi in cui la restrizione sia particolarmente grave (sulla nozione cfr. DTF 110 Ib 266 consid. 4 e rinvii, 109 Ia 189 consid. 2, 95 I 372 consid. 4, 523 consid. 4). Di regola, in materia di raggruppamento…»
BGE 111 IB 85
«…tone und Gemeinden nicht davon, die vom Bundesrecht geforderten definitiven Nutzungszonen festzulegen (Art. 2 RPG; [BGE 110 Ib 266](https://www.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/clir/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_dat…»

Volltext

Urteilskopf

110 Ib 266

46. Auszug aus dem Urteil der I. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 10. Oktober 1984 i.S. Politische Gemeinde Zollikon gegen Gemeinde Vaz/Obervaz und Regierung des Kantons Graubünden (staatsrechtliche Beschwerde)

Regeste

Art. 14 Abs. 2 RPG, Art. 31 des Raumplanungsgesetzes für den Kanton Graubünden. Übriges Gemeindegebiet.

Vereinbarkeit der bündnerischen Vorschriften über das übrige Gemeindegebiet mit Bundesrecht (E. 4).

Erwägungen ab Seite 266

BGE 110 Ib 266 S. 266

Aus den Erwägungen:

4. In materieller Hinsicht macht die Beschwerdeführerin zunächst geltend, es fehle eine klare gesetzliche Grundlage für die Belassung des grössten Teils ihres Grundbesitzes im übrigen Gemeindegebiet. Ob dies zutrifft, prüft das Bundesgericht nur dann frei, wenn es um einen besonders schweren Eingriff geht (BGE 108 Ia 35 E. 3a mit Hinweisen). Es kann offen bleiben, ob von einem solchen gesprochen werden kann, wenn bei der erstmaligen Festsetzung eines Zonenplanes Grundstücke nicht eingezont werden, da sich die Rüge der Beschwerdeführerin auch bei freier Prüfung als unbegründet erweist.

Das kantonale Raumplanungsgesetz ordnet an, dass die Gemeinden das Baugebiet auszuscheiden haben und zwar in der Regel im Zonenplan (Art. 19 Abs. 1 und Abs. 2 lit. a). Das nicht in Bauzonen einbezogene Gebiet können sie z.B. Zonen für die Land- und Forstwirtschaft zuweisen (Art. 23 und 30 KRG), sie können es aber auch als "übriges Gemeindegebiet" bezeichnen,

BGE 110 Ib 266 S. 267

das grundsätzlich nur wie bisher zu nutzen ist, oder als Landwirtschaftszone behandelt wird, wenn die landwirtschaftliche Nutzung überwiegt (Art. 31 Abs. 1 KRG; BGE 109 Ib 126 E. 2). Es besteht kein Zweifel, dass die von der Gemeinde Vaz/Obervaz am 28. November 1982 angenommenen Zonenpläne diesen gesetzlichen Vorschriften entsprechen.

Die Beschwerdeführerin wendet jedoch ein, die Vorschriften des kantonalen Rechts über das übrige Gemeindegebiet seien bundesrechtswidrig. Richtig ist, dass die Nutzungspläne "vorab Bau-, Landwirtschaft- und Schutzzonen" unterscheiden (Art. 14 Abs. 2 RPG). Das Raumplanungsgesetz des Bundes schliesst jedoch nicht aus, dass die Kantone und Gemeinden ihre Verpflichtung, Nutzungspläne zu erlassen, in mehreren Schritten erfüllen. Auch wenn die Bezeichnung "übriges Gemeindegebiet" gemäss Art. 31 KRG die Festsetzung präzis begrenzter Landwirtschaftszonen, welche das in Art. 16 RPG bezeichnete Land umfassen, nicht zu ersetzen vermag, ist es nicht bundesrechtswidrig, wenn zunächst die vordringliche Aufgabe der Baugebietsbegrenzung im Bauzonenplan erfüllt wird. Das Bundesrecht lässt es ausdrücklich zu, dass das kantonale Recht "Vorschriften enthalten kann über Gebiete, deren Nutzung noch nicht bestimmt ist oder in denen eine bestimmte Nutzung erst später zugelassen wird" (Art. 18 Abs. 2 RPG). Art. 31 KRG ist als solche Vorschrift zu verstehen (BGE 109 Ib 127 E. 2b), freilich unter der Voraussetzung, dass sie in Übereinstimmung mit dem Bundesrecht angewendet wird, d.h. sie befreit den Kanton und die Gemeinden nicht davon, die vom Bundesrecht geforderten definitiven Landwirtschaftszonen festzulegen. In Berücksichtigung dieses bundesrechtlichen Gebots steht jedoch das Bundesrecht der Bezeichnung "übriges Gebiet" für die vorerst nicht einer bestimmten Zone zugewiesenen Flächen nicht entgegen. Die Einwendung der fehlenden gesetzlichen Grundlage bzw. deren Bundesrechtswidrigkeit geht daher fehl.