Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
8C_497/2014 KI-generiert

Beneficiary challenges psychiatric evaluation order; Appeal inadmissible due to non-reviewability of expert opinion necessity.

Geschäftsnummer 8C_497/2014
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual who has been receiving full disability pension benefits since July 2000. In April 2012, a review procedure initiated by the disability insurance authority prompted a request for a psychiatric assessment from medical clinics. The individual opposed the reassessment, citing undesirability and unnecessary complications regarding his mental health. The local social insurance court dismissed his appeal, confirming the necessity and appropriateness of the requested evaluation. Consequently, the individual escalated the matter, seeking a return to the insurance authority for a further examination of whether the psychiatric evaluation would pose a risk to his mental well-being.

Legislator-Regeste

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Art. 43 Abs. 2 ATSG, Art. 66 Abs. 1 Satz, Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG, Art. 93 BGG; Beneficiary challenges psychiatric evaluation order; Appeal inadmissible due to non-reviewability of expert opinion necessity: In April 2012, a review procedure initiated by the disability insurance authority prompted a request for a psychiatric assessment from medical clinics. The individual opposed the reassessment, citing undesirability and unnecessary complications regarding his mental health. The local social insurance court dismissed his appeal, confirming the necessity and appropriateness of the requested evaluation. Consequently, the individual escalated the matter, seeking a return to the insurance authority for a further examination of whether the psychiatric evaluation would pose a risk to his mental well-being.

Schlagwörter

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Invalidenversicherung (Ausstand) psychiatrisches Gutachten Revision medizinische Notwendigkeit Geistige Gesundheit Invalidenversicherung Feststellung der Erwerbsfähigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG

Used to rule for the waiver of court costs due to the circumstances.

Art. 93 BGG

Impliedly applied as the decision not to enter on the appeal (Eintretensverweigerung) is based on the principle governing appeals against decisions regarding the ordering of expert opinions.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (12)

9C_565/2017 (2017-10-04)
Disability Assessment Order Appeal Inadmissibly Challenged Before Final Decision
«…iswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler: Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 E. 2.2 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), worauf bereits im Urteil 9C_663/2015 vom 12. Oktober 2015 ausdrücklich hingewiesen word…»
9C_185/2017 (2017-03-15)
Federal Supreme Court Declines Appeal on Interlocutory Decision Regarding Medical Assessment Questionnaire Selection
«…, welche in der Regel erst im Rahmen der Beweiswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler: Urteil 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass die Beschwerdeführerin keine formellen Ausstandsgründe geltend macht, sondern vorb…»
9C_696/2016 (2016-11-18)
Challenge Against Interim Order for Psychiatric Evaluation Dismissed
«…bs. 3 BGG ; statt vieler: Urteile 9C_927/2015 vom 18. Dezember 2015 mit Hinweisen; 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass Letzteres praxisgemäss insbesondere bezüglich Einwendungen materieller Natur gilt,…»
9C_279/2016 (2016-04-29)
IV Office Evaluation Dispute Appeal Dismissed
«…er Beweiswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler: Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass der Beschwerdeführer keine formellen Ausstandsgründe geltend macht, sondern der Vo…»
9C_91/2016 (2016-03-14)
Swiss Federal Supreme Court on Appealability of Interlocutory Medical Evaluation Orders
«…bs. 3 BGG ; statt vieler: Urteile 9C_927/2015 vom 18. Dezember 2015 mit Hinweisen, 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass Letzteres praxisgemäss insbesondere bezüglich Einwendungen materieller Natur gilt,…»
9C_96/2016 (2016-02-19)
Claimant v. Invalidity Insurance Office (Expert Witness Selection)
«…er Beweiswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler: Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass der vorinstanzlich bestätigte Verzicht der Beschwerdegegnerin auf Durchführung ein…»
9C_43/2016 (2016-01-22)
Federal Supreme Court Declines Appeal on Interlocutory Order for Medical Expert Opinion
«…bs. 3 BGG ; statt vieler: Urteile 9C_927/2015 vom 18. Dezember 2015 mit Hinweisen, 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass der Beschwerdeführer keine formellen Ausstandsgründe geltend macht, sondern versch…»
8C_923/2015 (2016-01-04)
Appeal Against Interim Decision Authorizing Expert Disability Assessment
«…er Beweiswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler: Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass der Beschwerdeführer keine formellen Ausstandsgründe geltend macht, sondern sinnge…»
9C_927/2015 (2015-12-18)
Appeal Against Intermediate Order Compelling New Medical Examination Inadmissible
«…er Beweiswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler: Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass der Beschwerdeführer keine formellen Ausstandsgründe geltend macht, sondern im ers…»
9C_663/2015 (2015-10-12)
Invalidity Pension Claim: Appealability of Interim Order Mandating Medical Expert Opinion
«…er Beweiswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler: Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1), dass die Beschwerdeführerin keine formellen Ausstandsgründe geltend macht, sondern sie…»
C-6150/2012 (2015-05-21)
Disability Insurance Benefits Appeal Denied Due to Unchanged Condition and Retained Work Capacity
«…efinden sein werde, da die entspre- chenden Einwendungen materieller Natur seien (vgl. BGE 132 V 93 E. 6.5, Urteil BGer 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014 E. 1.3.1, Urteil BGer 8C_678/2014 vom 23. Oktober 2014 E. 3.3.1). Die Psychologin hat am 18. Deze…»
8C_216/2015 (2015-05-12)
Appeal Against Interim Order for Medical Assessment Inadmissible
«…der Beweiswürdigung in der Hauptsache zu behandeln sind (vgl. statt vieler Urteile 9C_810/2014 vom 1. Dezember 2014 und 8C_497/2014 vom 31. Oktober 2014), dass im vorliegenden Fall die Beschwerdeführerin keine formellen Ausstandsgründe geltend macht,…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

