Cantonal Court's Refusal to Hear Appeal Due to Unpaid Fee Advance Upheld by Federal Court
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertAn individual, referred to as A.________, filed a complaint with the Cantonal Court of Lucerne against a decision from the Justice and Security Department of the Canton of Lucerne concerning a substitute custodial sentence and the restoration of a deadline. The Cantonal Court dismissed the complaint because A.________ failed to provide the required advance payment for costs. The court also rescheduled the date for serving the sentence as the original dates had passed. A.________ subsequently appealed to the Swiss Federal Tribunal, contesting only the cantonal court's decision from June 16, 2023, due to financial constraints allegedly preventing the payment of the cost advance, but without having requested free legal assistance at the lower court level.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 80 Abs. 1 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Cantonal Court's Refusal to Hear Appeal Due to Unpaid Fee Advance Upheld by Federal Court: The Cantonal Court dismissed the complaint because A.________ failed to provide the required advance payment for costs. The court also rescheduled the date for serving the sentence as the original dates had passed. A.________ subsequently appealed to the Swiss Federal Tribunal, contesting only the cantonal court's decision from June 16, 2023, due to financial constraints allegedly preventing the payment of the cost advance, but without having requested free legal assistance at the lower court level.
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KI-generiertThe appeal was dismissed because the Federal Tribunal decided not to enter into the merits based on this procedural rule.
This provision was applied to waive the collection of court costs.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
7B_382/2023
Urteil vom 31. August 2023
II. strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichterin Koch, als Einzelrichterin,
Gerichtsschreiberin Lustenberger.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Justiz- und Sicherheitsdepartement des Kantons Luzern, Bahnhofstrasse 15, 6003 Luzern,
Beschwerdegegner.
Gegenstand
Ersatzfreiheitsstrafe; Nichteintreten,
Beschwerde gegen das Urteil des Kantonsgerichts Luzern, 2. Abteilung, vom 16. Juni 2023 (4H 23 17).
Die Einzelrichterin zieht in Erwägung:
1. A.________ reichte gegen einen Entscheid des Justiz- und Sicherheitsdepartements des Kantons Luzern (JSD) vom 3. Mai 2023 betreffend Ersatzfreiheitsstrafe und Fristwiederherstellung Beschwerde beim Kantonsgericht Luzern ein. Dieses trat auf die Beschwerde wegen Nichtleistung des eingeforderten Kostenvorschusses nicht ein. Gleichzeitig setzte es den Strafantritt, da die vom JSD festgelegten Daten bereits verstrichen waren, neu auf Dienstag, 25. Juli 2023 fest (Urteil vom 16. Juni 2023). A.________ erhebt Beschwerde beim Bundesgericht.
2. Anfechtungsobjekt im bundesgerichtlichen Verfahren ist einzig das Urteil des Kantonsgerichts Luzern vom 16. Juni 2023 (Verfahrensnummer 4H 23 17) als letztinstanzlicher kantonaler Entscheid ( Art. 80 Abs. 1 BGG ). Soweit der Beschwerdeführer Beschwerde gegen den Entscheid BKBES.2023.64 des Obergerichts des Kantons Solothurn vom 23. Juni 2023 erheben will, kann darauf von vornherein nicht eingetreten werden.
3. Der Beschwerdeführer führt aus, die Vorinstanz habe auf seine Beschwerde einzutreten, die Bezahlung des Kostenvorschusses sei für ihn nicht möglich. Er verweist auf die Berechnung des Existenzminimums. Jedoch macht er nicht geltend, vor der Vorinstanz ein Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege gestellt zu haben. Dementsprechend sind die finanziellen Verhältnisse des Beschwerdeführers nicht Gegenstand des angefochtenen Urteils (darin geht es vielmehr um die Zustellung der Verfügung, mittels welcher der Kostenvorschuss einverlangt wurde und insbesondere die Zustellfiktion). Es ist nicht Aufgabe des Bundesgerichts, als erste Instanz über ein nachträgliches, sinngemässes Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege zu entscheiden.
4. Auf die Beschwerde wird in Anwendung von Art. 108 Abs. 1 lit. a BGG nicht eingetreten. Auf die Erhebung von Gerichtskosten wird ausnahmsweise verzichtet ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).
Demnach erkennt die Einzelrichterin:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 2. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 31. August 2023
Im Namen der II. strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Die Einzelrichterin: Koch
Die Gerichtsschreiberin: Lustenberger