Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
BGE 109 IB 114 KI-generiert

Canton v. Cantonal Administrative Court (Regulatory Taking Compensation)

Geschäftsnummer BGE 109 IB 114
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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Canton v. Cantonal Administrative Court (Regulatory Taking Compensation) The case concerns a jurisdictional dispute where the Canton sought redress against a cantonal administrative court's decision regarding compensation for a property restriction based on local and landscape protection, where the court applied its own practice defining regulatory taking ("materielle Enteignung") as restrictions affecting land with a "stabilized" market value and permanently destroying a "common" price. The Federal Supreme Court reiterated that the concept of regulatory taking is governed by federal law, defined by its own case law, and that Art. 5 para. 2 of the Federal Spatial Planning Act (RPG), which guarantees full compensation for restrictions equivalent to expropriation, now ensures uniform application of this federal concept; therefore, the RPG prevents cantons from broadening the definition of regulatory taking beyond federal standards, thus overriding prior cantonal freedom and requiring cantonal decisions on compensation to be judged according to federal criteria to achieve legal uniformity.

Legislator-Regeste

Amtlich

Regeste Art. 5 Abs. 2 RPG; Rechtsnatur und Bedeutung des Begriffs der materiellen Enteignung. Die materielle Enteignung ist ein bundesrechtlicher Begriff, den die bundesgerichtliche Rechtsprechung umschreibt. Art. 5 Abs. 2 RPG verwehrt es den Kantonen, den Begriff weiter zu fassen.

Schlagwörter

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materielle Enteignung Raumplanungsgesetz Bodenrecht Enteignungsentschädigung Streitwert common law

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 98 Ia 386
Hiezu hat das Bundesgericht schon im Jahre 1972 im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren festgestellt, es habe keinen Anlass, von seiner Rechtsprechung abzugehen (BGE 98 Ia 386 E.
BGE 107 Ib 222
1), will es damit auch dem entschädigungspflichtigen Gemeinwesen einen Schutz gegen die Festsetzung übermässiger Entschädigungsbeträge gewähren (BGE 107 Ib 222 E.
BGE 107 Ib 229
Federal Supreme Court Jurisdiction Over Compensation for Pre-SPA Property Restriction
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 5 Abs. 2 RPG

This provision establishing the federal standard for inherent expropriation is central to the review against the cantonal decision.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (8)

1C_275/2025 (2026-06-29)
Denial of compensation for de facto expropriation regarding historic preservation measures based on overall property yield.
«…all&query_words=&rank=0&azaclir=aza&highlight_docid=atf%3A%2F%2F127-I-185%3Ade&number_of_ranks=0#page185) E. 4 S. 191; [109 Ib 114](https://search.bger.ch/ext/eurospider/live/de/php/aza/http/index.php?lang=de&type=show_document&page=1&from_date=&to_d…»
1C_98/2010 (2010-08-13)
«…Inhalt ergab sich indes schon vorher aus ungeschriebenem Verfassungsrecht des Bundes ( BGE 98 Ia 381 E. 1a S. 383 f.; 109 Ib 114 E. 3 S. 115; je mit Hinweisen). Eine materielle Enteignung liegt danach insbesondere vor, wenn dem Eigentümer der bish…»
1C_487/2009 (2010-08-10)
«…6/1985 S. 211 ff. und vom 14. Dezember 1983, in: ZBl 85/1984 S. 366 ff.; unveröffentlichte Erwägung 4b des Urteils BGE 109 Ib 114 ; 97 I 632 E. 5 S. 634 f. ; 93 I 338 E. 7 S. 342 f. ; 82 I 157 E. 3 S. 164 f.). So erblickte das Bundesgericht we…»
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«…der Nichteinzonung sei der Marktwert des Grundstücks zerstört worden. Dieses Argument ist aber nicht massgeblich ( BGE 109 Ib 114 E. 3 S. 115; vgl. auch 127 I 185 E. 4 S. 191). 8. 8.1 Zusammengefasst verstösst der angefochtene Entscheid, soweit er…»
BGE 132 II 218
«…der Nichteinzonung sei der Marktwert des Grundstücks zerstört worden. Dieses Argument ist aber nicht massgeblich ( BGE 109 Ib 114 E. 3 S. 115; vgl. auch BGE 127 I 185 E. 4 S. 191). 8. 8.1 Zusammengefasst verstösst der angefochtene Entscheid, sow…»
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«…n in der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufgestellten Kriterien vergütet werden darf (s. etwa BGE 107 Ib 19 E. 2, 109 Ib 114 E. 3, 114 Ib 108, 174, 286 E. 5 S. 293 f., je mit Hinweisen). Was die formelle bundesrechtliche Enteignung anbelangt, h…»
BGE 127 I 185
«…der bundesgerichtlichen Rechtsprechung aufgestellten Kriterien vergütet werden darf (s. etwa BGE 107 Ib 19 E. 2; BGE 109 Ib 114 E. 3; BGE 114 Ib 108 , 174, 286 E. 5 S. 293 f., je mit Hinweisen). Was die formelle bundesrechtliche Enteignung anbel…»
1A.104/2000 (2000-10-20)
«…2 RPG ergeben ( BGE 114 Ib 108 E. 2b S. 111, 286 E. 5 S. 293; 113 Ib 30 E. 3c S. 33 f.; 110 Ib 29 E. 3 S. 31 f.; 109 Ib 114 E. 3 S. 115; Ulrich Häfelin/Georg Müller, Grundriss des Allgemeinen Verwaltungsrechts, 3. Aufl. , Zürich 1998, S. 424…»

Volltext

Urteilskopf

109 Ib 114

17. Auszug aus dem Urteil der I. öffentlichrechtlichen Abteilung vom 16. März 1983 i.S. Staat Zürich gegen Hofstetter, Steinmann, Steiner und Wüest sowie Verwaltungsgericht des Kantons Zürich (Verwaltungsgerichtsbeschwerde)

Regeste

Art. 5 Abs. 2 RPG; Rechtsnatur und Bedeutung des Begriffs der materiellen Enteignung.

Die materielle Enteignung ist ein bundesrechtlicher Begriff, den die bundesgerichtliche Rechtsprechung umschreibt. Art. 5 Abs. 2 RPG verwehrt es den Kantonen, den Begriff weiter zu fassen.

Erwägungen ab Seite 114

BGE 109 Ib 114 S. 114

Aus den Erwägungen:

3. Das Verwaltungsgericht stützt den angefochtenen Entscheid auf seine der bundesgerichtlichen Rechtsprechung teilweise widersprechende Praxis, wonach eine Eigentumsbeschränkung zum Schutz des Orts- und Landschaftsbildes dann einer Enteignung gleichkommt, wenn sie Land mit einem "gefestigten" Verkehrswert trifft und einen "gängigen" Preis dauernd zerstört. Hiezu hat das Bundesgericht schon im Jahre 1972 im staatsrechtlichen Beschwerdeverfahren festgestellt, es habe keinen Anlass, von seiner Rechtsprechung abzugehen (BGE 98 Ia 386 E. 2c).

Das am 1. Januar 1980 in Kraft getretene Bundesgesetz über die Raumplanung wiederholt in Art. 5 Abs. 2 den verfassungsrechtlichen Grundsatz der vollen Entschädigung bei Eigentumsbeschränkungen, die einer Enteignung gleichkommen. Zudem räumt es nicht nur den betroffenen Eigentümern, sondern auch Kantonen und Gemeinden das Beschwerderecht gegen Entscheide letzter kantonaler Instanzen ein (Art. 34 Abs. 2 RPG). Wie erwähnt (E. 1), will es damit auch dem entschädigungspflichtigen Gemeinwesen einen Schutz gegen die Festsetzung übermässiger Entschädigungsbeträge gewähren (BGE 107 Ib 222 E. 2). Bei der freien Prüfung der Verletzung von Bundesrecht im verwaltungsgerichtlichen Beschwerdeverfahren ist daher die Frage, ob der kantonale Entscheid die Voraussetzungen der Entschädigungspflicht zutreffend festgestellt und die Entschädigungshöhe richtig ermittelt hat, gemäss den Kriterien der bundesgerichtlichen Rechtsprechung zu beurteilen (in der amtlichen Sammlung unveröffentlichte E. 4 des Urteils BGE 107 Ib 229 ff., publiziert in ZBl 83/1982, S. 84). Nur dadurch wird die vom Gesetzgeber gewollte Rechtseinheit hinsichtlich des Begriffs der materiellen Enteignung erreicht. Das Raumplanungsgesetz verwehrt es den Kantonen, diesen Begriff weiter zu fassen als das Bundesrecht. Die Freiheit, welche die Kantone vor dessen Inkrafttreten hatten, ist damit dahingefallen.