Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
6B_1475/2020 KI-generiert

Appeal Regarding Untimely Appeal Against Environmental Fine Dismissal

Geschäftsnummer 6B_1475/2020
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)

Legislator-Zusammenfassung

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The case involves an individual who was fined for violating the Environmental Protection Act by a summary penalty order dated August 9, 2019. The individual filed an objection to this penalty order, which the Prosecutor's Office of the Canton of Schaffhausen forwarded to the District Court of Kriens. The district court dismissed the proceedings due to a withdrawal under Article 356 paragraph 4 of the Swiss Criminal Procedure Code and affirmed the finality of the penalty order. The individual appealed this decision to the Cantonal Court of Lucerne, which on November 5, 2020, refused to consider the appeal citing late submission. The individual then appealed to the Swiss Federal Tribunal, which needed to address whether the appeal was indeed too late and whether the lower court had rightly not considered it. The appeal included claims related to the individual’s inability to attend proceedings due to a suspected COVID-19 infection, which the district court allegedly ignored, impacting his right to be heard. The Federal Tribunal had to evaluate if the previous decisions adhered to the procedural law.

Legislator-Regeste

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Art. 356 Abs. 4 StPO, Art. 80 Abs. 1 BGG, Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 95 BGG, Art. 108 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Appeal Regarding Untimely Appeal Against Environmental Fine Dismissal: The individual filed an objection to this penalty order, which the Prosecutor's Office of the Canton of Schaffhausen forwarded to the District Court of Kriens. The district court dismissed the proceedings due to a withdrawal under Article 356 paragraph 4 of the Swiss Criminal Procedure Code and affirmed the finality of the penalty order. The individual appealed this decision to the Cantonal Court of Lucerne, which on November 5, 2020, refused to consider the appeal citing late submission. The individual then appealed to the Swiss Federal Tribunal, which needed to address whether the appeal was indeed too late and whether the lower court had rightly not considered it. The appeal included claims related to the individual’s inability to attend proceedings due to a suspected COVID-19 infection, which the district court allegedly ignored, impacting his right to be heard. The Federal Tribunal had to evaluate if the previous decisions adhered to the procedural law.

Schlagwörter

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Einsprache gegen Strafbefehl (Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz) verspätete Beschwerde Bussenbemessung gesetzliche Verfahrensfrist Umweltschutz Kündigungsschutz Umweltdelikt Umweltabgabe

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 BGG

The appeal was not processed (kein Eintreten) due to an obvious lack of substantiation.

Art. 66 Abs. 1 BGG

The costs of the proceedings are imposed on the appellant.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

6B_1475/2020

Urteil vom 3. Februar 2021

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Jacquemoud-Rossari, Präsidentin,

Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Staatsanwaltschaft des Kantons Luzern, Zentralstrasse 28, 6002 Luzern,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Einsprache gegen Strafbefehl (Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz); verspätete Beschwerde; Nichteintreten,

Beschwerde gegen die Verfügung des Kantonsgerichts Luzern, 1. Abteilung, vom 5. November 2020

(2N 20 102).

Die Präsidentin zieht in Erwägung:

1. Der Beschwerdeführer wurde mit Strafbefehl vom 9. August 2019 wegen Widerhandlung gegen das Umweltschutzgesetz gebüsst, wogegen er Einsprache erhob. Am 21. Februar 2020 überwies die Staatsanwaltschaft des Kantons Schaffhausen die Einsprache an das Bezirksgericht Kriens, welches das Verfahren infolge Rückzugs gestützt auf Art. 356 Abs. 4 StPO abschrieb und die Rechtskraft des Strafbefehls feststellte. Auf die dagegen gerichtete kantonale Beschwerde trat das Kantonsgericht Luzern am 5. November 2020 wegen Verspätung nicht ein.

Der Beschwerdeführer wendet sich an das Bundesgericht.

2. Die Vorinstanz hat einen Nichteintretensentscheid gefällt. Mit der materiellen Seite der Angelegenheit hat sie sich nicht befasst. Folglich kann sich auch das Bundesgericht nicht dazu äussern ( Art. 80 Abs. 1 BGG ). Der Beschwerdeführer ist daher mit seinem Vorbringen nicht zu hören, das Bezirksgericht Kriens habe sein Recht zur Dispens wegen Verdacht auf Covid-19 ignoriert und ihm das rechtliche Gehör verweigert.

3. Gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung in gedrängter Form unter Bezugnahme auf den angefochtenen Entscheid darzulegen, inwiefern dieser Recht verletzt.

4. Im vorliegenden Verfahren kann es nur um die Fristwahrung im kantonalen Beschwerdeverfahren und um die Frage gehen, ob die Vorinstanz zu Recht wegen Verspätung auf die Beschwerde nicht eingetreten ist. Insofern behauptet der Beschwerdeführer lapidar, fristgerecht Beschwerde bei der Vorinstanz erhoben zu haben, ohne sich indessen auch nur im Geringsten mit den Erwägungen im angefochtenen Entscheid zur Zustellfiktion und zum Verpassen der Beschwerdefrist auseinanderzusetzen. Der Beschwerdeführer verkennt offenbar, dass eine bei der Post getätigte Verlängerung der Abholfrist keinerlei Einfluss auf den Zeitpunkt der Zustellfiktion und damit den Fristenlauf hat ( BGE 141 II 429 E. 3.1). Inwiefern die Vorinstanz mit ihrem Nichteintretensentscheid gegen das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen haben könnte, ergibt sich aus der Beschwerde mithin nicht. Der Begründungsmangel ist offensichtlich ( Art. 42 Abs. 2 BGG ). Darauf ist im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten.

5. Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt die Präsidentin:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Kantonsgericht Luzern, 1. Abteilung, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 3. Februar 2021

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Die Präsidentin: Jacquemoud-Rossari

Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill