Legislator Rechtsprechung & Gesetzgebung
5D_98/2023 KI-generiert

Definitive debt collection authorization: failure to pay cost advance bars appeal, and constitutional complaint must allege violation of constitutional rights.

Geschäftsnummer 5D_98/2023
Gericht / Behörde
Rechtsordnung Schweiz · Bundesgericht (BGer / BGE) (CH)
Entscheiddatum
Ausgang Nichteintreten / Unzulässig (Inadmissible)
Kostenauflage zulasten Beschwerdeführer/in

Legislator-Zusammenfassung

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The Swiss Federal Supreme Court dismissed the appellant's constitutional complaint and upheld the lower court's decision not to enter into the matter, ordering the appellant to pay court costs of 500 Swiss francs. The appellant had challenged a definitive debt collection order (legal opening of bankruptcy) for approximately 7,724 francs plus interest, but the cantonal appellate court had refused to hear her appeal because she failed to pay the required advance on costs. In her federal complaint, the appellant did not address this failure to pay the cost advance, instead contesting the underlying debt, alleging misconduct by the opposing party and others, and disputing the local jurisdiction of the cantonal authorities. The Court held that her submission lacked the required clear and detailed argumentation showing a violation of constitutional rights, as mandated by Article 117 in conjunction with Article 106(2) of the Federal Supreme Court Act, and that she had not raised any fundamental legal question, resulting in dismissal under the summary procedure of Article 108(1)(b) of the Act.

Legislator-Regeste

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Art. 48 Abs. 3 BGG, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG, Art. 117 i.V.m, Art. 106 Abs. 2 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG; Definitive debt collection authorization: failure to pay cost advance bars appeal, and constitutional complaint must allege violation of constitutional rights: The appellant had challenged a definitive debt collection order (legal opening of bankruptcy) for approximately 7,724 francs plus interest, but the cantonal appellate court had refused to hear her appeal because she failed to pay the required advance on costs. In her federal complaint, the appellant did not address this failure to pay the cost advance, instead contesting the underlying debt, alleging misconduct by the opposing party and others, and disputing the local jurisdiction of the cantonal authorities. The Court held that her submission lacked the required clear and detailed argumentation showing a violation of constitutional rights, as mandated by Article 117 in conjunction with Article 106(2) of the Federal Supreme Court Act, and that she had not raised any fundamental legal question, resulting in dismissal under the summary procedure of Article 108(1)(b) of the Act.

Schlagwörter

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Definitive Rechtsöffnung Verfassungsgerichtsbarkeit Schuldtilgung ungenügende Substantiierung von Grundrechtsverletzungen Streitwert Kostenvorschuss Eventualbegehren

Zitierte Gesetzesbestimmungen

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Zitierte Rechtsprechung

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Zentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator

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Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG

Basis for declaring the constitutional complaint inadmissible due to insufficient reasoning.

Art. 66 Abs. 1 BGG

Used to impose the court costs on the appellant, the losing party.

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Volltext

Bundesgericht

Tribunal fédéral

Tribunale federale

Tribunal federal

5D_98/2023

Urteil vom 26. Juni 2023

II. zivilrechtliche Abteilung

Besetzung

Bundesrichterin Escher, präsidierendes Mitglied,

Gerichtsschreiber Zingg.

Verfahrensbeteiligte

A.________,

Beschwerdeführerin,

gegen

B.________,

vertreten durch Rechtsanwalt Reto Hauser,

Beschwerdegegnerin.

Gegenstand

Definitive Rechtsöffnung,

Beschwerde gegen den Entscheid des Obergerichts des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, vom 28. April 2023 (ZSU.2023.30).

Erwägungen:

1. Mit Entscheid vom 4. Januar 2023 erteilte das Bezirksgericht Kulm der Beschwerdegegnerin gegenüber der Beschwerdeführerin in der Betreibung Nr. xxx des Regionalen Betreibungsamtes Reinach die definitive Rechtsöffnung für Fr. 7'723.95 nebst Zins.

Dagegen erhob die Beschwerdeführerin am 15. Februar 2023 (Postaufgabe) Beschwerde. Mit Entscheid vom 28. April 2023 trat das Obergericht auf die Beschwerde mangels Leistung des Kostenvorschusses nicht ein.

Dagegen hat die Beschwerdeführerin am 30. Mai 2023 (Postaufgabe) Beschwerde beim Obergericht erhoben. Das Obergericht hat die Beschwerde samt den Akten dem Bundesgericht übermittelt ( Art. 48 Abs. 3 BGG ).

2. Die Beschwerdeführerin kündigt an, einen Rechtsanwalt beiziehen zu wollen. Sie hat dem Bundesgericht jedoch bis heute keine anwaltliche Vertretung mitgeteilt. Nachdem die Beschwerdefrist am 5. Juni 2023 abgelaufen ist (Entgegennahme des angefochtenen Entscheids gemäss Track & Trace-Auszug der Schweizerischen Post am 6. Mai 2023 und nicht am 22. Mai 2023, wie von der Beschwerdeführerin angegeben), braucht mit der Urteilsfindung nicht zugewartet zu werden.

3. Aufgrund des unter Fr. 30'000.-- liegenden Streitwerts ( Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG ) und mangels Vorliegens einer Rechtsfrage von grundsätzlicher Bedeutung ( Art. 74 Abs. 2 lit. a BGG ) ist die Eingabe als subsidiäre Verfassungsbeschwerde zu behandeln ( Art. 113 ff. BGG ).

Das Obergericht ist auf die Beschwerde nicht eingetreten. Thema des bundesgerichtlichen Verfahrens ist demnach grundsätzlich einzig, ob es dadurch gegen verfassungsmässige Rechte verstossen hat. Diesbezüglich müsste die Beschwerdeführerin anhand der Erwägungen des angefochtenen Entscheides klar und detailliert darlegen, inwiefern verfassungsmässige Rechte verletzt worden sein sollen (Art. 117 i.V.m. Art. 106 Abs. 2 BGG ; BGE 133 II 396 E. 3.1; 142 III 364 E. 2.4). Sie geht jedoch nicht darauf ein, dass sie im obergerichtlichen Verfahren den Kostenvorschuss nicht geleistet hat. Stattdessen wendet sie sich gegen die in Betreibung gesetzte Forderung, erhebt Vorwürfe gegen die Beschwerdegegnerin und weitere Personen und bestreitet die örtliche Zuständigkeit der Aargauer Behörden.

Die Beschwerde enthält offensichtlich keine hinreichende Begründung. Das präsidierende Mitglied der Abteilung tritt auf sie im vereinfachten Verfahren nicht ein (Art. 117 i.V.m. Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG ).

4. Bei diesem Ausgang des Verfahrens trägt die Beschwerdeführerin die Gerichtskosten ( Art. 66 Abs. 1 BGG ).

Demnach erkennt das präsidierende Mitglied:

1. Auf die Verfassungsbeschwerde wird nicht eingetreten.

2. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden der Beschwerdeführerin auferlegt.

3. Dieses Urteil wird den Parteien und dem Obergericht des Kantons Aargau, Zivilgericht, 4. Kammer, mitgeteilt.

Lausanne, 26. Juni 2023

Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung

des Schweizerischen Bundesgerichts

Das präsidierende Mitglied: Escher

Der Gerichtsschreiber: Zingg