Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6B_600/2009 KI-generiert

Insurance Surveillance Privacy Violation Appeal

Geschäftsnummer 6B_600/2009
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual who suffered a cervical spine injury in a car accident in February 2007 and subsequently claimed disability. An insurance company hired a private investigator to monitor her for verification purposes. In March 2008, she filed a complaint against the investigator for breach of privacy due to the surveillance measures employed. The prosecution dismissed the case, leading to an appeal that was also rejected by the cantonal court. The individual then brought the matter before the Federal Tribunal, seeking to have the previous court's decision overturned and the investigation against the investigator resumed. However, the tribunal ultimately concluded that her claims did not sufficiently establish her victim status in regard to the alleged offenses.

Legislator-Regeste

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Art. 81 Abs. 1 BGG, Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG, Art. 93 BGG; Insurance Surveillance Privacy Violation Appeal: An insurance company hired a private investigator to monitor her for verification purposes. In March 2008, she filed a complaint against the investigator for breach of privacy due to the surveillance measures employed. The prosecution dismissed the case, leading to an appeal that was also rejected by the cantonal court. The individual then brought the matter before the Federal Tribunal, seeking to have the previous court's decision overturned and the investigation against the investigator resumed. However, the tribunal ultimately concluded that her claims did not sufficiently establish her victim status in regard to the alleged offenses.

Schlagwörter

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Einstellung der Untersuchung willkürliche Beweiswürdigung Unfallopfer Versicherungsausweis Strafanzeige Arbeitsunfähigkeit psychische Beeinträchtigungen öffentliche Versicherung

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Art. 81 Abs. 1 BGG
1.1 Nach Art. 81 Abs. 1 BGG ist zur Erhebung der Beschwerde in Strafsachen berechtigt, wer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit.
Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG
Das Opfer weist ein rechtlich geschütztes Interesse auf, soweit sich der Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG).
Art. 66 Abs. 1 BGG
The appellant was ordered to bear the court costs because the appeal was not entertained.
Art. 93 BGG
The appeal was declared inadmissible (the court decided not to enter upon the appeal, implying the decision was final regarding the procedural status at the federal level, although Art. 93 generally relates to non-final decisions, here the court simply did not enter upon it, but the reasoning for non-entry is rooted in admissibility, often linked to Art. 81 BGG which was discussed, but the formal non-entry ruling itself is often summarized by the procedural consequence if applicable. However, since the dispositive only contains the consequence of non-entry ('Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten') and the cost article, and Art. 93 BGG was not explicitly cited in the final orders, I must verify if any procedural rule was cited. No specific procedural article like Art. 93, 92, or 108 BGG is cited in the operative part concerning the non-entry ruling itself, only the consequences (costs). Therefore, I strictly adhere to cited provisions in the dispositive. Only Art. 66 BGG is cited.)

Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 Abs. 1 BGG

The appellant was ordered to bear the court costs because the appeal was not entertained.

Art. 93 BGG

The appeal was declared inadmissible (the court decided not to enter upon the appeal, implying the decision was final regarding the procedural status at the federal level, although Art. 93 generally relates to non-final decisions, here the court simply did not enter upon it, but the reasoning for non-entry is rooted in admissibility, often linked to Art. 81 BGG which was discussed, but the formal non-entry ruling itself is often summarized by the procedural consequence if applicable. However, since the dispositive only contains the consequence of non-entry ('Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten') and the cost article, and Art. 93 BGG was not explicitly cited in the final orders, I must verify if any procedural rule was cited. No specific procedural article like Art. 93, 92, or 108 BGG is cited in the operative part concerning the non-entry ruling itself, only the consequences (costs). Therefore, I strictly adhere to cited provisions in the dispositive. Only Art. 66 BGG is cited.)

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

{T 0/2}

6B_600/2009

Urteil vom 1. Dezember 2009

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Favre, Präsident,

Bundesrichter Wiprächtiger, Mathys,

Gerichtsschreiberin Koch.

Parteien

X.________, vertreten durch Rechtsanwältin Elda Bugada Aebli,

Beschwerdeführerin,

gegen

A.________,

Beschwerdegegner,

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Zürich, 8090 Zürich,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Einstellung der Untersuchung; willkürliche Beweiswürdigung,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Zürich, III. Strafkammer, vom 3. Juni 2009.

Sachverhalt:

A. X.________ erlitt im Februar 2007 bei einer Auffahrkollision eine Halswirbelverletzung. Sie machte darauf Arbeitsunfähigkeit geltend. Die B.________ Versicherungs-Gesellschaft beauftragte am 5. Juli 2007 A.________, X.________ zu überwachen. Damit sollte festgestellt werden, ob die Arbeitsunfähigkeit und die Beschwerden tatsächlich bestehen.

B. Im März 2008 zeigte X.________ A.________ wegen Verletzung des Geheim- und Privatbereichs durch Aufnahmegeräte an. Die Staatsanwaltschaft Zürich Limmat stellte das Strafverfahren mit Verfügung vom 5. Januar 2009 ein. Dagegen erhob X.________ Rekurs, welchen das Obergericht des Kantons Zürich mit Beschluss vom 3. Juni 2009 abwies.

C. X.________ wendet sich mit Beschwerde in Strafsachen an das Bundesgericht. Sie beantragt, der angefochtene Beschluss des Obergerichts sei aufzuheben, und die Strafverfolgungsbehörden seien anzuweisen, die Strafuntersuchung gegen A.________ und die weiteren angezeigten Personen weiterzuführen.

Erwägungen:

1.

1.1 Nach Art. 81 Abs. 1 BGG ist zur Erhebung der Beschwerde in Strafsachen berechtigt, wer am vorinstanzlichen Verfahren teilgenommen oder keine Möglichkeit zur Teilnahme erhalten hat (lit. a) und ein rechtlich geschütztes Interesse an der Aufhebung oder Änderung des angefochtenen Entscheides hat (lit. b). Das Opfer weist ein rechtlich geschütztes Interesse auf, soweit sich der Entscheid auf die Beurteilung seiner Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG). Zu prüfen ist, ob die Beschwerdeführerin Opfer ist.

1.2 Gemäss Art. 1 Abs. 1 des seit 1. Januar 2009 geltenden OHG (SR 312.5) hat jede Person, die durch eine Straftat in ihrer körperlichen, psychischen oder sexuellen Integrität unmittelbar beeinträchtigt worden ist, Anspruch als Opferhilfe. Sie gilt als Opfer. Im revidierten Opferhilfegesetz wurde der bisherige gesetzliche Begriff des Opfers unverändert übernommen ( BGE 134 II 33 E. 5.5 S. 38 f. mit Hinweisen). Nach der Rechtsprechung muss die Beeinträchtigung von einem gewissen Gewicht sein. Bagatelldelikte wie z.B. Tätlichkeiten, die nur unerhebliche Beeinträchtigungen bewirken, sind vom Anwendungsbereich des Opferhilfegesetzes grundsätzlich ausgenommen. Entscheidend ist jedoch nicht die Schwere der Straftat, sondern die Betroffenheit der geschädigten Person. So kann etwa eine Tätlichkeit Opferstellung begründen, wenn sie zu einer nicht unerheblichen psychischen Beeinträchtigung führt (vgl. BGE 129 IV 216 E. 1.2.1 S. 218 f. mit Hinweisen). Die Beeinträchtigung muss hinreichend dargelegt bzw. zumindest glaubhaft gemacht werden ( BGE 131 IV 78 E. 1.2 S. 80 f. mit Hinweis).

1.3 Die Beschwerdeführerin reichte ein Arztzeugnis des medizinischen Zentrums vom 10. November 2008 ein. Darin diagnostizieren ein Arzt und ein Psychologe eine "posttraumatische Belastungsstörung auf Grund der Videodetektive der B.________ Versicherungs-Gesellschaft über drei Monate". Im Zeugnis stellen sie sowohl zu den aktuellen Beschwerden als auch zur Störungsentwicklung ausschliesslich auf ihre Angaben ab. Diese sind eine blosse Parteibehauptung und reichen nicht zur Glaubhaftmachung der Opferstellung aus.

Im Befund selbst gehen die Fachleute auf das äussere Erscheinungsbild der Beschwerdeführerin, ihre Stimmung und ihr weiteres Verhalten ein. Die Diagnose, die Belastungsstörung sei Resultat der Beobachtung durch die Versicherung, erfolgt in einem Satz und ohne weitere Begründung. Die Fachleute äussern sich insbesondere nicht, seit wann welche Beschwerden bestehen, z.B. ab wann die Verfolgungsängste aufgetreten sind, und was aus ärztlicher Sicht die Ursache dafür ist. Damit bleibt unklar, ob der Unfall im Februar 2007 oder aber die Beobachtung durch die B.________ Versicherungs-Gesellschaft kausal für die festgestellten Störungen ist. Wären aus ärztlicher Sicht die Handlungen des Detektivs ursächlich, so müsste differenziert werden, ob diese von der Beobachtung oder aber vom kurzzeitigen Filmen herrühren. Denn das Beobachten einer Person in der Öffentlichkeit begründet im Strafverfahren noch keine Opferstellung. Insgesamt ist die Opferstellung durch das eingereichte Arztzeugnis nicht glaubhaft gemacht, weshalb auf die Beschwerde nicht einzutreten ist.

2. Bei diesem Ausgang des Verfahrens hat die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten zu tragen ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt das Bundesgericht:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 2'000.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Zürich, III. Strafkammer, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 1. Dezember 2009

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Die Gerichtsschreiberin:

Favre Koch