Recusal motion against prosecutor; judicial page-limit order on a 74-page recusal application as non-appealable interlocutory decision under Article 93 BGG for lack of non-recoverable legal disadvantage.
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Supreme Court (II. Criminal Law Division), acting through a single judge, declared the appellant's appeal inadmissible and did not enter into its merits, thereby upholding the lower court's decision. The appellant had challenged a January 9, 2026 order from the Obergericht of Schaffhausen that required him to reduce his 74-page recusal motion to a maximum of 20 pages within a non-extendable deadline. The challenged order was classified as an interlocutory decision under Article 93 BGG, not a final judgment (Art. 90 BGG) or a decision on a recusal request (Art. 92 BGG). The appellant failed to demonstrate that the order would cause him a non-recoverable legal disadvantage (Art. 93 para. 1 lit. a BGG), as required by Art. 42 para. 2 BGG, and such disadvantage was not apparent since he could raise the issue in an appeal against a future adverse recusal ruling. Additionally, the Court held that any request for the recusal of the Obergericht's president must be filed with the cantonal court first, not the Federal Supreme Court. No court costs were imposed, and the request for free legal aid was rendered moot.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 110 Abs. 4 StPO, Art. 59 Abs. 1 lit. c StPO, Art. 65 Abs. 1 StPO, Art. 90 BGG, Art. 92 BGG, Art. 93 BGG; Recusal motion against prosecutor; judicial page-limit order on a 74-page recusal application as non-appealable interlocutory decision under Article 93 BGG for lack of non-recoverable legal disadvantage: Criminal Law Division), acting through a single judge, declared the appellant's appeal inadmissible and did not enter into its merits, thereby upholding the lower court's decision. The appellant had challenged a January 9, 2026 order from the Obergericht of Schaffhausen that required him to reduce his 74-page recusal motion to a maximum of 20 pages within a non-extendable deadline. The challenged order was classified as an interlocutory decision under Article 93 BGG, not a final judgment (Art. 90 BGG) or a decision on a recusal request (Art. 92 BGG). The appellant failed to demonstrate that the order would cause him a non-recoverable legal disadvantage (Art. 93 para. 1 lit. a BGG), as required by Art. 42 para. 2 BGG, and such disadvantage was not apparent since he could raise the issue in an appeal against a future adverse recusal ruling. Additionally, the Court held that any request for the recusal of the Obergericht's president must be filed with the cantonal court first, not the Federal Supreme Court. No court costs were imposed, and the request for free legal aid was rendered moot.
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KI-generiertBasis for declaring the appeal inadmissible in simplified proceedings because it was manifestly inadmissible and insufficiently reasoned.
Used to waive court costs due to the circumstances.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
7B_43/2026
Urteil vom 26. Januar 2026
II. strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Koch, als Einzelrichterin,
Gerichtsschreiber Hahn.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
*gegen*
Leslie Gmür, Staatsanwältin, c/o Obergericht Schaffhausen, Frauengasse 17, 8200 Schaffhausen,
Beschwerdegegnerin,
Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen, Allgemeine Abteilung, Beckenstube 5, 8200 Schaffhausen.
Gegenstand
Ausstandsverfahren; Nichteintreten,
Beschwerde gegen die Verfügung des Obergerichts des Kantons Schaffhausen vom 9. Januar 2026 (95/2026/5/B).
Erwägungen:
1. Beim Obergericht des Kantons Schaffhausen ist unter der Verfahrensnummer 95/2026/5/B ein von A.________ mit Gesuch vom 29. Dezember 2025 initiiertes Ausstandsverfahren gegen die Staatsanwaltschaft Schaffhausen sowie Staatsanwältin Leslie Gmür hängig. Im Rahmen des Ausstandsverfahrens forderte das Obergericht A.________ gestützt auf Art. 110 Abs. 4 StPO mit Verfügung vom 9. Januar 2026 auf, sein 74-seitiges Ausstandsgesuch wegen Weitschweifigkeit und teilweise ungebührlichen Inhalts innert einer nicht erstreckbaren Nachfrist bis am 19. Januar 2026 auf höchstens 20 Seiten zu kürzen. Dagegen führt A.________ mit Eingaben vom 12. und 14. Januar 2026 Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht.
Auf die Einholung von Vernehmlassungen wurde verzichtet.
2. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unzulässig, soweit der Beschwerdeführer den Ausstand der Präsidentin des Obergerichts Schaffhausen im hängigen kantonalen Ausstandsverfahren 95/2026/5/B beantragt. Ein entsprechendes Gesuch ist nicht erstmalig durch das Bundesgericht zu beurteilen, sondern ist an das kantonale Berufungsgericht zu richten (vgl. Art. 59 Abs. 1 lit. c StPO).
3. Im Übrigen ist bereits fraglich, ob die Verfügung der Vorinstanz überhaupt ein der Beschwerde in Strafsachen zugängliches Anfechtungsobjekt darstellt oder ob es sich nicht um eine verfahrensleitende Anordnung eines Gerichts im Sinne von Art. 65 Abs. 1 StPO handelt, die vor Bundesgericht nicht selbstständig angefochten werden kann (vgl. Urteil 1B_511/2020 vom 1. Dezember 2020 E. 2.2). Wie es sich damit verhält, braucht indessen nicht abschliessend beurteilt zu werden. So oder anders schliesst die angefochtene Verfügung weder das Straf-, noch das Ausstandsverfahren ab. Es liegt damit kein vor Bundesgericht anfechtbarer Endentscheid im Sinne von Art. 90 BGG und auch kein Entscheid über ein Ausstandsbegehren gemäss Art. 92 BGG vor. Vielmehr stellt die angefochtene Verfügung einen anderen Zwischenentscheid nach Art. 93 BGG dar. Ein solcher Entscheid ist mit der Beschwerde in Strafsachen nur anfechtbar, wenn er einen nicht wiedergutzumachenden Nachteil rechtlicher Natur (BGE 148 IV 155 E. 1.1) bewirken könnte (Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG) oder wenn die Gutheissung der Beschwerde sofort einen Endentscheid herbeiführen und damit einen bedeutenden Aufwand an Zeit oder Kosten für ein weitläufiges Beweisverfahren ersparen würde (Art. 93 Abs. 1 lit. b BGG). Die zweite Voraussetzung fällt vorliegend ausser Betracht. Nach Art. 42 Abs. 2 BGG hat der Beschwerdeführer darzulegen, dass die Sachurteilsvoraussetzungen erfüllt sind; bei der Anfechtung von Zwischenentscheiden hat er die Tatsachen anzuführen, aus denen sich der nicht wiedergutzumachende Nachteil ergeben soll, sofern dies nicht offensichtlich ist (BGE 148 IV 155 E. 1.1).
4. Der Beschwerdeführer äussert sich mit keinem Wort zu den Sachurteilsvoraussetzungen von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG. Namentlich führt er nicht aus, dass und weshalb ihm aufgrund der angefochtenen Verfügung ein nicht wieder gutzumachender Nachteil im Sinne von Art. 93 Abs. 1 lit. a BGG drohen soll. Dies ist auch nicht ersichtlich, kann er die Rüge einer angeblich zu Unrecht erfolgten Kürzungsaufforderung seines Ausstandsgesuchs auch noch mittels Beschwerde gegen einen allenfalls ablehnenden Ausstandsentscheid vorbringen (vgl. Urteil 6B_1273/2019 vom 11. März 2020 E. 2.4.2).
5. Die Beschwerde erweist sich als offensichtlich unzulässig und genügt darüber hinaus den gesetzlichen Begründungspflichten offenkundig nicht. Auf sie ist folglich im vereinfachten Verfahren nach Art. 108 Abs. 1 lit. a und b BGG nicht einzutreten. Umständehalber sind ausnahmsweise keine Gerichtskosten zu erheben (Art. 66 Abs. 1 BGG). Damit wird das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gegenstandslos.
Demnach erkennt die Einzelrichterin:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird den Parteien, der Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen und dem Obergericht des Kantons Schaffhausen schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 26. Januar 2026
Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Einzelrichterin: Koch
Der Gerichtsschreiber: Hahn