Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
9C_723/2013 KI-generiert

Claimant Challenges Psychiatric Assessment Order in Disability Review; Supreme Court Declares Appeal Inadmissible

Geschäftsnummer 9C_723/2013
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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In a case concerning a revision of disability benefits, a regional authority planned a psychiatric evaluation for an individual, which the individual opposed. The social security court upheld the authority's decision, prompting the individual to appeal. The individual argued that the evaluation was unnecessary given their existing medical records and that undergoing a new assessment would violate their rights and potentially worsen their condition. However, the court ruled that these objections were not sufficiently valid for assessment in this stage of the proceedings, leading to a dismissal of the appeal and associated cost penalties for the individual.

Legislator-Regeste

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Art. 92 Abs. 1 BGG, Art. 93 Abs. 3 BGG, Art. 43 ATSG, Art. 8 EMRK, Art. 13 BV, Art. 36 ATSG; Claimant Challenges Psychiatric Assessment Order in Disability Review; Supreme Court Declares Appeal Inadmissible: The social security court upheld the authority's decision, prompting the individual to appeal. The individual argued that the evaluation was unnecessary given their existing medical records and that undergoing a new assessment would violate their rights and potentially worsen their condition. However, the court ruled that these objections were not sufficiently valid for assessment in this stage of the proceedings, leading to a dismissal of the appeal and associated cost penalties for the individual.

Schlagwörter

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Invalidenversicherung Invaliditätsbemessung medizinische Überprüfung psychiatrische Beweismittel Revisionsgrund psychiatrische Arbeitsunfähigkeit mangelhafte medizinische Sachverhaltsabklärung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG

Used to declare the appeal inadmissible because it was manifestly inadmissible under the simplified procedure.

Art. 64 Abs. 1 bis 3 BGG

Cited in relation to the rejection of the request for legal aid due to the decision being handled under simplified procedure.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Cited as the basis for imposing reduced court costs on the appellant.

Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG

Cited in the reasoning when dismissing the argument regarding irreparable harm concerning unsuitability of the assessment, although the final decision relied on Art. 108.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (10)

S 2017 106 (2018-10-31) · gr
Appeal Against Mandatory Medical Assessment Due to Acute Risk of Self-Harm
«…verständiger beantworten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_285/2014 vom 30. Mai 2014 E.2 und 9C_723/2013 - 30 - vom 21. Oktober 2013 E. 2.3). Grundsätzlich stellen diagnostische…»
S 2017 106 (2017-10-31) · gr
Appeal Against Mandatory Medical Evaluation Due to Suicide Risk
«…inischer Sach- verständiger beantworten (vgl. Urteile des Bundesgerichts 9C_285/2014 vom 30. Mai 2014 E.2 und 9C_723/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.3). Grundsätzlich stellen diagnostische Massnahmen keine Gefahr für Leben und Gesun…»
8C_52/2017 (2017-03-06)
Claimant's Appeal Regarding Expert Witness Appointment and Supplementary Questions in Disability Claim Inadmissible
«…id über die Gutachtensanordnung (vgl. BGE 138 V 271 E. 2.2.2 S. 277; Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 2.1, 9C_723/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.3 und 9C_207/2012 E. 1.2.1 und 1.2.5). Eine formelle Ablehnung eines Sachverständigen kann re…»
IV.2015.286 (2016-03-04) · sg
Disability Pension Recipient Ordered to Undergo New Psychiatric Evaluation Due to Surveillance Evidence Discrepancies
«…t, jedoch vom ärztlichen Sachverständigen zu beantworten (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013, 9C_723/2013 E. 2.3). So hat Dr. D.___ beispielsweise in seinem Teilgutachten angegeben, dass er den Beschwerdeführer verschont habe…»
IV.2015.286 (2016-03-04) · sg
Insured Person v. Administrative Authority (Psychiatric Re-evaluation)
«…t, jedoch vom ärztlichen Sachverständigen zu beantworten (statt vieler: Urteil des Bundesgerichts vom 21. Oktober 2013, 9C_723/2013 E. 2.3). So hat Dr. D.___ beispielsweise in seinem Teilgutachten angegeben, dass er den Beschwerdeführer verschont habe…»
9C_922/2015 (2015-12-24)
Claimant's Objection to Male Medical Experts Deemed Not Appealable
«…eine gutachtliche Abklärung medizinisch verantwortbar ist, vom ärztlichen Sachverständigen zu beantworten (vgl. Urteile 9C_723/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.3; 9C_285/2014 vom 30. Mai 2014 E. 2 i.f.; 9C_918/2015 vom 18. Dezember 2015 E. 2). Nach dem…»
9C_810/2014 (2014-12-01)
Invalidity Pension Recipient's Challenge to Expert Panel Selection Inadmissible Until Final Decision
«…ichen Befassung mit einem Zwischenentscheid über die Gutachtensanordnung (vgl. BGE 138 V 271 E. 2.2.2 S. 277; Urteile 9C_723/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.3 und 9C_207/2012 E. 1.2.1 und 1.2.5). Der Beschwerdeführer lässt ausführen, über die deutsch…»
9C_474/2014 (2014-07-14)
Invalidity Benefit Recipient v. Social Insurance Authority (Medical Assessment Challenge)
«…e beantworten, ob eine gutachtliche Abklärung verantwortbar ist (vgl. erwähntes Urteil 9C_285/2014 E. 2 a.E. und Urteil 9C_723/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.3). 3. Die Beschwerde ist offensichtlich unzulässig ( Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG ). Ein Schri…»
9C_285/2014 (2014-05-30)
Invalidity Insurance Medical Examination Appeal Inadmissibility
«…gutachtliche Abklärung medizinisch verantwortbar ist, letztlich vom ärztlichen Sachverständigen zu beantworten (Urteil 9C_723/2013 vom 21. Oktober 2013 E. 2.3). 3. Die Beschwerde ist offensichtlich unzulässig ( Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG ). Ein Schri…»
2014.05.08.sv.2 (2014-05-08) · bl
Disability Insurance Office v. Insured: Medical Assessment Upheld
«…ortbar ist, letztlich vom ärztlichen Sachverständigen zu beantworten (Urteil des Bundes- gerichts vom 21. Oktober 2013, 9C_723/2013, E. 2.3). Gestützt auf die kursorische Würdigung der Unterlagen ist eine Unzumutbarkeit der Begutachtung daher nicht wa…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

9C_723/2013

Urteil vom 21. Oktober 2013

II. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Meyer, als Einzelrichter,

Gerichtsschreiber Traub.

Verfahrensbeteiligte

C.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Philip Stolkin,

Beschwerdeführerin,

gegen

IV-Stelle des Kantons Zürich ,

Röntgenstrasse 17, 8005 Zürich,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich

vom 26. August 2013.

Sachverhalt:

Im Rahmen eines Verfahrens der Rentenrevision sieht die IV-Stelle des Kantons Zürich vor, C.________ durch Frau Dr. B.________ psychiatrisch untersuchen zu lassen (Verfügung vom 29. Januar 2013).

Das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich wies die dagegen erhobene Beschwerde ab (Entscheid vom 26. August 2013).

C.________ führt Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten mit dem Rechtsbegehren, der angefochtene Entscheid sei aufzuheben und die IV-Stelle anzuweisen, auf das vorhandene medizinische Dossier abzustellen. Eventuell sei das kantonale Gericht anzuweisen, mit ihr "zunächst das Mitspracheverfahren durchzuführen". Subeventualiter sei die Sache zur weiteren Behandlung an das kantonale Gericht zurückzuweisen. Ausserdem ersucht sie um die unentgeltliche Rechtspflege (Prozessführung und Rechtsverbeiständung).

Erwägungen:

1. Die Beschwerde richtet sich gegen einen Zwischenentscheid im Sinne von Art. 92 f. BGG. In diesem Rahmen kann ein Rechtsstreit um Fragen der Anordnung einer Administrativbegutachtung nur vor Bundesgericht getragen werden, sofern der angefochtene Entscheid den Ausstand einer sachverständigen Person im konkreten Fall betrifft (vgl. Art. 92 Abs. 1 BGG ; BGE 138 V 271 ). Hinsichtlich anderer Aspekte prüft das Bundesgericht die Anordnung des Gutachtens gegebenenfalls zusammen mit dem Endentscheid auf deren Bundesrechtskonformität hin (vgl. Art. 93 Abs. 3 BGG ).

2.

2.1. Das kantonale Gericht erkannte, es gebe keine Anhaltspunkte dafür, dass die vorgesehene Begutachtung unzumutbar oder unnötig sei. Vielmehr sei die Verwaltung vor dem Hintergrund der fehlenden Stabilität des gesundheitlichen Zustandes der Versicherten und wegen der seit der letzten psychiatrischen (Teil-) Begutachtung (im November 2010) vergangenen Zeit gesetzlich verpflichtet gewesen, die aktuellen medizinischen Verhältnisse abzuklären ( Art. 43 ATSG ; E. 1.2 des angefochtenen Entscheids). Auch mit Blick auf das (bei mono- und bidisziplinären Gutachten) im Falle aller zulässigen Einwendungen angezeigte konsensorientierte Vorgehen (vgl. das zur Publikation bestimmte Urteil 9C_207/2012 vom 3. Juli 2013 E. 5.2.2.3) sei die Zwischenverfügung vom 29. Januar 2013 nicht zu beanstanden, zumal die Beschwerdeführerin gegen die Person der vorgesehenen Gutachterin keine Vorbehalte mehr angebracht habe (E. 1.3).

2.2. Die Beschwerdeführerin lässt geltend machen, eine erneute psychiatrische Begutachtung sei mit Blick auf das bereits vollständige medizinische Dossier nicht notwendig. Die Verpflichtung, sich (erneut) untersuchen zu lassen, verletze daher das Gebot der Verhältnismässigkeit sowie ihr informationelles Selbstbestimmungsrecht ( Art. 8 EMRK und Art. 13 BV ). Die Begutachtung sei angesichts ihrer Angststörung aber auch nicht zumutbar und könne kontraproduktiv wirken (Ziff. 11 und 15 ff. der Beschwerdeschrift). Zudem sei kein Einigungsversuch über die Gutachterperson unternommen worden (Ziff. 19 ff.). Schliesslich legt die Beschwerdeführerin in abstrakter Weise dar, die vorgesehene Einzelgutachterin sei von der Invalidenversicherung nicht wirtschaftlich unabhängig (Ziff. 27).

2.3. Soweit die Beschwerdeführerin die Notwendigkeit einer Administrativbegutachtung bestreitet, handelt es sich um eine materielle Einwendung (vgl. BGE 138 V 271 E. 1.1 S. 274), die dem Bundesgericht nicht schon im Rahmen eines Zwischenverfahrens zur Beurteilung vorgelegt werden kann (oben E. 1). Dies gilt auch hinsichtlich der Vorbringen betreffend einer fehlenden konsensorientierten Gutachterbestellung (statt vieler: Urteil 9C_601/2013 vom 1. Oktober 2013 E. 2.3). Ebenfalls nicht auf einen personenbezogenen Ablehnungsgrund im Sinne von Art. 36 ATSG und Art. 10 Abs. 1 VwVG (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.1.3 S. 231) zielt die Rüge, die von der IV-Stelle bezeichnete Sachverständige sei (generell) nicht als unabhängig anzusehen; vom Einzelfall losgelöste Einwendungen gegen Gutachterpersonen führen nicht zur bundesgerichtlichen Befassung mit einem Zwischenentscheid über die Gutachtensanordnung (vgl. BGE 138 V 271 E. 2.2.2 S. 277; erwähntes Urteil 9C_207/2012 E. 1.2.1 und 1.2.5). Das Vorbringen schliesslich, die psychiatrische Untersuchung könne sich nachteilig auf die Gesundheit der Beschwerdeführerin auswirken, betrifft - als einziges - nicht die Gewährleistung fairer Rahmenbedingungen der Begutachtung und die Güte der daraus resultierenden Entscheidungsgrundlage. Der Beschwerdeschrift sind indes keine substantiellen Anhaltspunkte für eine Unzumutbarkeit der Begutachtung zu entnehmen. Schon insoweit stellt sich die Frage, ob die Begutachtung unter diesem Aspekt einen nicht wieder gutzumachenden Nachteil mit sich bringen könnte ( Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG ), nicht. Ohnehin ist die Frage, ob eine gutachtliche Abklärung medizinisch verantwortbar ist, letztlich vom ärztlichen Sachverständigen zu beantworten.

Die Beschwerde ist somit unter allen geltend gemachten Titeln offensichtlich unzulässig ( Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG ).

3. Dem Ausgang des Verfahrens entsprechend wird die Beschwerdeführerin kostenpflichtig. Die Erledigung im vereinfachten Verfahren ( Art. 108 Abs. 1 lit. a und Abs. 2 BGG ) schliesst die Ablehnung des Gesuchs um unentgeltliche Rechtspflege ein (Art. 64 Abs. 1 bis 3 BGG) und führt zu reduzierten Gerichtskosten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ; vgl. Urteil 9C_743/2012 vom 10. Oktober 2012).

Demnach erkennt der Einzelrichter:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Die Gerichtskosten von Fr. 300.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

4. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 21. Oktober 2013

Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Einzelrichter: Meyer

Der Gerichtsschreiber: Traub