Federal Supreme Court Overturns Denial of Pro Bono Legal Aid on Miscalculation of Indigence
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves a complaint against a decision made by the Insurance Court of the Canton of Aargau, which denied the request for free legal assistance and required a monetary advance for legal costs. The individual contended that they did not have the financial means to cover the costs, as determined by the court's assessment of their income and necessary expenditures. The court found that, based on the provided financial documentation, the applicant had a surplus of income over expenses that would affect their need for legal aid. Consequently, the case was brought to the Federal Tribunal, which questioned the lower court's ruling regarding financial need and instructed a re-evaluation of the situation.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 93 Abs. 1 BGG, Art. 61 lit. f ATSG, Art. 95 lit. a BGG, Art. 68 Abs. 2 BGG, Art. 109 Abs. 2 lit. b und Abs. 3 BGG; Federal Supreme Court Overturns Denial of Pro Bono Legal Aid on Miscalculation of Indigence: The individual contended that they did not have the financial means to cover the costs, as determined by the court's assessment of their income and necessary expenditures. The court found that, based on the provided financial documentation, the applicant had a surplus of income over expenses that would affect their need for legal aid. Consequently, the case was brought to the Federal Tribunal, which questioned the lower court's ruling regarding financial need and instructed a re-evaluation of the situation.
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KI-generiertUsed to decide the manifestly founded appeal in a simplified procedure with summary reasoning.
Cited to order the Canton of Aargau to pay attorney's fees to the successful appellant.
Cited in the reasoning to confirm that the appeal was admissible (though not strictly in the dispositive, it is often included if related to procedural jurisdiction/admissibility check leading to the final judgment).
Cited because the Federal Tribunal found that the cantonal court decision violated federal law.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
9C_565/2018
Urteil vom 27. September 2018
II. sozialrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Pfiffner, Präsidentin,
Bundesrichter Meyer, Parrino,
Gerichtsschreiber Fessler.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
vertreten durch Fürsprech Jürg Walker,
Beschwerdeführer,
gegen
Versicherungsgericht des Kantons Aargau, Obere Vorstadt 40, 5000 Aarau,
Beschwerdegegner.
Gegenstand
Invalidenversicherung,
Beschwerde gegen die Verfügung des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau
vom 24. Juli 2018 (VBE.2018.465).
Nach Einsicht
in die Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten vom 27. August 2018 gegen die Verfügung des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 24. Juli 2018 betreffend die Abweisung des Gesuchs des A.________ um unentgeltliche Rechtspflege und die Verpflichtung zur Leistung eines Kostenvorschusses von Fr. 800.- im Verfahren VBE.2018.465,
in Erwägung,
dass die Beschwerde zulässig ist ( Art. 93 Abs. 1 BGG ; Urteile 9C_6/2018 vom 7. Februar 2018 und 2C_683/2014 vom 24. Oktober 2014 E. 2.2) und auch die weiteren Eintretensvoraussetzungen gegeben sind,
dass das kantonale Versicherungsgericht das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mangels Bedürftigkeit abgewiesen hat (vgl. Art. 61 lit. f ATSG und BGE 135 I 221 E. 5.1 S. 223),
dass es seiner Berechnung einen massgebenden zivilprozessualen Notbedarf von Fr. 3'653.- sowie Einkommen "gem. eig. Angaben" von Fr. 3'977.- (Fr. 3'227.- + Fr. 750.- [UV-Rente]) zugrunde legte, woraus ein Überschuss von Fr. 324.- resultierte,
dass der Beschwerdeführer gemäss den von ihm im vorinstanzlichen Verfahren eingereichten Belegen eine UV-Rente von monatlich Fr. 736.45 sowie seit 1. August 2017 (Beginn der Rahmenfrist für den Leistungsbezug) Arbeitslosenentschädigung auf der Grundlage eines Taggeldes von Fr. 140.- bezieht,
dass ihm gemäss den Abrechnungen der Öffentlichen Arbeitslosenkasse des Kantons Aargau im Mai und Juni 2018 nach Abzug der Sozialversicherungsbeiträge und einem "Abzug Dritte Betreibungsamt B.________" (Fr. 474.85 bzw. Fr. 216.85) jeweils Fr. 2'684.50 ausbezahlt wurden (zur Berücksichtigung von laufenden Lohnpfändungen bei der Beurteilung der prozessualen Bedürftigkeit Urteil 8C_709/2017 vom 27. April 2018 E. 5.2),
dass sich bei einem zivilprozessualen Notbedarf von Fr. 3'653.- und Einkommen von Fr. 3'420.95 (Fr. 736.45 + Fr. 2'684.50) ein Ausgabenüberschuss von Fr. 232.05 (Fr. 3'653.- - Fr. 3'420.95) ergibt,
dass somit das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege nicht mit der Begründung fehlender Bedürftigkeit abgewiesen werden konnte,
dass die angefochtene Verfügung Bundesrecht verletzt ( Art. 95 lit. a BGG ),
dass das kantonale Versicherungsgericht die weiteren Voraussetzungen für den Anspruch auf unentgeltliche Rechtspflege im Verfahren VBE.2018.465 (vgl. dazu Urteil 9C_196/2012 vom 20. April 2012 E. 4.1 mit Hinweis; ferner BGE 135 I 1 E. 7.1 S. 2) zu prüfen haben wird,
dass die offensichtlich begründete Beschwerde im vereinfachten Verfahren mit summarischer Begründung nach Art. 109 Abs. 2 lit. b und Abs. 3 BGG erledigt wird,
dass der Kanton Aargau dem obsiegenden Beschwerdeführer eine Parteientschädigung zu bezahlen hat ( Art. 68 Abs. 2 BGG ),
erkennt das Bundesgericht:
1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Die Verfügung des Versicherungsgerichts des Kantons Aargau vom 24. Juli 2018 wird aufgehoben und die Sache zu neuer Entscheidung im Sinne der Erwägungen an dieses zurückgewiesen.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3. Der Kanton Aargau hat den Rechtsvertreter des Beschwerdeführers für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2'800.- zu entschädigen.
4. Dieses Urteil wird den Parteien, der IV-Stelle des Kantons Aargau und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.
Luzern, 27. September 2018
Im Namen der II. sozialrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Präsidentin: Pfiffner
Der Gerichtsschreiber: Fessler