Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6B_334/2022 KI-generiert

Criminal complaint non-entry: security for costs under Art. 383 StPO for private claimant appeals.

Geschäftsnummer 6B_334/2022
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Supreme Court (Bundesgericht) dismissed the appellant's three consolidated public-law appeals, ordering him to pay CHF 500 in court costs. The challenged decisions of the Cantonal Court of Lucerne, which had refused to enter into the merits of his cantonal appeals due to his non-payment of ordered procedural security (caution) for costs, remain in force. The dispute arose from the cantonal court's non-entry decisions of 1 March 2022, which followed the public prosecutor's refusal to open criminal proceedings (Nichtanhandnahme) and dismissal of charges for offences including threats, coercion, fraud, and forgery. The Supreme Court held that the appellant failed to provide sufficient grounds as required by Art. 42(1)–(2) BGG, because his submissions did not adequately contest the application of Art. 383 StPO, which permits appellate courts to require private claimants to post security for costs. His arguments about the public-interest nature of the offences and alleged "perpetrator-victim reversal" were deemed irrelevant, and the issue of legal aid had been conclusively resolved in prior proceedings. The court also noted the submissions were unsigned copies but declined to allow supplementation due to the clear outcome.

Legislator-Regeste

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Art. 42 Abs. 1 BGG, Art. 42 Abs. 5 BGG, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 383 Abs. 1 StPO, Art. 136 StPO, Art. 383 Abs. 1 Satz; Criminal complaint non-entry: security for costs under Art. 383 StPO for private claimant appeals: The challenged decisions of the Cantonal Court of Lucerne, which had refused to enter into the merits of his cantonal appeals due to his non-payment of ordered procedural security (caution) for costs, remain in force. The dispute arose from the cantonal court's non-entry decisions of 1 March 2022, which followed the public prosecutor's refusal to open criminal proceedings (Nichtanhandnahme) and dismissal of charges for offences including threats, coercion, fraud, and forgery. The Supreme Court held that the appellant failed to provide sufficient grounds as required by Art. 42(1)–(2) BGG, because his submissions did not adequately contest the application of Art. 383 StPO, which permits appellate courts to require private claimants to post security for costs. His arguments about the public-interest nature of the offences and alleged "perpetrator-victim reversal" were deemed irrelevant, and the issue of legal aid had been conclusively resolved in prior proceedings. The court also noted the submissions were unsigned copies but declined to allow supplementation due to the clear outcome.

Schlagwörter

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Einstellung des Verfahrens unentgeltliche Rechtspflege Leistung des Kostenvorschusses unbezahlte Mietkaution Prozessvoraussetzung Drohung gegen Behörden und Beamte

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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6B_335/2022
6B_334/2022, 6B_335/2022, 6B_336/2022
6B_336/2022
6B_334/2022, 6B_335/2022, 6B_336/2022
1B_658/2021
Private Complainant's Appeal Against Non-Prosecution Decisions and Denial of Free Legal Aid
1B_660/2021
Zudem wurde die Frage des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren mit dem bundesgerichtlichen Urteil 1B_658/2021, 1B_660/2021 und 1B_662/2021 vom 26.
1B_662/2021
Zudem wurde die Frage des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren mit dem bundesgerichtlichen Urteil 1B_658/2021, 1B_660/2021 und 1B_662/2021 vom 26.
6B_1211/2021
Second Revision Request for Driving Without a License Dismissed as Abuse of Process
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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 66 al. 1 BGG

Imposed court costs on the appellant as the losing party.

Art. 65 al. 2 BGG

Considered the appellant's financial circumstances when setting the court costs.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

6B_334/2022, 6B_335/2022, 6B_336/2022

Urteil vom 7. April 2022

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Denys, als präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Oberstaatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Postfach 3439, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Nichtanhandnahmen (Drohung, Nötigung, Betrug, Urkundenfälschung, Verleumdung, üble Nachrede, Irreführung der Rechtspflege, Amtsmissbrauch usw.); Nichteintreten,

Beschwerden gegen die Verfügungen des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 1. März 2022 (2N 21 178, 2N 21 179, 2N 21 180).

