Criminal discontinuance order deemed served seven days after failed delivery attempt, final appeal deadline missed by late complaint
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Supreme Court (II. Criminal Law Division) dismissed the appellant’s appeal and rejected his request for free legal aid as hopeless, ordering him to pay reduced court costs of CHF 500. The challenged decision of the Zurich Higher Court remains in force: it had declined to enter into the appellant’s criminal complaint against the public prosecutor’s office’s decision to discontinue a criminal proceeding (for extortion etc.). The Higher Court had held the discontinuation order was deemed served on April 11, 2023, seven days after an unsuccessful delivery attempt, making the 10-day appeal deadline expire on April 21, 2023; the appellant’s complaint, mailed only on May 9, 2023, was late. The Supreme Court found the appellant’s submissions failed to show why he need not expect official service or otherwise meet the requirements of Art. 42(2) and Art. 106(2) of the Federal Supreme Court Act (BGG), as his arguments largely attacked the merits of the discontinuation rather than the Higher Court’s reasoning on timeliness.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 42 Abs. 1 BGG, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 97 Abs. 1 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG, Art. 64 Abs. 1 BGG; Criminal discontinuance order deemed served seven days after failed delivery attempt, final appeal deadline missed by late complaint: Criminal Law Division) dismissed the appellant’s appeal and rejected his request for free legal aid as hopeless, ordering him to pay reduced court costs of CHF 500. The challenged decision of the Zurich Higher Court remains in force: it had declined to enter into the appellant’s criminal complaint against the public prosecutor’s office’s decision to discontinue a criminal proceeding (for extortion etc.). The Higher Court had held the discontinuation order was deemed served on April 11, 2023, seven days after an unsuccessful delivery attempt, making the 10-day appeal deadline expire on April 21, 2023; the appellant’s complaint, mailed only on May 9, 2023, was late. The Supreme Court found the appellant’s submissions failed to show why he need not expect official service or otherwise meet the requirements of Art. 42(2) and Art. 106(2) of the Federal Supreme Court Act (BGG), as his arguments largely attacked the merits of the discontinuation rather than the Higher Court’s reasoning on timeliness.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertZitierte Rechtsprechung
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertBasis for not entering into the appeal in the simplified procedure (obvious lack of grounds).
Ground to reject the request for free legal aid because the appeal was hopeless.
Ground to impose court costs on the appellant.
Ground to reduce court costs considering the appellant's financial situation.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
7B_556/2023
Urteil vom 13. September 2023
II. strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Koch, als Einzelrichterin,
Gerichtsschreiber Stadler.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland,
Hermann-Götz-Strasse 24, Postfach, 8401 Winterthur.
Gegenstand
Einstellung; Nichteintreten,
Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 31. Mai 2023 (UE230172-O/U/AEP>MUL).
Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. Mit Verfügung vom 19. Dezember 2022 stellte die Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland ein gegen B.________ geführtes Verfahren wegen des Vorwurfs der Erpressung etc. ein. Auf eine dagegen erhobene Beschwerde trat das Obergericht des Kantons Zürich am 31. Mai 2023 nicht ein.
Der Beschwerdeführer gelangt mit Eingabe vom 25. Juli 2023 ans Bundesgericht und beantragt sinngemäss, der angefochtene Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben und die Staatsanwaltschaft sei anzuweisen, das Strafverfahren gegen B.________ fortzuführen. Zudem ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege.
2. Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG hat die Beschwerde an das Bundesgericht ein Begehren und deren Begründung zu enthalten. In der Beschwerdebegründung ist nach Art. 42 Abs. 2 BGG in gedrängter Form unter Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid darzulegen, inwiefern dieser Recht verletzt. Um diesem Erfordernis zu genügen, muss die beschwerdeführende Partei mit ihrer Kritik bei den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz ansetzen ( BGE 146 IV 297 E. 1.2; 140 III 86 E. 2). Für die Rüge der Verletzung von Grundrechten, einschliesslich der Anfechtung des Sachverhalts wegen Willkür (vgl. Art. 97 Abs. 1 BGG ), gelten qualifizierte Rügeanforderungen ( Art. 106 Abs. 2 BGG ). Auf ungenügend begründete Rügen tritt das Bundesgericht nicht ein ( BGE 147 IV 73 E. 4.1.2).
3. Die Vorinstanz hielt fest, die Einstellungsverfügung der Staatsanwaltschaft vom 19. Dezember 2022 sei am 3. April 2023 zur Abholung gemeldet worden. Der Beschwerdeführer, der über den geplanten Abschluss des Verfahrens informiert gewesen sei und am 15. Dezember 2022 bei der Staatsanwaltschaft Einsicht in die Verfahrensakten genommen habe, habe ohne Weiteres mit behördlichen Zustellungen rechnen müssen. Die Einstellungsverfügung gelte daher sieben Tage nach dem erfolglosen Zustellversuch (resp. am ersten Werktag nach dem auf Ostermontag fallenden letzten Tag der Frist), mithin am Dienstag, 11. April 2023, als zugestellt. Die zehntägige Frist zur Beschwerde habe somit am Freitag, den 21. April 2023 geendet. Die als Einsprache bezeichnete und am 9. Mai 2023 zur Post gegebene Beschwerde sei damit verspätet erfolgt, weshalb darauf nicht einzutreten sei.
Was der Beschwerdeführer vor Bundesgericht dagegen vorbringt, ist nicht geeignet darzutun, inwiefern und weshalb der angefochtene Beschluss Bundesrecht verletzen sollte. Insbesondere vermag er nicht in einer den Formerfordernissen genügenden Weise aufzuzeigen, dass und inwiefern er nicht mit behördlichen Zustellungen habe rechnen müssen. Soweit er in seiner Eingabe weitestgehend inhaltliche Kritik an der staatsanwaltschaftlichen Einstellungsverfügung äussert, entfernt er sich ohnehin vom Gegenstand des vorliegenden Beschwerdeverfahrens. Damit kommt der Beschwerdeführer den Begründungsanforderungen nicht nach. Der Begründungsmangel ist offensichtlich ( Art. 42 Abs. 2, Art. 106 Abs. 2 BGG ).
4. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten. Soweit der Beschwerdeführer ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege stellt, ist dieses infolge Aussichtslosigkeit abzuweisen ( Art. 64 Abs. 1 BGG ). Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ( Art. 66 Abs. 1 BGG ). Seiner finanziellen Lage ist mit reduzierten Gerichtskosten Rechnung zu tragen ( Art. 65 Abs. 2 BGG ).
Demnach erkennt die Einzelrichterin:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
4. Dieses Urteil wird dem Beschwerdeführer, der Staatsanwaltschaft Winterthur/Unterland und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 13. September 2023
Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Einzelrichterin: Koch
Der Gerichtsschreiber: Stadler