Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6S.681/2000 KI-generiert

The case involves a legal appeal concerning charges of negligent homicide against an individual

Geschäftsnummer 6S.681/2000
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves a legal appeal concerning charges of negligent homicide against an individual. The appeal is represented by a legal expert who is a lecturer in construction contract law at a Swiss university, which raised questions regarding the representational authority of university law professors in federal court. The court acknowledges adherence to prior communications stating that the lecturer qualifies to represent parties in criminal cases, thus validating his participation as the appellant's representative. Furthermore, it discusses the evolving status of academic professionals and the clarity needed from lawmakers regarding the legal standing of university instructors in such contexts.

Legislator-Regeste

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Art. 29 Abs. 2 OG, Art. 35 BGFA; The case involves a legal appeal concerning charges of negligent homicide against an individual: The appeal is represented by a legal expert who is a lecturer in construction contract law at a Swiss university, which raised questions regarding the representational authority of university law professors in federal court. The court acknowledges adherence to prior communications stating that the lecturer qualifies to represent parties in criminal cases, thus validating his participation as the appellant's representative. Furthermore, it discusses the evolving status of academic professionals and the clarity needed from lawmakers regarding the legal standing of university instructors in such contexts.

Schlagwörter

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fahrlässige Tötung gesetzliche Vertretung Rechtsstellung Rechtsakt Prozessrecht Handlungsfähigkeit

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 29 Abs. 2 OG
treten ( Art. 29 Abs. 2 OG ).
Art. 35 BGFA
Art. 35 BGFA und Botschaft 99.027, BBl 1999
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Volltext

[AZA 0/6]

6S.681/2000/bue

K A S S A T I O N S H O F

*

9. Januar 2001

Es wirken mit: Bundesrichter Schubarth, Präsident des

Kassationshofes, Bundesrichter Wiprächtiger, Bundes-

richterin Escher und Gerichtsschreiber Monn.

In Sachen

X.________, Beschwerdeführer, vertreten durch

Z.________, Sennhauserweg 16, Zürich,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Z ü r i c h ,

betreffend

fahrlässige Tötung etc.,

Das Bundesgericht zieht in Erwägung:

1.-

In Zivil- und Strafsachen können nur patentier-

te Anwälte sowie die Rechtslehrer an schweizerischen

Hochschulen (les professeurs de droit des universités

suisses; i professori di diritto delle Università

svizzere) als Parteivertreter vor Bundesgericht auf-

treten ( Art. 29 Abs. 2 OG ). Der Beschwerdeführer wird

durch lic.iur. Z.________ vertreten. Dieser ist an der

ETH Zürich Lehrbeauftragter für Bauvertragsrecht. Nach

der in der Literatur vertretenen Auffassung erfüllt er

damit die Voraussetzungen für die Vertretungsbefugnis

(

Poudret , Commentaire de la loi fédérale d'organisation

judiciaire, volume I, Bern 1990, Art. 29 N 3.2 in fine;

Messmer/Imboden , Die eidgenössischen Rechtsmittel in

Zivilsachen, Zürich 1992, S. 17 FN 28;

Birchmeier , Bun-

desrechtspflege, Zürich 1950, S. 31 N 6).

Z.________ wurde auf seine Anfrage hin und

gestützt auf diese Literaturmeinungen vom Präsidenten

des Kassationshofes mit Schreiben vom 18. Mai 2000 mit-

geteilt, dass er in seiner Eigenschaft als Lehrbeauf-

tragter für Bauvertragsrecht an der ETH Zürich als Par-

teivertreter in Strafsachen vor Bundesgericht auftreten

könne. An diese Auskunft ist das Bundesgericht nach Treu

und Glauben gebunden, weshalb sich eine weitere Prüfung

im vorliegenden Fall erübrigt.

Einzuräumen ist allerdings, dass sich im Lichte

der Entwicklung der Hochschulen, an denen z.B. eine be-

deutend grössere Anzahl von Lehrbeauftragten als früher

und Dozenten mit einem früher nicht bekannten Status

(Assistenzprofessoren) tätig sind, und der besonderen

beruflichen Anforderungen, die heute an einen Anwalt

gestellt werden (vgl. etwa Art. 12 des Anwaltsgesetzes

[BGFA] vom 23. Juni 2000, BBl 2000 S. 3594), die Frage

stellt, ob die Regelung von Art. 29 Abs. 2 OG in Bezug

auf die Vertretungsbefugnis von Rechtslehrern an schwei-

zerischen Hochschulen noch zeitgemäss ist. Der Gesetz-

geber hat diese Frage im Zusammenhang mit der Verab-

schiedung des Anwaltsgesetzes offenbar nicht geprüft

(vgl. Art. 35 BGFA und Botschaft 99.027, BBl 1999

6013 ff.). Jedenfalls wäre es im Interesse der Rechts-

sicherheit wünschenswert, wenn der Gesetzgeber deut-

licher zum Ausdruck brächte, wer als Rechtslehrer an

schweizerischen Hochschulen im Sinne der genannten

Bestimmung zu gelten hat.

Lausanne, 9. Januar 2001