Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
7B_514/2024 KI-generiert

Appeal Deadline Expiration in Pre-Trial Detention Challenge

Geschäftsnummer 7B_514/2024
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual accused of multiple counts of robbery, violence, threats against officials, obstructing an official act, and violations of the narcotics law. The public prosecutor of the Canton of Solothurn had granted early enforcement of measures on February 9, 2023, and filed an indictment on January 8, 2024. On February 5, 2024, the accused sought release from pre-trial detention, a request that was denied by the Solothurn Cantonal Court on February 16, 2024. The accused's subsequent appeal to the Solothurn Cantonal Court's Appellate Chamber was rejected on March 20, 2024. A further complaint was filed with the Federal Supreme Court on May 6, 2024, seeking release from early measures enforcement or alternative provision. The key issue was the failure to meet the deadline for filing the complaint due to a misunderstanding regarding court holiday rules in cases of pre-trial detention.

Legislator-Regeste

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Art. 80 Abs. 2 BGG, Art. 113 BGG, Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 47 Abs. 1 BGG, Art. 46 Abs. 1 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Appeal Deadline Expiration in Pre-Trial Detention Challenge: The public prosecutor of the Canton of Solothurn had granted early enforcement of measures on February 9, 2023, and filed an indictment on January 8, 2024. On February 5, 2024, the accused sought release from pre-trial detention, a request that was denied by the Solothurn Cantonal Court on February 16, 2024. The accused's subsequent appeal to the Solothurn Cantonal Court's Appellate Chamber was rejected on March 20, 2024. A further complaint was filed with the Federal Supreme Court on May 6, 2024, seeking release from early measures enforcement or alternative provision. The key issue was the failure to meet the deadline for filing the complaint due to a misunderstanding regarding court holiday rules in cases of pre-trial detention.

Schlagwörter

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Nichteintreten Untersuchungshaft gesetzliche Verfahrensfrist Strafanzeige Auferlegung der Verfahrenskosten Aussetzungsfrist unentgeltliche Rechtspflege

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 100 Abs. 1 BGG

Cited in the reasoning to establish the deadline for filing the appeal, leading to the finding of tardiness.

Art. 113 BGG

Used to rule that the subsidiary constitutional appeal is inadmissible.

Art. 46 Abs. 1 BGG

Cited in the reasoning to exclude the suspension of deadlines during judicial recess for detention matters.

Art. 47 Abs. 1 BGG

Cited in the reasoning regarding the non-extendable nature of the appeal deadline.

Art. 64 Abs. 1 BGG

Cited in the reasoning regarding the rejection of the request for legal aid due to lack of prospects of success.

Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG

Cited in the reasoning for the exceptional decision not to impose court costs.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Cited in the reasoning regarding the general cost obligation upon the appellant.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

7B_514/2024

Urteil vom 13. Juni 2024

II. strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Koch, als Einzelrichterin,

Gerichtsschreiberin Sauthier.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Benedikt Schneider,

Beschwerdeführer,

gegen

Richteramt Solothurn-Lebern, Strafabteilung, Amthaus 2, Postfach 157, 4502 Solothurn,

Beschwerdegegner.

Gegenstand

Entlassung aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug / Anordnung von Sicherheitshaft; Nichteintreten,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer,

vom 20. März 2024 (BKBES.2024.38).

Erwägungen:

1. A.________ wird vorgeworfen, sich des mehrfachen Raubes, der mehrfachen Gewalt und Drohung gegen Beamte, evtl. Hinderung einer Amtshandlung sowie der mehrfachen Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz strafbar gemacht zu haben. Am 9. Februar 2023 bewilligte die Staatsanwaltschaft des Kantons Solothurn A.________ den vorzeitigen Massnahmenvollzug. Am 8. Januar 2024 erhob die Staatsanwaltschaft Anklage beim Richteramt Solothurn-Lebern. A.________ ersuchte am 5. Februar 2024 um Entlassung aus der Untersuchungshaft. Mit Verfügung vom 16. Februar 2024 wies das Haftgericht des Kantons Solothurn das Gesuch ab. Dagegen erhob A.________ Beschwerde an das Obergericht des Kantons Solothurn, welches die Beschwerde mit Beschluss vom 20. März 2024 abwies.

Mit Eingabe vom 6. Mai 2024 führt A.________ Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht. Er beantragt, der angefochtene Beschluss sei aufzuheben und er sei aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug zu entlassen, eventualiter unter Anordnung von Ersatzmassnahmen.

2. Die Beschwerde richtet sich gegen die verweigerte Entlassung aus dem vorzeitigen Massnahmenvollzug bzw. die Anordnung von Sicherheitshaft. Dagegen steht gemäss Art. 80 Abs. 2 BGG die Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht nach Art. 78 f. BGG grundsätzlich offen. Dementsprechend verbleibt für die vom Beschwerdeführer gleichzeitig erhobene subsidiäre Verfassungsbeschwerde kein Raum (siehe Art. 113 BGG ), weshalb auf diese nicht einzutreten ist.

3.

3.1. Das Bundesgericht prüft von Amtes wegen und mit freier Kognition, ob und inwieweit ein bei ihm eingereichtes Rechtsmittel zulässig ist (vgl. BGE 141 II 113 E. 1 mit Hinweisen). Nach Art. 100 Abs. 1 BGG ist die Beschwerde innert 30 Tagen nach Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen. Diese gesetzliche Frist ist nicht erstreckbar ( Art. 47 Abs. 1 BGG ).

3.2. Wie in der Beschwerde selber festgehalten, wurde der angefochtene Beschluss vom 20. März 2024 dem Beschwerdeführer bzw. seinem Rechtsvertreter am 29. März 2024 zugestellt und damit eröffnet. Der Beschwerdeführer ist der Auffassung, aufgrund der Gerichtsferien habe die Beschwerdefrist am 6. Mai 2024 geendet, womit vorliegend die Frist gewahrt sei.

3.3. Diese Auffassung ist unzutreffend. In Fällen der strafprozessualen Haft gilt der Fristenstillstand gemäss Art. 46 Abs. 1 BGG nicht ( BGE 133 I 270 E. 1.2; Urteil 7B_529/2024 vom 14. Mai 2024 E. 3.2; je mit Hinweisen). Die Frist zur Einreichung einer Beschwerde gegen den am 29. März 2024 zugestellten Beschluss vom 20. März 2024 endete am 29. April 2024. Demzufolge ist die am 6. Mai 2024 der Post übergebene Beschwerde verspätet eingereicht worden.

4. Damit wird der Beschwerdeführer grundsätzlich kostenpflichtig ( Art. 66 Abs. 1 BGG ). Sein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit abzuweisen ( Art. 64 Abs. 1 BGG ). Umständehalber ist indessen ausnahmsweise von einer Kostenerhebung abzusehen ( Art. 66 Abs. 1 Satz 2 BGG ).

Demnach erkennt die Einzelrichterin:

1. Auf die Beschwerde und die subsidiäre Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

4. Dieses Urteil wird den Parteien, dem Obergericht des Kantons Solothurn, Beschwerdekammer, und dem Haftgericht des Kantons Solothurn schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 13. Juni 2024

Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Einzelrichterin: Koch

Die Gerichtsschreiberin: Sauthier