Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6B_726/2023 KI-generiert

Dismissal of Expulsion Appeal for Failure to Pay Cost Advance

Geschäftsnummer 6B_726/2023
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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A complainant appealed a decision by the Cantonal Supreme Court of Aargau dated April 27, 2023, concerning issues of deportation and an advance on legal costs. Represented by legal counsel, the appellant sought to continue with publicly appointed legal defense and have his lawyer officially assigned for the Federal Tribunal proceedings. The Federal Tribunal explained that the Swiss Civil Procedure Code does not apply to their proceedings and instead treated the request as an application for free legal aid, requiring proof of financial need. Despite multiple extensions to provide the necessary financial documentation, the appellant did not submit any information, leading to the denial of free legal aid. Consequently, the appellant was required to pay an advance court fee of CHF 3,000 by October 30, 2023, with a final warning issued for non-payment. No payment was made by the deadline, resulting in the Federal Tribunal not considering the appeal.

Legislator-Regeste

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Art. 62 Abs.1 BGG, Art. 62 Abs. 3 BGG, Art. 108 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Dismissal of Expulsion Appeal for Failure to Pay Cost Advance: Represented by legal counsel, the appellant sought to continue with publicly appointed legal defense and have his lawyer officially assigned for the Federal Tribunal proceedings. The Federal Tribunal explained that the Swiss Civil Procedure Code does not apply to their proceedings and instead treated the request as an application for free legal aid, requiring proof of financial need. Despite multiple extensions to provide the necessary financial documentation, the appellant did not submit any information, leading to the denial of free legal aid. Consequently, the appellant was required to pay an advance court fee of CHF 3,000 by October 30, 2023, with a final warning issued for non-payment. No payment was made by the deadline, resulting in the Federal Tribunal not considering the appeal.

Schlagwörter

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Landesverweisung Kostenvorschuss Zahlungsbefehl obligatorische Landesverweisung Entzug der unentgeltlichen Rechtspflege verspätete Kündigung nachträglicher Rechtsvorschlag

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 BGG

The appeal was not proceeded upon following the procedure outlined in this article due to non-payment of the cost advance.

Art. 62 Abs. 3 BGG

Cited as the legal basis for not entering upon the appeal due to the failure to pay the required cost advance despite warnings.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Used to order the appellant to pay the court costs.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

6B_726/2023

Urteil vom 15. November 2023

I. strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin,

Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Peter M. Conrad,

Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,

Frey-Herosé-Strasse 20, Wielandhaus, 5001 Aarau,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Landesverweisung; Kostenvorschuss; Nichteintreten,

Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, vom 27. April 2023 (SST.2022.289).

Die Präsidentin zieht in Erwägung:

1. Der anwaltlich vertretene Beschwerdeführer erhob mit Eingabe vom 30. Mai 2023 Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Aargau vom 27. April 2023. Er ersuchte zugleich um Weiterführung der amtlichen Verteidigung bzw. um Einsetzung des unterzeichnenden Rechtsvertreters als amtlichen Verteidiger für das bundesgerichtliche Verfahren.

2. Mit Schreiben vom 31. Mai 2023 wies das Bundesgericht den Beschwerdeführer darauf hin, dass für das bundesgerichtliche Verfahren nicht die StPO massgeblich sei, sondern das BGG, welches die amtliche Verteidigung nicht kenne. Sein Antrag werde als Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege entgegengenommen. Das Bundesgericht erläuterte zudem die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege und forderte den Beschwerdeführer im Hinblick auf die Prüfung des Gesuchs und den Nachweis der Bedürftigkeit auf, die Einkommens- und Vermögensverhältnisse, die finanziellen Verpflichtungen und den aktuellen Grundbedarf bis spätestens zum 22. Juni 2023 zu begründen und zu belegen. In der Folge wurde die Frist mehrmals erstreckt, letztmals bis zum 4. September 2023. Innert Frist ging kein einziges Dokument ein. Eine im Hinblick auf die Feststellung der angeblichen Bedürftigkeit erforderliche Prüfung der finanziellen Verhältnisse war damit nicht möglich, weshalb das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege mit Verfügung vom 12. September 2023 abgewiesen wurde.

3. In der Folge wurde der Beschwerdeführer gestützt auf Art. 62 Abs.1 BGG mit Verfügung vom 20. September 2023 aufgefordert, dem Bundesgericht spätestens bis zum 5. Oktober 2023 einen Kostenvorschuss in Höhe von Fr. 3'000.-- zu bezahlen. Mit Verfügung vom 16. Oktober 2023 wurde ihm die gesetzlich vorgeschriebene Nachfrist zur Leistung des Kostenvorschusses von Fr. 3'000.-- bis zum 30. Oktober 2023 angesetzt, unter der Androhung, dass bei Nichtbezahlung des Vorschusses auf das Rechtsmittel nicht eingetreten werde (vgl. Art. 62 Abs. 3 BGG ).

4. Obwohl beide Verfügungen gemäss den postalischen Sendungsverfolgungen zugestellt werden konnten, unterblieb jegliche Reaktion des Beschwerdeführers und der Kostenvorschuss ging insbesondere auch innert der Nachfrist nicht ein. Auf die Beschwerde ist daher androhungsgemäss gestützt auf Art. 62 Abs. 3 BGG im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

5. Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt die Präsidentin:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Strafgericht, 1. Kammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 15. November 2023

Im Namen der I. strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari

Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill