Private Complainant's Appeal Against Refusal to Prosecute Dismissed for Lack of Standing and Insufficient Substantiation.
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertA complainant appealed to the Swiss Federal Tribunal after the Cantonal Court of Aargau dismissed their complaint on April 27, 2020, against two decisions made by the Aargau Public Prosecutor's Office on March 10, 2020, to not pursue criminal investigations. The complainant argued that the decisions violated the Swiss Constitution, but failed to demonstrate how the Cantonal Court's decision was legally incorrect or how they possessed legitimate standing as a private claimant under Article 81 of the Federal Supreme Court Act (BGG). The complaint also did not establish any civil claims stemming from the alleged crime that would be impacted by the decision, as potential claims for damages or satisfaction are governed by the Aargau cantonal liability law and are of a public-law nature, which cannot be claimed in criminal proceedings.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 42 Abs. 2 BGG, Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG, Art. 108 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Private Complainant's Appeal Against Refusal to Prosecute Dismissed for Lack of Standing and Insufficient Substantiation: The complainant argued that the decisions violated the Swiss Constitution, but failed to demonstrate how the Cantonal Court's decision was legally incorrect or how they possessed legitimate standing as a private claimant under Article 81 of the Federal Supreme Court Act (BGG). The complaint also did not establish any civil claims stemming from the alleged crime that would be impacted by the decision, as potential claims for damages or satisfaction are governed by the Aargau cantonal liability law and are of a public-law nature, which cannot be claimed in criminal proceedings.
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KI-generiertThe appeal was dismissed by non-entry into the merits based on this procedural provision.
The decision explicitly states that no costs will be levied.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
6B_538/2020
Urteil vom 11. Juni 2020
Strafrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter Denys, Präsident,
Gerichtsschreiberin Arquint Hill.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau,
Beschwerdegegnerin.
Gegenstand
Nichtanhandnahme (Verletzung der Bundesverfassung); Nichteintreten,
Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 27. April 2020 (SBK.2020.83 / va, SBK.2020.92).
Der Präsident zieht in Erwägung:
1. Die Vorinstanz wies mit Entscheid vom 27. April 2020 eine vom Beschwerdeführer erhobene Beschwerde gegen zwei Nichtanhandnahmeverfügungen der Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Aargau vom 10. März 2020 ab.
Der Beschwerdeführer wendet sich an das Bundesgericht.
2. In einer Beschwerde an das Bundesgericht ist unter Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid darzulegen, inwieweit dieser nach Meinung der Beschwerde führenden Partei gegen das Recht verstossen soll ( Art. 42 Abs. 2 BGG ).
Die Privatklägerschaft ist zur Beschwerde in Strafsachen grundsätzlich nur berechtigt, wenn sich der angefochtene Entscheid auf die Beurteilung allfälliger, ihr durch die Straftat entstandener Zivilansprüche auswirken kann (Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG; BGE 141 IV 1 E. 1.1).
3. Die Beschwerde genügt den gesetzlichen Begründungsanforderungen nicht. Aus der Beschwerde ergibt sich nicht ansatzweise, inwieweit der angefochtene Entscheid, mit dem die Vorinstanz die Nichtanhandnahmeverfügungen der Oberstaatsanwaltschaft schützt, gegen Bundesrecht verstossen soll. Zudem äussert sich der Beschwerdeführer auch nicht zu seiner Legitimation als Privatkläger, die vorliegend auch nicht gegeben ist. Aus dem zur Anzeige gebrachten Sachverhalt kann der Beschwerdeführer keine Zivilforderungen im Sinne von Art. 81 Abs. 1 lit. b Ziff. 5 BGG geltend machen, weil sich allfällige Schadenersatz- und Genugtuungsansprüche gegen die beschuldigten Staatsanwälte und den beschuldigten Polizeibeamten einzig nach dem kantonalen Haftungsgesetz beurteilen (vgl. § 1 Abs. 1 ff. des Haftungsgesetzes vom 24. März 2009 [Haftungsgesetz/AG; SAR 150.200]; § 75 der kantonalen Verfassung vom 25. Juni 1980 [SAR 110.000]) und somit öffentlich-rechtlicher Natur sind. Öffentlich-rechtliche Ansprüche, auch solche aus Staatshaftung, können jedoch nicht adhäsionsweise im Strafprozess geltend gemacht werden ( BGE 131 I 455 E. 1.2.4 S. 461; Urteil 6B_514/2017 vom 18. Mai 2017 E. 2).
4. Auf die Beschwerde ist im Verfahren gemäss Art. 108 BGG nicht einzutreten. Auf eine Kostenauflage kann ausnahmsweise verzichtet werden ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).
Demnach erkennt der Präsident:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Es werden keine Kosten erhoben.
3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 11. Juni 2020
Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: Denys
Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill