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8C_673/2022 KI-generiert

Disability Insurance Office Appeal Inadmissibility Due to Reformatio in Peius

Geschäftsnummer 8C_673/2022
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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A person born in 1998 applied for benefits from the Swiss Disability Insurance Office (IV-Stelle) of Basel-Landschaft on April 28, 2014, seeking professional measures. The office denied the claim on November 23, 2015. The individual filed another request on May 23, 2016, resulting in a partial pension being granted from October 1, 2016, based on a psychiatric report from October 20, 2019. The claimant contested this decision at the Basel-Landschaft Cantonal Court, which overturned the prior determination on August 18, 2022, granting a full disability pension effective from October 1, 2016. The IV-Stelle then appealed to the Swiss Federal Tribunal, seeking to modify the commencement date for a full pension to July 1, 2018, or alternatively, to have the case reassessed by the lower court. The claimant opposed, seeking dismissal of the appeal.

Legislator-Regeste

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Art. 29 Abs. 1 BGG, Art. 99 Abs. 2 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG, Art. 68 Abs. 2 BGG; Disability Insurance Office Appeal Inadmissibility Due to Reformatio in Peius: The office denied the claim on November 23, 2015. The individual filed another request on May 23, 2016, resulting in a partial pension being granted from October 1, 2016, based on a psychiatric report from October 20, 2019. The claimant contested this decision at the Basel-Landschaft Cantonal Court, which overturned the prior determination on August 18, 2022, granting a full disability pension effective from October 1, 2016. The IV-Stelle then appealed to the Swiss Federal Tribunal, seeking to modify the commencement date for a full pension to July 1, 2018, or alternatively, to have the case reassessed by the lower court. The claimant opposed, seeking dismissal of the appeal.

Schlagwörter

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Invalidenversicherung Anspruch auf Invalidenrente Reformatio in peius Invaliditätsbemessung Versicherungsentschädigung Beginn des Rentenanspruchs Eingliederungsmassnahme in der Sozialversicherung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 Abs. 1 BGG

The costs of the federal court proceedings were imposed on the appellant (IV-Stelle).

Art. 68 Abs. 2 BGG

The appellant was ordered to pay the respondent compensation for the federal court proceedings.

Art. 99 Abs. 2 BGG

The appeal was rejected based on the prohibition against worsening the situation for the appellant (in this case, the lower court decision awarded more than what the appellant sought before the Federal Tribunal).

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

8C_673/2022

Urteil vom 22. Februar 2023

IV. öffentlich-rechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Wirthlin, Präsident,

Bundesrichter Maillard, Bundesrichterin Heine,

Gerichtsschreiber Jancar.

Verfahrensbeteiligte

IV-Stelle Basel-Landschaft,

Hauptstrasse 109, 4102 Binningen,

Beschwerdeführerin,

gegen

A.________,

handelnd durch B.________,

und dieser vertreten durch Rechtsanwalt Christoph Vettiger,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Invalidenversicherung,

Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, vom 18. August 2022 (720 20 303 / 196).

Sachverhalt:

A. A.a. Die 1998 geborene A.________ meldete sich am 28. April 2014 bei der IV-Stelle Basel-Landschaft zum Leistungsbezug an, welche mit Verfügung vom 23. November 2015 einen Anspruch auf berufliche Massnahmen verneinte.

A.b. Am 23. Mai 2016 ersuchte die Versicherte die IV-Stelle erneut um Gewährung beruflicher Massnahmen. Die Verwaltung zog u.a. ein Gutachten des Psychiaters pract. med. C.________ vom 20. Oktober 2019 bei. Mit Verfügung vom 22. Juni 2020 sprach die IV-Stelle der Versicherten ab 1. Oktober 2016 eine Viertelsrente zu.

B. Gegen die letztgenannte Verfügung reichte A.________ beim Kantonsgericht Basel-Landschaft Beschwerde ein. Dieses holte ein Gutachten der Psychiaterin Dr. med. D.________ vom 3. Februar 2022 ein. Mit Urteil vom 18. August 2022 hob das kantonale Gericht die strittige Verfügung der IV-Stelle auf und stellte fest, A.________ habe mit Wirkung ab 1. Oktober 2016 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente.

C. Mit Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten beantragt die IV-Stelle, das kantonale Urteil sei dahingehend abzuändern, dass A.________ ab 1. Juli 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Eventuell sei die Sache an die Vorinstanz zur neuen Beurteilung zurückzuweisen. Der Beschwerde sei die aufschiebende Wirkung zu erteilen.

A.________ verlangt Nichteintreten auf die Beschwerde, eventuell deren Abweisung; es sei ihr die unentgeltliche Rechtspflege zu gewähren. Das Bundesamt für Sozialversicherungen verzichtet auf eine Vernehmlassung.

Erwägungen:

1.

1.1. Das Bundesgericht prüft die Eintretensvoraussetzungen von Amtes wegen und mit freier Kognition ( Art. 29 Abs. 1 BGG ; BGE 145 V 57 E. 1 mit Hinweisen).

1.2. Vor dem kantonalen Gericht verlangte die IV-Stelle mit Eingabe vom 4. April 2022, der Beschwerdegegnerin sei ab 1. Oktober 2016 eine ganze Invalidenrente zuzusprechen. Die Vorinstanz hat in diesem Sinne entschieden.

Vor Bundesgericht beantragt die IV-Stelle, das kantonale Urteil sei dahingehend abzuändern, dass A.________ erst ab 1. Juli 2018 Anspruch auf eine ganze Invalidenrente habe. Damit fordert die IV-Stelle die Zusprache einer Invalidenrente von geringerem Ausmass als sie selbst im kantonalen Verfahren anbegehrt hat. Dies ist unzulässig ( Art. 99 Abs. 2 BGG ; BGE 138 V 339 E. 2.3.3, 136 V 362 E. 4.2; SVR 2022 UV Nr. 42 S. 169, 8C_444/2021 E. 1.3; Urteil 8C_236/2022 vom 4. Oktober 2022 E. 2.3 i.f. mit Hinweis), woran das - im Übrigen nicht eigens begründete - Eventualbegehren nichts ändert. Auf die Beschwerde ist somit nicht einzutreten.

2. Mit dem Urteil in der Sache wird das Gesuch der IV-Stelle um aufschiebende Wirkung der Beschwerde gegenstandslos.

3. Die unterliegende IV-Stelle trägt die Verfahrenskosten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ). Sie hat der Beschwerdegegnerin eine Parteientschädigung auszurichten ( Art. 68 Abs. 2 BGG ). Das Gesuch der Beschwerdegegnerin um Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege ist somit gegenstandslos.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Die Beschwerdeführerin hat die Beschwerdegegnerin für das bundesgerichtliche Verfahren mit Fr. 2800.- zu entschädigen.

4. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Kantonsgericht Basel-Landschaft, Abteilung Sozialversicherungsrecht, und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 22. Februar 2023

Im Namen der IV. öffentlich-rechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Wirthlin

Der Gerichtsschreiber: Jancar