Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6B_945/2022 KI-generiert

Cost Allocation in Terminated COVID-19 Criminal Proceedings: Failure to Meet Federal Appeal Reasoning Requirements

Geschäftsnummer 6B_945/2022
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Supreme Court dismissed the complainant’s appeal and did not enter into the merits, leaving the cantonal decision in force that had upheld the prosecution’s order imposing procedural costs. The case arose from a criminal investigation against the complainant for suspected violations of epidemic and COVID-19 legislation, which was terminated; the complainant challenged the allocation of investigation costs. The Court held that the appeal failed to meet statutory reasoning requirements, as the complainant merely repeated general arguments about the unconstitutionality of COVID-19 ordinances without addressing the lower court’s reasoning or showing how the cost ruling violated federal law. The legal basis applied was Article 42(2) of the Federal Supreme Court Act, concerning the duty to provide a reasoned appeal, and Article 426(2) of the Swiss Criminal Procedure Code, which permits charging costs to an accused person who unlawfully and culpably caused or complicated the proceedings. The Court also ordered the complainant to pay court costs of 800 Swiss francs.

Legislator-Regeste

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Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 426 Abs. 2 StPO, Art. 108 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Cost Allocation in Terminated COVID-19 Criminal Proceedings: Failure to Meet Federal Appeal Reasoning Requirements: The case arose from a criminal investigation against the complainant for suspected violations of epidemic and COVID-19 legislation, which was terminated; the complainant challenged the allocation of investigation costs. The Court held that the appeal failed to meet statutory reasoning requirements, as the complainant merely repeated general arguments about the unconstitutionality of COVID-19 ordinances without addressing the lower court’s reasoning or showing how the cost ruling violated federal law. The legal basis applied was Article 42(2) of the Federal Supreme Court Act, concerning the duty to provide a reasoned appeal, and Article 426(2) of the Swiss Criminal Procedure Code, which permits charging costs to an accused person who unlawfully and culpably caused or complicated the proceedings. The Court also ordered the complainant to pay court costs of 800 Swiss francs.

Schlagwörter

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Verfahrenskosten (Einstellung) Nichteintreten Einstellung des Verfahrens Untersuchungshaft- und Ermittlungskosten Strafverfolgung verfassungsmässige Schranken Leitverfahren gesundheitliche Gründe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 BGG

Cited in the dispositive as the procedural basis for not entering into the merits of the appeal due to lack of valid reasoning.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Cited in the dispositive to impose the court costs on the appellant because he was unsuccessful.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

6B_945/2022

Urteil vom 8. November 2022

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Denys, als präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Postfach 3439, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Verfahrenskosten (Einstellung); Nichteintreten,

Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 7. Juli 2022 (2N 22 93).

Das präsidierende Mitglied zieht in Erwägung:

1. Die Staatsanwaltschaft Abteilung 3 Sursee verfügte am 30. Mai 2022 die Einstellung eines gegen den Beschwerdeführer geführten Strafverfahrens wegen Verdachts auf Widerhandlungen gegen das Epidemiegesetz bzw. die Covid-19-Gesetzgebung. Sie auferlegte dem Beschwerdeführer die Kosten des Untersuchungsverfahrens in Höhe von Fr. 300.--. Die dagegen gerichtete Beschwerde wies das Kantonsgericht Luzern am 7. Juli 2022 ab. Der Beschwerdeführer wendet sich an das Bundesgericht.

2. Gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt. Die beschwerdeführende Partei kann in der Beschwerdeschrift nicht bloss die Rechtsstandpunkte, die sie im kantonalen Verfahren eingenommen hat, erneut bekräftigen, sondern hat mit ihrer Kritik an den als rechtsfehlerhaft erachteten Erwägungen der Vorinstanz anzusetzen ( BGE 140 III 115 E. 2 S. 116). Für die Anfechtung der vorinstanzlichen Sachverhaltsfeststellungen genügt es nicht, einen von den tatsächlichen Feststellungen der Vorinstanz abweichenden Sachverhalt zu behaupten (vgl. Art. 97 Abs. 2, 105 Abs. 1 BGG; BGE 142 III 364 E. 2.4; 137 II 353 E. 5.1).

Gemäss Art. 426 Abs. 2 StPO können der beschuldigten Person bei Einstellung des Verfahrens die Kosten ganz oder teilweise auferlegt werden, wenn sie rechtswidrig und schuldhaft die Einleitung des Verfahrens bewirkt oder dessen Durchführung erschwert hat.

3. Die Eingabe genügt den gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht. Der Beschwerdeführer setzt sich mit den vorinstanzlichen Erwägungen in tatsächlicher und rechtlicher Hinsicht nicht in einer den Formerfordernissen genügenden Weise auseinander. Er präsentiert stattdessen, losgelöst vom vorliegenden Fall und in allgemeiner Weise, eine Abhandlung zur Verfassungswidrigkeit der Covid-Verordnung (en) und wiederholt mit Ausnahme von zwei unebehelflichen Ergänzungen wortwörtlich die bereits im kantonalen Verfahren vorgetragene und von der Vorinstanz verworfene Rechtsauffassung. Dass und inwieweit die von der Staatsanwaltschaft getroffene und von der Vorinstanz geschützte Kostenregelung Bundesrecht verletzen soll, zeigt er indessen nicht ansatzweise auf. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG mangels tauglicher Begründung nicht einzutreten.

4. Ausgangsgemäss trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 8. November 2022

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill