Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6B_677/2008 KI-generiert

Appeal Against School Board Decision on Juvenile Penal Consequences Deemed Inadmissible Due to Lack of Judicial Authority in Review Process

Geschäftsnummer 6B_677/2008
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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A juvenile was accused of running over and injuring a man in an incident that occurred on October 29, 2007. Following this, a local school board upheld a prior decision to penalize the juvenile for negligent bodily injury and inappropriate conduct in relation to an accident, imposing a penalty of three days of community service, a requirement for an apology letter, and a reprimand. The juvenile subsequently appealed this decision, seeking to have it annulled and to be absolved of any guilt or penalty, or alternatively, to have the case returned to the school board for further consideration. The appellate court undertook a review of the jurisdictional aspects and the applicable legal framework governing appeals in juvenile cases, ultimately determining that the decision was not subject to further judicial appeal due to jurisdictional limitations.

Legislator-Regeste

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Art. 41 Abs. 1 JStG, Art. 23 JStG, Art. 80 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG, Art. 66 Abs. 4 BGG, Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG; Appeal Against School Board Decision on Juvenile Penal Consequences Deemed Inadmissible Due to Lack of Judicial Authority in Review Process: Following this, a local school board upheld a prior decision to penalize the juvenile for negligent bodily injury and inappropriate conduct in relation to an accident, imposing a penalty of three days of community service, a requirement for an apology letter, and a reprimand. The juvenile subsequently appealed this decision, seeking to have it annulled and to be absolved of any guilt or penalty, or alternatively, to have the case returned to the school board for further consideration. The appellate court undertook a review of the jurisdictional aspects and the applicable legal framework governing appeals in juvenile cases, ultimately determining that the decision was not subject to further judicial appeal due to jurisdictional limitations.

Schlagwörter

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Anspruch auf gerichtliche Beurteilung ( Art. 41 Abs. 1 JStG ) Normenkontrolle fahrlässige Körperverletzung Prozessvoraussetzung Verweis Jugendstrafzumessung Strafmassüberprüfung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 Abs. 1 BGG

This provision was cited in the dispositive to rule that no court costs would be levied.

Art. 66 Abs. 4 BGG

This provision was cited in the reasoning section regarding costs, though not explicitly in the dispositive numbered orders, but it pertains to the non-reimbursement of court costs to the Canton.

Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG

This provision was cited in the dispositive to rule on ordering the Canton to compensate the appellant.

Art. 41 Abs. 1 JStG

The discussion of this article established the federal legal requirement for a judicial review, which the current process lacked.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

6B_677/2008 /hum

Urteil vom 23. Februar 2009

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Schneider, Präsident,

Bundesrichter Wiprächtiger, Mathys,

Gerichtsschreiber Briw.

Parteien

Xa.________,

Beschwerdeführer,

handelnd durch Xb.________ und Xc.________, und diese vertreten durch Rechtsanwalt Serge Flury,

gegen

Kreisschulpflege Lotten, Sonnhalde 1, 5503 Schafisheim,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Anspruch auf gerichtliche Beurteilung

( Art. 41 Abs. 1 JStG ),

Beschwerde gegen den Entscheid des Schulrats des Bezirks Lenzburg vom 21. Mai 2008.

Sachverhalt:

A. Der Jugendliche Xa.________ wurde beschuldigt, am 29. Oktober 2007 einen Mann (Jahrgang 1934) angefahren und verletzt zu haben.

Der Schulrat des Bezirks Lenzburg bestätigte am 21. Mai 2008 den erstinstanzlichen Entscheid der Schulpflege vom 10. März 2008 und bestrafte Xa.________ wegen fahrlässiger Körperverletzung sowie pflichtwidrigen Verhaltens bei Unfall mit Verletzten in Anwendung von Art. 23 JStG mit drei Tagen Arbeitsleistung, verpflichtete ihn zu einem Entschuldigungsschreiben und erteilte ihm einen Verweis.

B. Xa.________ erhebt Beschwerde in Strafsachen und beantragt, den Entscheid des Schulrats aufzuheben, ihn von Schuld und Strafe freizusprechen, eventuell die Sache an den Schulrat zurückzuweisen.

Xa.________ und der Schulrat wurden zur Vernehmlassung in der Verfahrensfrage eingeladen und nahmen Stellung.

Erwägungen:

1. Das Bundesgericht prüft seine Zuständigkeit von Amtes wegen.

1.1 Gemäss § 13 Abs. 4 StPO /AG in der bis Ende 2008 geltenden Fassung können Beschlüsse und Urteile der Schulpflege beim Bezirksschulrat angefochten werden, dessen Entscheid endgültig ist (ferner § 24 Dekret über die Jugenstrafrechtspflege [DJStP]). Die Vorinstanz hat als Bezirksschulrat geurteilt.

1.2 Gemäss Art. 41 Abs. 1 JStG haben die Kantone gegen Urteile und Verfügungen, die gestützt auf dieses Gesetz ergehen, ein Rechtsmittel an eine gerichtliche Instanz vorzusehen. Diese Bestimmung ist seit dem 1. Januar 2007 unmittelbar anwendbar ( BGE 133 IV 267 ). In ihrer Vernehmlassung stellt die Vorinstanz klar, dass sie keine gerichtliche Instanz ist. Sie ist somit keine Vorinstanz im Sinne von Art. 80 BGG , so dass auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.

1.3 Der Anspruch des Beschwerdeführers gemäss Art. 41 Abs. 1 JStG bestand ungeachtet der im Urteilszeitpunkt fehlenden bundesrechtskonformen Ausführungsgesetzgebung. Gemäss der auf den 1. Januar 2009 in Kraft gesetzten Fassung von § 13 Abs. 4 und § 14 Abs. 1 lit. f StPO /AG können Beschlüsse und Urteile der Schulpflegen beim Jugendgericht angefochten werden (ebenso § 24 DJStP in der revidierten Fassung). Somit dürfte das Jugendgericht als das zuständige Gericht zu bestimmen sein (vgl. BGE 133 IV 267 E. 3.4). Dem Beschwerdeführer darf aus dem bundesrechtswidrigen früheren Verfahrensrecht kein Rechtsnachteil erwachsen.

2. Aufgrund der besonderen Umstände werden dem Beschwerdeführer, obwohl er formell unterliegt, keine Kosten auferlegt ( Art. 66 Abs. 1 BGG ). Dem Kanton Aargau können keine Gerichtskosten überbunden werden ( Art. 66 Abs. 4 BGG ). Hingegen hat er dem Beschwerdeführer eine angemessene Parteientschädigung zu bezahlen ( Art. 68 Abs. 1 und 2 BGG ).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Es werden keine Gerichtskosten erhoben.

3. Der Kanton Aargau hat den Beschwerdeführer mit Fr. 2'000.-- zu entschädigen.

4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Schulrat des Bezirks Lenzburg schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 23. Februar 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Der Gerichtsschreiber:

Favre Briw