Cantonal Pension Fund Reform: Conditional Federal Appeal Pending Supervisory Authority's Jurisdiction Lacks Protective Interest
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Supreme Court (II. social law division) refused to enter into the merits of the appeal and dismissed the request for a stay of proceedings, thereby upholding the challenged popular vote and the resulting law; the appellants must bear reduced court costs of CHF 300. The appellants — an association of pensioners and two individuals — had filed an appeal against a provision of a newly enacted cantonal law on the cantonal pension fund, which the canton's parliament had passed in two variants and the people had adopted on September 28, 2014; they had also filed a nearly identical complaint with the supervisory authority. The Court held that the appeal was inadmissible because it was filed only conditionally, "in the event" the supervisory authority declared itself incompetent, and thus lacked a legally protected interest under Art. 89(1)(c) BGG; no ground for suspension under Art. 71 BGG and Art. 6(1) BZP existed, as the supervisory authority's pending jurisdictional decision would not affect the federal appeal's outcome, and the appellants suffered no legal disadvantage because the supervisory decision would itself be appealable and the appeal deadline could still be preserved under Art. 48(3) BGG.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 29 Abs. 1 BGG, Art. 71 BGG, Art. 6 Abs. 1 BZP, Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG, Art. 42 BGG, Art. 74 Abs. 1 BVG; Cantonal Pension Fund Reform: Conditional Federal Appeal Pending Supervisory Authority's Jurisdiction Lacks Protective Interest: social law division) refused to enter into the merits of the appeal and dismissed the request for a stay of proceedings, thereby upholding the challenged popular vote and the resulting law; the appellants must bear reduced court costs of CHF 300. The appellants — an association of pensioners and two individuals — had filed an appeal against a provision of a newly enacted cantonal law on the cantonal pension fund, which the canton's parliament had passed in two variants and the people had adopted on September 28, 2014; they had also filed a nearly identical complaint with the supervisory authority. The Court held that the appeal was inadmissible because it was filed only conditionally, "in the event" the supervisory authority declared itself incompetent, and thus lacked a legally protected interest under Art. 89(1)(c) BGG; no ground for suspension under Art. 71 BGG and Art. 6(1) BZP existed, as the supervisory authority's pending jurisdictional decision would not affect the federal appeal's outcome, and the appellants suffered no legal disadvantage because the supervisory decision would itself be appealable and the appeal deadline could still be preserved under Art. 48(3) BGG.
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KI-generiertUsed to impose the reduced court costs on the appellants.
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Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
{T 0/2}
9C_789/2014
Urteil vom 2. Dezember 2014
II. sozialrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Kernen, Präsident,
Bundesrichterinnen Pfiffner, Glanzmann,
Gerichtsschreiberin Dormann.
Verfahrensbeteiligte
1. Verband der Pensionierten der Staatlichen Pensionskasse Solothurn,
2. A.________,
3. B.________,
alle drei vertreten durch
Rechtsanwalt Dr. Philip Conradin-Triaca,
Beschwerdeführer,
gegen
Kanton Solothurn , vertreten durch das Finanzdepartement des Kantons Solothurn,
Rathaus, 4509 Solothurn,
Beschwerdegegner,
BVG- und Stiftungsaufsicht ,
Rötistrasse 4, 4500 Solothurn.
Gegenstand
Berufliche Vorsorge,
Beschwerde gegen die Volksabstimmung
vom 28. September 2014.
Sachverhalt:
A. Am 25. Juni 2014 verabschiedete der Kantonsrat von Solothurn das Gesetz über die Pensionskasse Kanton Solothurn (PKG) in zwei Varianten; er unterstellte die Vorlage der Volksabstimmung. Die Staatskanzlei publizierte deren Ergebnis im Amtsblatt des Kantons Solothurn Nr. 40 vom 3. Oktober 2014. Danach nahm das Volk am 28. September 2014 Variante 2 des PKG an. Im Amtsblatt Nr. 43 vom 24. Oktober 2014 wurde das angenommene PKG unter "allgemeinverbindliche Erlasse" publiziert und dessen Inkrafttreten auf den 1. Januar 2015 festgehalten.
B. Der Verband der Pensionierten der Staatlichen Pensionskasse Solothurn, A.________ und B.________ lassen mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 31. Oktober 2014 beantragen, § 22 Abs. 4 lit. b PKG sei aufzuheben, eventualiter sei § 22 Abs. 1 Satz 5 PKG aufzuheben. In prozessualer Hinsicht ersuchen sie um aufschiebende Wirkung der Beschwerde und um Sistierung des Verfahrens bis auf Weiteres.
Am 26. November 2014 orientiert die BVG- und Stiftungsaufsicht das Bundesgericht, dass die Beschwerdeführer bei ihr ebenfalls am 31. Oktober 2014 eine weitgehend identische Beschwerde erhoben haben, und dass sie beabsichtigt, mittels Zwischenverfügung über deren Zulässigkeit zu entscheiden.
Erwägungen:
1.
1.1. Das Bundesgericht prüft seine Zuständigkeit und die (weiteren) Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen und mit freier Kognition ( Art. 29 Abs. 1 BGG ; BGE 139 V 42 E. 1 S. 44 mit Hinweisen).
1.2. Die Beschwerdeführer halten die BVG- und Stiftungsaufsicht (als Aufsichtsbehörde im Sinne von Art. 61 ff. BVG ) für "wahrscheinlich zuständig". Sie legen dar, dass sie die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten lediglich vorsorglich "für den Fall" der Unzuständigkeit der Aufsichtsbehörde, verbunden mit dem Antrag auf Sistierung, erheben.
1.3. Der Richter kann aus Gründen der Zweckmässigkeit das Verfahren aussetzen, insbesondere wenn das Urteil von der Entscheidung in einem anderen Rechtsstreit beeinflusst werden kann ( Art. 71 BGG in Verbindung mit Art. 6 Abs. 1 BZP [SR 273]). Der zu erwartende Entscheid der BVG- und Stiftungsaufsicht über ihre Zuständigkeit ist für den Ausgang des bundesgerichtlichen Verfahrens nicht von Belang, insbesondere hängt eine materielle Beurteilung nicht davon ab. Damit liegt kein Grund für eine Sistierung des Verfahrens vor. Aus der Begründung (E. 1.2) ergibt sich indessen, dass die Beschwerde beim Bundesgericht nur unter der Bedingung, dass die Aufsichtsbehörde unzuständig ist, erhoben wird. Eine solchermassen bedingte Beschwerdeerhebung ist mangels eines schutzwürdigen Interesses ( Art. 89 Abs. 1 lit. c BGG ) unzulässig (vgl. BGE 134 III 332 ; LAURENT MERZ, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 2. Aufl. 2011, N. 13 zu Art. 42 BGG ).
Aus dem Nichteintreten des Bundesgerichts erwächst den Beschwerdeführern denn auch kein rechtlicher Nachteil: Einerseits wird der Entscheid der BVG- und Stiftungsaufsicht betreffend die Zuständigkeit anfechtbar sein (vgl. Art. 74 Abs. 1 BVG und Art. 86 Abs. 1 lit. a BGG ). Anderseits gilt die Beschwerdefrist von Art. 100 Abs. 1 BGG auch als gewahrt, wenn sich nachträglich herausstellen sollte, dass die materielle Beurteilung der Beschwerde direkt in die Kompetenz des Bundesgerichts fällt (vgl. Art. 48 Abs. 3 BGG ), was zu klären bleibt. Zudem prüft das Bundesgericht auch das kantonale öffentliche Berufsvorsorgerecht grundsätzlich frei (vgl. BGE 134 V 199 E. 1.2 S. 200; 359 E. 8.5 S. 368; SVR 2012 BVG Nr. 24 S. 98, 9C_73/2011 E. 1.3).
2. Mit dem Entscheid in der Sache wird das Gesuch um aufschiebende Wirkung der Beschwerde gegenstandslos.
3. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend haben die Beschwerdeführer die (reduzierten) Gerichtskosten zu tragen ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).
Demnach erkennt das Bundesgericht:
1. Das Sistierungsgesuch wird abgewiesen.
2. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
3. Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden den Beschwerdeführern auferlegt.
4. Dieses Urteil wird den Parteien, der BVG- und Stiftungsaufsicht und dem Kantonsrat Solothurn schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 2. Dezember 2014
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Kernen
Die Gerichtsschreiberin: Dormann