Deferral of court costs denied for lack of substantiated financial hardship; subsidiary constitutional complaint inadmissible absent constitutional claims.
Legislator-Zusammenfassung
KI-generiertThe Swiss Federal Supreme Court dismissed the appellant’s subsidiary constitutional complaint and rejected his request for free legal aid, ordering him to pay court costs of CHF 500. The decision below, which denied the appellant’s request to defer court costs (Stundung) of CHF 1,000 (two CHF 500 judgments) imposed by the Obergericht of Thurgau, remains in force. The appellant had challenged the Obergericht’s refusal to grant a deferral of these costs under Art. 112 ZPO, arguing financial hardship, but the Court found no constitutional violation as the threshold for a constitutional complaint (Art. 113 BGG) requires alleging violations of constitutional rights, which the appellant failed to do. Substantively, the Court noted that the appellant had been explicitly instructed to provide comprehensive documentation of his financial situation within 14 days and warned of dismissal if he failed to do so; he only submitted vague assertions and references to other proceedings, and thus no constitutional rights were infringed.
Legislator-Regeste
KI-generiertArt. 112 ZPO, Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 113 BGG, Art. 116 BGG, Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG, Art. 64 Abs. 1 BGG; Deferral of court costs denied for lack of substantiated financial hardship; subsidiary constitutional complaint inadmissible absent constitutional claims: The decision below, which denied the appellant’s request to defer court costs (Stundung) of CHF 1,000 (two CHF 500 judgments) imposed by the Obergericht of Thurgau, remains in force. The appellant had challenged the Obergericht’s refusal to grant a deferral of these costs under Art. 112 ZPO, arguing financial hardship, but the Court found no constitutional violation as the threshold for a constitutional complaint (Art. 113 BGG) requires alleging violations of constitutional rights, which the appellant failed to do. Substantively, the Court noted that the appellant had been explicitly instructed to provide comprehensive documentation of his financial situation within 14 days and warned of dismissal if he failed to do so; he only submitted vague assertions and references to other proceedings, and thus no constitutional rights were infringed.
Schlagwörter
KI-generiertZitierte Gesetzesbestimmungen
KI-generiertVerwandte Entscheide
KI-generiertZentrale Rechtsfragen, extrahiert von Legislator
KI-generiertBasis for the simplified procedure to declare the appeal inadmissible as it was manifestly unfounded.
Used to reject the request for free legal aid because the appeal lacked any prospect of success.
Cited to impose court costs on the appellant after rejecting his free legal aid request.
Volltext
Bundesgericht
Tribunal fédéral
Tribunale federale
Tribunal federal
5D_149/2017
Urteil vom 24. August 2017
II. zivilrechtliche Abteilung
Besetzung
Bundesrichter von Werdt, Präsident,
Gerichtsschreiber Möckli.
Verfahrensbeteiligte
A.________,
Beschwerdeführer,
gegen
Obergericht des Kantons Thurgau, Vizepräsidentin,
Beschwerdegegner.
Gegenstand
Stundung von Gerichtskosten,
Beschwerde gegen das Urteil des Obergerichts des Kantons Thurgau, Vizepräsidentin, vom 20. Juli 2017.
Sachverhalt:
In zwei Entscheiden vom 21. Februar 2017 verpflichtete das Obergericht des Kantons Thurgau A.________ zu Gerichtskosten von je Fr. 500.--.
Am 14. Juni 2017 reichte A.________ diesbezüglich ein Stundungsgesuch ein, welches das Obergericht mit Entscheid vom 20. Juli 2017 abwies.
Dagegen hat A.________ am 22. August 2017 beim Bundesgericht eine Beschwerde eingereicht. Ferner ersucht er um unentgeltliche Rechtspflege.
Erwägungen:
1. Angefochten ist ein in Anwendung von Art. 112 ZPO ergangener Stundungsentscheid für Gerichtskosten. Indes ist der für die Beschwerde in Zivilsachen nötige Mindeststreitwert von Fr. 30'000.-- ( Art. 74 Abs. 1 lit. b BGG ) nicht erreicht, weshalb einzig die subsidiäre Verfassungsbeschwerde offen steht ( Art. 113 BGG ), mit welcher ausschliesslich die Verletzung verfassungsmässiger Rechte gerügt werden kann ( Art. 116 BGG ).
2. Mit der Beschwerde werden keine Verfassungsverletzungen angerufen, so dass darauf nicht eingetreten werden kann.
Nur der Vollständigkeit halber sei erwähnt, dass die Beschwerde ohnehin auch in der Sache unbegründet wäre: Wie im angefochtenen Entscheid festgehalten ist, wurde der Beschwerdeführer mit Verfügung vom 21. Juni 2017 ausdrücklich darauf aufmerksam gemacht, dass er für die behaupteten finanziellen Schwierigkeiten seine finanziellen Verhältnisse umfassend darlegen müsse, wobei er im Einzelnen darauf hingewiesen wurde, welche Unterlagen er innert 14 Tagen einzureichen hat; ebenfalls folgte die Androhung, dass andernfalls das Stundungsgesuch abgewiesen werden müsse. Dessen ungeachtet liess es der Beschwerdeführer bei blossen Behauptungen und abstrakten Verweisen auf andere Verfahren bewenden. Vor diesem Hintergrund sind (selbst wenn dies im Rahmen formell zulässiger Rügen vorgebracht wäre) keine Verfassungsverletzungen ersichtlich.
3. Nach dem Gesagten erweist sich die Beschwerde als offensichtlich unbegründet, weshalb auf sie nicht eingetreten werden kann und der Präsident im vereinfachten Verfahren entscheidet ( Art. 108 Abs. 1 lit. b BGG ).
4. Wie die vorstehenden Erwägungen zeigen, konnte der Beschwerde von Anfang an kein Erfolg beschieden sein, weshalb es an den materiellen Voraussetzungen der unentgeltlichen Rechtspflege fehlt ( Art. 64 Abs. 1 BGG ) und das entsprechende Gesuch abzuweisen ist.
5. Die Gerichtskosten sind dem Beschwerdeführer aufzuerlegen ( Art. 64 Abs. 1 BGG ).
Demnach erkennt der Präsident:
1. Auf die Beschwerde wird nicht eingetreten.
2. Das Gesuch um unentgeltliche Rechtspflege wird abgewiesen.
3. Die Gerichtskosten von Fr. 500.-- werden dem Beschwerdeführer auferlegt.
4. Dieses Urteil wird den Parteien schriftlich mitgeteilt.
Lausanne, 24. August 2017
Im Namen der II. zivilrechtlichen Abteilung
des Schweizerischen Bundesgerichts
Der Präsident: von Werdt
Der Gerichtsschreiber: Möckli