8C_497/2014

Urteil vom 31. Oktober 2014

I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Leuzinger, Präsidentin,

Bundesrichter Ursprung, Bundesrichter Frésard,

Gerichtsschreiber Grunder.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Dr. Pierre Heusser,

Beschwerdeführer,

gegen

IV-Stelle Basel-Stadt, Lange Gasse 7, 4052 Basel,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Invalidenversicherung (Ausstand),

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 26. März 2014.

Sachverhalt:

A. Der 1965 geborene A.________ bezieht seit 1. Juli 2000 eine ganze Rente der Invalidenversicherung (vgl. Urteil des ehemaligen Eidgenössischen Versicherungsgerichts I 216/05 vom 21. Juli 2005). Im Rahmen eines im April 2012 von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens teilte die IV-Stelle Basel-Stadt dem Versicherten mit, dass sie bei den Kliniken B.________ ein Gutachten einholen werde, und stellte den Fragenkatalog zu. Mit Schreiben vom 25. April 2013 erklärte sich der Versicherte mit einer erneuten Begutachtung nicht einverstanden, da er eine solche nicht für notwendig und zumutbar halte. Mit Zwischenverfügung vom 20. Juni 2013 hielt die IV-Stelle an der Begutachtung bei den Kliniken B.________ fest.

B. Die hiegegen eingereichte Beschwerde wies das Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt ab (Entscheid vom 26. März 2014).

C. Mit Beschwerde lässt A.________ beantragen, unter Aufhebung des vorinstanzlichen Entscheids sei das Verfahren an die IV-Stelle (eventualiter an das kantonale Gericht) zurückzuweisen, damit diese vorab umfassend abkläre, ob eine Begutachtung ihn in seiner psychischen Gesundheit gefährden würde oder nicht.

Das Bundesgericht führt keinen Schriftenwechsel durch.

Erwägungen:

1.

1.1. Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob ein Rechtsmittel zulässig ist ( BGE 135 III 1 E. 1.1 S. 3 mit Hinweisen).