Das präsidierende Mitglied zieht in Erwägung:

1. Das Kantonsgericht Luzern trat auf die Beschwerden gegen die von der Staatsanwaltschaft Luzern erlassenen Nichtanhandnahme- und Einstellungsverfügungen vom 22. Juli 2021, vom 26. Juli 2021 sowie vom 11. Juni 2021 in drei separaten Verfügungen vom 1. März 2022 androhungsgemäss mangels Leistung der Prozesskaution nicht ein. Der Beschwerdeführer wendet sich mit drei identischen Beschwerden an das Bundesgericht.

2. Die Verfahren 6B_334/2022, 6B_335/2022 und 6B_336/2022 sind zu vereinigen und gemeinsam zu erledigen.

3. Bei den eingereichten Beschwerden handelt es sich um Kopien. Insoweit fehlt es an den erforderlichen eigenhändigen Unterschriften im Original ( Art. 42 Abs. 1 BGG ). Aufgrund des Verfahrensausgangs ist von einer Rückweisung zur Verbesserung ( Art. 42 Abs. 5 BGG ) abzusehen. Ohnehin bestehen keine Zweifel an der Urheberschaft der Eingaben.

4. Gemäss Art. 42 Abs. 1 BGG haben Rechtsschriften ein Begehren und deren Begründung zu enthalten. In der Beschwerdebegründung ist in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Akt Recht verletzt ( Art. 42 Abs. 2 BGG ).

Nach Art. 383 Abs. 1 StPO kann die Verfahrensleitung der Rechtsmittelinstanz die Privatklägerschaft verpflichten, innert einer Frist für allfällige Kosten und Entschädigungen Sicherheit zu leisten. Art. 136 StPO bleibt vorbehalten ( Art. 383 Abs. 1 Satz 2 StPO ). Wird die Sicherheit nicht fristgerecht geleistet, so tritt die Rechtsmittelinstanz auf das Rechtsmittel nicht ein ( Art. 383 Abs. 2 StPO ).

5. Streitgegenstand sind ausschliesslich die Nichteintretensverfügungen. Vor Bundesgericht kann es daher nur um die Frage gehen, ob die Vorinstanz die Behandlung der kantonalen Beschwerden von der Bezahlung einer Sicherheitsleistung abhängig machen und auf die Beschwerden mangels Leistung der verlangten Sicherheit für allfällige Prozesskosten nicht eintreten durfte. Damit setzt sich der Beschwerdeführer vor Bundesgericht nicht hinreichend auseinander. Soweit er die vorinstanzliche Einverlangung einer Sicherheitsleistung mit der Begründung beanstandet, es handle sich bei den angezeigten Straftaten um Offizialdelikte, legt er vor Bundesgericht nicht dar, weshalb im Rechtsmittelverfahren bei angezeigten Offizialdelikten die in Art. 383 StPO für die Privatklägerschaft vorgesehene Sicherheitsleistung rechtswidrig sein sollte. Sein Einwand einer "Täter-Opfer-Umkehr" geht sodann offensichtlich an der Sache vorbei. Soweit er in diesem Zusammenhang schliesslich auch geltend macht, die Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege zu erfüllen, verkennt er, dass die unentgeltliche Rechtspflege für die Privatklägerschaft auch an die Voraussetzung der Nichtaussichtslosigkeit der Zivilklage geknüpft ist ( Art. 136 Abs. 1 lit. b StPO ), wozu er sich nicht äussert. Zudem wurde die Frage des Anspruchs auf unentgeltliche Rechtspflege im vorinstanzlichen Beschwerdeverfahren mit dem bundesgerichtlichen Urteil 1B_658/2021, 1B_660/2021 und 1B_662/2021 vom 26. Januar 2022 abschliessend beurteilt und verneint. Es besteht kein Anlass, darauf zurückzukommen. Aus den Ausführungen des Beschwerdeführers ergibt sich nicht, dass und inwiefern die angefochtenen Nichteintretensverfügungen Recht im Sinne von Art. 95 BGG verletzen könnten. Auf die Beschwerden ist folglich mangels tauglicher Begründungen im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

6. Ausgangsgemäss trägt der Beschwerdeführer die Gerichtskosten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ). Seinen finanziellen Verhältnissen ist bei der Kostenfestsetzung Rechnung zu tragen ( Art. 65 Abs. 2 BGG ; vgl. Urteil 6B_1211/2021 vom 26. Januar 2022 E. 6).

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Die Verfahren 6B_334/2022, 6B_335/2022 und 6B_336/2022 werden vereinigt.

2. Auf die Beschwerden wird nicht eingetreten.

3. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

4. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 7. April 2022

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill