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6B_1053/2019 KI-generiert

Untimely appeal against non-prosecution of criminal complaint over forced hotel auction; deadline missed due to age and poor eyesight does not excuse failure to seek reinstatement.

Geschäftsnummer 6B_1053/2019
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Supreme Court dismissed the complainant's appeal and imposed court costs of 800 Swiss francs, thereby upholding the lower court's decision not to enter into the matter. The case arose from a criminal complaint regarding a forced auction of a hotel, which the public prosecutor's office declined to pursue; the cantonal appellate court ruled the complainant's appeal against that dismissal was untimely, as it was filed after the ten-day deadline. The complainant argued that the deadline was unfair, that he had overlooked it due to his age (92), poor eyesight, and haste, but the Court found these arguments did not demonstrate any legal violation. The decision rests on procedural grounds, specifically the failure to meet the substantive pleading requirements under Article 42(2) of the Federal Supreme Court Act, since the appeal focused on the merits rather than the timeliness issue, and the Court noted that a request for reinstatement of the deadline must be made to the lower authorities, not the Supreme Court.

Legislator-Regeste

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Art. 42 Abs. 2 BGG, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 95 BGG, Art. 94 StPO, Art. 108 BGG, Art. 66 Abs. 1 BGG; Untimely appeal against non-prosecution of criminal complaint over forced hotel auction; deadline missed due to age and poor eyesight does not excuse failure to seek reinstatement: The case arose from a criminal complaint regarding a forced auction of a hotel, which the public prosecutor's office declined to pursue; the cantonal appellate court ruled the complainant's appeal against that dismissal was untimely, as it was filed after the ten-day deadline. The complainant argued that the deadline was unfair, that he had overlooked it due to his age (92), poor eyesight, and haste, but the Court found these arguments did not demonstrate any legal violation. The decision rests on procedural grounds, specifically the failure to meet the substantive pleading requirements under Article 42(2) of the Federal Supreme Court Act, since the appeal focused on the merits rather than the timeliness issue, and the Court noted that a request for reinstatement of the deadline must be made to the lower authorities, not the Supreme Court.

Schlagwörter

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Nichtanhandnahme Nichteintreten gesetzliche Verfahrensfrist Streitgegenstand Versteigerungsaufschub Strafanzeige Eröffnung des Entscheids Klagefrist

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 108 BGG

Procedural basis for the court's decision not to enter into the matter in a simplified procedure.

Art. 66 al. 1 BGG

Basis for imposing court costs on the losing party.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

6B_1053/2019

Urteil vom 21. Oktober 2019

Strafrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichter Denys, Präsident,

Gerichtsschreiberin Arquint Hill.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführer,

gegen

Generalstaatsanwaltschaft des Kantons Bern,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Nichtanhandnahme; Nichteintreten,

Beschwerde gegen den Beschluss des Obergerichts des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, vom 5. September 2019 (BK 19 393).

Der Präsident zieht in Erwägung:

1. Nach einer Strafanzeige nahm die Regionale Staatsanwaltschaft Oberland am 24. Juli 2019 ein Strafverfahren im Zusammenhang mit der Zwangsversteigerung eines Hotels nicht an die Hand.

Das Obergericht des Kantons Bern trat auf die dagegen gerichtete Beschwerde mit Beschluss vom 5. September 2019 nicht ein. Es erwägt, die Beschwerde gegen die Nichtanhandnahmeverfügung sei verspätet. Die Verfügung vom 24. Juli 2019 sei dem Beschwerdeführer am 27. Juli 2019 zugestellt worden. Die zehntägige Beschwerdefrist habe am 28. Juli 2019 zu laufen begonnen und am 6. August 2019 geendet. Die Eingabe vom 15. August 2019, welche als Beschwerde zu behandeln sei, sei jedoch erst am 22. August 2019 und mithin nach Ablauf der Beschwerdefrist der Schweizerischen Post übergeben worden.

Der Beschwerdeführer wendet sich an das Bundesgericht.

2. Gemäss Art. 42 Abs. 2 BGG ist in der Beschwerdebegründung in gedrängter Form darzulegen, inwiefern der angefochtene Entscheid Recht verletzt, wobei für die Anfechtung des Sachverhalts und die Rüge der Verletzung von Grundrechten qualifizierte Begründungsanforderungen gelten (vgl. Art. 97 Abs. 1 und Art. 106 Abs. 2 BGG ).

3. Der Beschwerdeführer befasst sich in seinen Beschwerdeeingaben zur Hauptsache mit der materiellen Seite der Angelegenheit. Damit kann sich das Bundesgericht nicht befassen, weil dies nicht Verfahrensgegenstand war und ist. Im vorliegenden Verfahren kann es nur um die Frage gehen, ob der Beschwerdeführer im kantonalen Verfahren rechtzeitig Beschwerde erhoben hat. Insofern bringt er lediglich vor, "das Amt" hätte ein halbes Jahr gebraucht, um zu antworten; er aber habe nur 10 Tage Zeit gehabt, was er nicht erwartet habe. Die Frist von 10 Tagen habe er daher übersehen. Abgesehen davon sehe er auch mit Brille nur verschwommen und seien seine Hast und Aufregung zu berücksichtigen. Er sei bereits 92 Jahre alt. Daraus ergibt sich allerdings nicht, dass und inwiefern das Obergericht mit seiner Nichteintretensverfügung gegen das Recht im Sinne von Art. 95 BGG verstossen haben könnte. Über ein allfälliges Fristwiederherstellungsgesuch im Sinne von Art. 94 StPO hat das Bundesgericht im Übrigen nicht erstinstanzlich zu befinden. Die Beschwerdeeingaben erfüllen die Begründungsanforderungen nicht ( Art. 42 Abs. 2 BGG ), weshalb darauf im Verfahren nach Art. 108 BGG nicht einzutreten ist.

4. Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt der Präsident:

1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 800.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Bern, Beschwerdekammer in Strafsachen, schriftlich mitgeteilt.

Lausanne, 21. Oktober 2019

Im Namen der Strafrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Der Präsident: Denys

Die Gerichtsschreiberin: Arquint Hill