Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6F_37/2020 KI-generiert

Federal Supreme Court Revision on Formal Rejection

Geschäftsnummer 6F_37/2020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual (the applicant) who applied to the Swiss Federal Tribunal seeking a revision of two previous judgments (6B_876/2020 and 6B_877/2020) issued by the tribunal on October 30, 2020. The tribunal had decided not to enter into the applicant's complaints due to formal reasons. The applicant sought revision, arguing a specific ground under Art. 121 lit. d BGG, but the tribunal found that the requests did not meet the legal requirements, as the applicant did not engage with the legal reasoning of the decisions which led to the non-entry of his complaints. Furthermore, the alleged overlooked facts were deemed irrelevant to the decision on whether his complaints were admissible. Consequently, the tribunal also dismissed the request for free legal assistance due to the lack of prospects for success.

Legislator-Regeste

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Art. 71 BGG, Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP, Art. 61 BGG, Art. 42 Abs. 2 i.V.m, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 121 lit. d BGG; Federal Supreme Court Revision on Formal Rejection: The tribunal had decided not to enter into the applicant's complaints due to formal reasons. The applicant sought revision, arguing a specific ground under Art. 121 lit. d BGG, but the tribunal found that the requests did not meet the legal requirements, as the applicant did not engage with the legal reasoning of the decisions which led to the non-entry of his complaints. Furthermore, the alleged overlooked facts were deemed irrelevant to the decision on whether his complaints were admissible. Consequently, the tribunal also dismissed the request for free legal assistance due to the lack of prospects for success.

Schlagwörter

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Revision eines Entscheids gesetzliche Voraussetzungen Formerfordernisse Einrede der Verfassungswidrigkeit Beschwerdelegitimation Verfassungsänderung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 109 BGG

Used to rule that the Federal Tribunal will not enter into the merits of the revision requests.

Art. 64 Abs. 1 BGG

Basis for dismissing the request for free legal aid due to the hopeless nature of the legal requests.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Basis for imposing reduced court costs on the petitioner.

Art. 71 BGG

Used in conjunction with Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP to combine the two appeal procedures.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

6F_37/2020, 6F_38/2020

Urteil vom 26. November 2020

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Denys, Präsident,

Bundesrichter Muschietti,

Bundesrichterin van de Graaf,

Gerichtsschreiber Held.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Gesuchsteller,

gegen

1. Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern,

Nordring 8, Postfach, 3001 Bern,

2. B.________ Versicherungs-Gesellschaft AG,

3. Sozialdienst Region Jungfrau,

Jungfraublickallee 16, 3800 Matten b. Interlaken,

Gesuchsgegnerinnen,

Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, Hochschulstrasse 17, 3012 Bern,

Gegenstand

Revisionsgesuche gegen die Urteile 6B_876/2020 und 6B_877/2020 des Schweizerischen Bundesgerichts

vom 30. Oktober 2020.

Erwägungen:

1. Das Bundesgericht trat am 30. Oktober 2020 auf zwei Beschwerden des Gesuchstellers (und damaligen Beschwerdeführers) aus formellen Gründen nicht ein (Urteile 6B_876/2020 und 6B_877/2020).

Der Gesuchsteller gelangt an das Bundesgericht und beantragt sinngemäss die Revision der beiden bundesgerichtlichen Urteile vom 30. Oktober 2020.

2. Die beiden Revisionsgesuche betreffen identische Rechtsfragen und im kantonalen Verfahren waren dieselben Strafbehörden beteiligt, weshalb es angezeigt ist, die beiden Revisionsverfahren 6F_37/2020 und 6F_38/2020 gestützt auf Art. 71 BGG i.V.m. Art. 24 Abs. 2 lit. b BZP zu vereinigen und in einem einzigen Urteil zu erledigen.

3. Entscheide des Bundesgerichts erwachsen am Tag ihrer Ausfällung in Rechtskraft ( Art. 61 BGG ). Das Bundesgericht kann auf seine Urteile nur zurückkommen, wenn einer der in den Art. 121 ff. BGG abschliessend aufgeführten Revisionsgründe vorliegt.

Allfällige Revisionsgründe sind in gedrängter Form darzulegen (vgl. Art. 42 Abs. 2 i.V.m. Art. 121-123 BGG ) und müssen sich auf das zu revidierende Urteil beziehen (Urteil 6F_30/2020 vom 28. Oktober 2020 E. 2). Handelt es sich dabei um einen Nichteintretensentscheid, muss der Revisionsgrund die Nichteintretensmotive beschlagen (Urteil 6F_8/2019 vom 16. April 2019 E. 2 mit Hinweis).

4. Die Revisionsgesuche genügen - wie schon die den zu revidierenden bundesgerichtlichen Urteilen zugrunde liegenden Beschwerden - nicht den gesetzlichen Formvorschriften gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG i.V.m Art. 121 ff. BGG . Zwar beruft sich der Gesuchsteller formell auf den Revisionsgrund gemäss Art. 121 lit. d BGG , jedoch setzt er sich in der Sache nicht mit den rechtlichen Erwägungen der beiden Entscheide auseinander, mit denen das Bundesgericht das Nichteintreten auf seine damaligen Beschwerden begründet hat. Er übersieht, dass die vermeintlich vom Bundesgericht aus Versehen nicht berücksichtigten Tatsachen für die rechtliche Beurteilung, ob auf seine Beschwerden einzutreten war, unerheblich sind. Ob eine Beschwerde den gesetzlichen Begründungsanforderungen gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG genügt, beurteilt sich ausschliesslich anhand der Beschwerdeschrift. Verweise auf andere Rechtsschriften und die Verfahrensakten sind unzulässig ( BGE 138 IV 47 E. 2.8.1 mit Hinweisen). Aufgrund des Nichteintretens kann das Bundesgericht keine in den Akten liegenden Tatsachen übersehen haben respektive kann von deren versehentlicher Nichtberücksichtigung keine Rede sein.

5. Auf die Revisionsgesuche ist im Verfahren gemäss Art. 109 BGG nicht einzutreten. Das für beide Verfahren gestellte Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege ist wegen Aussichtslosigkeit der Rechtsbegehren abzuweisen ( Art. 64 Abs. 1 BGG ). Dem Gesuchsteller sind reduzierte Kosten aufzuerlegen ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Die Verfahren 6F_37/2020 und 6F_38/2020 werden vereinigt.

2. Auf die Revisionsgesuche wird nicht eingetreten.

3. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.

4. Dem Gesuchsteller werden Gerichtskosten von Fr. 800.- auferlegt.

5. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 26. November 2020

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Der Gerichtsschreiber: Held