Swiss Federal Supreme Court Dismisses Late Traffic Appeal Submission Sent Via Foreign Post
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe case involves an appeal submitted against a decision made by the Cantonal Court regarding a violation of traffic rules. The appellant, having received the decision on May 17, 2017, attempted to file their appeal by delivering it to a foreign postal service on the last day of the filing deadline, which was June 16, 2017. However, the appeal was deemed late since submissions must be sent through Swiss postal services to be considered on time, leading to the dismissal of the appeal. Additionally, the appeal did not meet the necessary justification requirements as stipulated by the relevant legal provisions.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 100 Abs. 1 BGG, Art. 48 Abs. 1 BGG, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 BGG, Art. 66 al. 1 LTF; Swiss Federal Supreme Court Dismisses Late Traffic Appeal Submission Sent Via Foreign Post: The appellant, having received the decision on May 17, 2017, attempted to file their appeal by delivering it to a foreign postal service on the last day of the filing deadline, which was June 16, 2017. However, the appeal was deemed late since submissions must be sent through Swiss postal services to be considered on time, leading to the dismissal of the appeal. Additionally, the appeal did not meet the necessary justification requirements as stipulated by the relevant legal provisions.
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KI-generiertThe appeal was not admitted because it was filed late, leading to a decision not to enter upon the merits according to this procedural rule.
Although no costs were imposed (Art. 2 in the dispositive), the general rule for costs is mentioned in the reasoning context, but the actual order is 'Es werden keine Kosten erhoben' which is not explicitly linked to Art. 66 al. 1 LTF in the dispositive itself. However, since the decision explicitly states 'Es werden keine Kosten erhoben' (Order 2), and the reasoning mentions waiving costs exceptionally, I will check if any cost/legal aid article is explicitly cited in the final orders. Order 2 states 'Es werden keine Kosten erhoben.' No specific article for costs (like Art. 66 LTF) is cited in the final numbered orders (1, 2, 3). Therefore, I will only include the procedural and substantive grounds cited.
Spätere Entscheide, die dieses Urteil zitieren (7)
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
6B_737/2017
Urteil vom 27. Juni 2017
Strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.
Verfahrensbeteiligte
X.________,
Beschwerdeführerin,
gegen
Staatsanwaltschaft des Kantons Graubünden, Erster Staatsanwalt, Sennhofstrasse 17, 7000 Chur,
Beschwerdegegnerin.
Gegenstand
Verletzung der Verkehrsregeln, Nichteintreten,
Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts von Graubünden, II. Strafkammer, vom 10. Mai 2017.
Der Präsident zieht in Erwägung:
1. Die Beschwerde gegen einen Entscheid ist innert 30 Tagen nach der Eröffnung der vollständigen Ausfertigung beim Bundesgericht einzureichen ( Art. 100 Abs. 1 BGG ), wobei die Frist nur gewahrt ist, wenn die Eingabe spätestens am letzten Tag der Frist beim Bundesgericht eingereicht oder zu dessen Handen der Schweizerischen Post oder einer schweizerischen diplomatischen oder konsularischen Vertretung übergeben wird ( Art. 48 Abs. 1 BGG ). Gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt, wobei für die Anfechtung des Sachverhalts und die Rüge der Verletzung von Grundrechten qualifizierte Begründungsanforderungen gelten (vgl. Art. 97 Abs. 1 und Art. 106 Abs. 2 BGG ).
Gemäss Rückschein der Schweizerischen Post wurde der Beschwerdeführerin die Verfügung des Kantonsgericht von Graubünden vom 10./11. Mai 2017 am 17. Mai 2017 zugestellt. Die Beschwerdefrist nach Art. 100 Abs. 1 BGG begann folglich am 18. Mai 2017 zu laufen und endete am 16. Juni 2017. Am letzten Tag der Frist übergab die Beschwerdeführerin ihre Beschwerde der deutschen Post. Das Einreichen einer Eingabe bei einer ausländischen Post gilt jedoch nicht als fristwahrend. Fristwahrend wirkt nach Art. 48 Abs. 1 BGG einzig die Aufgabe bei einer Schweizerischen Poststelle oder bei einem Postschalter in Liechtenstein. Eine strikte Anwendung dieser Regel drängt sich aus Rechtsgleichheitsgründen auf und ist nicht überspitzt formalistisch ( BGE 125 V 65 E. 1). Angesichts des unmissverständlichen Gesetzeswortlauts lässt sich eine andere Auslegung auch nicht ernsthaft rechtfertigen. Anders verhält es sich bloss, wenn ein Staatsvertrag etwas Abweichendes vorsieht, was vorliegend nicht der Fall ist. Die vorliegende Postsendung ist der Schweizerischen Post (Grenzstelle Bestimmungsland) erst am 20. Juni 2017 zugegangen. Die Beschwerde ist damit verspätet, weshalb darauf im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten ist.
Im Übrigen wäre die Beschwerde auch deshalb unzulässig, weil sie den Begründungsanforderungen von Art. 42 Abs. 2 und Art. 106 Abs. 2 BGG in keiner Weise entspricht.
2. Ausnahmsweise ist auf eine Kostenauflage zu verzichten.
Demnach erkennt der Präsident:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht von Graubünden, II. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 27. Juni 2017
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Denys
Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill