Federal Supreme Court Dismisses Untimely Criminal Appeal Following Refused Service
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves an appeal lodged by an individual against a decision by the Cantonal Court of Graubünden's Second Criminal Chamber, which declined to consider an earlier complaint due to insufficient grounds as per Article 385, paragraph 1 of the Swiss Code of Criminal Procedure. The court did not grant an extension for improving the complaint. The appellant later submitted a filing on June 27, 2021, which was forwarded to the Swiss Federal Tribunal. The issue at hand also involved a dispute over the notification process, as the original decision was returned to the Cantonal Court marked "Refused Acceptance," suggesting the appellant refused to accept the mailed notice. Consequently, the appeal was deemed late as the filing was submitted after the allotted time period had expired, and the complaint did not meet the required justification criteria.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 385 Abs. 1 StPO, Art. 385 Abs. 2 StPO, Art. 100 Abs. 1 BGG, Art. 44 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG; Federal Supreme Court Dismisses Untimely Criminal Appeal Following Refused Service: The court did not grant an extension for improving the complaint. The appellant later submitted a filing on June 27, 2021, which was forwarded to the Swiss Federal Tribunal. The issue at hand also involved a dispute over the notification process, as the original decision was returned to the Cantonal Court marked "Refused Acceptance," suggesting the appellant refused to accept the mailed notice. Consequently, the appeal was deemed late as the filing was submitted after the allotted time period had expired, and the complaint did not meet the required justification criteria.
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KI-generiertThe appeal was also deemed inadmissible because it did not meet the reasoning requirements cited in the dispositive.
The appeal was not admitted based on the simplified procedure provided for in this article.
The appeal was also deemed inadmissible because it did not meet the reasoning requirements cited in the dispositive.
This article typically governs costs, but the dispositive explicitly states that no costs shall be levied.
Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (2)
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
6B_788/2021
Urteil vom 23. August 2021
Strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Denys, als präsidierendes Mitglied,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, Erster Staatsanwalt, Sennhofstrasse 17, 7000 Chur,
Beschwerdegegnerin.
Gegenstand
Nichtanhandnahme; Wiederherstellung von Fristen (Amtsmissbrauch usw.), Nichteintreten,
Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden, II. Strafkammer, vom 4. Mai 2021 (SK2 21 31).
Das präsidierende Mitglied zieht in Erwägung:
1. Das Kantonsgericht Graubünden trat mit Verfügung vom 4. Mai 2021 auf eine Beschwerde nicht ein, weil das Rechtsmittel den Begründungsanforderungen gemäss Art. 385 Abs. 1 StPO nicht genügte. Von der Ansetzung einer Nachfrist zur Verbesserung der Beschwerde im Sinne von Art. 385 Abs. 2 StPO sah es ab. Der Beschwerdeführer wandte sich am 27. Juni 2021 (Poststempel) an das Kantonsgericht Graubünden, welches seine Eingabe an das Bundesgericht weiterleitete.
2. Die Eingabe vom 27. Juni 2021 wird als Beschwerde in Strafsachen gemäss Art. 78 ff. BGG entgegengenommen.
3. Die Beschwerde ist innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung des angefochtenen Entscheids beim Bundesgericht einzureichen ( Art. 100 Abs. 1 BGG ). Eine Mitteilung, die nur gegen Unterschrift des Adressaten oder einer anderen berechtigten Person überbracht wird, gilt spätestens am siebenten Tag nach dem ersten erfolglosen Zustellungsversuch als erfolgt ( Art. 44 Abs. 2 BGG ; BGE 134 V 49 E. 4; 130 III 396 E. 1.2.3). Bei ungerechtfertigter Annahmeverweigerung gilt die Sendung nicht erst am siebenten Tag, sondern grundsätzlich bereits im Moment des erfolglosen Versuchs, also am konkreten Tag der Weigerung, als zugestellt (vgl. AMSTUTZ/ARNOLD, in: Basler Kommentar, Bundesgerichtsgesetz, 3. Aufl. 2018, Art. 44 N. 15; DOLGE, in: Bundesgerichtsgesetz, Praxiskommentar, 2. Auflage 2013, Art. 44 N. 5).
4. Den Akten kann entnommen werden, dass das Kantonsgericht die Verfügung vom 4. Mai 2021 dem Beschwerdeführer am 10. Mai 2021 mit Gerichtsurkunde zugehen liess. Die Sendung wurde am 12. Mai 2021 wegen Annahmeverweigerung retourniert und ging am 14. Mai 2021 wieder beim Kantonsgericht ein. Auf dem Briefumschlag der Sendung befinden sich ein offizieller Kleber der Post mit dem Vermerk "Annahme verweigert" und ein unterzeichneter handschriftlicher Zusatz "Annahme verweigert - fehlende Berufsbezeichnung - retour". Damit begann die Beschwerdefrist nach Art. 100 Abs. 1 BGG ein Tag nach der Annahmeverweigerung, also am 13. Mai 2021, zu laufen und endete am 11. Juni 2021. Die Eingabe des Beschwerdeführers wurde der Schweizerischen Post indes erst am 27. Juni 2021 und damit erst nach Ablauf der Beschwerdefrist übergeben. Sie ist verspätet. Der Einwand des Beschwerdeführers, nie einen Entscheid erhalten zu haben, ist angesichts seiner ausgewiesenen Annahmeverweigerung abwegig. Inwiefern die Frist unverschuldet verpasst worden sein soll, ist nicht ersichtlich. Auf die Beschwerde ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.
Im Übrigen wäre die Beschwerde auch deshalb unzulässig, weil sie den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG nicht entspricht.
5. Ausnahmsweise ist auf eine Kostenauflage zu verzichten. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird gegenstandslos.
Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 23. August 2021
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Das präsidierende Mitglied: Denys
Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill