Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6F_6/2022 KI-generiert

Federal Court Dismisses Revision on Formal Non-Entry Decision

Geschäftsnummer 6F_6/2022
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Abgewiesen (Dismissed)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual who submitted a request for revision against a previous decision of the Swiss Federal Tribunal, which had refused to entertain an appeal due to formal reasons. The appeal was against a decision by the Appellationsgericht of the Canton Basel-Stadt. The individual argued for a reconsideration, citing revisions under specific articles of the Swiss Federal Supreme Court Act (BGG), and applied for legal aid. However, the Tribunal found that the revision request did not conform to the legal requirements and did not properly address the jurisdictional basis for revisiting the non-entertainment decision. The individual also claimed that the Federal Tribunal failed to consider certain facts and misapplied laws but the Tribunal maintained that these claims did not warrant a revision. The request for free legal aid was also denied due to the lack of prospects for the legal action.

Legislator-Regeste

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Art. 121 lit. a-d BGG, Art. 61 BGG, Art. 42 Abs. 2 i.V.m, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 121 BGG, Art. 108 BGG; Federal Court Dismisses Revision on Formal Non-Entry Decision: The appeal was against a decision by the Appellationsgericht of the Canton Basel-Stadt. The individual argued for a reconsideration, citing revisions under specific articles of the Swiss Federal Supreme Court Act (BGG), and applied for legal aid. However, the Tribunal found that the revision request did not conform to the legal requirements and did not properly address the jurisdictional basis for revisiting the non-entertainment decision. The individual also claimed that the Federal Tribunal failed to consider certain facts and misapplied laws but the Tribunal maintained that these claims did not warrant a revision. The request for free legal aid was also denied due to the lack of prospects for the legal action.

Schlagwörter

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Revisionsgründe Asylrevision Rückzug des Revisionsgesuchs formeller Mangel unentgeltliche Rechtspflege Überprüfung einer früheren Entscheidung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG

The application for free legal aid is rejected.

Art. 65 Abs. 2 BGG

The applicant's financial situation must be taken into account when determining the court costs.

Art. 66 Abs. 1 BGG

The applicant is ordered to bear the court costs.

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Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (8)

6F_11/2024 (2024-04-24)
Federal Court Rejects Revision Attempt Lacking Valid Grounds
«…visionsgrund die Eintretensfrage als Eintretensmotiv zu beschlagen (vgl. Urteile 2F_3/2024 vom 21. Februar 2024 E. 3.1; 6F_6/2022 vom 17. März 2022 E. 3). 4.2. Gemäss Art. 121 lit. d BGG kann die Revision eines Bundesgerichtsurteils beantragt wer…»
2F_3/2024 (2024-02-21)
Revision Request Regarding State Liability Claim for Faulty Eviction Dismissed
«…in Eintreten auf die Beschwerde voraussetzen, aus. Die Revision kann sich nur auf die Eintretensfrage beziehen (Urteile 6F_6/2022 vom 17. März 2022 E. 3; 2F_26/2020 vom 10. Februar 2021 E. 2.2.1). 3.2. Gemäss Art. 121 lit. d BGG kann die Revision…»
2F_23/2023 (2023-12-15)
Applicant v. Cantonal Administrative Court (Examination Grades)
«…in Eintreten auf die Beschwerde voraussetzen, aus. Die Revision kann sich nur auf die Eintretensfrage beziehen (Urteile 6F_6/2022 vom 17. März 2022 E. 3; 2F_26/2020 vom 10. Februar 2021 E. 2.2.1). 4.3. Gemäss Art. 121 lit. d BGG kann die Revision…»
7B_82/2023 (2023-09-20)
Social Services Fraud Complaint Dismissal Appeal
«…am 12. Juni 2019 bis zur rechtskräftigen Beurteilung im Parallelverfahren (Urteile 6B_1268_2021 vom 10. Januar 2022 und 6F_6/2022 vom 17. März 2022). Am 16. August 2022 hob sie die Sistierung auf und am 19. August 2022 erliess sie eine Nichtanhandna…»
2F_15/2023 (2023-07-31)
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«…in Eintreten auf die Beschwerde voraussetzen, aus. Die Revision kann sich nur auf die Eintretensfrage beziehen (Urteile 6F_6/2022 vom 17. März 2022 E. 3; 2F_26/2020 vom 10. Februar 2021 E. 2.2.1). Folglich stellt der Umstand, dass das Bundesgericht…»
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Petitioner v. Federal Supreme Court (Special Education Funding Cost Advance)
«…materiell beurteilt. In solchen Konstellationen liegt weder ein Anwendungsfall von Art. 121 lit. b BGG (vgl. Urteile 6F_6/2022 vom 17. März 2022 E. 3; 8F_14/2017 vom 9. Februar 2018 E. 4; 8F_6/2016 vom 7. April 2016 E. 2.2) noch von Art. 121 lit…»
2F_1/2023 (2023-03-23)
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«…materiell beurteilt. In solchen Konstellationen liegt weder ein Anwendungsfall von Art. 121 lit. b BGG (vgl. Urteile 6F_6/2022 vom 17. März 2022 E. 3; 8F_14/2017 vom 9. Februar 2018 E. 4) noch von Art. 121 lit. c BGG vor (vgl. Urteile 2F_26/202…»
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Federal Supreme Court Dismisses Revision of Non-Admission Judgment Due to Insufficient Substantiation
«…materiell beurteilt. In solchen Konstellationen liegt weder ein Anwendungsfall von Art. 121 lit. b BGG (vgl. Urteile 6F_6/2022 vom 17. März 2022 E. 3; 8F_14/2017 vom 9. Februar 2018 E. 4; 8F_6/2016 vom 7. April 2016 E. 2.2) noch von Art. 121 lit…»

Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

6F_6/2022

Urteil vom 17. März 2022

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin,

Bundesrichterin van de Graaf,

Bundesrichterin Koch,

Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Gesuchstellerin,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Basel-Stadt, Binningerstrasse 21, 4051 Basel,

Gesuchsgegnerin,

Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Dreiergericht, St. Alban-Vorstadt 25, 4052 Basel.

Gegenstand

Revisionsgesuch gegen das Urteil des Schweizerischen Bundesgerichts vom 10. Januar 2022 (6B_1268/2021),

Erwägungen:

1. Das Bundesgericht trat auf eine gegen den Entscheid des Appellationsgerichts des Kantons Basel-Stadt vom 24. September 2021 erhobene Beschwerde aus formellen Gründen nicht ein (Urteil 6B_1268/2021 vom 10. Januar 2022).

Die Gesuchstellerin gelangte am 29. Januar 2022 mit einem Wiedererwägungsgesuch an das Bundesgericht. Nach Erhalt des bundesgerichtlichen Antwortschreibens vom 2. Februar 2022 wendet sie sich am 21. Februar 2022 mit einer "Revision in Strafsachen nach Art. 121 lit. a-d BGG " an das Bundesgericht. Sie verlangt zudem die Gewährung der unentgeltlichen Rechtspflege.

2. Entscheide des Bundesgerichts erwachsen am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft ( Art. 61 BGG ). Das Bundesgericht kann auf seine Urteile nur zurückkommen, wenn einer der in den Art. 121 ff. BGG abschliessend aufgeführten Revisionsgründe vorliegt. Allfällige Revisionsgründe sind in gedrängter Form darzulegen (vgl. Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 121-123 BGG ). Der Revisionsgrund hat sich auf den Gegenstand des zu revidierenden Urteils zu beziehen; handelt es sich dabei um einen Nichteintretensentscheid, muss der Revisionsgrund die Nichteintretensmotive beschlagen.

3. Das zu beurteilende Revisionsgesuch geht an der Sache vorbei und genügt nicht den gesetzlichen Formvorschriften gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG i.V.m Art. 121 ff. BGG . Die Gesuchstellerin beruft sich zwar formell auf die Revisionsgründe von Art. 121 BGG . Sie verkennt jedoch deren Anwendungsbereich. Das Bundesgericht trat mit Urteil 6B_1268/2021 vom 10. Januar 2022 auf die Beschwerde im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht ein, weil die Eingabe keine den gesetzlichen Anforderungen genügende Begründung enthielt ( Art. 42 Abs. 2 BGG ). Diese formellrechtliche Würdigung lässt sich als solche im Revisionsverfahren nicht überprüfen.

Die Gesuchstellerin macht geltend, das Bundesgericht habe ihr "weniger zugesprochen als mit der Rechtsmittelbelehrung zugestanden" ( Art. 121 lit. b BGG ) und ihren Beschwerdeantrag auf Freisprechung und Entschädigung unbeurteilt gelassen ( Art. 121 lit. c BGG ). Sie übersieht, dass das Wesen des Nichteintretens auf eine Beschwerde darin liegt, dass die in der Sache gestellten Anträge und damit einhergehenden Ausführungen materiell nicht beurteilt werden (müssen). Das Verfahren endet aus formellen Gründen ohne Beurteilung der Rechtsbegehren. Damit scheidet eine Verletzung von Verfahrensvorschriften i.S. v. Art. 121 lit. b und c BGG , die ein Eintreten auf die Beschwerde voraussetzen, zwangsläufig aus. Die Revision kann sich nur auf die Eintretensfrage beziehen (Urteil 2F_26/2020 vom 10. Februar 2021 E. 2.2.1; 6F_30/2016 vom 20. Dezember 2016 E. 4 und 6F_18/2016 vom 12. September 2016 E. 2.3 mit Hinweisen).

Soweit die Gesuchstellerin dem Bundesgericht weiter vorwirft, die Vorschriften über die Besetzung des Gerichts verletzt ( Art. 121 lit. a BGG ) und in den Akten liegende Tatsachen aus Versehen nicht berücksichtigt ( Art. 121 lit. d BGG ) zu haben, begründet sie mit ihren Ausführungen nicht das Vorliegen des jeweils angerufenen Revisionsgrunds, sondern beanstandet - unter dem subjektiven Eindruck, Opfer einer Fehlverurteilung und eines Justizirrtums geworden zu sein - im Ergebnis nur, dass das Bundesgericht auf die aus ihrer Sicht hinreichend begründete Beschwerde hätte eintreten und den Entscheid des Appellationsgerichts vom 24. September 2021 in einer Dreierbesetzung nach Art. 109 BGG hätte überprüfen müssen. Damit beanstandet die Gesuchstellerin sinngemäss eine falsche Rechtsanwendung von Art. 42 Abs. 2 BGG und Art. 108 BGG und übt Kritik an der rechtlichen Behandlung der Beschwerde, mit welcher sie im Revisionsverfahren nicht zu hören ist. Die rechtliche Beurteilung eines Sachverhalts kann von den Prozessparteien noch so als falsch empfunden werden, zu einer Revision berechtigt sie nicht (vgl. Urteil 6F_21/2020 vom 3. Februar 2021 E. 2.4 mit Hinweis).

Insgesamt ergibt sich aus der Eingabe der Gesuchstellerin nicht und es ist auch nicht ersichtlich, dass und inwiefern das Bundesgericht mit seinem Urteil 6B_1268/2021 vom 10. Januar 2022 und den dieses begründenden Erwägungen einen Revisionsgrund gemäss Art. 121 BGG gesetzt haben könnte. Das Revisionsgesuch ist, soweit darauf überhaupt eingetreten werden kann, als offensichtlich unbegründet abzuweisen, ohne dass sich das Bundesgericht zu allen, teilweise nur schwer verständlichen Ausführungen der Gesuchstellerin ausdrücklich äussern müsste.

4. Das bundesgerichtliche Verfahren ist nicht kostenfrei. Ausgangsgemäss trägt die Gesuchstellerin die Gerichtskosten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ). Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist infolge Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abzuweisen ( Art. 64 Abs. 1 und 2 BGG ). Der finanziellen Lage der Gesuchstellerin ist bei der Bemessung der Gerichtskosten Rechnung zu tragen ( Art. 65 Abs. 2 BGG ).

5. Das Bundesgericht behält sich vor, weitere offensichtlich unzulässige Revisionsgesuche in dieser Angelegenheit ohne förmliche Behandlung abzulegen.

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Das Revisionsgesuch wird abgewiesen, soweit darauf einzutreten ist.

2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

3. Der Gesuchstellerin werden die Gerichtskosten von Fr. 800.-- auferlegt.

4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Appellationsgericht des Kantons Basel-Stadt, Dreiergericht, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 17. März 2022

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari

Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill