Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
8C_319/2013 KI-generiert

Suspension of Unemployment Benefits for Failure to Submit Job-Seeking Proof

Geschäftsnummer 8C_319/2013
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Gutgeheissen (Allowed)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a dispute regarding the eligibility for unemployment benefits, where a government agency suspended the benefits of an individual due to insufficient proof of job-seeking efforts over a specific period. The individual did not provide the required documentation for the preceding month, which led to the agency's initial decision to suspend benefits for seven days. The individual contested this decision at a social insurance court, which ruled in favor of the individual, arguing that the agency failed to allow a necessary extension for submitting the required documentation. The agency subsequently appealed this ruling to a higher court, asserting that the suspension was warranted under the applicable regulations. The core of the dispute involved whether the agency was obligated to extend the deadline for submitting proof of job-seeking activities.

Legislator-Regeste

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Art. 29 Abs. 3 AVIV, Art. 26 Abs. 2 AVIV, Art. 109 Abs. 2 lit. b BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Suspension of Unemployment Benefits for Failure to Submit Job-Seeking Proof: The individual did not provide the required documentation for the preceding month, which led to the agency's initial decision to suspend benefits for seven days. The individual contested this decision at a social insurance court, which ruled in favor of the individual, arguing that the agency failed to allow a necessary extension for submitting the required documentation. The agency subsequently appealed this ruling to a higher court, asserting that the suspension was warranted under the applicable regulations. The core of the dispute involved whether the agency was obligated to extend the deadline for submitting proof of job-seeking activities.

Schlagwörter

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Arbeitslosenversicherung (Einstellung in der Anspruchsberechtigung) Einstellung der Arbeitslosenentschädigung Arbeitslosigkeit Leistungsanspruch Arbeitnehmerstatus missbräuchlicher Bezug von Leistungen der Sozialhilfe Beweislast

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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BGE 139 V 164
Unemployment Benefit Suspension for Untimely Job Search Documentation Upheld
BGE 117 V 264
dass die Beschwerdegegnerin die Beweislast für die rechtzeitige Zustellung der Arbeitsbemühungen trägt ( BGE 117 V 264 ),
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 109 Abs. 2 lit. b BGG

Used to justify the decision being rendered with a summary justification in the simplified procedure.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Applied to order the losing party (Beschwerdegegnerin) to bear the court costs.

Art. 26 Abs. 2 AVIV

The Tribunal found that the insured person failed to provide proof of timely work efforts as required by this article, justifying the suspension.

Art. 29 Abs. 3 AVIV

The Tribunal ruled that the cantonal court erred by reintroducing the obligation to grant an extension based on this provision.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (8)

200 2024 198 (2024-08-06) · be
Claimant v. Unemployment Insurance Agency: Timeliness of Benefit Reporting
«…achen (vgl. Entscheid des BGer vom 30. Dezem- ber 2013, 8C_838/2013, E. 3.1 und Entscheid des BGer vom 16. August 2013, 8C_319/2013). Weil der Beschwerdegegner den rechtzeitigen Erhalt des Nachweises über die im Dezember 2023 getätigten Arbeitsbemühun…»
S 2020 64 (2020-11-26) · zg
Unemployment Benefit Suspension Reduction Due to Family Emergency
«…esehen (AVIG-Praxis ALE, B324a). Unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht werden (BGE 139 V 164 E. 3.3; BGer 8C_319/2013 vom 16. August 2013). Artikel 26 Abs. 2 Satz 2 AVIV setzt verspätet nachgewiesene Arbeitsbemühungen gänzlich fehlenden…»
S 2020 26 (2020-10-19) · zg
Claimant Fails to Prove Job Search Efforts Deadline Excusable
«…h ist, dass die Nachweise später erbracht werden, zum Beispiel in einem Einspracheverfahren (BGE 139 V 164 E. 3.3; BGer 8C_319/2013 vom 16. August 2013). Artikel 26 Abs. 2 Satz 2 AVIV setzt verspätet nachgewiesene Arbeitsbemühungen gänzlich fehlenden…»
S 2014 82 (2014-09-03) · gr
Claimant v. Unemployment Insurance Appeals Board
«…Werktag nachweist, nicht mehr berücksichtigt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_319/2013 vom 16. August 2013 sowie 8C_601/2012 vom 26. Februar 2013 E.3.2). -9-…»
S 2014 82 (2014-09-03) · gr
Unemployment Benefit Suspension Upheld Due to Untimely Job Search Documentation
«…olgenden Werktag nachweist, nicht mehr berücksichtigt werden (vgl. Urteile des Bundesgerichts 8C_319/2013 vom 16. August 2013 sowie 8C_601/2012 vom 26. Februar 2013 E.3.2). c) Vorliegend ist unbestritten, dass der Be…»
200 2013 1049 (2014-03-27) · be
Unemployment Benefits Suspension Upheld for Untimely Job Search Proof
«…sendung rechtzeitig ankommt, wenn sie diese nicht eingeschrieben ver- sendet (vgl. Urteil des BGer vom 16. August 2013, 8C_319/2013). Schliesslich wird von einer versicherten Person, welche Leistungen der Arbeitslosenversicherung beanspruchen will ein…»
200 2013 978 (2014-02-11) · be
Unemployment Benefits Suspension Reduction Due to Minimal Fault in Late Submission
«…bemühungen (vgl. Entscheide des Bundesgerichts [BGer] vom 24. Oktober 2011, 9C_594/2011, E. 3, und vom 16. August 2013, 8C_319/2013; ferner BGE 138 V 218 E. 6 S. 222). Vorliegend ist deshalb davon auszugehen, dass die Beschwerdeführerin die Arbeitsbem…»
8C_838/2013 (2013-12-30)
Cantonal Labour Office v. Claim Against Reduced Unemployment Benefit Suspension
«…ge beim Versand uneingeschrieben der Post übergebener Sendungen (vgl. Urteile 9C_594/2011 vom 24. Oktober 2011 E. 3 und 8C_319/2013 vom 16. August 2013 sowie BGE 117 V 261 E. 3b S. 263 f.) - zum Schluss gelangt, dass der Beschwerdegegner zwar gestüt…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

8C_319/2013

Urteil vom 16. August 2013

I. sozialrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Leuzinger, Präsidentin,

Bundesrichter Frésard, Maillard,

Gerichtsschreiberin Weber Peter.

Verfahrensbeteiligte

Amt für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich , Arbeitslosenversicherung, Stampfenbachstrasse 32, 8001 Zürich,

Beschwerdeführer,

gegen

S.________,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Arbeitslosenversicherung (Einstellung in der Anspruchsberechtigung),

Beschwerde gegen den Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 2. April 2013.

In Erwägung,

dass das Amt für Wirtschaft und Arbeit (AWA) des Kantons Zürich die 1948 geborene S.________ mit Verfügung vom 19. Januar 2012, bestätigt mit Einspracheentscheid vom 29. Februar 2012, wegen ungenügenden persönlichen Arbeitsbemühungen ab 1. Januar 2012 für die Dauer von 7 Tagen in der Anspruchsberechtigung einstellte, nachdem sie für die Kontrollperiode Dezember 2011 keine Bewerbungen nachgewiesen hatte,

dass das Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich die dagegen erhobene Beschwerde mit Entscheid vom 2. April 2013 gutgeheissen hat, da das AWA gemäss Art. 29 Abs. 3 AVIV verpflichtet gewesen wäre, der Versicherten nach Nichterhalten des Formulars betreffend Arbeitsbemühungen für den Monat Dezember 2011 eine Nachfrist zum Einreichen der Unterlagen einzuräumen,

dass das AWA gegen den kantonalen Entscheid Beschwerde in öffentlich-rechtlichen Angelegenheiten führt,

das die Versicherte und das Staatssekretariat für Wirtschaft SECO auf eine Stellungnahme verzichten,

dass gemäss Art. 26 Abs. 2 AVIV (in der seit 1. April 2011 geltenden Fassung) die versicherte Person den Nachweis der Arbeitsbemühungen für jede Kontrollperiode spätestens am fünften Tag des folgenden Monats oder am ersten auf diesen Tag folgenden Werktag einreichen muss und die Arbeitsbemühungen nicht mehr berücksichtigt werden, wenn sie die Frist verstreichen lässt und keinen entschuldbaren Grund geltend macht,

dass das Bundesgericht diese geänderte Verordnungsbestimmung in BGE 139 V 164 als gesetzmässig beurteilte,

dass mithin bei der Einstellung in der Anspruchsberechtigung aufgrund von Art. 26 Abs. 2 AVIV keine zusätzliche Frist mehr gewährt werden muss, wobei unerheblich ist, dass die Nachweise später erbracht werden ( BGE 139 V 164 E. 3.3 S. 167),

dass das kantonale Gericht, indem es in Anwendung von Art. 29 Abs. 3 AVIV die Pflicht zur Gewährung einer Nachfrist bei fehlenden persönlichen Arbeitsbemühungen wieder eingeführt hat, Bundesrecht verletzt,

dass die Beschwerdegegnerin die Beweislast für die rechtzeitige Zustellung der Arbeitsbemühungen trägt ( BGE 117 V 264 ),

dass ein rechtsgenüglicher Beweis für die fristgerechte Einreichung der Arbeitsbemühungen beim RAV nicht erbracht wurde, zumal die von der Versicherten geltend gemachte Einreichung der Arbeitsbemühungen am 30. Dezember 2011 per Post nicht eingeschrieben erfolgte,

dass zudem ein entschuldbarer Grund im Sinne von Art. 26 Abs. 2 AVIV nicht erstellt ist und die Beschwerdegegnerin mithin zu Recht in der Anspruchsberechtigung eingestellt wurde,

dass die Dauer der Einstellung in der Anspruchsberechtigung von 7 Tagen nicht gerügt wird, womit darauf nicht weiter einzugehen ist,

dass die nach Art. 109 Abs. 2 lit. b BGG offensichtlich begründete Beschwerde mit summarischer Begründung im vereinfachten Verfahren erledigt wird,

dass dem Verfahrensausgang entsprechend die Gerichtskosten von der Beschwerdegegnerin als unterliegender Partei zu tragen sind ( Art. 66 Abs. 1 BGG ),

erkennt das Bundesgericht:

1. Die Beschwerde wird gutgeheissen. Der Entscheid des Sozialversicherungsgerichts des Kantons Zürich vom 2. April 2013 wird aufgehoben und der Einspracheentscheid des Amtes für Wirtschaft und Arbeit des Kantons Zürich vom 29. Februar 2012 bestätigt.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.- werden der Beschwerdegegnerin auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Sozialversicherungsgericht des Kantons Zürich, dem Staatssekretariat für Wirtschaft (SECO) und der Arbeitslosenkasse des Kantons Zürich schriftlich mitgeteilt.

Luzern, 16. August 2013

Im Namen der I. sozialrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Leuzinger

Die Gerichtsschreiberin: Weber Peter