1.2. Das kantonale Gericht hat erwogen, streitig und zu prüfen sei, ob die von der IV-Stelle angeordnete psychiatrische Begutachtung im Sinne von Art. 43 Abs. 2 ATSG notwendig und zumutbar sei, sodass sich der Versicherte dieser zu unterziehen habe. Es hat erkannt, dass entgegen der Auffassung des Versicherten die Auskünfte des behandelnden Psychiaters und der behandelnden Psychologin nicht genügten, um die Frage zuverlässig beurteilen zu können, ob sich der Gesundheitszustand und die Arbeitsfähigkeit in revisionsrechtlich erheblicher Weise verändert haben. Zum einen sei der Erfahrungstatsache Rechnung zu tragen, dass behandelnde Ärzte im Hinblick auf ihre Vertrauensstellung in Zweifelsfällen eher zu Gunsten ihrer Patienten aussagten; zum anderen sei festzuhalten, dass der psychiatrisch festgestellte Gesundheitszustand entgegen der Empfehlung des Dr. med. C.________ (Expertise vom 27. Juni 2002) nicht schon nach einem Jahr erneut umfassend geprüft worden sei; daher sei eine Verlaufsbegutachtung unabdingbar und mit deren Anordnung hole die Verwaltung keine unzulässige "second opinion" ein. Sodann sei dem Versicherten zum Vorbringen, eine psychiatrische Begutachtung könnte sich gesundheitsschädigend auswirken, zu entgegnen, dass den medizinischen Sachverständigen vor dem Untersuchungstermin sämtliche Akten, mithin auch die jener Therapeuten, die eine Begutachtung für unzumutbar hielten, zur Verfügung zu stellen seien, sodass diese in die Lage versetzt würden, die fachärztlich oder anderweitig gebotenen Massnahmen zu treffen. Zusammenfassend sei die Zwischenverfügung der IV-Stelle vom 20. Juni 2013 nicht zu beanstanden.

1.3.

1.3.1. Gemäss BGE 138 V 271 Regeste und E. 1 - 4 S. 274 ff. sind kantonale Entscheide über Beschwerden gegen Verfügungen der IV-Stellen betreffend die Einholung von medizinischen Gutachten nicht an das Bundesgericht weiterziehbar, sofern nicht Ausstandsgründe beurteilt worden sind. Ablehnungs- oder Ausstandsgründe zählen zu den Einwendungen formeller Natur, weil sie geeignet sind, Misstrauen in die Unparteilichkeit eines ärztlichen Sachverständigen zu erwecken. Das trifft zu, wenn der Experte in der Sache ein persönliches Interesse hat oder anderweitig in der Sache befangen sein könnte (vgl. BGE 137 V 210 E. 2.1.3 S. 231; 132 V 93 E. 7.1 S. 109). Einwendungen materieller Natur können sich ebenfalls gegen die Person eines Gutachters richten; sie beschlagen jedoch nicht dessen Unparteilichkeit, weshalb sie in der Regel mit dem Entscheid in der Sache im Rahmen der Beweiswürdigung zu behandeln sind ( BGE 132 V 93 E. 6.5 S. 108).

1.3.2. Das kantonale Gericht hat sich, wie ohne Weiteres aus dessen Entscheid vom 26. März 2014 hervorgeht, nicht mit Ausstandsgründen im Sinne der dargelegten Rechtsprechung befassen müssen. Vielmehr ist es allein darum gegangen, ob die von der IV-Stelle im Rahmen des von Amtes wegen eingeleiteten Revisionsverfahrens angeordnete psychiatrische Begutachtung notwendig und zumutbar ist. Etwas anderes ist der beim Bundesgericht eingereichten Beschwerde nicht zu entnehmen, weshalb darauf nicht eingetreten werden kann.

2. An diesem Ergebnis ändert die Eingabe der IV-Stelle vom 2. Oktober 2014, mit der sie bekannt gibt, sie werde auf die angeordnete psychiatrische Begutachtung verzichten, nichts. Kann das Bundesgericht auf eine gegen einen kantonalen Entscheid gerichtete Beschwerde nicht eintreten, ist es ihm in einer Konstellation wie der vorliegenden verwehrt, das Verfahren zufolge Gegenstandslosigkeit abzuschreiben.

3. Auf die Erhebung von Gerichtskosten wird umständehalber verzichtet ( Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG ).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Basel-Stadt und dem Bundesamt für Sozialversicherungen schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 31. Oktober 2014

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Leuzinger

Der Gerichtsschreiber: Grunder